Wolfram Weimer: Land unter

Das „Pamphlet zur Lage der Nation“ von Wolfram Weimer hat es in sich. Der Autor spricht Tacheles und überführt die Politikerriege und uns Bürger nicht nur einmal unüberlegter ja unaufrichtiger Handlungen.
Ein Pamphlet ist laut Wikipedia eine Schmähschrift in der sich der Autor engagiert zu einem bestimmten Thema äußert. Dies tut Wolfram Weimer. Er lässt nicht viel Gutes an Deutschland und Europa. Er zeichnet beide auf dem absteigenden Ast. Dabei wird an vielen Stellen sehr deutlich, wie wir Bürger dieses Landes durch unser tägliches Handeln und unsere Lebensweise selbst tatkräftig an dem Ast sägen, auf dem wir heute noch sitzen.
Lese ich Wolfram Weimer, wird mir angst und bange. Er konfrontiert knallhart mit der Realität. Viel Platz für Schönfärberei und Hoffnungen sind da nicht. Selbst das „Untergangsmärchen“, Weimers Schlusspunkt im Buch, lässt mich betroffen zurück.
Und doch tue ich mich schwer, dieses Buch als Schwarzmalerei zu zerreißen, viel zu oft fühlte ich mich vom Autor ertappt. Manchmal muss jemand Tacheles reden, manchmal brauchen wir ein wenig Gewitter, damit anschließend etwas Neues sichtbar wird. Schaue ich nun etwas genauer auf das vorliegende Pamphlet, dann enthält es doch auch die Hoffnungsmomente, an denen man sich als Leser wieder ein wenig hochziehen kann:
„Wir brauchen nicht weniger als eine Revolution, eine Umkehr zu Bescheidenheit, Seriosität und Solidität, zu ausgeglichenem Haushalten.“
Noch deutlicher wird Wolfram Weimer an den Punkten, an denen er uns klipp und klar sagt:
„Man gibt sich hier geschmeidigen Netzwerken hin und Communities, weil sie kollektive Bande einer Welt sind, die die Wahrheit fürchtet wie der Chorknabe das Solo.“
Teilweise zeichnet Wolfram Weimer ein Szenario, in dem ich nicht leben möchte:
„Wir verdrängen noch, dass unsere Enkelinnen womöglich die Putzfrauen und unsere Enkel Söldner fremder Kulturmächte zu werden drohen.“
Es ist also zwei vor zwölf und der Autor sieht noch eine Minimalchance, um dem befürchteten Armenhaus Europa zu entkommen. Klar wird aber auch, dass es dazu gewaltigen Anstrengungen aller Bürger dieses Landes bedarf.
Mein Fazit: Wir brauchen mehr Weimers und keine Schönredner mehr!
Gütersloher Verlagshaus, ISBn 978-3-579-06655-4, Preis 10,00 Euro
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