Pierre Tschanz: Angst – Von verfolgten Christen lernen

Pierre Tschanz ist in seinem Büchlein einem menschlichen Grundgefühl auf der Spur. In seinem Buch geht es um die Angst. Da sind zum einen die angeborenen Ängste und da sind die Ängste, die im Laufe eines Lebens durch gemachte Erfahrungen dazukommen.
Angst, so erfahre ich bei Tschanz, muss nichts schlimmes sein. Selbst Jesus hatte Angst. Aber schnell wird klar, es gibt grundlegend verschiedene Formen der Angst. Da ist die Angst, die wie ein Frühwarnsystem wirkt und uns an unsere Verantwortung erinnert, da ist aber auch die Angst, die lähmt und destabilisiert.
Der Autor hat in vielen Ländern der Erde für die Organisation Open Doors Christen besucht, die in Ländern leben, in denen das Christsein verboten oder zumindest unerwünscht ist. Er bringt eine Vielzahl von Beispielen, wie Ängste Menschen kaputt machen können, aber auch Motivation sein können gegen Ängste anzugehen.
Besonders interessant wird es an den Textstellen, wo dem Autor Gegenüberstellungen gelingen, die den ängstlichen Jesus oder auch den Stephanus, die verfolgten Christen weltweit und uns Christen hier in Westeuropa beschreiben. Sehr deutlich ist bei all diesen Beschreibungen herauzulesen, wie ein gutes Verhältnis zu Jesus Christus helfen kann Ängste zu überwinden.
Ein Buch von dem wir sehr viel lernen können!
Brunnen, ISBN 978-3-7655-4168-1, Preis 6,99 Euro
Pierre Tschanz hat buecheraendernleben folgende Fragen beantwortet:

Lieber Pierre Tschanz, soeben ist Ihr Buch „Angst – Von verfolgten Christen lernen“ erschienen. Wann hatten Sie eigentlich zuletzt große Angst?

Ich habe als Seemann einen Schiffsuntergang erlebt und ich bin in den Bergen manchmal sehr akuten Gefahren ausgesetzt gewesen. Doch habe ich in diesen Situationen keine regelrechte Angst erfahren. Es brauchte eher Kaltblütigkeit und hohe Konzentration um der Angst eben keinen Raum zu geben. Wo ich aber Angst erfuhr, da war es in Situationen in denen sich Mächte, sowohl geistlich als menschlich, miteinander auseinandersetzten. Zum Beispiel 1968, als junger Mann hörte ich plötzlich im Radio die Nachricht über die Invasion der Tschekoslovakei durch die Russen. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass es mir den Magen regelrecht verdrehte. Ein anderes Mal befand ich mich in Algerien während der gefährlichen Zeit des Terrorismus. Eines Tages las ich in einer Zeitung, dass jegliche Transportmittel ins Ausland auf unbestimmte Zeit lahmgelegt würden. Da ich eigentlich am nächsten Tag hätte zurück nach Hause reisen müssen, geriet ich in eine kurze Zeit der Panik. Schlussendlich fand ich einen Ausweg und konnte doch am nächsten Tag abreisen.

Pierre Tschanz

Sie beschreiben in Ihrem Buch Christen in fernen Ländern. Oft haben dieses große Angst, weil sie an Gott glauben und dies in ihren Heimatländern verboten ist. Oft lässt ihre Angst sie dennoch glauben und sie führen auch andere Menschen zu Gott. Kann Angst eine Motivation sein?

Zuerst möchte ich sagen, dass man nicht Angst hat, weil man an Gott glaubt, denn der Glaube an Jesus Christus ruft inneren Frieden hervor. Aber die Tatsache in einer feindlichen Umgebung  Christ zu sein, kann natürlich eine Konfrontation mit Angst bewirken. Dass sie aber eine Motivation sein kann ist kaum möglich, es sei denn, man versucht sie loszuwerden durch tiefe Gebete, durch eine gründlichere Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift und, schlussendlich, mit mehr Gottvertrauen. Doch in der Regel bewirkt Angst negatives, denn sie entstellt die Wirklichkeit und verzerrt die Wahrnehmung. Als Folge führt sie zu falschen Überlegungen und Entscheidungen.

 

Manchmal geben aber Leute auch ihren Glauben auf, weil sie Repressalien befürchten und sie von ihrer Angst besiegt werden, ist solchen Menschen noch zu helfen?

Ich kenne nur seltene Fälle wo es so weit kam und unter keinem Umstand dürfte man deswegen diese Christen verurteilen. Höchstwahrscheinlich gingen sie durch Proben, die ihre Kräfte überstiegen. Es ist also wichtig für solche Menschen zu beten, denn einige kamen zum Glauben zurück, wie die Pastoren aus Laos im Buch. Unter der Bedrohung ihre Familien samt Kinder ins Gefängnis zu stecken, wurden sie von den Behörden gezwungen, ihren Glauben schriftlich aufzugeben. Sie taten es, weil sie keine andere Wahl hatten. Ein Paar Jahre später fingen sie doch wieder an zu predigen. Mit Jesus gibt es immer einen Ausweg.

 

„Von verfolgten Christen lernen“ steht auf dem Cover Ihres Buches. Sie selbst waren sehr oft in islamischen Ländern unterwegs und haben Christen besucht und ihnen auch geholfen. Was kann ich als Leser im sicheren Westeuropa heute von diesen Christen lernen?

Sie ermutigen uns, ein gutes Unterscheidungsvermögen zu haben. Hier im Westen herrschen immer mehr Konfusion und Aberglaube. Diese Christen sagen uns, dass der Issa des Koran, nicht der Jesus des Evangeliums ist, dass die Gnade im islamischen Sinne nicht der christlichen Gnade entspricht. Vor allem aber, lehren uns die Moslems zu lieben wie Christus sie liebt. Unter den Umständen in denen sie leben, ist Liebe ihr stärkstes Zeugnis.

Oft bekennen sich Christen heute in unseren Breiten nicht mehr zu Gott weil sie Angst haben sich zu blamieren. Was würden Sie diesen Menschen sagen?

Die Angst basiert auf einem Mangel an Vertrauen. Ich würde ihnen sagen, fürchtet euch nicht. Es lohnt sich ein Zeuge der Wahrheit zu sein. Es kann vielleicht einem was kosten, doch was ist es im Vergleich zum ewigen Leben der Erlösten? „Vollkommene Liebe treibt die Furcht aus“, sagt uns die Schrift (1 Johannes 4.18). Versucht es mal !

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

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