Nicola Vollkommer: Menschen, die die Welt bewegen

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Dieses Büchlein wartet mit zehn kurzen Lebensbildern auf. Darunter sind so ehrenwerte historische Herrschaften wie C.S. Lewis und der Autor der “Pilgerreise” John Bunyan. Zu den porträtierten gehören aber auch Bernd Siggelkow und Sr. Teresa Zukic.

Auf den ersten Blick mag man sich fragen was haben alle miteinander zu tun, was verbindet sie? Aber beim Lesen wird sehr schnell klar, alle lebten und leben im tiefen Glauben an Gott und verstecken ihren Glauben nicht im verschlossenen Wohnzimmer. Es fällt schwer, unsere Situation heute mit der eines Paul Gerhardt zu vergleichen. Beim Lesen wird aber sehr deutlich, dass über Jahrhunderte hinweg Glaubensdinge sich nicht ändern.

Der Glaube an Gott mag nicht immer einfach zu leben sein, aber er vermag Kräfte zu mobilisieren, damit christliche Werte gelebt werden können. Alle Porträtierten in diesem Buch haben nicht nur vom Glauben geredet, sondern auch Opfer gebracht und ein Stückchen von Gottes Herrlichkeit auf dieser irdischen Welt bereits sichtbar werden lassen. Ein John Bunyan beispielsweise hat für seinen Glauben im Knast gesessen und ein Bernd Siggelkow ist heute Chef der Arche. Inzwischen hat er mit seinem Projekt Nachahmer in anderen Städten gefunden.

Bekannt waren mir bereits viele der hier vorgestellten Menschen. Nicola Vollkommer jedoch erzählt diese Lebensbilder unter dem Aspekt des sich Inspirieren lassens. Vorbilder ist ein arg strapaziertes Wort, aber Orientierung und Wegweisung kann man aus diesem Buch für seinen Lebensalltag jede Menge finden.

Fußspuren zu hinterlassen ist das, was Gott von uns erwartet. Beim Lesen kann man sich bereits über die eigenen Fußspuren Gedanken machen und notfalls Kurskorrekturen vornehmen!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-41726602-3, Preis 10, 95 Euro

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Friedrich-Wilhelm von Hase: Hitlers Rache

hitlers rache

Margarethe von Hase, die Ehefrau des Wehrmachtskommandanten Paul von Hase, hat glücklicherweise genau aufgeschrieben, was geschah, als der Putschversuch auf Hitler im Juli 1944 fehl schlug.

Sie wurde ins Gefängnis Moabit gebracht. Über den Verbleib ihres Mannes erfuhr sie zunächst nichts. In ihrer Einzelzelle sitzend, hört sie wie andere Insassen ihrem Tod entgegengehen. Sie schreibt viele Jahre später: “Unbeschreiblich war das Schreien der gequälten Opfer, nie kann ich das vergessen.” (S. 27). Was während ihrer wochenlangen Haft mit ihren Kindern geschieht, erfährt sie nicht. Lange lebt sie in Ungewissheit.

Was aus den mutigen Männern des 20. Juli geworden ist, füllt inzwischen viele Geschichtsbücher. Dieses Buch allerdings, widmet sich den Frauen und Kindern der Attentäter. Zum größten Teil haben sie selbst schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Diese bewegenden Dokumente liegen nun wohlsortiert vor und es wird ersichtlich wie Hitler sie das abscheuliche Wort “Sippenhaft” hat buchstabieren lassen.

Dr. Asfa-Wossen Asserate versucht in einem Blick von außen auf das Geschehen von vor 70 Jahren einzugehen. Als Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers fällt es ihm nicht schwer auf Zivilcourage zu sprechen zu kommen. Er geht darauf ein, dass die Zivilcourage eine “Haltung des Einzelnen.” (S.325) ist.

