Martin Dreyer: Die Volxbibel

Neues und Altes Testament in der modernen Jugendsprache von Martin Dreyer lagen schon länger vor. Jetzt erscheint die Volxbibel zum ersten mal als Gesamtwerk.  Als „Das religiöse Kultbuch unserer Zeit – anstößig, umstritten, einzigartig“ bewerben die Verlage ihr Buch und haben die Einschätzung unter den Lesern wohl richtig erkannt.

Seit Martin Dreyer vor Jahren mit seinem ersten Text in moderner Jugendsprache an die Öffentlichkeit kam, hat der Theologe auch Ablehnung gespürt. Er trifft immer auch auf Bibelleser, denen die alten Luthertexte lieb und teuer geworden sind. Selbst habe ich auch Schwierigkeiten mit so manch einer Textpassage in der Volxbibel, aber meine Lutherbibel bleibt mir ja erhalten und ich muss mich nicht für eine entscheiden.

Martin Dreyer will jungen Leuten den Einstieg ins Glaubensleben und dazu gehört auch das Bibellesen erleichtern, indem er genau dieser Zielgruppe eine Bibel in ihrer Sprache anbietet, zur schwerer verständlichen Lutherbibel hätten sie ohnehin nur in den seltensten Fällen gegriffen.

So ist an der Erfolgsgeschichte der Volxbibel abzulesen, dass das Anliegen von Martin Dreyer aufgegangen ist. Jugendliche reden wieder neu über Glaubensdinge, was wollen wir mehr?

Pattloch, ISBN 978-3-629-13013-6, Preis 25,00 Euro

Volxbibel – Verlag, ISBN 978-3-940-04114-2, Preis 25,00 Euro

Martin Dreyer hat buecheraendernleben jetzt folgende Fragen beantwortet:

Hallo Martin, soeben erschienen ist „Die Volxbibel“. Ein Mammutwerk von 1300 Seiten. Bei welcher Gelegenheit hast Du zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt die Bibel in die Sprache der Jugend heute zu übersetzen?

Ja, dass Teil ist wirklich riesig geworden, eigentlich brauch man für diese Gesamtausgabe einen Waffenschein…. Zu Deiner Frage gibt es eine lange und eine kurze Antwort. Die kurze ist, dass ich im Jugendzentrum auf dem Sofa saß und mich mit Mehmet und Allessandro unterhalten habe. Ich stellte fest, dass beide für christliche Grundbegriffe wie „Sünde“ oder „Heiliger Geist“ ganz andere Bedeutungen hatte. Sünde war etwas attraktives und der Heilige Geist ein Schnaps.

Hinten auf dem Cover lese ich „religiöses Kultbuch“ wie siehst Du selber, so ganz privat mit ein wenig Abstand Dein Werk?

Verlage übertreiben gern um ihre Bücher zu verkaufen. Trotzdem liegen sie hier irgendwie richtig. Ab wann ist etwas „Kult“? Ich denke, sobald es aus der Masse heraussticht und von den meisten Menschen als etwas sehr besonderes, cooles, eben kultiges wahrgenommen wird. Und so gesehen ist die Volxbibel schon mittlerweile „Kult“.

Wie lange hast Du gebraucht um alles in die heutige Jugendsprache zu übertragen und hast Du wirklich alles ganz allein gemacht?

Für das NT 1 Jahr, für das AT zwei Jahre. Ich habe meinen Job immer so gesehen, dass ich die erste Fassung alleine schreibe. Dann wurden die Texte aber sofort von anderen bearbeitet und verändert. Beim NT habe ich sie für die erste 1.0 Version unterschiedlichen Menschen vorgelegt, Jugendlichen, Theologen aber auch einer Hausfrau. Ab der 2.0 hat es dann aber viele Veränderungen durch alle User im Internetwiki gegeben, welche von Theologen überwacht werden (http://wiki.volxbibel.com). Beim AT bekam ich von Jesus ein sehr geniales Team geschenkt. Wir haben dort in einem geschlossenen Wiki im Internet jeden Tag viele Stunden über meine Texte diskutiert und diese dann bearbeitet. Die Endfassung wurde exportiert und als Word Dokument an den Verlag geschickt.

Du gehst immer wieder zu den Menschen und machst Veranstaltungen, welche Reaktionen bekommst Du auf Deine Volxbibel?

