Eckart Zur Nieden: Das Uhrwerk des Meisters

 

Dieses Buch ist der reinste Abenteuerroman. Die Story die Eckart zur Nieden rund um die Entstehungsgeschichte der Ev. Brüdergemeinde in Korntal hier vorlegt,
lässt die Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland für den Leser sehr lebendig werden.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der elternlose Philipp. Seine Mutter starb als er ein kleiner Junge war, einige Jahre später wurde sein Vater auf seinem eigenen Bauernhof von Soldaten Napoleons umgebracht, weil er sich weigerte sein Pferd herzugeben. Philipp wird von einer befreundeten Bauernfamilie aufgenommen und verliebt sich in Magdalena, die Tochter des Bauern. Schon bald beschließt diese Familie mit einem Floß auf der Donau nach Russland auszuwandern. Dieses Unternehmen endet im Chaos.

Sehr gut arbeitet der Autor neben seiner spannend erzählten Geschichte die politischen und wirtschaftlichen Gründe heraus, die dazu führen, dass immer mehr Menschen sich zur Auswanderung entschlossen. Neben seiner dichterischen Freiheiten nimmt zur Nieden nun auch historische Persönlichkeiten zu Hilfe, um den langen Weg aufzuzeigen der zur Gründung der Evangelischen Brüdergemeinde führen konnte. Er zeigt deutlich welche theologischen Gründe vorlagen, dass immer mehr Christen sich dem Pietismus zuwandten.

Mit seinem Buch hat der Autor auf unterhaltsame und zugleich informative Weise die Entstehung der Brüdergeminde beschrieben, aber oft sind mir beim Lesen einzelne Sätze aufgefallen, die heute aktueller denn je sind:

„Wer nicht glaubt, erlebt Gottes Wunder nicht.“

oder

„Ein Glaube, der keinen Einfluss auf mein Leben hat, ist nichts wert.“

Eckart zur Nieden hat ein Geschichtsbuch vorgelegt, das bis in die Gegenwart reicht. Wer so Geschichte präsentiert, soll sich anschließend nicht wundern, wenn sein Buch ein Bestseller wird!

Brunnen, ISBN 978-3-765-51198-1, Preis 14,99 Euro

Der Autor hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet.

Lieber Eckart zur Nieden, soeben ist ihr Buch „Das Uhrwerk des Meisters“ erschienen. Mit besonderer Spannung habe ich es gelesen, weil meine Vorfahren zu denen gehört haben, die damals zu Beginn des 19. Jahrhunderts, ausgewandert sind und in Bessarabien eine neue Heimat fanden. Wieso kommt es ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zu diesem Buch?

Der unmittelbare Anlass war, dass die Brüdergemeinde Korntal einen Weg suchte, die Ereignisse von damals auch denen zugänglich zu machen, die sich nicht an wissenschaftlich historische und theologische Literatur heran trauen, aber gern einen Roman lesen. Darüber hinaus ist aber wohl auch darum dieser Zeitpunkt geeignet, weil das Interesse an Geschichte zur Zeit groß ist. Historische Romane sind in jeder Buchhandlung ein großer Prozentsatz des Angebots.

Zeitweise liest sich ihr Buch wie ein Abenteuerroman. Sie verknüpfen Fiktion mit harten politischen und auch religiösen Fakten. Warum ist es heute wichtig über jene Zeit Bescheid zu wissen?

Schon den Israeliten wurde es von Gott zur Pflicht gemacht, jeder neuen Generation von Gottes Wirken in früheren Jahren und Epochen zu erzählen. Das stärkt den Glauben und macht Mut, ihm auch in gegenwärtigen Krisen zu vertrauen. Unter Umständen auch von den „Vätern und Müttern“ im Glauben zu lernen, auch wenn unsere Zeit andere Herausforderungen stellt und andere Lösungen braucht. Ich fand, als ich mich mit den damaligen Ereignissen befasste, besonders den Mut jener Menschen bewundernswert und nachahmenswert, und die Konseuenz, die Bereitschaft, als richtig Erkanntes in die Tat umzusetzen.

Besonders gut gefallen hat mir ihr Buch, weil mir gelegentlich Sätze aufgefallen sind, in meiner Rezension zitiere ich zwei, die für mich in die Gegenwart passen. Bei einem erfahrenen Autor wie ihnen glaube ich nicht an Zufall, ist die Zeit heute und damals miteinander vergleichbar?

Unsere Zeit ist natürlich anders, aber trotzdem vergleichbar. Aber unabhängig von den Zeitumständen sind Wahrheiten des Glaubens zeitlos und darum immer gleich. Wie könnten wir sonst unser heutiges Leben z. B. nach Anweisungen von Paulus ausrichten, die nicht nur 200 sondern 2000 Jahre alt sind? Darum denke ich, es ist legitim, Glaubenden des 19. Jahrhunderts Aussagen in den Mund zu legen, die sich sowohl mit der Bibel als auch mit meiner eignen Erfahrung decken.

Eckart zur Nieden

Eigentlich ist dieses Buch ja eine Hommage an die Gründung der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal. Warum brauchen wir Menschen heute Orte wie Korntal oder Herrnhut. Was können uns solche Orte heute noch geben?

Vordergründig liegt der Wert solcher Orte sicher darin, dass dort oft noch Spuren der geistlichen Aufbrüche von damals zu sehen sind. In Korntal sind es diakonische und missionarische Einrichtungen, die immer noch eine segensreiche Arbeit machen. Darüber hinaus können bestimmte Orte mit ihrer Geschichte so etwas wie Denkmale sein. Sie erinnern an Gottes Handeln in früheren Zeiten und  ermutigen damit zum Glauben in der Gegenwart.

Sie schreiben sehr viele und sehr gute Bücher, wie wird das nächste heißen und mit welchem Thema beschäftigen sie sich dort?

In Arbeit ist zur Zeit eine Sammlung von siebzehn einzelnen Geschichten, die auch zum Vorlesen geeignet sein sollen. Wenn das die Zustimmung des Verlages findet wird das Buch „Der gelbe Wagen“ heißen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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