Farr / Cramer / Garth: eins : eins – glauben.finder

Bei gleich drei Autoren für nur 124 Buchseiten war ich ganz schön neugierig auf dieses Büchlein. Vielleicht hat ja der Berliner Pfarrer Alexander Garth Schuld daran, dass es nun  diesen glauben.finder gibt. Mit seinem Buch „Warum ich kein Atheist bin“ hat er  Viele erreicht. Dirk Farr und Katja Cramer haben sich Gedanken darüber gemacht,  wie man die Menschen heute erreicht, die nie von allein in einen Gottesdienst gehen  würden oder die nie ein Buch über den Glauben lesen würden.
Deshalb haben  sie sechs Empfehlungen erarbeitet wie Begegnungen im Alltag mit Menschen  aussehen könnten, bei denen man über den Glauben und Gott ins Gespräch kommen  kann. Da geht es um die große Frage: „Gibt es Gott?“ da treffen sich Glaube und  Naturwissenschaften und da geht es auch um so freche Fragen wie, was bringt mir  eigentlich die Kirche?
Diese Broschüre ist der Versuch Christen auf die  Spur zu setzen um mit Nichtchristen ins Gespräch zu kommen. Meines Erachtens  kann sie eine gute Hilfe sein, orientiert sich am Zeitgeist auf der Straße und  ist zugleich ein spannendes Wagnis. Mir kommt da das biblische Bild von den  Menschenfischern in den Sinn bei dem beide Seiten herausgefordert  sind.
Spätestens in einem Jahr möchte ich gern von den  glauben.finder.autoren erfahren wie dieses Wagnis funktioniert hat!
cap-books, ISBN 978-3-867-73143-0, Preis 8, 95 Euro
Der Theologe Dirk Farr und die Lehrerin Katja Cramer beantworteten buecheraendernleben nun folgende Fragen:
 Vielleicht sagt Ihr unseren Lesern kurz wer Ihr seid, was Ihr beruflich macht und wie es zu Euerm Buch kam.
Dirk Farr: Ich lebe seit einigen Jahren mit meiner Familie im Berliner Stadtteil Treptow. Hier haben wir zusammen mit einem super Team eine Gemeinde gegründet, die neue Wege sucht (und irgendwie auch findet), um Menschen die Chance zu geben, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen und zu leben. Diese Gemeinde zu leiten ist mein Job.
Und hier ist (aus unseren Erfahrungen heraus) die Idee für unser Buch entstanden: Wir hatten ein sehr gutes Konzept für einen (relativ) klassischen Glaubensgrundkurs (man trifft sich regelmäßig mit einer Gruppe Interessierter und vermittelt die Themeninhalte gepaart mit Gesprächsrunden,…). Inhaltlich war er maßgeschneidert auf die Fragen vieler Konfessionsloser um uns herum. Der Haken war nur, dass es nicht besonders gut gelungen ist, diese Menschen zu unseren Kursabenden einzuladen. Egal ob abends unter der Woche oder als „Blockseminar“ am Wochenende – es hat nicht so richtig gefunkt. Gleichzeitig habe ich jedoch bemerkt, dass es unglaublich hilfreich war, mich mit 1 oder 2 Freunden hinzusetzten und den Kurs in einem 1:1 durchzuführen. Das passte besser zu uns und unserer Generation. So entstand die Idee: Wir müssten das Material so aufarbeiten, dass es jeder in unserer Gemeinde leicht benutzen kann, um seinem Freund den christlichen Glauben nahe zu bringen. Das war die Idee – das ist das Konzept.
 Ihr habt das was Ihr zu Papier gebracht habt natürlich zuvor im Alltag ausprobiert. Für wen speziell sind Eure Anregungen und Impulse und wie sind Eure eigenen Erfahrungen?
Katja Cramer: Wir haben das Buch geschrieben, weil es immer wieder Menschen gibt,die mehr über den Glauben erfahren möchten, sich allerdings nicht für dieTeilnahme an einem Glaubensgrundkurs begeistern können. Darum ist derGlaubenfinder speziell für Menschen, die auf der Suche nach Gott sind und sichbesser in einem kleineren vertrauten Rahmen austauschen können. Außerdem richtetsich der Glaubenfinder an Menschen, die keine christliche Vorbildung haben,also ohne christliches Elternhaus, ohne Kommunion oder Konfirmation o. Ä. aufgewachsensind.
