Daniela Wander: Aufruhr in Wittenberg

aufruhr-in-wittenberg

Rezension von Christian Döring:
Dieser Luther-Krimi führt den Leser zurück in das Jahr 1520. In der Stadt Wittenberg ist der Mönch Martin Luther gerade dabei, die Einwohnerschaft der Stadt in zwei Lager zu spalten und Rom gegen sich aufzubringen.
Katharina lebt erst seit kurzem in Wittenberg. Der Kaufmann Thomasus Roeseling nahm sie, nebst einer guten Mitgift, zur Ehefrau und holte sie in die Stadt. Aber das junge Eheglück hat noch so manch eine Hürde zu nehmen und Katharina hat es nicht einfach sich in Wittenberg einzuleben.
Mit Roswitha Ville trifft sie sich einige Male und hofft in ihr eine Freundin gefunden zu haben. Aber eines Tages wird bekannt, dass die lebenslustige Roswitha sich das Leben genommen hat. Für Katharina kaum zu glauben . . .
Daniela Wander macht Wittenberg zum Schauplatz eines Mordes und verknüpft dies alles eng mit der neuen Lehre des Martin Luther. Der sitzt zwar an seinem Schreibtisch und verfasst sein Traktat von der Freiheit eines Christenmenschen, aber er kommt auch mit Roswitha Ville zusammen . . .
Wird zu Beginn noch davon ausgegangen, dass es sich um Selbstmord handelt, wird bald schon klar, Roswitha hat Unruhe geschaffen und dies war jemandem nicht recht …
Wittenberg wird lebendig in diesem Krimi. Wenn mich auch einige Dopplungen beim Lesen bisweilen genervt haben, ist dieser Krimi doch spannend zu lesen. Ich erfahre nicht nur, wie damals mit Selbstmördern umgegangen wurde, sondern auch, was es in der Stadt selbst bedeutete, der neuen Lehre Luthers anzuhängen.
Es luthert zur Zeit fast überall in unseren frommen Verlagen. Dieser lesenswerte Luther-Krimi fügt sich gut in die derzeitige literarische Lutherwelle ein.
Daniela Wander verknüpft unterhaltsam und gut verständlich die neue Lehre des Reformators Martin Luther mit dem Leben der Menschen im Alltag!

Vivat, ISBN 978-3-867-89495-1, Preis 12,99 Euro

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Rosslyn Elliott: Das Glück, von dem ich träume

das glück von

Rezension von Simone Janoschke:
Ohio, 1826: Ann Miller träumt von einem Leben an der Seite von Eli, der Arzt werden will und ihr immer so tolle Gedichte schreibt. Doch als er ihr einen Antrag macht, fühlt sie nur noch Panik. Kann sie ihre Schwestern im Stich lassen, nachdem sie sich nach dem Tod der Mutter so lange um sie gekümmert hat? Als ihr Vater für einen Auftrag nach Pittsburgh muss, nimmt er Ann und ihre zwei Schwestern kurzerhand mit. Dort lernt sie Will kennen, der jeden Tag ums Überleben kämpfen muss. Er arbeitet für einen grausamen Meister, der ihm jeden Tag zeigt, wer das sagen hat. Und Ann entdeckt, dass ihr Vater in ein Geheimnis verwickelt ist, dass ihre ganze Familie in Gefahr bringen könnte.

Dieses Buch hat mich wirklich erstaunt und begeistert. Das Cover lässt auf eine schnulzige Liebesgeschichte schließen, doch die Geschichte ist weit mehr als das. Die etwas unerwartete Liebesgeschichte nimmt nur einen kleinen Teil ein. Vielmehr geht es um zwei Menschen, die sehr unterschiedlich sind aber dennoch eins verbindet – sie haben ihre Mutter verloren. Jeder der beiden geht auf andere Weise damit um. Dabei ist vor allem Ann der Glaube der sehr wichtig, sie betet viel und vertraut Gott in allen Dingen, auch wenn es ihr nicht immer leicht fällt. Auch Will entdeckt, dass das Leben mit Gott vieles leichter macht. Thema ist aber nicht nur das Leben und Überleben in einer großen Stadt um 1826, wenn man arm war, sondern auch die Sklaverei. Während es im Norden größtenteils keine Sklaverei mehr gab, wurden in den Südstaaten entflohene Sklaven verfolgt, wieder eingefangen und hart bestraft. Aber auch die Lehrlinge damals wurden oft wie Sklaven gehalten, wenn sie einmal den Lehrvertrag unterschrieben hatten. Dann mussten sie per Gesetz viele Jahre unter ihrem Meister leiden und hatten kaum eine Chance zu entkommen, weil auch die Richter auf der Seite der Lehrmeister waren.

Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd aus Anns und Wills Perspektive und versteht es wunderbar, dass der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Gerade noch befindet man sich an einer so spannenden Stelle, da wechselt sie in eine ganz andere Szene und man muss ein Kapitel warten, bis es weitergeht. So hat man keine Chance das Buch aus der Hand zu legen. Bis zum Schluss bleibt es spannend und unerwartet, dabei erfährt man auch, dass einige Figuren tatsächlich gelebt haben – welche? Das wird natürlich nicht verraten. Das Glück, von dem ich Träume ist der erste Band eine Trilogie und ich hoffe wirklich, dass auch die weiteren Bände in Deutschland erscheinen werden. Diese Autorin sollte man sich merken, sie könnte Lynn Austin, Julie Klassen und Karen Witemeyer Konkurrenz machen. Meine absolute Leseempfehlung für entspannte Lesestunden auf der Couch!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27559-9, Preis 14,95 Euro

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Boris Reitschuster: Putins verdeckter Krieg

putins verdeckter krieg

Rezension von Christian Döring:
Dieses neue Buch vom Putinkritiker Boris Reitschuster liest sich zweifelsfrei wie ein Politthriller.

Ein großer Freund von Reitschuster bin ich nie gewesen, aber dieses Buch hat mich beeindruckt. Es dringt in eine Materie ein, die nur schwer verständlich ist. Putin, so der Autor, hat sich in den letzten Jahren vor allem in Westeuropa ein ganzes Netzwerk treuer Anhänger geschaffen. Wie dies gelungen ist und wie dies am Laufen gehalten wird, all das beschreibt Reitschuster, auch wenn er für mein Empfinden gelegentlich ein wenig zu dick aufträgt.

Wobei er sicherlich recht hat, wenn er behauptet, dass wir im Westen dem Kremlherrn gegenüber noch immer zu gutgläubig sind. Tatsache bleibt, dass Putin ein ausgebildeter KGB-Mann der untergegangenen Sowjetunion ist und Erfahrungen in der DDR gesammelt hat. Ob und wie ihm dies heute von Nutzen ist, bleibt unbeantwortet.

Reitschuster bringt in seinem Buch Beispiele von Unterwanderung, die sich spannend lesen, mich aber gelegentlich fragen lassen: Geht wirklich Putin als Initiator in die Geschichte ein oder sind es nicht oftmals Ereignisse und Fakten, die ihm sehr entgegenkommen und die er äußerst geschickt für seine Interessen zu nutzen weiß? Da ist beispielsweise das Verschwinden eines russlanddeutschen Mädchens in Berlin. Verwunderlich war es schon, dass sofort der russische Außenminister in die deutsche Innenpolitik einzugreifen versucht hat und dieser Fall in den russischen Medien tagelang weit oben auf der Themenliste stand. Die harmlose Auflösung des Falles hat dann in Russland niemanden mehr interessiert. Man muss bei solchen Beispielen wirklich ins Grübeln kommen…

Dieses Buch ist wichtig zu lesen. Doch die Tatsache, dass bei uns in Westeuropa viele Bürger zu aktiven Putinverstehern werden, die sich für die Interessen des russischen Präsidenten instrumentalisieren lassen, diese Tatsache wird mir nicht eindeutig genug gewürdigt. Oft biedern sich in geschmackloser Art und Weise Linke und Rechte bei ihm an und kämpfen beispielsweise in der Ukraine auf Seiten der Separatisten. Es gibt Fälle, da sind kämpfende deutsche Nazis, allein des Solds wegen zu den Separatisten übergelaufen. Dies zeigt welch hohes Maß an gefestigter Ideologie oftmals in einzelnen Kämpfern steckt.

Es bleibt dabei: Reitschuster legt hier ein Buch vor, welches gelesen werden muss!