Mit diesem Brückenschlag ist dem Herausgeber die Verbindung von Geschichte und Gegenwart gelungen. Mit ihrer Zivilcourage haben die Männer von vor 70 Jahren gezeigt, dass man selbst einer menschenverachtenden Diktatur nicht hoffnungslos ausgeliefert sein muss. In diesem Buch erfahre ich, dass hinter den mutigen Männern, ebenso mutige Frauen gestanden haben. Bedrückend zu lesen wie Hitler nicht einmal vor den Kindern der Angeklagten Halt machte.

Manchmal wünsche ich mir heute mehr Zivilcourage in unserer Gesellschaft. Gründe dafür gibt es mehr als genug. Ausdrucksstarke Geschichtsbücher, die mit ihren Aussagen bis in unsere Zeit hineinreichen, brauchen wir. “Hitlers Rache” ist in diesem Sinne ein sehr schönes Beispiel.

Hänssler, ISBN 978-3-775-15537-3, Preis 19,95 Euro

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Lynn Austin: Oasenzeiten

oasenzeiten

Seit Jahren findet Lynn Austin auch in Deutschland immer mehr Leser. Ihre christlichen Romane handeln von Gottesferne und auch Gottesnähe. Längst konnte die Amerikanerin damit die christliche Nische verlassen und auch die säkulare Leserschaft beeindrucken.

Mit “Oasenzeiten” legt die Autorin ihr bislang persönlichstes Werk vor. In aller Offenheit beschreibt sie wie auch Gottesferne zu ihrem Leben gehört. Sie zählt auf wie ihre erwachsen gewordenen Kinder flügge werden und wie sich abzeichnet, dass sie ihren nächsten Lebensabschnitt nicht in unmittelbarer Nähe von Mutter und Vater erleben werden. Mutter Lynn Austin hatte sich das allerdings ganz anders vorgestellt. Sie hatte geplant ihre Enkel täglich um sich zu haben. Aber so ist das wenn man Pläne schmiedet, oft kommt es anders als man denkt…

In dieser Situation reist sie für zwei Wochen nach Israel. Von Süden her erkundet sie mit einer Reisegruppe das Land. Wie einst die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei kamen, so reist nun Lynn Austin durch das Land. In 12 Kapiteln nimmt sie ihre Leser mit. Dabei schildert sie selbstverständlich Landschaften und historische Orte, viel spannender war es für mich allerdings, ihre Eindrücke während der Reise zu lesen. Sie liest dabei in ihrer Bibel und kommt selbst den Menschen jener Zeit immer näher.

Wie die Autorin ihre Leserschaft in diese Reise mit einbezieht ist beeindruckend und hat mich zumindest Teil der Reise werden lassen. Ziemlich dicht rückt mir die Autorin durch ihre zahlreichen Fragen auf die Pelle. Am Ende eines jeden Kapitels stellt sie ihren Lesern Fragen zu deren Glaubensleben und die sind oft nicht einfach zu beantworten.

Auf dieser Reise packt Lynn Austin neue Erkenntnisse in ihren Rucksack. Kein anderer als Gott allein führt die Regie in unserem Leben. Es ist nicht immer leicht dies zu akzeptieren, aber Alternativen dazu gibt es nicht. Gott auch in Situationen zu vertrauen, in denen er meilenweit weg zu sein scheint, wird auch in Zukunft nicht immer gelingen, aber er steht am Ende einer jeden Durststrecke und dies ist wichtig zu wissen.

Das persönlichste Buch, dass Lynn Austin je geschrieben hat!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868- 27462-2, Preis 12,95 Euro

Der Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 3.Juli 2014 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Jill Francis Hudson: Die letzte Königin von Saba

saba

Quasi wie in einem Film führt die Autorin ihre Leser durch das Reich der letzten Königin von Saba. Wenn auch bis heute nicht genau geklärt ist wo der Palast der Königin gestanden hat und ob sich ihr Reich auch auf Arabien ausgedehnt hat, werden die Landschaften und Personen Dank der Erzählkunst von Jill Francis Hudson lebendig.

Aus Sicht des reichen Kaufmanns Tamrin wird die Geschichte erzählt. Er ist nicht nur mit der neuen Königin verwandt, er kennt auch persönlich König Salomo. Gern reden beide über den Glauben an den einen Gott. Salomo ist gerade dabei seine Sammlung von Weisheitssprüchen anzulegen. Tamrin hat er ein Buch versprochen.

