Michael Welker: Gottes Offenbarung

„Gottes Offenbarung“ ist eigentlich ein Buch, dass vorrangig für Theologen geschrieben wurde. Wen aber dieses Thema wirklich interessiert, der wird auch als Laie diesem Buch gut folgen können. Erstaunlich klar und unverschnörkelt schreibt Michael Welker über einen Gott den wir wohl heute immer mehr eingrenzen, als uns von ihm berühren zu lassen.

Normalerweise halte ich mich gern im Hintergrund bei Büchern in denen Hochschullehrer über den lieben Gott reden. In diesem Falle war das Lesen ein Freude und aus theologischer Sicht hat mir der Autor weitere Türen geöffnet.

Neukirchener Verlag, ISBN 978-3-788-72495-5, Preis 24, 99 Euro

Prof. Dr. Dr. Michael Welker hat buecheraendernleben folgende Fragen beantwortet:

Lieber Herr Prof. Welker “Gott hat sich in Jesus Christus geoffenbart!” lese ich in ihrem Buch und sie schreiben von Gottes Sohn und auch davon, dass er noch heute aktuell ist. Was hat uns dieser Jesus heute im Jahr 2012 noch zu sagen?

Wir müssen Jesus Christus nicht mit Werbung anpreisen. Ein Drittel der Menschheit rechnet sich dem christlichen Glauben zu – manche lau, manche leidenschaftlich. Die wirtschaftlich, politisch und wissenschaftlich mächtigsten Gesellschaften sind vom Christentum geprägt. Ich möchte – auch in meinem Buch – verstehen, welchem Gott diese Menschen anhängen. Was sagen sie, wenn sie behaupten: In Jesus Christus hat Gott sich geoffenbart. In ihm gibt er sich zu erkennen.

Historisch gesichertes Faktenwissen über Jesus ist so gut wie nicht vorhanden, hört man heute immer wieder, warum aber ist Jesus noch immer Thema bei vielen Menschen?

Ihre zweite Frage spiegelt eine Meinung, die lange in der Wissenschaft und in westlichen Kirchen geherrscht hat. Mein Buch zeigt, dass es einen radikalen Umschwung gegeben hat. Wir wissen erstaunlich viel über den historischen Jesus, aber die biblischen Texte bieten verschiedene Blickwinkel auf ihn und sein Wirken. Damit muss die Forschung sorgfältig umgehen.

Michael Welker

In Ihrem Buch sind auch Sie Jesus auf der Spur, welchen Jesus tragen Sie in Ihrem Herzen?

Jesus Christus ist nicht nur eine „Herzensangelegenheit“. Ich beklage in meinem Buch einen rein „subjektivistischen Glauben“. Jesus Christus umgibt uns in der Kraft seines Geistes, er trägt uns, erhebt uns, in unseren Herzen, aber auch in vielen gemeinschaftlichen und öffentlichen Formen. Er ist ein göttlicher König, der uns alle zu Königen und Königinnen der Liebe und Barmherzigkeit machen will, er ist ein göttlicher Hoherpriester, der uns alle zur richtigen Gotteserkenntnis und zu einem guten Gottesdienst befähigen will, er ist ein göttlichger Prophet, der uns alle dazu befähigen will, die großen Gefährdungen der Welt und die Kräfte der Rettung zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten.

Selbst bin ich kein Theologe, aber ich habe mich tapfer durch ihr Buch gelesen, auch deshalb weil es auf spannend geschriebene Art Hintergrundwissen vermittelt und mehrere Meinungen zum Thema Jesus zulässt. Sie selbst sind Prof. für Systematische Theologie an der Universität in Heidelberg, für wen haben Sie dieses Buch geschrieben?

Zuerst für Theologen und Theologinnen in Kirche und Wissenschaft, aber auch für Menschen wie sie, die an Gotteserkenntnis und Christuserkenntnis ernsthaft interessiert sind.

 Oft höre ich den Vorwurf der Verwissenschaftlichung der Person Jesu an unseren Universitäten, sehen auch Sie diese Gefahr?

Es gibt die Gefahr der Verwissenschaftlichung – aber auch die Gefahr der Emotionalisierung oder der Moralisierung. Ich habe mein Buch gegen alle diese Gefahren geschrieben.

Vielen Dank für das Gespräch.

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