Econ, ISBN 978-3-430-20207-7, Preis 19,99 Euro

Nachdem ich viele anonyme Aufforderungen bekommen habe, meine Rezension zum aktuellen Reitschuster Buch wieder zu löschen, habe ich mich zu einem Interview mit dem Autor entschlossen und bin ihm sehr dankbar für seine Antworten:

boris reitschuster

Autor Boris Reitschuster,
(© Michael Kappeler)

Lieber Boris Reitschuster, soeben ist ihr neues Buch „Putins verdeckter Krieg“ erschienen. Wie kommen Sie zu diesem Thema?

Nach 16 Jahren in Russland, das ich 2012 wegen Drohungen verlassen musste, hatte ich seit Putins Besetzung der Krim immer wieder Deja-Vu-Erlebnisse in Russland. Die Trolle im Internet, die Propaganda, kremlegebene Netzwerke – ich traute teilweise meinen Augen und Ohren nicht. Also habe ich mich entschlossen, dem nachzugehen. Und die vielen Puzzle-Teile gesammelt und zusammengelegt, und in die Geschichte geblickt. Da ergab sich ein Bild, das mich selbst überraschte: Putin hat die Methoden, mit denen KGB und Stasi unser System im Westen zersetzen wollten, wiederbelebt; zu einem großen Teil eins zu eins, nur in vielem verfeinert, etwa durch die Nutzung von US-PR-Agenturen. Da kreuzen sich die Skrupellosigkeit, der Zynismus und die Dreistigkeit des alten KGB, die ja oft leicht zu durchschauen waren, mit modernsten Methoden der Beeinflussung und Manipulation aus den USA. Das ist eine hochgefährliche Mischung des gefährlichsten aus beiden Systemen, das an ein Frankenstein´sches Monster erinnert. Eine weitere Rolle spielt die Technik: KGB und Stasi konnten von Internet und Satellitenfernsehen nur träumen.

Sie haben viele Fans und viele Gegner. Warum spaltet gerade die Figur Putin die deutsche Leserschaft so sehr?

Hätte ich diese Gegner nicht, könnte man daraus ja ableiten, dass meine Thesen nicht stimmen. Die massive Propaganda, der Lobbyismus, all das muss ja Folgen haben und zumindest teilweise fruchten. Hätte ich nicht 16 Jahre in Russland gelebt – wer weiß, vielleicht würde ich selbst Putins Propaganda und den Manipulationen der so genannten Putin-Versteher auf den Leim gehen – die in der Mehrheit kaum russisch sprechen und auch nicht dort leben bzw. keine familiären Verbindungen dorthin haben. Die Realität in Putins Unrechtsstaat, die Willkür dort, die soziale Ungerechtigkeit, das Ausgeliefertsein des Einzelnen gegenüber dem Staatsapparat – all das ist jenseits der Vorstellungswelt von Menschen im Westen, die nur Freiheit und Demokratie erlebt haben. Es ist schon tragikomisch, dass viele aus durchaus berechtigter Enttäuschung über die Entwicklungen bei uns ihre Hoffnungen in ein solch gescheitertes, zynisches, menschenverachtendes System stecken. Und es ist wohl menschlich, dass man solche Illusionen ungern aufgibt und geneigt ist, lieber den Überbringer der schlechten Nachricht anzugreifen, als die eigenen Ansichten in Frage zu stellen.

Anfangs dachte ich immer, Sie übertreiben so sehr. Inzwischen habe ich mich selbst mit dem Thema ein wenig beschäftigt und nun noch ihr Buch, es hat mich überzeugt! Was glauben Sie warum fordern viele Leser von mir, dass ich meine positive Amazonrezension löschen soll. Es werden doch noch andere positive Reaktionen kommen?

Es kommen sehr, sehr viele positive Reaktionen. Und zwar im Wesentlichen von Menschen, die dieses System kennen und deshalb wissen, dass meine Informationen zutreffen. Aber ich glaube, auch bei vielen anderen, die einen angreifen, keimen tief im Inneren die Zweifel. Das führt zu einer besonders aggressiven Reaktion – weil man damit auch gegen die eigenen Zweifel ankämpft. Davon zu trennen sind die vielen Kreml-Propaganda-Krieger und Trolle. Deren Hassattacken, die ganzen Angriffe unter der Gürtellinie, die Diffamierung, die auffallend mit den hinlänglich dokumentierten Zersetzungsmethoden von KGB und Stasi übereinstimmt – all das fasse ich als Kompliment auf. Früher hat es mich aufgeregt, jetzt weiß ich: Das bestätigt nur, dass ich – leider – Recht habe.

