BOAS Verlag – ein Porträt

 

Inzwischen sind es fünf Buchtitel die den noch sehr jungen BOAS Verlag verlassen haben. Buecheraendernleben hatte nun Gelegenheit dem Verlagschef Friedhelm von der Mark Fragen zu stellen.

Lieber Friedhelm von der Mark, seit November 2009 gibt es ihren BOAS-Verlag . Was war Anlass der Verlagsgründung und wieso ausgerechnet BOAS?

Motivation für die Verlagsgründung war der Wunsch, erzählende, unterhaltende Literatur herauszubringen, die eine klare christliche und biblisch fundierte Botschaft enthält, die Nichtchristen auf spannende Weise das Evangelium nahe bringt und Christen auf kurzweilige Art im Glaubensleben fördert. Denn auf dem christlichen Buchmarkt empfanden wir in diesem Bereich eine Lücke, konnten nur wenige Titel finden, die diesem Anspruch wirklich genügten.

Für einen Verlag benötigt man natürlich einen Namen, es sollte ausdrücklich nicht der Name eines Beteiligten sein, da nicht ein Mensch sondern die Botschaft im Vordergrund stehen soll, und wir begaben uns auf die Suche nach einem prägnanten und positiv belegten Namen, mit dem man die Werte des neuen Verlags verbinden könnte. Bald kam uns die biblische Person des BOAS in den Sinn, der eine wichtige Figur in einer spannenden Geschichte ist, die von göttlicher Gnade spricht. Sein Name bedeutet „In Ihm (in Gott) ist Kraft“ und er ist ein Vorfahre von Jesus Christus. Der Name ist also mit vielen Dingen verbunden, die für Bücher des BOAS-Verlags Programm sein sollen.

Fünf Titel haben inzwischen die Druckerei verlassen. Ich vermute einmal, dass sie damit keine Millionenumsätze gemacht haben, warum sind diese Bücher dennoch für den Leser wichtig?

Aktuell sind fünf Titel von fünf verschiedenen Autoren lieferbar: Zwei Romane, ein Kinderbuch, eine Kurzgeschichtensammlung und eine Biografie. Ein weiterer Roman von einem sechsten Autor ist in Vorbereitung und soll im Herbst 2012 erscheinen. – „Millionenumsätze“ kann man in dem kleinen christlichen Buchmarkt im deutschsprachigen Raum damit ganz sicher nicht erzielen, von „Millionengewinnen“ ganz zu schweigen. Aber die Nachfrage entwickelt sich positiv und zeigt uns ebenso wie etliche Leser- und Händlerrückmeldungen, dass es noch mehr Christen gibt, die die oben beschriebene Lücke empfinden. Die Klarheit, mit der unsere Autoren Stellung zu ihrem Glauben beziehen, ist für viele Leser offensichtlich besonders wichtig.

Sie als kleiner Verlag haben „Lücken“ bei den Großen ausgemacht. Könnten Sie uns diese noch ein wenig konkreter beschreiben?

Friedhelm von der Mark

Jeder Verlag hat sein eigenes Profil und selbst festgelegte Zielmärkte. Ob es da bei einem Verlag „Lücken“ gibt, kann und will ich nicht beurteilen. Nein, es handelt sich um eine kleine Marktlücke, um ein Marktsegment, bei dem die Auswahl für die Kunden relativ gering ist. Konkret gibt es auf der einen Seite christliche Verlage, die eine beachtliche Auswahl belletristischer Titel anbieten. Die meisten dieser Verlage sind so aufgestellt, dass sie einen breiten Zielmarkt bedienen möchten, der bis in den säkularen Bereich hineinreicht. Die enthaltene christliche Aussage muss diese große Zielgruppe berücksichtigen. Auf der anderen Seite gibt es Verlage, die auf Bücher mit einem hohen geistlichen Anspruch spezialisiert sind (evangelistische Titel, Erbauungsliteratur usw. bis hin zu Bibelkommentaren). Diese Verlage bieten dagegen meist keine oder nur eine sehr geringe Auswahl belletristischer Werke an. Und dazwischen sehen wir eine      Marktlücke: Kunden, die belletristische Titel, z.B. Romane, lesen möchten, die nicht „nur“ unterhaltsam sind und grundlegende christliche Werte vermitteln, sondern gleichzeitig auch eine tiefgehende biblisch fundierte Botschaft enthalten und geistliche Bedürfnisse erfüllen.