Dirk Farr: Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wir kennen Leute, die das Buch an Arbeitskollegen verschenkt haben und sich dann immer wieder nach Feierabend in einem Kaffee zusammen setzten, um über ein Kapitel zu reden. Und gerade aus so manchem kontroversen Gespräch, dass sich ergibt gehen (nach unseren Erfahrungen) beide ermutigt heraus. Für dieses „Setting“ haben wir das Buch konzipiert. Ich treffe mich alle 2 Wochen mit einigen Männern in einer Kneipe zu „Bibel und Bier“. In der Runde haben wir den Prototyp zum Buch durchgearbeitet. Das war der Knaller: Es haben sich so faszinierende Gespräche ergeben nach dem Motto ‚ach so denkst du darüber? Das ist ja auch eine gute Idee‘. Darüber hinaus bekomme ich mit, dass der Glauben.Finder Christen hilft, sich über die eigenen Grundlagen ihres Glaubens klar zu werden. Wovon bin ich wirklich überzeugt und welche Auswirkungen hat das in meinem Leben? Und wir haben wirklich versucht die die Grundlagen-Grundlagen zu behandeln.
Ich glaube, die besten Erfahrungen machen 3er-Konstellationen: Hier ist die Mischung Flexibilität (‚heute passt es mir nicht so‘) und vertraulicher Runde gegeben. Und zu dritt kommt ein Gespräch manchmal besser in Gang als zu zweit – wobei: Wenn ich mir 2 Freundinnen im Café vorstelle?!  Da gibt’s auch genug „Gesprächsfluss“.
Also: für Männer zu dritt, für Frauen zu zweit (kleiner Scherz).
Dirk Farr
Bringt ein lockeres Gespräch über Gott und die Welt mit dem Kumpel am Stammtisch schon ein neues Gemeindeglied oder was genau ist Ziel der Gespräche?
Dirk Farr: Haha, gute Frage. Wie kriegen wir neue Gemeindeglieder? Klar – neue Gemeindelieder sind super. Aber das Thema ist größer: Es geht nicht zuerst darum, neue Gemeindeglieder zu rekrutieren. Wir möchten Lust machen und Wege aufzeigen, wie jemand einen eigene Beziehung zur größten Liebesquelle des Universums aufbauen kann. Das ist der Dreh- und Angelpunkt! Dafür ist es hilfreich erstmal ein paar Infos über den christlichen Glauben zu bekommen (z.B. „Kann es Gott überhaupt geben?“ oder „Warum bekomme ich von Gott denn nichts mit, wenn er so super sein soll?“) – Wissensvermittlung als Basis. Und ich bin auch überzeugt davon, dass ich meinen Glauben nicht ohne Gemeinde leben kann (deshalb auch das letzte Kapitel „Wozu Kirche?“).
Aber Du sprichst auch die größte Schwäche an dem 1:1 Konzept an: Die „Gruppenerfahrung“, die man bei klassischen Glaubensgrundkurs-Konzepten macht, ist hier nicht so ausgeprägt. Doch diese Erfahrung würde unsere Zielgruppe ja eh nicht machen (weil sie sich nicht zu einem „Gruppen-Glaubensgrundkurs“ anmelden).
Das Kernanliegen von unserem Buch ist aber: Wir möchten Christen ein Tool an die Hand geben, mit dem sie den Menschen in ihrem Umfeld ihren Glauben nachvollziehbar und schmackhaft machen können. Nicht mehr und nicht weniger.
Katja Cramer
Katja Cramer: Nein, ein neues Gemeindemitglied bringt solch ein Gespräch in derRegel nicht. Jedoch kann bei den Glaubenfinder-Treffen in einem vertrautenRahmen die Hemmschwelle abgebaut werden, über Gott zu sprechen. Der Freund oderdie Freundin kann seine Fragen offen stellen und erhält in demfreundschaftlichen Verhältnis ehrlich Antworten. Zudem kann sich durch dieseGespräche eine intensive Beschäftigung über den Glauben und – das hoffen wir ammeisten – ein Erleben Gottes entwickeln, was dazu führen kann, dass sich jemandfür ein Leben mit Jesus entscheidet.
Glaubensgespräche zu führen ist nicht immer einfach. Von den Erfahrungen anderer zu profitieren kann Ermutigung und Kraftquell zugleich sein, ist da eventuell schon ein weiteres Buch in Planung? Sollten sich Mutige die Eure Anregungen nutzen bei Euch melden um von ihren Erfahrungen zu berichten?
Dirk Farr: NEIN: Es ist noch kein weiteres Buch in dieser Reihe geplant. (Zumindest nicht das ich wüsste) JA: Natürlich ermutigt es uns riesig, wenn wir hören, welche Erfahrungen andere machen. Wir nehmen auch gerne Kritik auf, um das Konzept weiter zu entwickeln und zu verbessern. Immer her damit unter: treptow@junge-kirche-berlin.de
Katja Cramer: Über Anregungen von unseren Lesern freuen wir uns besonders, da –auch wenn wir den Glaubenfinder bereits ausprobiert haben – wir natürlichermutigt werden, wenn jemand durch den Glaubenfinder den Glauben wirklich „gefunden“hat.
Aktuell ist kein weiteres Buch in Planung, doch wer weiß, was Gottmit dem Projekt „Glaubenfinder“ noch alles vor hat. Ein wenig geträumt haben wir schon…
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