Siggelkow/Büscher: Ein warmes Essen und ganz viel Liebe

ein warmes essen

“Jeder Mensch braucht Liebe und Beziehungen, Freunde und Menschen, die ihn unterstützen. Und genau da setzt die ARCHE mit ihren drei Säulen an: Beziehung, Nachhaltigkeit und ganz viel Liebe.”

So sagt es Bernd Siggelkow. Genau dies ist es was der Wichern der Moderne heute in seiner Arche praktiziert. Bernd Siggelkow uns seine Mitarbeiter, sowie zahlreiche ehrenamtliche Helfer, geben Kindern das Gefühl geliebt und gewollt zu sein. Viele erfahren zum ersten Mal in ihrem Leben solch eine Zuwendung. Im vorliegenden Buch wird viel von der täglichen vielfältigen Arbeit in der Arche berichtet. Beschrieben werden aber auch Eltern, die ebenso der Aufmerksamkeit bedürfen. Sie sind oftmals nicht einfach nur unfähig Verantwortung ihren Kindern gegenüber wahrzunehmen, sondern sie sind seit Jahren durch jedes Raster staatlicher Sozialpolitik gefallen und haben jegliche Hoffnung aufgegeben.

Das bewährte Autorenduo Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher legen ein weiteres Buch vor, in dem viel von großen kugelrunden Kinderaugen die Rede ist, aber auch von Kinderwünschen und von Menschen die nicht klagen und jammern, sondern einfach dort anpacken wo Hilfe nötig ist.

Auch ein Wichern der Moderne ist auf Hilfe und Helfer angewiesen. Von ihnen ist in diesem Buch die Rede. Sie kümmern sich um die, die unser Staat längst aufgegeben hat!

adeo, ISBN 978-3-863-34043-8, Preis 16,99 Euro

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Manning/Garrett: Verlorener Sohn

verlorener sohn

Der amerikanische Pastor Jack Chisholm ist ein begnadeter Prediger, auch wenn ich sein Gottesbild nicht gut finde. Aber Jack entwickelt sich zum Herzenspastor, ist überall beliebt, die Medien mögen ihn, aber dann kommt der tiefe Fall …

Der Prediger sucht nicht etwa bei Gott Trost, nein er versumpft im Alkohol. Seine Familie ist fort, er ist ganz allein. Aber eines Tages steht sein Vater vor der Tür und holt ihn heim.

Eine berührende Geschichte, mit ganz vielen wunderbaren sprachlichen Bildern, biblisch tiefgreifenden Bezügen und vor allem auch mit aktuellen Bezügen zu unserem Lebensalltag. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, wo sind die deutschen Autoren, die so fesselnde Romane schreiben?

Beide Autoren wälzen mit Leichtigkeit Themen wie das Gottesbild, aber auch Gnade und Vergebung und sie haben Protagonisten erschaffen, in denen sich wohl jeder Leser finden kann.

Die spannende Frage die sich durch diese Story zieht: Nachdem Jack Gott völlig neu kennenlernt, verändert sich sein Leben, aber wo wird es ihn hinführen? Welche Veränderungen bahnen sich an? Der Spannungsbogen ist gewaltig und vorhersehbar ist auf diesen knapp 300 Seiten so gut wie nichts.

Die Welt ist voller schlechter Nachrichten, dieser Roman allerdings beweist, mit Gott an der Seite wird es mehr gute Nachrichten geben!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0915-5, Preis 17,99 Euro

Der Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 14. Juni 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Christiane Neudecker: Sommernovelle

sommernovelle

Vögel lesen, geht so etwas überhaupt?
Lotte und Panda wollen die Welt verändern, sie sind im richtigen Alter dafür.

Die “Sommernovelle” spielt um ’89, die beiden Mädchen fahren für ein paar Tage an die Ostsee zu einer ziemlich eigenartigen Vogelstation. Zunächst scheint alles in Ordnung. Es gilt Vögel zu beobachten und Urlauber zu betreuen. Beide Mädchen werden in den nächsten Tagen hinter so manch ein Geheimnis kommen.

