Emerging – Church – Einladung

Was bitte ist die Emerging Church? Wer lädt da ein, wohin und wozu? Eingeweihte wissen natürlich sofort um was es geht. Die, die noch keine Ahnung haben, können sich jetzt in zwei kleinen Broschüren aus dem Verlag der Franckebuchhandlung informieren lassen. Das Äußere der beiden Büchlein verführt sicher niemanden zum Kauf, da sollte man schon genug Neugier am emergenten Dialog mitbringen.

Verlag der Franckebuchhandlung Marburg, ISBN 978-3-868-27353-3, Preis 5,95 Euro

Diese 80 Textseiten sind mehr als Informationsschrift zu verstehen. Tobias Künkler, Tobias Faix und Arne Bachmann beschreiben den Werdegang von der Emerging Church hin zum emergenten Dialog. Ihr Blick startet auf die weltweite Entwicklung und landet dann mitten in Deutschland. Dann kommen die Autoren auf die Notwendigkeit der Bewegung zu sprechen und da wird es spannend. Geschuldet ist diese übergemeindliche Bewegung den gesellschaftlichen Veränderungen. Ist unsere heutige traditionelle Kirche noch auf der Höhe der Zeit? Reagiert sie angemessen auf gesellschaftliche Veränderungen im Blick auf die, die mühselig und beladen sind und auf künftige Generationen? Spannende Fragen.

Tobias Faix hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Tobias Faix, der emergente Dialog schien mir immer weit weg und die Emerging Church ein Versuch eine eigene Gemeinde zu gründen, jetzt legen Sie zusammen mit zwei anderen Autoren eine Art Informationsschrift vor. Bitte sag unseren Lesern in drei vier Sätzen warum dieser Dialog heute notwendig wird.

Weil es sehr viele Missverständnisse zum Thema Emerging Church gibt, wie zum Beispiel, dass es darum geht neue Gemeinden zu gründen. Vielmehr geht es darum wie wir heute mit unseren Kirchen und Gemeinden Christsein so leben können, dass es für die Menschen um uns herum, in unserer Stadt verständlich und erkennbar ist. Wie kann Christsein, unabhängig von der Konfession, heute in einer sich immer schneller verändernden Welt aussehen? Das ist eine sehr spannende Frage, über die wir gerne in Gespräch kommen würden.

Von wem sollte dieser emergente Dialog geführt werden?

Von allen die daran interessiert sind und die vielleicht ähnliche Fragen haben. Wir merken, dass viele Christinnen und Christen sich darüber Gedanken machen, wie die Bibel heute zu verstehen ist, wie Mission verstanden kann und die Rückzugsbewegung viele Kirchen und Gemeinden gestoppt werden kann. Wir freuen uns darüber, dass viel Christen neue Formen ausprobieren und sind auf die Berichte gespannt. Wir leben in einer spannenden Zeit.

Dr. Tobias Faix

Die Emerging – Church – Bewegung gibt es weltweit. Ist Deutschland in dieser Beziehung ein Entwicklungsland?

Jaein, wir haben in Deutschland eine tolle und reichhaltige Tradition an Christentum, dies wollen wir erstmal schätzen und daraus wollen wir auch schöpfen, aber wir sind auch verwöhnt und bequem geworden, auch überkritisch gegenüber allem neuen. Da können wir von anderen Ländern viel lernen. Außerdem ist es spannend zu sehen, dass es auf allen Kontinenten die ähnliche Fragen gestellt werden und alle um ihre Antworten ringen, diese sind dann manchmal ganz unterschiedlich, da zum Beispiel in Amerika eine ganz andere christliche und gesellschaftliche Kultur herrscht wie in Südafrika, den Philippinen oder Deutschland.

Das Christentum hat sich im Verlaufe der letzten beiden Jahrtausende immer wieder reformiert und hat Menschen neu angesprochen. Ist dieser emergente Dialog eine neue Form von Reformation die dringend notwendig ist um dem Christentum wieder auf die Beine in Richtung Gott zu verhelfen?

Reformation ist in Deutschland ein großes Wort, da wäre ich vorsichtig, die Amerikaner sprechen da schon eher von. Ich wäre da bescheidener und bin gespannt wie die vielen Fragen beantwortet werden, denn darauf kommt es ja auch an, wollen wir uns gemeinsam diesen Fragen und den Antworten stellen?

Ihr ruft Eure Leser auf sich am Dialog zu beteiligen. Wie soll dies praktisch funktionieren?

