Michael Meinert: Gescheiterte Flucht

Von Michael Meinert hatte ich bislang noch nie etwas gehört oder gelesen und nun legt er gleich einen ersten Band einer auf vier Bände angelegte Hochwaldsaga vor. Um eins vorweg zu nehmen, wenn die drei Folgebände so meisterlich geschrieben sind wie der erste, dann wird diese Saga aus dem alten Schlesien ein Bestseller.
Im Mittelpunkt steht Albert Grüning. Anfang 40 ist er, lebt allein und sehr zurückgezogen als Oberförster mitten in seinem Wald. Gleich zu Beginn der Saga bezeichnet Grüning seinen Hund als „Dummes Tier“, dies macht mir den Helden nicht gerade sympathisch. Aber auch vielen anderen Menschen begegnet Grüning unfreundlich, schweigsam und gibt ihnen deutlich seine Ablehnung zu verstehen.
Der Autor arbeitet sehr viel mit der Form des Dialogs, erzählt meisterlich, aber temporeich. Er hält mich als Leser nicht hin, gibt mir viele Informationen die ich auch brauche, um in die nicht ganz einfache Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts in Schlesien zu verstehen und um vor allem die Geschichte von Albert Grüning zu verstehen.
Der Beginn der Saga öffnet den brummigen Grüning. Eine viel jüngere Frau schafft es, dass er sich der Liebe, seiner Verwandtschaft, seinem Geheimnis und ganz neuen Kämpfen stellt.
Die Qualität dieses Buches macht mir keine Sorgen. Wenn allerdings der zweite Band der Saga wirklich erst im Frühjahr 2014 erscheinen wird, bin ich mir nicht sicher ob Autor und Verlag mit dem Erscheinen des ersten Buches nicht hätten noch ein wenig warten sollen.
Michael Meinert schafft es in seiner Story sehr gut eine spannende Geschichte mit Glaubensthemen zu besetzen, ohne dabei lästig missionierend zu werden. Ich bin sehr gespannt auf den 2. Band!
www.boas-verlag.de, ISBN 978-3-942-25805-0, Preis 14,95 Euro
Michael Meinert beantwortete buecheraendernleben nun folgende Fragen:

Lieber Michael Meinert, ich bin noch ganz überwältigt von Ihrem herrlichen Erzählstil und dankbar dafür, dass Sie Ihren Helden Albert Grüning der Einsamkeit entrissen haben. Wo haben Sie so wunderbar Schreiben gelernt?

Ja, Schreiben kann man tatsächlich lernen, der „Kuss der Muse“ reicht nicht aus. Gleichwohl sollte man eine gute Portion Kreativität mitbringen. Aber die Technik des Schreibens hat mir überwiegend mein Verleger und „Mentor“ beigebracht, mir auch „Lehrbücher“ über das kreative Schreiben empfohlen. Da habe ich am meisten von Sol Stein „Über das Schreiben“ gelernt.

Warum spielt die Story ausgerechnet in Schlesien und ist die Handlung lediglich dichterisches Eigenprodukt?

Schlesien – ja, die ehemals deutschen Ostgebiete haben mich schon immer fasziniert, obwohl ich das nicht richtig erklären kann. Schon als Jugendlicher habe ich Bücher und Bildbände über Schlesien, Ostpreußen usw. studiert. Die Handlung ist jedenfalls nicht aus eigenen Erlebnissen entstanden, sondern komplett ein Fantasieprodukt.

Beim Lesen Ihres Buches bemerkte ich, dass Ihnen Glaubensthemen äußerst wichtig sind, warum ist das so?

Der Glaube ist ein ganz wichtiges Thema meines Lebens. Ich habe die Erlösung durch meinen Heiland Jesus Christus erfahren, der am Kreuz für mich gestorben ist. Und diese Liebe muss ich einfach weitergeben. Deshalb kann ich auch in meinen Büchern nicht davon schweigen, was Er für mich getan hat.

Michael Meinert

 

Man sagt deutschen Autoren nach, dass sie oft nicht gut erzählen, sondern ihre Geschichten mit Glaubensthemen und Mission überfrachten. Bei Ihnen ist dies überhaupt nicht der Fall, da ist die Handlung mindestens ebenso spannend, sind Sie ein Naturtalent oder gibt es da ein Geheimrezept?

Auch den Aufbau einer Handlung kann man lernen. Dass Glaubensthemen natürlich behutsam und passend eingebaut werden müssen, erfordert eine gewisse Portion Fingerspitzengefühl. Dazu gibt es sicherlich kein Geheimrezept, auch die Ratgeber zum kreativen Schreiben versagen da ihren Dienst.

Leider erst Anfang 2014 erscheint der 2. Band ihrer spannenden Hochwald-Saga. Warum sollten sich Leser so lange in Geduld üben und auf Sie und Albert Grüning warten?

Leider kann ich mich nicht hauptberuflich dem Schreiben widmen, dazu wirft ein deutschsprachiger Roman, der zudem noch einen christlichen Hintergrund hat, zu wenig ab. So bleibt das Schreiben eben eine Freizeitbeschäftigung, und von Freitzeit hat man bekannterweise immer zu wenig. Wenn die gespannten Leser mir so viel zahlen würden, dass ich davon leben könnte, müssten sie sich nicht so lange gedulden … 😉

Vielen Dank für das Gespräch!

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