Ich vermute einmal, dass sie ihren Verlag nicht hauptberuflich leiten. Womit verdienen sie sich ihre täglichen Brötchen und woher kommt ihre Liebe zu Büchern?

Sie vermuten richtig. Da man mit den wenigen Titeln keine großen Gewinne erzielen kann und ich auch nicht „von Haus aus“ wohlhabend bin, muss ich „nebenher“ noch arbeiten. Nein, im ernst: Ich bin Maschinenbau-Ingenieur und arbeite in einem Full-time-Job als Projektleiter, wobei „Full-time“  gewöhnlich nicht bei 40 Wochenstunden aufhört. Ich frage mich manchmal  selbst, wo ich eigentlich noch die Zeit und Kraft für die Verlagsarbeit finde. In die Wiege wurde mir die Liebe zu Büchern sicher nicht gelegt. Denn in der Grundschule hielt man mich für einen Legastheniker und als Kind war Lesen für mich noch ein echter Graus, sodass ich zum Lesen der ersten Bücher „geprügelt“ (bitte nicht wörtlich zu  verstehen) werden musste. In der Jugendzeit wurde das Lesen dann aber zu meinem wichtigsten Hobby, doch bin ich bis heute noch ein echter „Langsamleser“. Erst vor etwa sechs oder sieben Jahren begann ich dann, mich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen und „endete“ schließlich vor 2  1/2 Jahren als nebenberuflicher Lektor und Verleger.

Wie finden Sie zu Ihren Autoren und wer entscheidet welches Manuskript letztendlich dann auch gedruckt wird, sind dies dann die einsamen Entscheidungen des Verlagsinhabers um  Mitternacht?

In den meisten Fällen beginnt es damit, dass ein uns bisher unbekannter Autor sein Manuskript oder ein Exposé einsendet. Diese Manuskripte werden zunächst einmal grob gesichtet und dann gegebenenfalls für eine detailliertere Prüfung ausgewählt. Diese Prüfung wird je nach Art des Manuskripts von verschiedenen Helfern durchgeführt, angefangen von freiwilligen Testlesern bis hin zu professionellen externen Lektoren. Wenn diese zweite Prüfung positiv verlaufen ist, kommt ein Manuskript in die abschließende Prüfung, die ich meist selbst vornehme. Und dann gibt es tatsächlich die finale „einsame Entscheidung des      Verlagsinhabers um Mitternacht“ … aber nein, sie ist doch nicht einsam, denn sie wird unter Gebet mit Gottes Hilfe getroffen.

Im letzten Jahr habe ich Sie sogar in Frankfurt auf der weltgrößten Buchmesse entdeckt. Wie ist das so zwischen den großen Verlagen zu stehen? Wird man da überhaupt wahrgenommen und welche Kommentare bekommt man da zu hören?

Auf der Buchmesse in Frankfurt haben wir uns nicht allein präsentiert, sondern gemeinsam mit unserer Verlagsauslieferung PlusMedien und deren anderen Verlagspartnern. So konnte bei sehr geringen Kosten dennoch eine zufriedenstellende Aufmerksamkeit erreicht werden. Die Wirkung solcher Messeauftritte      lässt sich nur schwer in Euro und Cent ausrechnen, aber gerade in der aktuellen Aufbauphase sind wir auf jede mit geringen Mitteln finanzierbare Maßnahme zur Steigerung der Bekanntheit angewiesen. Die meisten Rückmeldungen bezogen sich auf unsere Produkte oder die Ausrichtung unseres Verlags. Es gab keine Kommentare, die in positiver oder negativer Weise besonders hervorhebenswert wären.

Wie stellen Sie sich die nächsten Jahre mit Ihrem Verlag vor?

Die nächsten Jahre werden voraussichtlich davon geprägt sein, eine gewisse Routine in die Abläufe zu bringen, ein solides Programm aufzubauen, das dem angestrebten Verlagsprofil entspricht, und damit die Bekanntheit und Akzeptanz auf dem christlichen Buchmarkt zu steigern. Wir beten um Gottes Hilfe und sind auf Seine Führung gespannt.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “BOAS Verlag – ein Porträt

  1. Delia-Sofie von Gemmingen

    Hut ab vor Eurem Mut
    und auch vor Eurer Ehrlichkeit,
    ich wünsch, dass Ihr gesegnet seid!

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