Überwiegend positive. Wobei es da schon ein Bildungsgefälle gibt. Im Gymnasium ist die Trefferquote bei 70%, die letzten 30% finden die Texte schlecht. Aber die lesen auch Schiller und Goethe. Im Real- und Hauptschulbereich finden fast alle Jugendliche die Volxbibel super. Es gab letztes Jahr eine Untersuchung von einem Studenten, die mit wissenschaftlichen Standards belegt hat, dass die Volxbibel die am leichtesten verstehbare Bibel auf dem deutschen Markt ist. Vor kurzer Zeit wurde ich auf das weltweit größte Metal-Festival in Wacken eingeladen um dort Volxbibel Lesung zu halten. Die Besucher waren, sagen wir mal, verstört bis überrascht. So einen Bibeltext hatten sie noch nie gehört. Es gab sehr viele gute Gespräche. Letzte Woche war ich in zwei Schulen und habt dort Volxbibel Veranstaltungen gehabt. Hier reagierten viele Schüler begeistert. Aber auch die vielen Pfarrer und Religionslehrer sind von dem Projekt sehr angetan und gebrauchen die Volxbibel an unterschiedlichen Stellen in ihrer Arbeit.

Martin Dreyer

Ich höre oft Unverständnis und manchmal auch Ablehnung Deiner Volxbibel gegenüber. Manche Christen sagen, an biblischen Texten muss nichts in moderne Jugendsprache übertragen werden, sie wirkt auch so. Was erwiderst Du darauf?

Das ist gelinde gesagt ziemlicher Quatsch. Es gibt über 600 unterschiedliche Deutsche Bibelübersetzungen und jede wirkt auf ihre Weise. Die Frage ist doch: Wollte Jesus, dass man ihn versteht? Natürlich will er das. Und wenn jemand die Elberfelder, aber auch die Hoffnung für alle oder Basis B nicht versteht, dann hat er jetzt die Volxbibel. Wenn Jesus im Missionbefehl sagt, wir sollen das Evangelium „in alle Welt“ bringen, dann muss es doch auch bedeuten, dass wir es in jede Sprache übersetzen, die es auf der Welt gibt. Wenn nun mal „Mehmet“ Basis B, Gute Nachricht oder Hoffnung für alle nicht versteht, dann brauch er eine eigene Bibel. Außerdem: Wenn der biblische Text „auch so“ wirkt, dann frage ich mich doch, warum diese Geschwister nicht nur noch den Hebräischen oder Griechischen Originaltext lesen. Übrigens habe ich nie gesagt, dass die Volxbibel in moderne Jugendsprache geschrieben ist. Ich glaube, dass das gar nicht geht, Jugendsprache geschrieben wirkt meistens peinlich. Die Volxbibel ist in einer sehr einfachen, unreligiösen Sprache geschrieben. Und ihre Fans kommen aus allen Altersgruppen. Neulich bekam ich einen Brief von einer 80jährigen Frau aus dem Altersheim, die mit großer Begeisterung in der Volxbibel liest.

Was macht Martin Dreyer heute?

Ich reise viel umher und halte Lesungen aus meinen Büchern. Mittlerweile kommen die Anfragen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz, das finde ich sehr cool. In 2011 hatte ich über 50 Veranstaltungen, dieses Jahr werden es sogar noch mehr. Oft werde ich auch für Predigtdienste angefragt, manchmal auch für Diskussionsrunden oder ähnliches. Ich bin immer wieder überrascht, dass die Volxbibel augenscheinlich alle konfessionellen Grenzen durchbrochen hat. So kommen die Einladungen von Katholiken, Evangelischen und aus fast allen Freikirchen. Seit 2005 habe ich jedes Jahr ein Buch geschrieben und das will ich auch weiterhin tun. Ich bin Gott unheimlich dankbar, dass ich in den letzten Monaten keinen fest Job hatte, weil ich so in der Woche sehr intensiv Zeit mit unser kleinen Tochter Zoe Marie verbringen konnte. Vater sein ist toll und eins der größten Abendteuer, die man auf dieser Welt noch erleben kann.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Wir würden uns freuen Deine Meinung zur Volxbibel hier lesen zu dürfen:

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15 Kommentare

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15 Antworten zu “Martin Dreyer: Die Volxbibel

  1. Dreyer schreibt. „Es gibt über 600 unterschiedliche Deutsche Bibelübersetzungen und jede wirkt auf ihre Weise.“ Darf ich korrigieren?