Die Autorin geht der Frage nach, wann man dem Alter der unschuldigen Jugend endgültig entfleucht und wann man in das Erwachsenenalter kommt, in dem man korrupt und unehrlich wird.

Dabei begegnet die Ich-Erzählerin nicht nur einem dubiosen Professor, sondern auch einem Mitarbeiter, der ihr beibringt wie man Vögel liest, wenn man es mit den Zahlen nicht so hat.

Was Christiane Neudecker hier vorlegt, ist keine Pauschalisierung der Erwachsenenwelt, sondern ein vielschichtiges Panorama in dem zwei jugendliche Mädchen schon einmal in die Welt der Erwachsenen hineinschauen!

Übrigens, ab sofort weiß ich – Vögel lesen geht tatsächlich!

Luchterhand, ISBN 978-3-630-87459-3, Preis 16,99 Euro

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Carsten “Storch” Schmelzer: Homosexualität

homosexualität

Seit Jahrzehnten ist das Thema Homosexualität unter Christen ein äußerst umstrittenes Thema. Stets scheiden sich an dieser Stelle die Geister und stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber.

Das soeben erschienene Buch von Carsten “Storch” Schmelzer betrachtet eingehend das Alte und Neue Testament, die sich unversöhnlich gegenüber stehenden Gruppen von Christen heute, aber auch die sich in der Gegenwart entwickelnde christliche Ethik zu diesem Thema.

Was dabei heraus kommt ist eine solide Arbeit, in der alle beteiligten Seiten zu Wort kommen. Selbst Betroffene werden gehört, all zu oft wird ja noch immer nicht mit sondern über Homosexuelle geredet. Dieses Buch ist weit weg von der oberflächlichen Frage von Akzeptanz und Verurteilung Schwuler und Lesben. Es nimmt Christen in die Verantwortung und erkennt an, dass mit der Geburt Christi die Welt verändert ist.

Der Pastor mit dem seltsamen Spitznamen scheint keine Angst vor heißen Eisen zu haben!

Brendow, ISBN 978-3- 86506-741-8, Preis 14,95 Euro

Storch hat Bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Storch, Du lässt wohl kein heißes Eisen liegen? Schon bei Deinem Heilungsbuch wurde munter und auch kritisch debattiert. Jetzt greifst Du das Thema „Homosexualität“ auf. Bist Du lebensmüde, oder warum ist das Thema gerade jetzt wichtig?

Hallo Christian, nein, lebensmüde bin ich sicher nicht, nicht mal ein Konfliktesucher. Ich bin nur davon überzeugt, dass mich als Teil der Gesellschaft dieselben Themen interessieren wie die meisten anderen. Wir leben im größten Umbruch der Geschichte. Wahrheiten, die unsere Eltern noch geglaubt haben, werden heute in Zweifel gezogen. Das heißt, dass jedes Thema neu diskutiert werden muss, und dieser Trend geht ja nicht an den Christen vorbei. Wir reden aber generell zu wenig. Deshalb muss jemand die Themen aufgreifen, die uns im Grunde alle beschäftigen.

Was glaubst Du, warum stehen sich gerade beim Thema Homosexualität Christen verschiedener Gruppen so unversöhnbar gegenüber?

Weil das Thema viel tiefer geht, als es aussieht. Es ist oft ein Stellvertreterkonflikt, in Wirklichkeit geht es um hermeneutische Fragen, Ethik und ähnliche Themen, die uns zu Recht beschäftigen. Im Chemieunterricht an der Schule habe ich gelernt, was ein Lackmustest ist. Bei meinen Recherchen kam das Wort dauernd. Wie man sich zur Homosexualität verhält, soll der Lackmustest des Glaubens sein, der zeigt, ob jemand Gott treu ist oder sich vom Zeitgeist korrumpieren lässt. Dabei stimmt das gar nicht. Sexuelle Orientierung hat nichts mit Glauben zu tun. Wir sollten achtgeben, dass wir nicht Äpfel und Birnen verwechseln.