Tamrin mag das Mädchen sehr, dass eines Tages Königin werden soll. Ihr Vater ist herrschsüchtig und hätte sie beinah aus Wut auf dem Altar geopfert. Tamrin bringt nach jeder langen Reise ein Geschenk für das Mädchen mit.

Als die alte Königin gestorben war, sitzt nun auch Tamrin im großen Rat der Fürsten von Saba und hört, wen die Fürsten als nächste Königin aussuchen. Begeistert ist er nicht als die Wahl auf Makeda fällt, aber er wird beauftragt, das Mädchen vor den Rat zu holen. Makeda hat sich ihre Zukunft anders vorgestellt. Aber auf der Reise mit Tamrin sieht sie Armut und Verwahrlosung in ihrem Reich. Als Königin sagt sie kurze Zeit später: “Die Bewohner Sabas werden meine Kinder sein …” (Seite 91).

Tamrin verrät dem Leser viel von dem Glauben an die Götter Sabas. Er nimmt uns mit hinein in die Vorstellungen der damaligen Zeit. König Salomo lädt ihn zu sich ein und danach reist Tamrin sofort zurück zur neuen farbigen, hinkenden Königin, aber sie ist nicht mehr da …

Das ist eines der Bücher bei denen während des Lesens ein Film im Kopf mitläuft, ich fühle mich wie mitten drin in jener spannenden Zeit!

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-91937-3, Preis 16,99 Euro

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Joni und Ken Eareckson Tada: Deine Liebe schenkt mir Flügel

joni und ken

In Zeiten da die Ehe und die christliche Ehe ohnehin belächelt oder als Auslaufmodelle angesehen werden, kommt dieses Buch als geistlich-kraftvolle Alternative gerade zur rechten Zeit.

Viele halten es in ihrer Ehe nicht aus, laufen schon nach wenigen Jahren auseinander und dabei haben sie sich doch versprochen beieinander zu bleiben “bis dass der Tod uns scheidet”.

Bei dem was dieses amerikanische Ehepaar in ihrem Buch erzählt, erscheint die Ehe in einem ganz anderen Licht. Sie haben gelernt mit Gott Krankheiten, auch Behinderungen, hinzunehmen. Sie bleiben nicht verschont vom Leid dieser Welt, aber sie geben sich nicht geschlagen, sie haben gelernt immer wieder neu aufzustehen. Woher sie die Kraft, die innere Stärke dazu nehmen, erzählen sie auf beeindruckende Weise. Sie erleben ihre Ehe als sprudelnden Kraftquell der selbst nach drei Jahrzehnten nicht versiegt.

Was mich noch mehr an den beiden fasziniert, ist, sie gehen hinaus in die Welt und erzählen allen die es hören wollen von sich und von Gott. Sie verschweigen dabei nicht Anfechtung und Stolpersteine, aber wenn sie schreiben wird spürbar, worauf es in einer christlichen Ehe ankommt.

Gott hat Joni und Ken sehr viel an Krankheit zugedacht, was beide in ihren Ehejahrzehnten auszuhalten hatten, ist nicht gerade wenig, aber es hat sie nicht auseinandergetrieben. Im Gegenteil, es hat sie zusammengeschweißt, viel mehr als andere Eheleute, deren Probleme im Angesicht von Joni und Ken eher belächelt werden können.

Ich kann Eheratgeber nicht leiden, aber Joni und Ken kennengelernt zu haben, hat mir sehr gut getan!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-18492, Preis 17,99 Euro

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Karen Kingsbury: Zwei Jahre für immer

zwei Jahre für immer

Der Klappentext des vorliegenden neuen Romans von Karen Kingsbury verrät nur die Hälfte des Inhalts. Ja, es wird die Liebesgeschichte der beiden Studenten Lisa und Ryan erzählt. Eine Liebe die nicht sein darf, weil Menschen zuvor andere Pläne für die beiden geschmiedet haben.