    Eine Bibel wirkt nicht. Gott wirkt, und zwar durch SEIN Wort. Das Wort ist SEIN und das so, wie ER es uns gegeben hat und nicht so wie WIR es dann gerne hätten und entsprechend „übertragen“.

    Und wer soll sich nun an wen anpassen? Das Wort an die Jugend oder vielleicht nicht doch besser die Jugend an das Wort… Mir kräuseln sich die Fußnägel wenn ich drüber nachdenke…

    Dreyer hat auch schon gesagt, die Volxbibel sei gar nicht als Bibel zu lesen sondern nur „Einstiegshilfe“ für Jugendliche. Er widerspricht sich doch hinten und vorne und windet sich je nach Gegenüber.

    Hier finden sich knapp 1500 Unterschriften gegen die Volxbibel (… und nicht gegen Dreyer persönlich, ich wünsche ihm das Beste!)

    http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/unterschriftenliste-zur-erkl%C3%A4rung-zur-volxbibel-wird-aktualisiert

  2. Natürlich wirkt Gott durch das Wort der Bibel!

    Nur: An Worte kann man sich nicht anpassen, sondern nur an deren Aussagen. Diese Aussagen sind in der Volxbibel genauso krass geschrieben, wie in der Elberfelder. Vielleicht sogar noch etwas krasser, weil man sie plötzlich versteht.

    Was mich immer wundert, mit welchem Energieaufwand solche Protestaktionen betrieben werden. Alleine die Webseite zu gestalten, den Text aufzusetzen. Könnte man diese Energie nicht vielleicht besser nutzen, zum Beispiel um für seinen Nachbarn zu beten und sie zu Jesus zu führen? Oder Obdachlosen zu helfen, Drogensüchtigen, etc.?

  3. buecheraendernleben

    Inzwischen liegen mir noch mehr Kommentare vor. Diese werde ich nicht freischalten, weil die Autoren leider nicht fähig sind fair und sachlich zu kritisieren. Sobald die Autoren sachlich auf meine Rezension & auf das Interview mit Martin Dreyer reagieren, werde ich selbstverständlich auch deren Kommentare freischalten. buecheraendernleben ist daran interessiert viele Meinungen wiederzuspiegeln – nur sachlich sollte es doch bitte sein!

  4. buecheraendernleben

    Ziemlich erschrocken bin ich nach einem Blick in die Internetseiten der Gegner der Volxbibel. Mit welcher Wut und welchem Hass dort diskutiert wird, halte ich für eine klare Überschreitung einer Grenze des guten Geschmacks. Unter dem Aufruf: „Vernichtet dieses Buch Geschwister!“ (9.10.2010) wird sogar zur Bücherverbrennung aufgerufen. Solche Wortmeldungen werden auf buecheraendernleben nicht freigeschaltet.

  5. Ich gehöre vermutlich nicht zur Zielgruppe, ich bin ein sogenanntes Gemeindekind, schon immer in der Gemeinde unterwegs und mit 15 für ein Leben mit Jesus entschieden. Dennoch lese ich hin und wieder gern in der volxbibel, einfach weil ich mich so an das oft schwer zu lesende alte Testament rantraue und bei Bibeltexten, die ich schon so lange kenne, doch neue Aspekte hinzukommen. Sicher ist das keine Studienbibel, aber so ist es auch nicht gedacht gewesen. Hinten in der Volxbibel (das weiß nur, wer sie auch schon zumindestens mal in der Hand hatte) steht auch drin, dass dies nur eine Anregung sein soll und gibt Tipps, mit welcher Bibel man die Texte vertiefen kann. Das find ich wirklich gut!
    Ich bin im übrigen sonst ein „Elberfelder Bibel-Leser“ 🙂

  6. Rainer B.

    Mich stört an der Volxbibel einiges. Die Sprache kommt mir teilweise „erzwungen locker“ vor und die Übertragungen entfernen sich unnötig weit vom Text, wie ich ihn aus anderen deutschen Bibelübersetzungen kenne (und damit vermutlich auch vom Urtext). Ich kann in der Volxbibel allenfalls eine Art Begleitbuch zur Bibel sehen. – Offensichtlich hat es Martin auch mal ähnlich ausgedrückt; vgl. Kommentar von Rami A.