Du hast Dich ausführlich mit der Homosexualität im Alten und Neuen Testament beschäftigt. Was ist für Dich das Ergebnis Deiner Studien und was für eine Bedeutung haben sie für die Gegenwart?

Zunächst einmal habe ich viele unterschiedliche Sichtweisen kennengelernt, die in ihrer ganzen Vielfalt von ernsthaften Christen vertreten werden. Die Stellen sind also nicht so leicht zu verstehen, wie oft behauptet wird.
Dann ist es, wie bei allen Themen, nicht so, dass die Bibel pauschal etwas zu sagen hat. In einer säkularen Welt hat die Bibel nur den Gläubigen etwas zu sagen, ihre ganze Bedeutung entfaltet sie durch die Beziehung zu Jesus. Er ist das Zentrum, nicht die Bibel. Deshalb halte ich es für entscheidend, dass jeder Mensch die Gewissensfreiheit hat, aus seiner eigenen Beziehung zu Jesus Christus diesen aus seinem Wort sprechen zu hören. Die Behauptung, dass die Bibel das und das sagt, ist nicht bei jedem Thema hilfreich.

Nachdem ich nun Dein Buch gelesen habe, würde ich es so zusammenfassen: Jesus erlaubt den Quantensprung! Warum verändert sich mit Jesus wirklich alles und was kann dies heute für das Thema Homosexualität bedeuten?

Weil Jesus uns die Möglichkeit gibt, Menschen auf einer Ebene zu begegnen, die noch viel tiefer ist als ihre Orientierung und die ganzen anderen Faktoren, die wir schon tief finden. Er sieht uns, wie wir wirklich sind, und erlaubt uns, dass wir uns selbst und unsere Mitmenschen mit seinen Augen sehen. Seine Gnade verändert alles.

pastor carsten storch

Foto: Pastor Carsten “Storch” Schmelzer

Du lebst nicht auf einem fernen Stern. Du hörst die Stimmen von Christen, die dies völlig anders sehen. Was sagst Du denen?

Das kommt darauf an. Ich habe zwei Sorten von Christen erlebt, die zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Auf die einen lasse ich nichts kommen. Es sind Leute, die ehrlich zu der Überzeugung gekommen sind, dass Gott selbst gegen Homosexualität ist. Ich habe einige kennengelernt, die schwule Freunde haben, mit denen sie teilweise sogar im Hauskreis sitzen. Sie setzen sich gegen Diskriminierung ein und versuchen Schwule und Lesben zu verstehen, kommen aber immer zu dem Schluss, dass es vor Gott nicht in Ordnung ist. Solchen Menschen begegne ich mit Respekt und ziehe meinen Hut vor ihrem Mut, eine sehr unpopuläre Meinung zu vertreten. Das sollten wir als Teil der Gewissensfreiheit hoch schätzen.
Auf der anderen Seite gibt es viele, die Homosexualität einfach eklig finden und nicht bereit sind, sich mit ihren Vorurteilen auseinanderzusetzen. Sie übernehmen Vorurteile, die immer schon falsch waren, und sind schlicht zu faul und zu feige, um sich um der Menschen willen mit ihnen auseinanderzusetzen. So was geht in unserer Zeit nicht mehr, und es ist nicht in Ordnung. Da schlage ich meist die Hände über dem Kopf zusammen und spreche ein stilles Gebet. Respekt kann man von jedem verlangen.

Die Weisheit hast Du ganz sicher auch nicht mit Löffeln gefressen, aber ich sehe Dein Buch als Impuls, eine möglichst sachliche Debatte zu beginnen. Was bekommst Du als erste Reaktionen auf Dein Buch zu hören?

