Arno Backhaus: Ist das Kunst oder kann das weg?

Sprücheklopfer Arno Backhaus legt nun seiner Fangemeinde eine neue Sammlung von Sprüchen vor. Dass der Verlag sich erneut zu so einem Büchlein entschlossen hat, zeigt: Bedarf ist vorhanden!

Zu vielen Alltagssituationen weiß der Autor in Form von Sprüchen und Aphorismen etwas zu sagen. Er scheint geradezu auf Lachnummern zu warten. Die Höhepunkte sind für mich die, bei denen man das Hirn nicht ausschalten darf.

Ein Beispiel: „Ansage im Gottesdienst: „Jesus geht auf dem Wasser“, so heißt die Morgenandacht morgen früh. Um zehn Uhr dann der erste Themenblock: „Auf der Suche nach Jesus.“

Hin und wieder lässt der Autor aber auch Kollegen zu Wort kommen. Peter Ustinow, Hans – Joachim Eckstein und Kerstin Hack kommen ebenfalls zu Wort. Um die Frage des Autors auf dem Cover zu beantworten und vor allem dabei ehrlich zu sein, diese Frage muss jeder Leser für sich ganz allein beantworten. Ich weiß, dass ich dies Büchlein seit Tagen auf meinem Schreibtisch liegen habe und es den Sprung in mein seriöses Bücherregal nicht schafft, weil ich täglich mindestens einmal drin blättere um dann bei einem Spruch hängen zu bleiben.

Über diese Sprüche zu lachen ist das eine, aber ich bin mir sicher sie lösen beim Leser etwas aus und gerade deshalb wird er immer wieder zurückkehren zu Backhaus und seinen Sprüchen. Durch die Sprüche des Autors werden Sinne geschärft und vielleicht bisherige Haltungsweisen überprüft. Kann sich ein Autor mehr wünschen? Dann ist es auch egal ob man es ins seriöse Bücherregal schafft oder ob das Buch zum Gebrauchsgegenstand aufsteigt!

Brendow, ISBN 978-3-865-06402-8, Preis 9,00 Euro

Arno Backhaus hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Arno Backhaus

Lieber Arno Backhaus, wann ist Ihnen aufgefallen, dass Sie ein begnadeter Sprücheklopfer sind?

„Begnadeter“ weiß ich nicht…,eigentlich in der Schule, da habe ich nämlich wegen meiner, meistens dummenaber manchmal auch originellen, Sprüche oft Ärger bekommen.

Was glauben Sie, warum lieben die Leser Ihre Sprüche so?

Eigentlich müsste man ja nicht mich,sondern die Leute fragen, die meine Sprüche lieben.

Vielleicht weil sie manches auf den Punkt bringen, ohne groß drum rum zureden, vielleicht weil sie ein AHA-Erlebnis bewirken,vielleicht weil ich Klamauk und Tiefgang verbinde, das sind aber allesSpekulationen.

Auf dem Cover Ihres neuen Buches stellen Sie Ihren Lesern eine Frage. Wie sieht eigentlich Ihre Antwort aus?

„Ist das Kunst oder kann das weg ?“  Das Buch und die Sprüche können natürlich weg, weil es auf das Leben, nicht auf  Sprüche ankommt, das beschreibe ich aber auch in dem Buch. Wir haben schon genug Sprücheklopfer und so wenig „Täter“.

Ist Sprücheklopfer eigentlich eine Beleidigung für Sie?

Da antworte ich mit einem meiner Sprüche, die ich u.a. auch auf T-Shirts drucke „Wer mich beleidigt, das entscheide immer noch ich“. Zu mir hat noch nie jemand „Sprücheklopfer“ gesagt, vielleicht weil die Leute die mich näher kennen, wissen, dass ich versuche authentischzu sein, auf der Bühne nicht anders zu sein als hinter der Bühne.

 

Müssen wir Leser uns den Arno immer mit Stift und Zettel durch den Alltag ziehend vorstellen oder wo genau kommen die vielen Sprüche her?

Jain, immerwenn mir ein Spruch einfällt, ich einen Spruch irgendwo lese oder finde oder verändere, schreibe ich ihn mir sofort ein. Als AD(H)Sler bin ich extrem vergesslich.

Gestern hat jemand im Radio das Wort „einnisten“ gesagt, das Wort kommt ja von Nest. Das habe ich mir gleich in meinen Computer geschrieben „Warum heißt einnisten eigentlich nicht einnesten?“ Oder mir fällt auf, dass der Euro männlich, die DM weiblich und das Geld sächlich ist. Warum wird das neue Geld auf einmal männlich? Das ist vielleicht auch eine typische Eigenschaft von AD(h)Slern, die manchmal quer denken (und reden).

Wenn ein Spruch gut ist was trauen Sie ihm dann alles zu?

Oh, alles, genauso wie ich schlechten Sprüchen alles zutraue. Als ich 14 Jahre alt war, hat im Zeltlager der Leiter zu mir gesagt „Du wirst sicher mal ein guter Jungscharleiter“. Das war in meinem Leben der erste positive Spruch über mich, vorher gab es nur Ärger, Stress und Zoff. Als ich mit 16 Christ wurde, bin ich sofort Jungscharleiter geworden und heute mit 61 bin ich immer noch Jungscharleiter, und ich glaube nicht der Schlechteste. Mit Sprüchen kann ich Menschen plattmachen oder aufbauen.

Wird Arno Backhaus weiter Sprüche sammeln?

Ja, aber nicht nur sammeln sondern auch selbst kreieren oder verändern.

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim weiteren kreieren!

 

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