Eklat auf großer Internetplattform für Lesefreunde

Christliche Leserunde vorzeitig abgebrochen

Auf der unter Leseratten bestens bekannten Plattform wurde zu einer Leserunde zum Buch „Auf getennten Wegen“ von Richard Kilian eingeladen. Wie üblich meldeten sich viele an und BOAS Verlagsinhaber Friedhelm von der Mark spendierte sogar die Leseexemplare.

Die Leserschaft, die aus Christen und Nichtchristen bestand, fühlte sich jedoch vom Autor Richard Kilian nicht für wirklich ernstgenommen. Der beschrieb, wie er sich das Christsein in der Gegenwart vorstellt und sprach unter anderem von „aufrichtigen“ und „nicht-aufrichtigen Christen“, dies traf natürlich auf eine breite Front von Unverständniss. Im weiteren Verlauf der Diskussion fand ein Leser heraus, dass es sich bei Verlagsleiter Friedhelm von der Mark und dem Autor Richard Kilian höchstwahrscheinlich um ein und dieselbe Person handelt.

Mir liegt eine Vielzahl von Zitaten und Mails vor, die mir deutlich zeigen, dass sich dann eine Diskussion anschloss, die wir Christen nicht führen sollten. Auf die Wiedergabe von Zitaten verzichte ich an dieser Stelle sehr gern.

Die Leserunde wurde inzwischen für die Öffentlichkeit abgebrochen. Eine Leserin hat sogar ihr Leseexemplar an den Verlag zurückgeschickt. Nichtchristen, die auf den Buchtitel neugierig waren, haben sich kopfschüttelnd über das Diskussionsniveau von Christen untereinander abgewandt. Christen haben verletzt durch die Äußerungen des Verlagsinhabers das Leserforum verlassen und Friedhelm von der Mark sagt wenige Tage später dazu:

„Ich bin echt entsetzt und traurig darüber, was meine Aussagen in der Leserrunde ausgelöst haben. Das war nie meine Absicht.“

Einmal mehr haben Christen eine Chance in der Öffentlichkeit verpasst für ihren Glauben zu werben und auf die Vielfalt im Glaubensalltag hinzuweisen. Ich vergleiche uns Christen immer gern als eine Vielzahl von blühenden Blumen auf einer großen grünen Wiese. Jede Blume hat einen anderen Namen, ist unterschiedlich groß und hat eine andere Farbe, aber alle recken ihren Kopf in die Höhe und bedürfen Gottes Licht und Herrlichkeit. Alle sind gleich viel wert, egal ob sie nun Kapitel der Bibel auswenig aufsagen können oder eben nicht. Selbst dies spielte in der sogenannten Diskussion eine Rolle.

Beim Lesen der vielen Mails sind mir zwei Sachen immer wieder aufgefallen. Zum einen haben viele Leser der Leserunde sehr persönlich aus ihrem Glaubensleben berichtet und waren der Annahme mit dem Autor zu reden. Nun nachdem klar ist, dass Verlagsinhaber und Autor des Buches ein und dieselbe Person sind, fühlen sich diese Leser natürlich getäuscht und hintergangen. Sie hätten sich vom Autor/Verlagsinhaber mehr Ehrlichkeit in dieser Frage gewünscht, zumindest nachdem ein Leser anhand verschiedener Quellen herausgefunden hat, dass es sich bei Richard Kilian nur um den Verlagsinhaber selbst handeln kann.

Zum zweiten ist mir aufgefallen, dass der Verlagsinhaber mit sehr starken Worten aufgetreten ist und seine Sicht der Dinge stehts als die allgemeinübliche dargestellt hat. Selten hat er noch hinzugefügt, dass es seine Sicht ist. Und die Vielzahl derer, die sich verletzt abgewendet haben, scheinen meiner Analyse recht zu geben.

Das letzte Wort in diesem Beitrag will ich trotz aller Kritik BOAS – Verlagsleiter Friedhelm von der Mark einräumen. Ich wollte von ihm wissen: Lieber Friedhelm von der Mark, Sie haben jetzt selbst einige Tage Abstand von dem was da auf LovelyBooks geschehen ist und viele der Leser dort, lesen auch diese Seiten, was möchten Sie diesen Lesern heute sagen?