Ist Merkels Boykott gegenüber Russland richtig? Wie sollte Deutschland sich Russland gegenüber heute verhalten?

Ich würde nicht von einem Boykott sprechen. Herr Steinmeier umschwärmt ja geradezu seine russischen Gesprächspartner. Ich wünsche mir mehr Adenauer und Helmut Schmidt im Umgang mit Moskau, weniger Schröder und Steinmeier. Im russischen Sprachgebrauch gibt es inzwischen sogar den Begriff „Schröderisierung“ – der für eine Korrumpierung der westlichen Eliten steht. Wir müssen die Dinge beim Namen nennen und klare Grenzen setzen: Putin achtet nur Stärke, und Signale der Schwäche zu senden ist fatal. Beispiel Krim: Da wäre die Moskauer Führung durchaus zu gewissen Kompromissen bereit – aber hinter vorgehaltener Hand sagt man: „Wozu entgegenkommen, wenn wir auch so durchkommen? Wir sind doch nicht blöd.“ Das zeigt, wie fatal viele Signale von uns in Moskau ankommen. Wandel durch Anbiederung – das funktioniert nicht.

Es gibt viele Putinversteher in Westeuropa. Dies kommt dem Kremlherrn sehr gelegen. Was bewegt die Putinversteher ihn so unkritisch zu sehen?

Putins Propaganda setzt sehr geschickt bei den Schwächen des jeweiligen Zielpublikums an. Viele Linken glauben, im Innersten sei er ein Kommunist und schätzen ihn deshalb, obwohl er für Staatskapitalismus steht. Für viele Rechten ist er aufgrund seines Führungsspiels und seiner Nähe zur neuen Rechten ein Idol – von der Schwulenfeindlichkeit angefangen bis hin zur vermeintlich alten, familiären Werten und generellem Widerstand gegen die Moderne. Viele Religiöse denken, er stünde für eine Rückkehr zum Glauben. Wie absurd, so etwas von einem KGB-Oberstleutnant anzunehmen. Tu glauben, ausgerechnet ein Land, das von 70 Jahren Totalitarismus schwerst gebeutelt ist, die eigenen Traditionen verloren hat und mit dem Erbe der Sowjet-Indoktrination kämpft – Zynismus, Nihilismus, Wertefreiheit – für den Wahrer alter europäischer Werte zu halten. Dich Putin versteht es meisterhaft, jedem Projektionsfläche zu geben. Die KGB-Schule ist da nicht zu übersehen.

Mal ganz realistisch: Ist der russische Präsident Wladimir Putin eine Bedrohung für unsere Demokratie?

Ich würde es so sagen: Er wäre mit Sicherheit keine größere Bedrohung als die DDR und die Sowjetunion, wenn wir unsere Demokratie nicht selbst in Gefahr bringen würden. So erfolgreich wie wir selbst kann Putin unser System gar nicht destabilisieren. Das Dümmste, was wir machen könnten, wäre, Putin für die alarmierenden Entwicklungen bei uns verantwortlich zu machen. Die sind hausgemacht. Putin schüttet lediglich Brandbeschleuniger ins Feuer. Nur wegen unserer Schwäche ist die Wirkung seiner hybriden Kriegsführung so stark. Auch, weil viele von uns den Kompass verloren haben, Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit nicht mehr schätzen. Putins Angriff kann uns helfen, das wieder zu tun. Wenn wir das schaffen, werden wir Putin dankbar sein müssen. Dann könnte er gar zum Retter unserer Demokratie werden – – wider Willen.