Wenn Du damit meinst, dass mein Beitrag nicht das Letzte ist, was zu diesem Thema geschrieben und gesagt wurde, dann hast Du sicher recht. Aber dennoch überwiegen die positiven Rückmeldungen. Ich habe gehört, dass man dem Buch einen engagierten Umgang mit Menschen und der Bibel abspürt. Mehr kann ich kaum verlangen, schließlich geht es mir um den Dialog miteinander.

Vielen Dank für das Interview!

Der Brendow Verlag stellt uns drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 28. Mai 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Übrigens, “Storch” schaut hier hin und wieder vorbei und wird dann auch Deine Frage beantworten!

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Sam & John Eldredge: Kämpferherz

kämpferherz

Dieser Sam Eldredge hat wirklich Glück so einen Vater zu haben. Wo gibt es das heute noch, dass der dem Teenageralter entwachsene Sohn so gute Gespräche mit seinem Vater führen kann? Vater und Sohn haben ihre Gespräche nun in Buchform vorgelegt. Und was dabei herausgekommen ist, sind nicht etwa Familiengeheimnisse oder Banalitäten der Eldredges, sondern Weisheiten eines Vaters der sich um ein Leben in Christus bemüht und Fragen seines nach seiner Lebensaufgabe suchenden Sohnes.

In zehn Kapiteln, wurden Themenkreise locker zusammengefasst. Anfangs geht es noch um solche Fragen wie Freiheit oder den Wunsch eines jungen Mannes, einmal ein echter Rebell oder Revoluzzer zu sein, aber immer mehr gewinnt dieses Buch dann an Tiefe und geht auch solchen Fragen nach: Was wenn ein junger Mann mal Angst hat? Was wenn ihn Versuchungs- oder auch Versagensängste angreifen?

Vater John gibt sich nicht als der allwissende Vater. Vielmehr erzählt er seinem Sohn vom eigenen Suchen und inzwischen Finden und verschweigt dabei nicht, selbst noch immer auf dem Weg zu sein. Er erinnert an biblische Geschichten, bringt Zitate und räumt eigene Fehler und Fehler seiner ganzen Generation ein. So wird der Dialog keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen.

Dieses Buch ist keinesfalls nur für junge Männer geeignet. Auch Väter sollten sich unbedingt dieser Lektüre stellen. Gerade weil es heute längst nicht mehr so viele heile Familien gibt, sich oftmals Söhne und Väter nur noch selten begegnen, ist dieses Dialogbuch in meinen Augen so wertvoll und hat sogar das Potenzial hilfreicher Ersatz zu sein, denn es führt direkt in die Arme des einen Vaters, der unser aller Vater ist!

Eines der besten Bücher in 2015 aus dem Brunnen Verlag!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0922-3, Preis 16,99 Euro

Der Verlag stellt uns ein Verlosungsbuch zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 27. Mai 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Gregor Taxacher: Bruchlinien

bruchlinien

Dieser 600-Seiten-Wälzer ist nichts zum einfach nur so runterlesen. Erst einmal eingelesen, wurde das Buch für mich immer spannender und herausfordernder.

Akribisch und systematisch begibt sich Gregor Taxacher auf die Suche nach den “Bruchlinien” in unserer Menschheitsgeschichte. Ich muss gestehen, als der Autor in fern liegenden Zeiten Bruchlinien sucht und findet, packte mich sein Buch noch nicht so sehr.

Aber es kamen die Buchseiten, auf denen er von der Beschleunigung der Menschheitsgeschichte spricht und unsere Gegenwart meint. Und plötzlich wird all das, was der Autor zuvor beschrieben hat, rückwirkend wichtig. Was ist Geschichte denn nun: Ein einfacher langer Zeitstrahl ? Oder dann doch ein Rad, welches sich mehr oder weniger immer wiederholt? Spannend auch des Autors (Be-)Wertung gefundener Bruchlinien. Sind sie unvermeidbare Sackgassen oder Chancen?

