Kein Sprachrohr für rassistische Organisation

Vor wenigen Tagen haben wir an dieser Stelle das neue Buch von Damaris Kofmehl „Ritter des Ku Klux Klan“ vorgestellt. Im Autorengespräch kam auch Damaris Kofmehl zu Wort und hat über ihre Arbeit an diesem Buch berichtet:

https://buecheraendernleben.wordpress.com/2012/07/02/damaris-kofmehl-ritter-des-ku-klux-klan/

Nun hat auch der Präsident des europäischen KKK dieses Buch gelesen und äußert große Zweifel am Wahrheitsgehalt des Buches. In einem Kommentar zu unserer Rezension lässt er uns wissen: „Ihr Informant war sicher kein Kluxer und hat nie einem KKK-Treffen beigewohnt.“ buecheraendernleben wird Kommentare des KKK nicht freischalten, um dieser verbotenen Organisation keine Plattform zu bieten, hält es jedoch für seine Pflicht seine Leser über diese Vorgänge zu informieren.

„Dass ein Kreuz, wie in dem Buch z.B. beschrieben, auf dem Altar brannte – absolut lächerlich. Es gibt keine Altare im KKK mit „brennenden Kreuzen“!!!“, behauptet der oberste Kluxer in Europa und lässt keine Zweifel aufkommen: „Wir sind eine geheime Bruderschaft und hassen Verräter.“

Aus Respekt vor der notwendigen Auseinandersetzung mit dem Thema des Buches von Damaris Kofmehl, aber auch aus Respekt vor der Autorin und dem Verlag hat buecheraendernleben Mails des Kluxer nun dem Verlag übergeben. Wir beabsichtigen nicht fremdenfeindlichen Organisationen als Sprachrohr zu dienen und werden auch in Zukunft keine Kommentare veröffentlichen, deren Autoren rechte Gesinnung verraten.

In einer aktuellen Stellungnahme dazu sagt der Verlag SCM Hänssler am 30.7.2012 – 13.40 Uhr

„Dem Buch „Ritter des Ku-Klux-Klan“ liegt eine intensive Recherche seitens Autorin und des Lektorats von SCM Hänssler zugrunde. Die Fakten und beschriebenen Rituale des Ku-Klux-Klans stammen u. a. aus Originaldokumenten und werden durch Fotografien belegt. Die Erfahrungen des Protagonisten werden von verschiedensten Quellen gestützt und sind dem Genre entsprechend literarisch aufbereitet.

Der Verlag steht für Rückfragen unter presse@scm-haenssler.degerne zur Verfügung.“

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

3 Antworten zu “Kein Sprachrohr für rassistische Organisation

  1. RB

    Hallo Christian,

    hm, da war doch schon mal etwas mit einem Buch dieser Autorin …
    Die Erklärung des Verlags ist auslegungsfähig; insbesondere „dem Genre entsprechend literarisch aufbereitet“ kann man doch lesen wie: aus Dramaturgiegründen etwas ausgeschmückt. Daraus abzuleiten, dass der überwiegende Teil erfunden wäre, halte ich allerdings für abwegig.
    DK’s Bücher sind Infotainment, sie bearbeitet spannende Felder , aber sie kann „dem Genre entsprechend“ nicht auf dem Niveau einer Historikerin oder Sozialwissenschaftlerin recherchieren.
    Deine Reaktion auf die Kommentare halte ich für richtig.

    LG, R.

  2. Hallo Christian,

    ähnliche Gedanken hatte ich auch. Es gab auch zu einem anderen Buch Vorwürfe was die Glaubwürdigkeit angeht.
    Ich halte es unabhängig von diesem Fall nicht für problematisch, Tatsachen aus Dramaturgiegründen auszuschmücken. Schwierig wird es jedoch, wenn dem Leser im Buch nicht ausdrücklich vermittelt wird, dass einiges Fiktion ist.
    Der Leser wiegt sich in der falschen Vorstellung und hält den Inhalt für bare Münze. Wünschenswert wäre eine deutliche Trennung zwischen Tatsache und Fiktion und eine ausdrückliche Erklärung, wenn ein Buch Fiktion beinhaltet.

    Gruß
    Alex

  3. Man ist als Christ natürlicherweise geneigt sofort Partei zu ergreifen und die Reaktion zur Zurückhaltung finde ich auch vollkommmen richtig. Da es aber – wie hier schon kommentiert – nicht das erste Mal ist, dass Buchinhalte aus internen Kreisen angezweifelt werden, bekommt die Rückmeldung doch etwas mehr Gewicht.

    Ähnliches hört man über die Bücher „Sohn der Hamas“ oder „Der Neonazi“. Es steht also mehr auf dem Spiel. Es leidet die Glaubwürdigkeit christlicher Verlage insgesamt. Wollen diese etwa nur Geld verdienen? Auch die Geschichte des ehemaligen Porno-Darstellers Frank Pohl sollte ‚vermarktet‘ werden, was er letztlich selbst abgelehnt hat. Insgesamt ein schlechtes Bild. Die obige Reaktion des Verlags liest sich entsprechend.

    Am besten, wir konzentrieren uns auf die Bibel und auf Auslegungen dazu. So interessant all die ‚Geschichten‘ auch sein mögen, bergen sie doch immer die Gefahr von Halbwahrheiten und man muss sich auch fragen, wozu sie eigentlich geschrieben werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s