    Dafür spricht auch das Cover: Martin Dreyer – Die Volxbibel steht da.
    Ein Übersetzer wird gewöhnlich nicht wie ein Verfasser genannt. Es müßte heißen „übersetzt“ oder besser „übertragen“ von M.D.

    Auch der Covertext: die Bibel als „religiöses Kultbuch“ zu bezeichnen entspricht zwar Verlags-Sprech, kommt bei mir aber als ziemlich gedankenlos an.

  7. Den Kommentaren von buecheraendernleben möchte ich mich anschließen und auch gerne darauf hinweisen, dass es schon Gespräche gab, die zum gegenseitigen Verständnis beigetragen haben. Je mehr ich aber den Volxbibel-Befürwortern zuhöre, desto mehr bin ich gegen die Volxbibel. Hier scheinen doch so einige nicht ganz zu begreifen, womit sie es zu tun haben: mit dem heiligen Wort Gottes! Hier im Kommentarbereich ein kurzer Austausch zwischen den Lesern und „Gebull“, der an der Übersetzung mitgearbeitet hat: http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/psalm-51-volxbibel-versus-luther-1912#comment-97

    Ich möchte mich auch beim Moderator dieses Blogs bedanken, dass er mich als Gegner freischaltet. Um den richtigen Ton bin ich stets bemüht, auch wenn es mir beim Thema manchmal die Sprache verschlägt!

  8. Was mir zu dem Kommentar von Rami A. einfällt ist ein Satz des großen Reformators Martin Luther: „Man muss dem Volk aufs Maul schauen, und ihm dann in seiner eigenen Sprache erklären, was Glaube ist.“ Sollten wir diesen Gedanken nicht beherzigen?
    Ich kenne weder M. Dreyer, noch die Volxbibel, lese aber in seinem Interview, das er Menschen erreicht, die wir normalerweise nur noch selten erreichen. Die Jugend wird sich nicht an ein für sie unverständliches Wort Gottes anpassen, sie wird es schlichtweg ignorieren. Und da die Volxbibel von Theologen geprüft wurde, gehe ich davon aus, dass Sein Wort nicht verfälscht worden ist.
    Ich selbst bin in meiner Jugendzeit auf eine christliche Gruppe gestoßen, deren konservatives Verhalten mich eher abgeschreckt, als angezogen hat. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er mich später zu Menschen geführt hat, die mich verstanden – die ich ebenfalls verstanden habe – und die mich so nahmen, wie ich war.

    • @Heidrun, Sie kennen die Volxbibel nicht, meinen aber, darüber urteilen zu können? Wie soll das gehen? Und dazu sagen Sie, dass die Theologen die Volxbibel geprüft hätten… Ja, haben sie getan. Genau deswegen ist die Aufregung so groß! Zum Schluß noch ein persönliches Wort: Ich komme selbst aus dem Milieu, das Dreyer gerne erreichen möchte. Und ich kann Ihnen allen sagen, dass die Volxbibel eher eine Ausrede bietet so zu bleiben wie man ist und in seinem sündigen, verdorbenen Fleisch auch gerne sein möchte als dass sie den Menschen eine Hilfe wäre, Buße zu tun und ein neues Leben inkl. neuer Sprache zu beginnen.

      In 2. Tim 4:3 steht: „Es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen.“ Die Volxbibel ist der bisherige Höhepunkt genau dieser Prophetie! Wer wirklich zu dumm ist, die gängigen Übersetzungen zu lesen, für den ist die „Hoffnung für alle“. Aber ich wehre mich dagegen zu sagen, die Jugendlichen sind zu dumm. Sie sind nicht zu dumm, sie wollen nur bleiben wie sie sind und sich weiter in ihrem Dreck suhlen…

      Wer sich wundert warum ich von „Dreck“ rede und sich bisher noch kein eigenes Bild gemacht hat, der schaue hier: http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/psalm-51-volxbibel-versus-luther-1912

  9. Maria L.

    Ich bin katholisch und habe normalerweise noch eine ganz andere Bibelübersetzung. Für mich persönlich ist meine normale Bibel oft nicht leicht zu lesen, gerade wenn ich müde bin. Gegen die Volxbibel habe ich gar nichts, ich kenne bisher aber nur Auszüge daraus. Wollte mich aber immer mal damit beschäftigen. Ich würde sie einfach als Ergänzung sehen. Von dem, was ich kenne, kann ich mir gut vorstellen, dass es manche Menschen mehr anspricht als trockene Texte.
    Die Diskussion um die Volxbibel erinnert mich sehr an ein Erlebnis der letzten Zeit, bei dem mir jemand klar machen wollte, dass nur jemand den richtigen Glauben hat, der täglich in der Bibel liest und auch große Teile davon auswendig kennt.
    Wie kann ich als einfacher Mensch wissen, ob mein Nachbar, der nicht täglich in der Bibel liest, verloren ist ? Das weiß alleine Gott. Und so denke ich, dass wenn man Jugendliche durch die Volxbibel zu Gott führen kann, das Ergebnis doch Gott freuen wird. Ohne Volxbibel hätten sie nichts von Gott erfahren . Sobald Gott einen Platz im Leben der Jugendlichen gefunden hat, wird es von alleine kommen, dass sie auch andere Bibeln lesen werden.
    Zum Lesen der Volxbibel wird keiner gezwungen. Ich selbst habe noch nie die Lutherbibel gelesen und die meisten werden auch meine katholische Bibel nicht unbedingt lesen.

  10. S. Rapp

    Einerseits verstehe ich die Bedenken gegen die Volxbibel. Denn es ist zu befürchten, dass historische und geistliche Wahrheiten bei einer modernen Übertragung verloren gehen oder anders interpretiert werden. Bei einem Projekt wie der Volxbibel ist das sicherlich unausweichlich.
    Andererseits muss man sehen, dass bei bestimmten Zielgruppen aber sowieso das gesamte Wort verloren geht: Diese Gruppe würde nämlich nie im Leben zu einer Bibel greifen. Und wenn ich Martin Dreyer richtig verstehe, setzt genau hier seine Motivation an: Diese Gruppe mit dem Wort Gottes zu erreichen.
    Welchen „Ewigkeitsgewinn“ bringt also die Volksbibel? Der beste und auch wahrscheinliche Fall ist: Eine Person gewinnt durch die Volxbibel einen ersten Zugang zur Bibel, beginnt eine Beziehung mit Jesus , wächst im Glauben und steigt nebenbei auf eine ‚autorisierte‘ Bibelübersetzungen um. PTL, dann hat sich das Projekt doch schon gelohnt! Der andere Fall, nämlich dass jemand gerade wegen der Volxbibel in der Hölle landet – der ist doch nun wirklich abwegig.
    Wenn ich also davon ausgehen kann, dass Menschen durch die Volxbibel zum Glauben finden, warum soll ich mich da aufregen? Vielmehr kann ich da doch für die Volxbibel dankbar sein.

    S. Rapp

    • Auch hierzu muss ich einfach etwas sagen: Sie schreiben, S. Rapp, „es ist zu befürchten, dass historische und geistliche Wahrheiten bei einer modernen Übertragung verloren gehen“, aber der Preis ist Ihnen nicht zu hoch, denn: „Wenn ich also davon ausgehen kann, dass Menschen durch die Volxbibel zum Glauben finden, warum soll ich mich da aufregen?“ Also ich rege mich zwar nicht auf aber protestiere schon energisch, wenn Wahrheiten verloren gehen und auf Kosten dieser Wahrheiten dann Menschen zum „Glauben“ kommen. (Zu welchem…?) Ich will mich anders ausdrücken: König David war kein „Wichser“ – im Gegenteil, er hatte Geschlechtsverkehr nur eben außerhalb der Ehe. Das ist ein Unterschied. Genauso ist Jesus zur Vergebung meiner Sünden gestorben und nicht, um „die Scheiße aus mir rauszuspülen“. Die Scheiße kommt bei mir von alleine raus, dafür brauchte Jesus nicht zu sterben. Die Sünde bringt die Trennung, und die muss mir vergeben werden. Das ist sowohl historisch als auch geistlich ein großer Unterschied, und auf den weisen wir hin.

  11. Fred

    Herr Dreyer sagt im Interview: „Die Frage ist doch: Wollte Jesus, dass man ihn versteht? Natürlich will er das.“ – Wir sind uns absolut einig!
    „Und wenn jemand die Elberfelder, aber auch die Hoffnung für alle oder Basis B nicht versteht, dann hat er jetzt die Volxbibel.“ – Herr Dreyer unterstellt dann im nächsten Satz, dass es Menschen gibt, die zwar der deutschen Sprache mächtig sind, aber dennoch kein einziges Wort einer anderen Bibelübersetzung verstehen würden – natürlich mit Ausnahme der Volxbibel. Hmm? Hier sind wir uns bereits nicht mehr einig. Denn die gleichen Leute verstehen doch problemlos DSDS oder das Dschungelcamp, die meisten vermutlich sogar RTL aktuell, oder etwa nicht? So „dumm“ wie sie sie darstellen, würden sich die meisten Jugendlichen wohl selbst nicht einschätzen.
    Und gibt es überhaupt einen Menschen, der die ganze Bibel wirklich in seinem vollen Umfang und der vollen Tiefe versteht? Ich jedenfalls nicht. Sie, Herr Dreyer? Egal welche Übersetzung wir jetzt zugrundelegen. Aber gibt es andererseits irgendeinen Menschen, der gar NICHTS versteht? Auch hier wieder: Egal welche Übersetzung wir zugrundelegen. Und diese Aussage schließt die Volxbibel ausdrücklich mit ein: Ich bin sicher, dass es auch in der Volxbibel genug Passagen geben wird, die nicht jeder Jugendliche verstehen wird. Oder sind Sie anderer Meinung, Herr Dreyer?
    Vielleicht kann Herr Dreyer erklären, was an der folgenden Aussage des Herrn Jesus (für einen jungen Menschen) nicht zu verstehen ist: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen.“ (Matthäus 5,27-28 / Elberfelder) Also ich habe in meinen 42 Lebensjahren noch niemand getroffen, der das nicht verstanden hätte. Sie vielleicht, Herr Dreyer? Oder ist Ihnen diese Aussage noch nicht „krass“ genug? Ich finde sie nicht nur krass, sondern mega-heftig! Sie betrifft mich frontal und persönlich. War es nicht das, was Jesus wollte?
    Oder was ist an dieser Stelle so unverständlich? „Ihr sollt nicht stehlen; und ihr sollt nicht lügen und nicht betrügerisch handeln einer gegen den anderen.“ (3. Mose 19,11 / Elberfelder) Zugegeben, viele Jugendliche würden es anders ausdrücken, aber verstehen …? Hätten sie wirklich Probleme zu verstehen, was gemeint ist? Ich bin überzeugt, dass es so ziemlich jeder Jugendliche verstehen würde, Sie nicht?
    Das Argument des „Nicht-Verstehens“ erscheint insofern wenig stichhaltig. Wenn das tatsächlich Ihre vordringliche Motivation war, dann war die Volxbibel das, was Sie Ihren „Gegnern“ vorwerfen: Pure Energieverschwendung. Es hätte vermutlich Wichtigeres gegeben, was Sie in dieser Zeit für Jesus hätten tun können.

  12. Bei allen guten Motiven von Martin Dreyer und den Beteiligten lässt das Projekt in weiten Teilen, aufgrund der Fäkal-Sprache, die erforderliche Ehrfurcht und Gottesfurcht vermissen. Der Leser bemerkt wenig von der Heiligkeit Gottes und bekommen dadurch ein völlig verzerrtes Gottesbild.

  13. Folgende Bibelverse zeigen klar auf das die Volxbibel nicht von Gott gesegnet sein kann:
    „Alle Rede Gottes ist geläutert.“ – Sprüche 30,6
    „Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles was rein, alles, was liebenswert, alles, was WOHLLAUTEND ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, DAS ERWÄGT.“ – Philipper 4, 8

    Die Bibel muss nicht verändert werden; aber wir sollten in einer dem Menschen verständlichen Sprache die Bibel erklären können, woher auch die Menschen kommen.

    Ich komme auch aus einem schwierigen Elternhaus aber die Volxbibel hätte mir damals nicht wirklich geholfen.

    Mehr dazu in meiner Kurz-Vita:
    http://haus-gemeinde.de/vita-kurz

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