Wie Gregor Taxacher apokalyptische Realität und messianische Möglichkeiten, sozusagen als Gegenpole beschreibt und mich als Christ in die Pflicht nimmt, eben weil es keine Neutralität gibt, ist beeindruckend, aber eben auch bewusst gemachte Verantwortung.

Wer bedrohliche Endzeitstimmung in dieser hoffnungsvollen Lektüre sucht, wird enttäuscht sein. Schon in seinem Buch “Apokalypse ist jetzt” belehrt uns der Autor eines Besseren. Er entlässt uns nicht aus der Verantwortung, ganz im Gegenteil! Taxacher verlässt schließlich sogar die zurückhaltende Sprache des Wissenschaftlers und greift mit seinen Worten in unseren Lebensalltag ein.

“Bruchlinien” werden bei Taxacher zu hoffnungsvollen Chancen, jedoch, er sagt es deutlich, die Umsetzung liegt allein an uns!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-08195-3, Preis 49,99 Euro

Der Verlag hält ein Verlosungsexemplar für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 26. Mai 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Ari Shavit: Mein gelobtes Land

mein gelobtes land

Den oftmals beängstigend blauäugig, beinah blind-fanatisch auftretenden Israelfreunden hier im Land möchte ich dieses Buch in erster Linie empfehlen.

Der Autor darf wohl als einer der bekanntesten Journalisten in Israel bezeichnet werden. Wenn ich noch hinzufüge, dass er ein Linker ist, soll dies keineswegs abwertend gemeint sein, sondern lediglich der politischen Einordnung dienen.

Meilenweit entfernt von etwaigen Parolenschreiern lässt Ari Shavit mich an seiner Entwicklung teilhaben. Er beschreibt Entstehung und Entwicklung seines Heimatlandes Israel.

“Die Tatsache, dass mein Volk zu einem Volk geworden ist, das ein anderes besetzt hält, kann ich weder negieren, noch kann ich ihr entgehen.” (Seite 13). Shavit beeindruckt mich mit solchen wohldurchdachten Sätzen und voran gehen denen seine Beobachtungen und Erlebnisse. Beim Lesen habe ich den Eindruck, dem Autor fallen all diese Sätze nicht leicht, aber nach reiflicher Überlegung bleibt ihm doch keine andere Wahl als gerade diese seine Einschätzung.

Das Kunststück der Darstellung von Einzelschicksalen mit Blick auf eine politische Entwicklung von mehr als acht Jahrzehnten gelingt Shavit. Es hat schon etwas ungeheuer Tragisches an sich, wenn er die Anfänge Israels beschreibt und dabei an die grausame Vernichtungsmaschinerie der braunen Machthaber in Deutschland denkt. Seitenlang fühle ich eine Umkehrung der Situation heute in Israel. Araber werden getötet, ihr Land müssen sie verlassen, Wasserrationen werden immer geringer, oftmals gelten keinerlei Reisefreiheiten …

Den anklagenden Ton suche ich bei Ari Shavit vergeblich. Diese primitive Stufe von Auseinandersetzung braucht er nicht. Ihm kommt es auf Verstehen an. Deutlich wird das Lebensgefühl in der Gegenwart und dies wird von Angst, Besetzung und Bedrohung bestimmt.

Vielen wird diese sehr persönliche Bestandsaufnahme, die sich streckenweise wie der spannende Entwicklungsbericht des Ari Shavit liest, nicht gefallen – mich hat der Journalist damit zutiefst beeindruckt!

C.Bertelsmann, ISBN 978-3-5701-0226-8, Preis 24,99 Euro

Der Verlag hält ein Verlosungsexemplar bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 25. Mai 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Björn hat das Verlosungsexemplar gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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