Vielen Dank für das Interview!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

Tobias Kley: Hauptsache weg

hauptsache weg

Rezension von Leopold Kleedorfer:
Die meisten kommen über das Meer, in kleinen Booten von der Türkei nach Griechenland oder von Nordafrika nach Italien. Viele sterben an den Strapazen der Reise oder ertrinken im Meer.
Diejenigen, die es schaffen, nach Europa zu kommen, müssen zuerst einmal mit ihrer Einsamkeit zurecht kommen. Während in ihren Heimatländern die Familie einen hohen Stellenwert hat, stoßen sie hier auf viel Unverständnis.
Die einen erleben großartige Hilfe, andere müssen sich mit fast unbarmherzigen Behörden auseinandersetzen.
Rückschläge gibt es immer wieder und die Angst vor der Abschiebung bleibt lange präsent.
Immer wieder werden “Schlepper” erwähnt. Obwohl sie als Fluchthelfer den Menschen einen Dienst erweisen, haben sie wegen ihrer Habgier und Brutalität einen kriminellen Stand.
Durch die persönlichen Geschichten in dem Buch bekommen die Flüchtlinge ein Gesicht, obwohl die Namen zum Schutz weggelassen werden. Dabei hat mich eine Geschichte sogar zum Schmunzeln gebracht. Ein Flüchtling aus Togo ist mit dem Pass eines Freundes über mehrere Grenzen gegangen, hat dann den Pass zurück geschickt, damit der Freund selber auch nachkommen kann.
Bis jetzt kannte ich weder den Autor, noch die Organisation “GetAwayDays”, für die er arbeitet. Und doch gibt es Überschneidungen, das Flüchtlingslager Traiskirchen wird erwähnt und die mir bekannte Betreuungsstelle Oasis. Eine Frau, welche zu den Flüchtlingen der 1990er Jahre gehörte, arbeitet bei einer Firma, wo ich schon öfters eingekauft habe.
Im zweiten Teil des Buches wird die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) beschrieben und Hilfestellung zur Traumabewältigung gegeben. Tipps für den Alltag im Umgang mit Flüchtlingen und Asylwerbern findet der Leser am Ende des Buches.

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15721-6, Preis 14,95 Euro

Hier die Rezension in Wort und Bild.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Hans-Martin Barth: Das Vaterunser

Das Vaterunser von Hans-Martin Barth

Das Vaterunser von Hans-Martin Barth

Rezension von Christian Döring:
Sehr verehrter Herr Prof. Barth,

seit über 50 Jahren stehe ich zusammen mit anderen Christen und bete das „Vaterunser“. Mal leiere ich es nur so herunter, weil es eben in der Reihenfolge der Liturgie dran ist und ein anderes Mal stehe ich auch innerlich hinter jedem einzelnen gesprochenen Wort. Das „Vaterunser“ ist mir mit den Jahrzehnten lieb und teuer geworden. Nun kommen Sie mit Ihrem Buch daher und überlegen, ob ich das „Vaterunser“ mit Menschen teilen soll, die gar keine Christen sind. Mehr als skeptisch habe ich mich an Ihr neues Buch herangetastet.

„… mich interessiert noch eine andere Frage: Umspannt das „Vaterunser“ am Ende nicht nur die Christenheit? Ist es so allgemein gehalten, dass es letztlich sogar die gesamte Menschheit umgreift?“

Sie schauen zu den anderen Religionen und erklären, in mir verständlicher Form, dass das „Vaterunser“ viel weiter und viel verbindender zu sehen ist, als nur innerhalb christlichen Denkens. Aber sollen nun auch darüber hinaus auch sogenannte säkulare Menschen das „Vaterunser“ mitbeten dürfen? Ich will Ihnen nicht verhehlen, wie fremd mir dieser Gedanke, diese Idee, ist.

Jedes Wort, jeden Satz des „Vaterunser“ betrachten Sie ausführlich. Dies ist wichtig für mich, denn selbst oder gerade nach Jahrzehnten der eigenen „Vaterunser“-Praxis, ist vieles bereits verstaubt, da tut Erfrischung zweifelsfrei Not. Aber völlig neu ist für mich; Sie gehen mit einzelnen Passagen des „Vaterunser“ zu den anderen großen Religionen und was sie da finden überrascht und lässt mich sehen, dass dieses Gebet mehr verbindet als abgrenzt.

Das religiöse Menschen das „Vaterunser“ als verbindendes Gebet sehen können, war für mich neu, jetzt nach der Lektüre Ihres Buches jedoch auch nachvollziehbar.

Aber mal ehrlich, Herr Professor, haben sie bereits mit Menschen die keiner Kirche angehören, das „Vaterunser“ gebetet? Manchmal glaube ich, ich bin konservativer als mir lieb ist, aber ich muss Ihnen zugestehen, Sie haben in meinem Blick hinaus in die Welt ein Fenster geöffnet. Wie Sie Ihre Idee, dass auch säkulare Menschen das „Vaterunser“ mitbeten dürfen, begründen, beeindruckt mich. Skeptisch bin ich noch immer, aber wie gesagt, das Fenster ist geöffnet!