Viel berührender finde ich allerdings die Geschichte des älteren Paares, die von der amerikanischen Autorin ebenfalls erzählt wird. Donna und Charlie betreiben seit vielen Jahren einen eigenen Bücherladen. Um das große Geld ging es in diesem Laden nie. Charlie hat auch gebrauchte Bücher verkauft, sein Ziel war es, dass sich jeder das Lesen leisten können soll. Kam einmal ein Student und konnte sein teures Fachbuch nicht vollständig bezahlen, Charlie wusste einen Ausweg. Aber ein Hochwasser sorgte für den wirtschaftlichen Ruin der “Brücke” – so nämlich heißt der Laden. Als Charlie nun einen schweren Verkehrsunfall baut, scheint alles dem Ende nahe.

Am Anfang des Buches habe ich mich gefragt, was wohl beide Geschichten miteinander zu tun haben. Aber dies wird dann schnell klar. Lisa und Ryan treffen sich während des Studiums oft in der “Brücke”. Sie unterhalten sich, lernen miteinander und …

Grundtenor des Buches ist es, auf sein eigenes Herz zu hören. Was andere Menschen von einem erwarten, vielleicht sogar in liebevoller Absicht bereits geplant haben, ist die eine Seite, aber vor Gott auf sein eigenes Herz zu hören und seine eigenen Träume zu leben, ist die andere Seite. Alles unter einen Hut zu bringen ist schwer und manchmal unmöglich. Die Protagonisten müssen sich für eine Seite entscheiden, vielleicht gelingt es Karen Kingsbury auch ihre Leser soweit in ihre Geschichte hineinzuziehen, dass sie über eigene Wünsche und Träume nachdenken und sie zu leben versuchen.

So ganz nebenbei ist dieser berührende Roman eine wundervolle Liebeserklärung an gute Literatur!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0898-1, Preis 14,99 Euro

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Michael Phillips: Am Anfang der Ewigkeit

am anfang der ewigkeit

Der glühende Autor und Atheist zieht sich zurück in eine Berghütte, um sein längst überfälliges nächstes Buch zu schreiben. Millionen von Lesern warten darauf. Einmal mehr will der Autor zeigen, dass Gott nicht existiert.

Wenngleich der Einstieg ein wenig an “Die Hütte” erinnern mag, ist der Inhalt dieses Buches für den einzelnen Leser viel intensiver und herausfordernder. Beim Lesen bin ich immer wieder gezwungen, selbst zu überlegen: Wie steht es eigentlich mit mir und meinem Glauben?

Der junge Autor entschwebt plötzlich seiner Hütte und gelangt an einen Ort an dem er Bekanntschaft macht mit Menschen und Dingen, die er nie für möglich hielt. Spannend mitzuerleben, wie der Mann das Feuer umschreibt, welches ihm begegnet. Er lernt es nicht als große Bestrafung für begangene Sünden kennen, vielmehr als eine Etappe, um rein zu werden. Im Roman lese ich dazu: “Es ist ein Mittel des Wirkens Gottes. Bringe dich dar auf dem Altar Gottes, mein Bruder …” (Seite 87).

Auf seinem Weg zum Feuer lernt der Protagonist Lelia kennen. Sie kann sich einfach nicht für das Feuer entscheiden. Der Ich-Erzähler redet mit ihr und daraufhin trifft Lelia ihre Entscheidung…

Meinte ich mich anfangs an “Die Hütte” erinnert, kommt mir jetzt beim Lesen immer mehr John Bunjans “Die Pilgerreise” in den Sinn. Selbst von der wunderschönen Sprache her kann Michael Phillips mit Leichtigkeit mithalten.

Faszinierend folge ich Michael Phillips auf seinem Weg zu Gott. Der Gott, den er immer verleugnete, der lädt ihn nun ein und der Protagonist geht seinen Weg.

Selten habe ich aus einem Roman so viel an Inspiration und Wegweisung für meinen eigenen Glauben mitgenommen!

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-91938-0, Preis 14,99 Euro

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