Im Portrait – Reinhold Ruthe

Reinhold Ruthe

Seit Jahrzehnten schreibt der Psychotherapeut und Familienberater Reinhold Ruthe Bücher und gibt immer wieder Hilfestellung in vielen Bereichen. Die Botschaft Gottes in den Lebensalltag dabei hineinzulassen ist ihm ein Bedürfnis, dies merkt man seinen Büchern an.

Ein Autor so ganz ohne Mailadresse gibt es das heute noch? Ja, Reinhold Ruthe hat sich diese Freiheit bewahrt und zeigt,  ein Interview ist auch auf dem Postwege möglich. Hier seine Antworten auf die Fragen von buecheraendernleben:

Lieber Reinhold Ruthe, können Sie sich noch an Ihr erstes Buch erinnern?

Ja, ich kann mich an mein erstes Buch erinnern, es handelte sich um den Titel „Intim gefragt – offen geantwortet“. Damals habe ich es an mindestens sieben christliche Verlage geschickt. Keiner wollte es haben. Vielen war es damals viel zu offen. Schließlich brachte es ein kleiner Verlag in Hamburg heraus. Einige Jahre später übernahm der Aussaat Verlag das Buch. Es kamen mehrere Auflagen heraus. Und dann wollte es die katholische Kirche haben, um es als Brautbuch anzubieten. Das habe ich dann abgelehnt, weil ich mit vielen Passagen nicht mehr einverstanden war.

Woher nehmen Sie immer wieder aufs neue Ihre Themen?

Meine Frau, Tochter und ich haben jahrelang ein Institut geleitet für „Beratende und therapeutische Seelsorge“. Hunderte haben die Ausbildung gemacht, um als bewusste Christen in den Gemeinden Menschen beizustehen, die Probleme mit ihrem Leben haben. Es ging um Glaubensprobleme, Lebensprobleme und Ehe – und Erziehungsprobleme. Und diese Probleme gibt es reihenweise. Ich habe noch eine ganz kleine Praxis und werde dauernd mit seelischen Problemen und Störungen konfrontiert.

In Ihren Büchern steckt immer auch der liebe Gott …

Gott ist in Christus nicht nur ein Heiland, der unsere Sünden wegnimmt, wenn wir daran glauben. Ich glaube daran, und viele wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen das heute, dass der Glaube eine heilende Wirkung auf den Menschen hat. Sein Immunsystem wird gestärkt. Er wird stressresistenter. Er wird ruhiger und gelassener. Wer sich auf seine Führung verlässt, fühlt sich gehalten und getragen. Er fühlt sich beschützt.

Brendow Verlag 2012, ISBN 978-3-865-06378-6, Preis 12, 95 Euro

Können die Leser heute noch etwas mit Gott in ihrem Lebensalltag anfangen?

Man muss den Menschen den lebendigen Gott neu erklären, neu vermitteln, neu vorleben. Darum finden heute so viele Glaubenskurse in allen Schattierungen in den Gemeinden statt, weil viele durch die unzähligen Veröffentlichungen in den Medien über unterschiedliche Sichtweisen, völlig verunsichert sind. Wir erleben nicht umsonst einen Supermarkt an christlichen Angeboten, die eher verwirren als helfen.

Mit 85 Lebensjahren sind andere Leute längst im Ruhestand, Sie nicht, warum?

Weil ich fest davon überzeugt bin: Wer rastet, der rostet. Wer rastet, der baut ab, der bildet sich zurück, der erlahmt. Denn das Gehirn gibt dann keine Impulse mehr weiter, dass der Körper aktiv mitspielt. Wir haben es selbstverständlich nicht in der Hand, wann unser Ende kommt. Das bestimmt Gott. Aber unsere Lebenseinstellung, unser Glaube ist ein Motor für Lebendigkeit, für Aktivität, für Engagement. Es gibt für Christen keinen Ruhestand, allerdings machen wir uns nicht kaputt. Wer sich zu sehr stresst, der will nur gelten und sich in den Mittelpunkt rücken. Die Gefahr ist immer groß. Denn wir alle sind auch Egoisten.

Brunnen Verlag 2012, ISBN 978-3-765-54163-3, Preis 7, 99 Euro

Haben Sie noch Pläne?

Aber natürlich. Bücher schreiben, Vorträge halten und Seminare. Wenn die Gesundheit es zulässt, wenn Gott Ja dazu sagt. Auch wenn meine Frau mitspielt und sich nicht zu sehr allein fühlt. Wir werden auch noch gemeinsam Urlaube machen, allerdings keine Weltreisen, weil die Neugier befriedigt wurde, und wir beide keine Sehenswürdigkeiten mehr verinnerlichen müssen. Wir beide hoffen, immer wieder Zeit zu finden, uns auf die Ewigkeit vorzubereiten, ohne sie pausenlos vor Augen zu haben.

Wir erleben jeden Tag als ein Geschenk Gottes. Eben saßen wir im Arbeitszimmer und schauten in unseren Garten, er ist „der Saum des Paradieses.“ So sehen wir es jedenfalls beide.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

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