Friedrich Schweitzer: Schöpfungsglaube – Nur für Kinder

Adam oder Affe?

Der Tübinger Professor Friedrich Schweitzer greift in seinem soeben erschienenen Büchlein die ewig aktuelle Streitfrage nach Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie auf. Er verweist darauf, dass er aus „der Perspektive eines evangelischen Theologen“ schreibt und dass es beim Thema Schöpfungsglaube um sehr persönliche Fragen geht. Leider wird gerade um dieses Thema oft mit harten Bandagen und Beleidigungen gerungen.

In seinem ersten Kapitel startet der Autor den Versuch die bisherige Debatte zu diesem Thema zu beschreiben, um dann im zweiten Kapitel den Begriff Kreationismus zu erläutern und, um die Frage der möglichen Vereinbarkeit von Schöpfungslehre und Evolutionstheorie zu bedenken. Hier spricht der Autor auch einen sehr wichtigen Knackpunkt in der Diskussion an. Nehmen wir die Bibel, hier speziell die beiden Schöpfungsberichte, müssen wir für uns entscheiden, ob wir gerade einen historischen Bericht lesen oder aber einen Text, der zum Lob und zur Ehre Gottes geschrieben wurde. Schweitzer steht hier der Variante des historischen Berichtes kritisch gegenüber und erklärt dies auch gut nachvollziehbar.

Wie vor allem Kinder mit dem Thema konfrontiert werden und warum wir Menschen überhaupt an die Schöpfung glauben, ist Thema der Kapitel drei und vier. Besonders im vierten Kapitel geht Friedrich Schweitzer auf die Probleme ein, die ein Teenager hat, wenn er mit geballter Wucht miterlebt, wie die Evolutionstheorie auf seinen Schöpfungsglauben trifft. Hier gibt der Autor wichtige und brauchbare Impulse um den Heranwachsenden zu begleiten.

Das sechste Kapitel ist für mich das wichtigste. Thesenhaft verbreitet der Autor hier seine Ansichten. Er sieht es nicht als hilfreich an wenn Schöpfungslehre und Evolutionstheorie weiter gegeneinander zu Felde ziehen. Schweitzer sagt: „Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie beziehen sich auf unterschiedliche Fragen.“ er räumt beiden eine gleichrangige Daseinsberechtigung ein. Sein letzter Satz in seinem Buch versucht alles unter einen Hut zu bringen: „Unterschiedliche Weltzugänge gehören zum Reichtum des menschlichen Lebens.“

Für mich ist dieses Buch des Tübinger Professors für Religionspädagogik/Praktische Thologie die beste Wortmeldung zu diesem Thema der letzten Jahre. Auf der Höhe der Zeit zeigt Friedrich Schweitzer wie eine Vereinbarkeit von Schöpfungslehre und Evolutionstheorie möglich sein kann und sich die Eingangsfrage nach „Adam oder Affe?“ damit von selbst löst.

Absolute Leseempfehlung!

Aussaat, ISBN 978-3-761-55966-6, Preis 12,99 Euro

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Friedrich Schweitzer: Schöpfungsglaube – Nur für Kinder

  1. Zur „Vereinbarkeit von Schöpfungslehre und Evolutionstheorie“ zieht Prof. Gitt eine gesunde Grenze: http://www.zeltmacher-buecher.eu/content/schuf-gott-durch-evolution Der Tod ist Strafe über die Sünde und kein Mechanismus, durch den Gott geschaffen haben soll. Mikroevolution ja (die Veränderung innerhalb der geschaffenen Arten), Makroevolution (vom Urknall über den Einzeller zum Menschen) nein! Wenn wir diese Grenze nicht ziehen, bricht unsere Theologie zusammen.

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