Spincke, Kanwischer (Hrsg.): Große Gemeinden

Elf Pastoren beschreiben in diesem Buch ihre Erfahrungen die sie mit ihren Gemeinden gemacht haben. Endlich einmal den manchmal starren Blick von Amerika abgewandt, schauen sie auf deutsche schon bestehende Gemeinden und erwähnen Gegebenheiten und Erwartungen.
Jeder Autor berichtet unter einem bestimmten Schwerpunkt: Da geht es um die Mitarbeiterbegleitung in großen Gemeinden, um die Rolle des Pastors und sehr interessant auch um die Macht – und Leitungsfragen.
Wolfgang Kraska stellt fest: „Unser Land braucht große Gemeinden“ und er zeichnet ein äußerst mutmachendes Bild von der Christenheit in Deutschland. Allgemeinhin scheint dies ja vom Zerfall geprägt zu sein. Kraska sieht dies anders. Er richtet seinen Blick auf viele neu entstandene Gemeinden.
Dieses Buch liest sich spannend wie ein Krimi und zeigt sehr viel von den bereits neu entstandenen Gemeinden die trotz des allgemeinen Schwunds dennoch wachsen.

SCM R. Brockhaus, ISBn 978-3-417-26500-2, Preis 12,95 Euro

Die beiden Herausgeber des Buches Reinhard Spincke und Bernd Kanwischer stellten sich nun den Fragen von buecheraendernleben:

Lieber Reinhard Spincke, Lieber Bernd Kanwischer, Sie sind sowohl Herausgeber als auch Mitautoren des soeben erschienen Buches „Große Gemeinden – Das Geheimnis ihres Wachstums“. Worin besteht dieses Geheimnis?

Bisher gibt es wenig deutsche Literatur, die sich mit dem Bau größerer Gemeinden beschäftigt. Wir selber waren Pastoren größerer Gemeinden und haben gemeinsam mit erfahrenen Kollegen, die wichtigsten Impulse und Erfahrungen zusammengestellt, die wir für die Entwicklung zu einer größeren Gemeinde ausgemacht haben. Wir sind davon überzeugt, dass wir zu wenig große Gemeinden haben und es wirklich möglich ist, solche Gemeinden zu bauen.

Warum braucht Deutschland Freie evangelische Gemeinden?

Wir fühlen uns eng verbunden mit vielen weiteren Gemeindeformen. Ich sehe uns als wichtige Ergänzung. Wir sind vielleicht ein bisschen beweglicher und schneller in der Lage, neue Wege auszuprobieren. So können wir als kleinere Freikirche deutschlandweit wichtige Impulse geben.

Manche schauen ehrfurchtsvoll über den großen Teich zu den Megakirchen Amerikas. Warum ist unsere Situation hier in Deutschland nicht vergleichbar mit Amerika und wo ganz konkret stecken unsere Vorteile und vielleicht auch typisch europäisch- deutsche Begabungen?

Die Durchschnittsgröße von Gemeinden in den USA unterscheidet sich ja nicht so sehr von den deutschen Größen. Trotzdem gibt es – schon allein statistisch gesehen – in den USA mehr und auch größere Gemeinden. Jede Gemeindeform hat Vorzüge, aber auch nachteilige Effekte. Wir sind möglicherweise treuer und konstanter in dem, was wir tun.

Bernd Kanwischer

Gott zur Ehre gibt es inzwischen in Deutschland eine ganze Reihe großer Freier evangelischer Gemeinden. Im vorliegenden Buch geben Ihre Kollegen einen lebendigen Einblick in ihre Gemeinden. Woher kommen die neuen Gemeindeglieder? Werden Sie aus anderen Gemeinden abgeworben oder erreichen Sie ganz neue Bevölkerungsschichten?

Niemand von den Buchautoren, die ja auch aus anderen kirchlichen Kontexten stammen, baut Gemeinde, um andere abzuwerben. Wir hätte ja thematisch ein entsprechendes Kapitel ausweisen müssen. Nicht zufällig steht am Anfang das Kapitel: „Mission und Evangelisation“. Eine größere Gemeinde hat mehr Möglichkeiten, Menschen neu für Jesus zu begeistern. Diesen Auftrag teilen alle Kirchen in unserem Land.

Sicher gibt es das Phänomen Transfer, dieses ist aber unabhängig von der Größe der Gemeinde zu beobachten. Gerade auch, wenn eine Gemeinde größer wird, verlassen ja auch eine ganze Reihe die Gemeinde, weil sie sich in einer kleineren wohler fühlen.

Dort wo lebendige Gemeinde neu entsteht, da ist sie umgeben von bereits bestehenden Gemeinden und kann sich auch unserer Gesellschaft nicht entziehen, wie wollen Sie von außen wahrgenommen werden?

Unser Punkt  ist ja der, dass größere Gemeinden auch mehr Möglichkeiten haben, ihrer Stadt zu dienen. Es werden nicht nur Basisfunktionen einer Gemeinde ausgeübt, sondern es gibt Freiräume für kreativen Ideen. Das gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit von mehreren Gemeinden. Somit sind wir – und das gilt auch für die Nicht-FeG Autoren unseres Buches, immer auch allianzgesinnt und setzen uns für ein gemeinsames Zeugnis ein.

Ihr Buch ist eine Anleitung zum Bau von Gemeinde, es steckt voller Impulse und Informationen. Ich selbst gehöre zu einer traditionellen Gemeinde der Landeskirche, überall höre ich den Hilferuf nach ehrenamtlichem Engagement, scheinbar ist das bei Ihnen viel mehr vorhanden, wie kommt das?

Reinhard Spincke

Sicher kann man das so pauschal nicht sagen. Ich kenne auch landeskirchliche Gemeinden mit einem vorbildhaften ehrenamtlichen Engagement. Aber sicher ist das Ehrenamt in unseren FeG Gemeinden klarer in den theologischen Überzeugungen verfasst. Vollzeitliche Tätige (also PastorInnen) und ehrenamtliche Mitarbeiter verstehen sich als hierarchiefreie Glaubens- Lebens – und Dienstgemeinschaft.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch?

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