Da gibt es ja heute viele Möglichkeiten, per Email, Internetblogs oder auch face to face wie auf dem Emergent Forum vom 30. November bis 1. Dezember in Erlangen.Dazu gibt es jede Menge lokaler Gruppen, Initiativen und Stammtische. Die Emerging Church Bewegung ist eine Grasswurzelbewegung, jede und jeder kann sich beteiligen und alle sind willkommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Verlag der Franckebuchhandlung Marburg, ISBN 978-3-868-27352-6, Preis 5,95 Preis

In diesem 02 Büchlein mit dem Untertitel „Evangelium – Gottes langer Marsch durch seine Welt“ nehmen die Autoren Walter Faerber und Peter Aschoff die Heilige Schrift selbst ins Visier. Sie bringen dabei einen wichtigen weiteren Aspekt mit. So reden sie davon im Evangelium nicht nur die Geschichte Jesu zu sehen, sondern eben auch eine Bewegung. Nicht nur eine in der Ferne zurückliegende, sondern eine die endlich auch in der Gegenwart wiederbelebt werden soll und die vor allem in der Gesellschaft in der wir leben, spürbar werden soll. Genau damit beschäftigt sich dieses zweite Heft und es wird bereits auf den wenigen Seiten etwas von der Lebendigkeit der Initiatoren auf deutscher Ebene zu spürbar.

Peter Aschoff hat buecheraendernleben folgende Fragen beantwortet:

Hallo Peter, du hast zusammen mit Walter Faerber das zweite Büchlein geschrieben. Warum zwei kleine Minibücher und nicht ein anständig normal großes?

Hallo Christian, erstens sind das je zwei verschiedene Fragestellungen, die wir nicht vermischen wollten, zweitens wollen manche Leser gern etwas kleines und kompaktes, weil sie anderweitig schon genug dicke Bücher lesen müssen.

Mit Euch beiden zusammen das Evangelium gemeinsam bedenken, hat zur Folge, dass es plötzlich lebendig wird, wie kommt das?

So war es für uns beim Schreiben auch. Gregory Bateson hat mal geschrieben, dass unsere westlichen Sprachen so strukturiert sind, dass sie eher statische Objekte als die Beziehungen zwischen ihnen beschreiben. Unsere erzählende Form war der Versuch, dieser Neigung zur Vergegenständlichung etwas entgegenzusetzen. Wenn diese Dynamisierung halbwegs gelungen ist, freut es mich sehr.

Ihr ruft dazu auf, ein Teil des Evangeliums zu werden, also nicht immer drauf zu schauen, sondern in und mit ihm zu lesen, es mitzugestalten, wie wollt Ihr mich dazu rum kriegen?

Dr. Peter Aschoff

Wir setzen auf so elementar menschliche Impulse wie Neugier, Pioniergeist und die Sehnsucht nach Selbsttranszendenz – also über sich selbst (im momentanen Zustand zumindest) hinauszuwachsen. Wo gibt es dafür sonst noch Raum in unserer Gesellschaft? Und natürlich denken wir, dass auch Gott ein Interesse daran hat, den Funken überspringen zu lassen.

Nehmen wir mal an, der Funke ist bei mir beim Lesen übergesprungen, aber allein bin ich zu schwerfällig mich auf den neuen Weg zu machen, was bleibt mir übrig?

Es gibt formelle und informelle Netzwerke, wo sich Leute finden und einander Mut machen, am Ball zu bleiben. Komm zum Emergent Forum vom 30.11. bis 2.12. nach Erlangen und finde ein paar Leute, mit denen Du Dich zusammentun kannst. Oder geh zu einem regionalen Treffen von Emergent, die finden in verschiedenen Gegenden statt. Zudem gibt es andere Bewegungen, die sich als „missional“ verstehen oder sich „Kontemplation und Aktion“ auf die Fahnen schreiben. Da ist zwar nicht alles Gold, was glänzt, aber mit etwas Geduld finden sich ein paar Mitverschwörer.

Herzlichen Dank für das Gespräch und für die Eindladung nach Erlangen. Hier gibt es Näheres darüber zu erfahren:

http://emergent-deutschland.de/treffen/emergent-forum-2012/

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Emerging – Church – Einladung