Friedhelm von der Mark:  „Zunächst einmal möchte ich bestätigen, dass der Autor Richard Kilian und der BOAS-Verlagsinhaber identisch sind. Das Pseudonym habe ich im Übrigen bereits rund ein Jahr vor Gründung des BOAS-Verlags genutzt und aus Gründen gewählt, die sehr persönlicher Natur sind und nicht zuletzt meine Familie betreffen. Da diese Gründe heute noch in gleicher Weise aktuell sind, wollte ich das Pseudonym weiter aufrechterhalten.
Rückblickend kann ich, wenn ich meine eigenen Statements der Leserunde lese, nachvollziehen, dass sich Leser durch diese verletzt und in ihrem Glauben herabgesetzt fühlen. Das habe ich nicht beabsichtigt, aber das entschuldigt mich nicht: Es tut mir von Herzen Leid. Soweit ich weiter Zugang zu einzelnen Leserundenteilnehmern habe, werde ich versuchen, mich mit ihnen persönlich auszusprechen.
 
Für die Zukunft habe ich gelernt, von Anfang an transparent zu agieren und vorsichtiger zu formulieren. Auch wenn das in diesem Fall leider nicht deutlich wurde: Glaubensüberzeugungen sind für mich ein hohes Gut. So, wie ich mir wünsche, dass andere meinen Glauben respektieren, achte ich in gleicher Weise ihr Bekenntnis. Künftig werde ich mich bemühen, das deutlicher zu zeigen.“
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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Eklat auf großer Internetplattform für Lesefreunde

  1. Guter Artikel, danke dafür. Ich habe schon viele Leserunden in diversen Foren mitgemacht, darunter eine, in der es „Knatsch“ mit der Autorin gab. Solches wie zu diesem Buch ist mir noch nicht passiert, und habe ich – gerade bei einem christlichen – auch nicht erwartet.
    Das Ganze tat mir um so mehr leid (und hat mich durchaus auch geärgert), als ich kurz zuvor ein Buch aus dem BOAS-Verlag gelesen, was mir ausgesprochen gut gefallen hatte.
    Ich habe allerdings schon oft erlebt, daß es in einem Bücherforum äußerst schlecht ankommt, wenn verschwiegen wird, daß der Autor auch der Verleger ist. Da fliegen sehr schnell die Fetzen, manchmal noch deutlich heftiger als in der genannten Leserunde.
    Inwieweit mit einem gewissen zeitlichen Abstand eine Art „Neubeginn“ möglich ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nur Leser (der das Buch zudem abgebrochen hat) bin. Desgleichen bin ich mir nicht sicher, ob es sinnvoll wäre, nochmals in aller Ruhe in ein „Gespräch“ einzutreten, oder möglich, weil bei Diskussionen im Internet die Gefahr des Mißverständnisses sehr groß ist, wie ich aus Erfahrung weiß. Vor allem, wenn es keine Formatierungsmöglichkeiten und Smilies gibt, mit denen man „Stimmungen“ und „Meinungen“ in den Posts deutlich machen kann.

    • buecheraendernleben

      „Neubeginn“ hatte ich nicht im Zusammenhang mit einer erneuten Aufnahme der Leserunde gemeint. Weil es extreme Stimmen gab, die einen Boykott des BOAS – Verlages in betracht gezogen hatten, meinte ich, dass man sich doch wohl anderen Büchern, anderer Autoren desselben Verlages ruhig zuwenden sollte. Mit einem Boykott schadet man sich m.E. nur selbst. Man beraubt sich der Chance auf neue Titel und Autoren.

      • Ups. da habe ich mich mißverständlch ausgedrückt. An einen Boykott des BOAS-Verlages habe ich nicht gedacht; das nächste Terri Blackstock Buch etwa werde ich mit Sicherheit kaufen und lesen.
        „Neubeginn“ meinte ich in Bezug auf die doch verfahrene Situation, ob man nicht, wenn sich die Gemüter beruhigt haben und ein gewisser zeitlicher Abstand gegeben ist, eine Art „Friedensgespräch“ (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) führen sollte, damit am Ende nicht dieser Mißklang bleibt. Eben gerade weil es um eine Leserunde zu einem christlichen Buch ging. Allerdings wäre auch das sehr schwierig und mit einem hohen Mißverständnisrisiko behaftet. So gesehen könnte es das Beste sein, das alles Ruhen zu lassen.

  2. An einen Boykott es BOAS-Verlagen habe ich nie gedacht. Von meiner Seite her ( ich war eine Leserin der Runde ) ist alles bereinigt.
    Ich warte jetzt auf den neuen Band von Terri Blackstock, der im nächsten Jahr von BOAS verlegt wird.

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