Lynn Austin im Interview

Beim 1. Autorenfestival des Verlages der Franckebuchhandlung in Marburg am 12. Mai war ganz sicher die amerikanische Schriftstellerin Lynn Austin ein wichtiger Besuchermagnet. Im Hessischen Landestheater saß sie unter anderem, um die Fragen von Cheflektorin Kathrin Schultheis zu beantworten, einige Fragen kamen dann auch aus dem Publikum. Weil viele nicht dabei sein konnten, veröffentlichen wir hier ein verkürzt wiedergegebenes Interview mit Lynn Austin.

Lynn Austin

Liebe Lynn Austin wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon immer sehr gern gelesen. Aber ich habe mir immer gewünscht Bücher mit Gottes Botschaft zu lesen. Dann zogen wir nach Kanada und die Winter waren sehr lang und ich fand nicht so recht etwas zu Lesen und da dachte ich mir: Ich schreibe selber. Ich fand es sehr gut den kleinen Gott zu spielen, denn ab sofort entschied ich, wer heiratet und wer ermordet wird.

Wie ging das Veröffentlichen Ihrer Bücher los?

Das war sehr sehr schwierig, ich musste lange kämpfen. Zehn Jahre hat es gedauert bis mein erstes Buch erscheinen konnte.

In welchen Sprachen können die Leser ihre Bücher lesen?

Also hoffentlich krieg ich das alles zusammen. In Indonesien kann man meine Bücher lesen, sogar auf chinesisch wird jetzt etwas vorbereitet, es gibt meine Bücher aber auch auf schwedisch, norwegisch, dänisch, afrikaans und rumänisch.

Warum sind Sie so beliebt im Ausland?

Ich war selbst sehr überrascht. Eines Tages bekam ich sogar einen Brief von einem 12-jährigen Mädchen von den Philippinen. Sie schrieb mir, sie hat ein Buch von mir gelesen und die Geschichte im Buch hat ihr so sehr im eigenen Leben geholfen. Das fand ich sehr berührend.

Sie schreiben jedes Jahr einen Roman, woher kommen die Ideen?

Ich suche meine Ideen immer in der Geschichte. Sehr gern lese ich Tagebücher oder andere persönliche Zeugnisse und daraus wachsen dann immer wieder neue Ideen. Ich rede auch gern mit Menschen und lass mir viel von ihnen erzählen, also seien sie sehr vorsichtig, was Sie mir heute alles so erzählen.

Sagen Sie uns bitte, was ist wichtig für einen guten Roman?

Da kann ich nur von mir reden, andere Autoren machen es ganz anders. Also ich nehme Charaktere gern aus ihrer gewohnten Umgebung heraus und stelle sie in eine völlig neue Situation. Da muss dann etwas passieren. Der Leser will in die Romanhandlung mit hineingenommen werden. Was ich nicht mag, dass sind perfekte Personen, denn die sind nicht real.

von links: Cheflektorin Kathrin Schultheis, Lynn Austin, Übersetzerin Sabine Weißenborn

Ihr Mann hat uns erzählt, manchmal kommen Sie weinend aus ihrem Büro gelaufen. Was ist dann passiert?

Oh ja, ich will beim Lesen weinen und lachen. Und wenn dann eine meiner Romanfiguren eine andere Person umgebracht hat und ich das anfangs vielleicht gar nicht so geplant hatte, dann weine ich mal eben.

Sie schreiben oft in einem Roman das Leben von zwei oder drei Hauptfiguren, manchmal auch noch in verschiedenen Zeiten, was machen Sie, um da den Überblick zu behalten?

Die kommen alle in meinem Büro an eine Pinnwand. Aus einer Zeitung schneide ich mir eine Figur aus, von der ich meine, so könnte meine Romanfigur aussehen, die kommt dann an die Pinnwand und darunter schreibe ich all ihre Eigenschaften.

Sie erzählen vom christlichen Standpunkt aus und das wirkt nicht aufgesetzt, wie kommt das?

Nun, es ist wie im Leben. Ein Mensch ist nicht plötzlich ein toller Christ. Alles geht immer nur stückweise, Geschichte für Geschichte, so finden sich dann auch die Leser oft in meinen Geschichten wieder.

In ihren Büchern ist das Thema Vergebung oft ein zentrales Thema, warum?

Ja, aber das ist nicht geplant, aber es kommt immer wieder vor, sie haben recht. Vergebung ist immer auch in meinem Leben ein Thema. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon so viele zerbrochene Beziehungen miterlebt habe.

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Eine Antwort zu “Lynn Austin im Interview

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