  1. Bevor man hier so sehr Werbung für Emerging Church macht, sollte man sich erstmal deren Theologie genauer ansehen! Dazu das Buch von Donald A. Carson „EMERGING CHURCH“ Abschied von der biblischen Lehre? http://clv-server.de/pdf/255989.pdf
    Produktbeschreibung: Dieses Buch ist die bislang ausführlichste und gründlichste Untersuchung einer Bewegung, die zunächst von den USA und England ausgehend nun auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Einfluss gewinnt. Bücher namhafter Autoren aus dem anglo-amerikanischen Raum erscheinen vermehrt in deutschsprachigen evangelikalen Verlagen.
    Inzwischen nehmen sich auch deutschsprachige Autoren und Theologen des Themas an – wobei sie sich mehr oder weniger als Teil dieser Bewegung verstehen.
    Die Strömung präsentiert sich in vielfältigen Erscheinungsformen, und zwischen den einzelnen Vertretern gibt es bedeutende theologische Unterschiede.
    Das Erstaunliche ist, dass zahlreiche bekannte Vertreter der „Emerging Church“ aus konservativen evangelikalen Gemeinden stammen und ihre neuen, teilweise bibelkritischen, zumindest aber nebulösen Theorien vor allem in evangelikalen Gemeinden, theologischen Ausbildungsstätten und Seminaren verbreiten. Dabei geht es um nicht weniger als die Grundlagen des christlichen Glaubens, die absolute Wahrheit, Verbindlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Bibel und den Fortbestand des biblischen Evangeliums.
    D.A. Carson, Professor für Neues Testament an der Trinity Evangelical Divinity School in Deerfeld (Illinois) und bekannter Autor zahlreicher Bücher, stellt in diesem Werk die Emerging-Church-Bewegung und einige ihrer führenden Persönlichkeiten vor. Er analysiert gründlich, fair und sachlich verschiedene Theorien dieser Bewegung und zeigt, wie hier eine von der Postmoderne geprägte Theologen-Generation an den Fundamenten rüttelt, das Vertrauen untergräbt und Unaufgebbares preisgibt.
    Wem immer der Zustand und die Zukunft der Gemeinde in einer sich rasch wandelnden Welt und Christenheit am Herzen liegt, wird sich mit dieser Bewegung auseinandersetzen müssen.

  2. Tobias

    Lieber Joschie, danke für deinen Beitrag, ich vermute daraus, dass du weder Carson noch das Emerging Buch gelesen hast, oder? Mich würde deine Meinung interessieren, wenn du beides gelesen hast…

  3. @Tobias, woher willst du wissen, dass ich die Bücher nicht gelesen habe? Tobias, deine Zeilen sind für mich typisch, wie Vertreter in Deutschland mit Kritiker von Emerging Church umgehen. Diese werde oft ignoriert oder man versucht sie einfach lächerlich zu machen, ich habe hier in Hamburg, so meine Erfahrungen damit gemacht.

    • @Joschie: Würde mich nun doch interessieren, ob Du die Bücher gelesen hast oder nicht, oder ob Tobias mit seiner Frage (es war ja gerade keine Unterstellung!) ins Schwarze getroffen hat. Ich finde es gut, wenn sich jemand mit emergenten Positionen auseinandersetzt, genau dazu regt dieser Post ja auch an. Aber sich mit Carsons Karikaturen zu befassen statt mit dem Original, das ist genau das Gegenteil dessen, was Du oben vorschlägst.
      Meine Erfahrung ist im Übrigen auch die, dass man bestimmte Formen von Kritik in der Tat entweder besser ignoriert oder mit schwarzem Humor erträgt. Wenn es ein Recht zur Kritik gibt, dann gibt es auch ein Recht des Kritisierten, die Form seiner Antwort selbst zu bestimmen.

  4. Beim weiteren Nachdenken über diesen Kommentar und seine Intention (beeinflusst von der aktuellen Nachrichtenlage um die Konservativen in Bayern): Ist das nicht ein Aufruf zur Zensur, also zur Nicht-Debatte und Gesprächsverweigerung, wenn Christian hier kritisiert wird, dass er diese beiden Bücher vorstellt und nicht etwa den Verriss von Carson (dessen Position Joschie offenbar teilt)? Und wie bei der CSU stellt sich die Frage: Aus welcher Haltung und Motivation werden solche Forderungen aufgestellt? Mir fallen auch bei längerem Nachdenken keine positiven Begründungen für derartige Manöver ein…

  5. @Peter Aschoff, vielen Dank das du mit deinem Kommentar so eindrücklich meine Worte bestätigt hast, nochmals vielen Danke dafür.

  6. Tobias

    Hallo Joschie, also, ich nehme dich und deine Kritik durchaus ernst, aber du schreibst Sachen die wir genau in unserem Buch beschreiben, nämlich, dass man ohne nachzuprüfen, Dinge aus Amerika auf Deutschland überträgt. Deshalb kam ich darauf. Aber egal, wenn du die Bücher tatsächlich gelesen hast und trotzdem auf diese Meinung gekommen bist, dann ist das ok und ich möchte mich entschuldigen.

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