Vielen Dank für Ihre aktuellen Überlegungen zum „Vaterunser“. Sie sind auf der Höhe der Zeit und machen neugierig auf den Umgang mit unserem „Vaterunser“ in Gegenwart und Zukunft!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-08233-2, Preis 19,99 Euro

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Rüdiger Jope: Kleine Wolkenschieber

kleine wolkenschieber

Rezension von Christian Döring:
Mit großen weltbewegenden Storys trumpft Rüdiger Jope hier nicht auf. In seinem kleinen Büchlein finden auf gut 100 Seiten 34 Alltagsgeschichten Platz.

Den kleinen Geschichten, in denen sich die Leser wohl mehr als nur einmal wiederfinden werden, entlockt Jope nicht nur kleine Alltagsreaktionen. Da läuft beispielsweise etwas so gewaltig schief, dass es bis zum Himmel stinkt und der Autor kommt von den vergessenen Hühnerbeinen in der Nachbarwohnung, ganz schnell zu den täglichen Nachrichten, die allabendlich auf uns einprasseln. Jope allerdings ruft dazu auf uns nicht einlullen zu lassen. Er erinnert an Jesus und an das was er uns vorgelebt hat. Mit diesem Wissen und mit der Hoffnung die so stark werden kann, dass sie Veränderungen herbeiführt, hat Jesus uns sehr solide ausgestattet, aber über unseren Alltag vergessen wir es leider viel zu schnell.

„Kleine Wolkenschieber“ ist kein Buch fürs Bücherregal. Die einzelnen Geschichten sind nicht für den Massenkonsum geeignet. Nur rationiert kommen sie gut zum tragen. Täglich eine dieser Geschichten reicht aus, um meinen standardisierten Alltagsblick zu verändern.

Meine Lieblingsgeschichte in diesem Büchlein heißt „Lebenslauf“. Neulich habe ich sie im Rahmen einer Andacht vorgelesen und ein Nicken von den Hörern kassiert. Der Autor beschreibt wie er am Grab seines Bruders steht und wie er an solch „dunklen Tälern“ geistlich wächst. Niemand ist sicher vor Schicksalsschlägen oder Niederlagen, aber gerade beim Durchschreiten solch „dunkler Täler“ wachsen wir.

Wolkenschieber Jope öffnet den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge im Alltagstrott!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0927-8, Preis 9,99 Euro

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Maria Anna Leenen: Ganz weit draußen

ganz weit dr

Rezension von Christian Döring:
Tessa ist eine junge Frau. Mit ihrem vor Jahren begonnenem Theologiestudium hat sie ihren Glauben an Gott verloren. Heute arbeitet sie bei der Post im Briefzentrum. Und dann gibt es da noch ihren Freund, mit dem es auch mehr schlecht als recht läuft. In dieser Situation landet Tessa bei einer Eremitin mitten in der norddeutschen Tiefebene.

Eine Woche ausspannen will Tessa bei Marie. Danach dann noch eine Woche irgendwo richtig Urlaub machen und erst dann will sie wieder richtig zurück ins Leben. Aber alles kommt völlig anders als geplant.

Während Tessa sich sicher ist, dass sie seit Jahren fertig ist mit den Themen Gott und Glaube, braucht Marie gar nicht lange und Tessa spürt eine unbändige Sehnsucht tief in ihrem inneren. Beide Frauen kommen ins Gespräch. Tessa erzählt von dem gnadenlosen, menschenfeindlichen Gottesbild, welches Tessas Eltern an sie weiter gegeben haben. Vier Wochen braucht es, bis Tessa kapiert: Du kannst weglaufen so weit du willst, du kannst dich auch mit Arbeit zuschütten so viel du willst, von Gott jedoch ist kein davonkommen. Gott liebt jeden von uns, völlig egal ob wir täglich drei mal beten oder . . .

Maria Anna Leenen macht deutlich: Wir brauchen Gott täglich für ein freies Leben und glücklicherweise nimmt der jeden ohne Vorbedingungen!

adeo, ISBN 978-3-863-34087-2, Preis 17,99 Euro

2 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized