Verlagsporträt: cap – books

Verlagschef Andreas Claus stand Rede und Antwort und so können wir heute unseren Lesern den Verlag cap – books vorstellen. www.cap-books.de gehört zu den eher jüngeren Verlagen.

Lieber Herr Claus, was hat Sie motiviert, einen Verlag zu gründen?

Wir haben als Musikverlag www.cap-music.de begonnen. Damals waren es die technischen Möglichkeiten, die Kontakte zu den Musikern, die eigenen Ideen und natürlich eine Portion Unternehmergeist, die zur Gründung des Verlages führten. Bis heute möchte ich den Verlag schlank und beweglich halten, aber ein gewisses Wachstum ist unvermeidlich.

Welche Kriterien muss ein Manuskript erfüllen, dass Sie es veröffentlichen?

Das kommt auf das Genre an. Bei einer Biografie sollte es eine Geschichte sein, die den Leser bewegt. Bewegt in seinem Glaubensleben, aber auch in seinem Denken und Handeln. Ein starkes Zeugnis des Glaubens und des gelebten Christseins, da wäre ich dabei. Und natürlich muss eine Biografie von Interesse für andere sein – die Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte reicht nicht. Geht es um eher geistliche Themen, um Bücher über das Glaubensleben, über Gemeinde und Seelsorge – da wären neue Gedanken wichtig. Ein Buch darf auch ärgern und herausfordern. Selbstredend und ausdrücklich nur auf der Basis der Bibeltreue.

Wen wollen Sie mit Ihren Büchern erreichen?

Ein Buch ist wie ein Predigt, es spricht zu Christen und Interessierten. Wenn wir den fünffältigen Dienst heranziehen (Apostel, Evangelist, Prophet, Hirte, Lehrer), dann sehe ich diese Dienste in einem guten Verlagsprogramm durchaus abgebildet. Das erfordert geistliche Reife und Übersicht des Verlegers. Wir verstehen unser Buch- und Musikprogramm nicht als Sprachrohr einer Lehre oder Gemeinderichtung, sondern als Werkzeug im Reich Gottes. Ich möchte Veröffentlichungen finden, die apostolisch, evangelistisch, prophetisch, hirtlich und unterweisend sind – nicht unbedingt alles gleichzeitig.

Verlagschef Andreas Claus

Viele Bücher erzählen Geschichten von Vorbildern des Glaubens und Lebens. – Welche Vorbilder haben Sie geprägt?

Es ist die Summe der gelesenen und erlebten Vorbilder. Und das ist nicht abgeschlossen. Ich möchte nicht geprägt sein, sondern beweglich und erneuerbar bleiben, ich muss es oft erst noch werden! Die Wolke der Zeugen ist unsere Ermutigung, das gern genannte Erbe der Väter ist kostbar, aber: Vom Erbe kann man nicht lange leben, es muss Eigenes und Neues entstehen. Gott hat für jede Generation seine Wege und seinen Umgang, ich bin sehr zuversichtlich, dass es weitergeht!

Sie kommen gerade von der Frankfurter Buchmesse. Wie spielt Ihr Verlag im großen Konzert der deutschsprachigen christlichen Verlage so mit. Wie wird er von den Großen wahrgenommen?

Großes Konzert? Na gut. Wenn ich das Bild aufgreifen darf, wir spielen unsere eigene Partitur, die Programme der Großen interessieren mich relativ wenig. Oder wer wo die erste Geige spielt oder aus dem letzten Loch pfeift. Wichtig sind die Zuhörer, nicht die Musikergewerkschaft. Wir alle „spielen“ für die Zuhörer, nicht für die Kollegen. Und was ist schon groß oder klein? Was ist eng oder weit? Das kommt nicht auf die Betriebsgröße an. Ich kenne viele Leute aus den anderen christlichen Verlagen, da gibt es Vertriebspartnerschaften, Co-Produktionen, Freundschaften – all das seit Jahren in guter und verlässlicher Zusammenarbeit. Das schätze ich sehr und das bedeutet mir viel. Bei uns schätze ich die Flexibilität, die inhaltliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit, den Kontakt zu den Autoren und Künstlern und für mich die persönliche Abwechslung und Herausforderung im Tagesgeschäft. Auch wenn es manchmal sehr stressig ist. Nur im Spezialressort eines großen Verlages würde ich persönlich versauern, von meiner Erfahrung und Fähigkeit her bin ich vielseitig einsetzbar.

Das Verlagsgebäude

Auf welche Bücher aus Ihrem Verlag dürfen wir uns in Zukunft freuen?

Z.B. eine Übersetzung aus dem Amerikanischen, ein Büchlein für Eltern, die ihr Kind verloren haben. Ich habe vor einiger Zeit ein Lied zugeschickt bekommen, von einer Mutter, deren kleines Kind nach langer Krankheit gestorben ist. Dieses Lied hat mich sofort angesprochen, das ist nicht oft der Fall, und wir haben es umgehend bei uns im Tonstudio produziert, also arrangiert, eingespielt und mit einer Sängerin eingesungen. Ohne recht zu wissen, wofür. Dann ist mir Monate später dieses Büchlein begegnet. Jetzt weiß ich, wofür ich den Song brauche. So etwas gefällt mir.

Vielen Dank für das Gespräch!

(Die ersten vier Fragen/Antworten wurden mit freundlicher Genehmigung hier entnommen:  „ Abdruck aus Gemeinschaft, 7/2012, die Apis – Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg“ – vielen Dank!)

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