Alina Stoica: Gänseblümchen aus dem Jenseits

Das Cover? Na ja, ein bischen voll, taschenbuchmäßig eben. Und den Namen der Autorin hatte ich auch noch nie zuvor gehört. Aber ein Bekannter meinte: „Musst
Du unbedingt lesen!“

Und dann begann mich die Geschichte immer mehr zu faszinieren. Alessandra ist eine junge Mutter, hatte keine leichte Jugend und steht jetzt als Alleinerziehende da. Ihr Vierjähriger ist ihr ein und alles. Glücklicherweise hat sie auch noch zwei Freundinnen.

So plätschert die Geschichte dahin um sich dann in eine rasante emotionale Story zu verwandeln. Eine Freundin ist mit dem Vierjährigen unterwegs und beide geraten in einen Unfall. Tomas stirbt, die Freundin überlebt und Mutter und beide Freundinnen durchleben schwere Zeiten. Der Unfallverursacher begeht Fahrerflucht.

Die Geschichte der Alina Stoica geht unter die Haut und ich entdecke noch einen weiteren wichtigen Erzählstrang in dieser Geschichte. Über jedem der 39 Kapitel
steht ein biblischer Spruch. Die Autorin macht kein Geheimnis um ihr Verhältnis zu Gott, zu Leben und Sterben. Sie spricht in aller Normalität über diese Themen
und stellt den Tod und seine Verarbeitung als Teil des Lebens dar.

Alina Stoica denkt theologisch geradeaus und zeigt, wie alltagstauglich Theologie sein kann, dabei belästigt sie mich in ihrem Roman nicht einmal mit frommen Floskeln. Ein Geschichte, die eine wunderschöne Hardcover Aufmachung verdient hätte.

Was bleibt? Ich habe ein Erzähltalent entdeckt und werde mir den Namen Alina Stoica sehr gut merken!

CODI Verlag, ISBN 978-3-942-31217-2, Preis 18,50 Euro

Alina Stoica hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Alina, herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Roman. Wie fühlt man sich mit seinem ersten eigenen Buch in Händen?

Vielen Dank für die Glückwünsche!

Genau genommen ist „Gänseblümchen aus dem Jenseits“ zwar mein erster Roman, jedoch nicht mein erstes veröffentlichtes Buch. Vor 2 Jahren ist bereits ein Lyrik-Band von mir, ebenfalls im CODI Verlag, erschienen.

Das Gefühl, das eigene Buch in den Händen zu halten, ist auf jeden Fall großartig! Das Herz rast vor Aufregung, man bekommt das Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht. Ich habe es beide Male gerade so geschafft, aus der Postfiliale heraus zu kommen, bevor ich mitten auf der Straße das Paket vom Verlag, mit meinen Exemplaren, aufgerissen habe.

Dein Thema ist ja eher nicht so einfach. Eine alleinerziehende Mutter verliert ihr Kind und Du beschreibst, wie die Mutter dies alles verarbeitet. Wie bist Du gerade auf dieses schwierige Thema gekommen?

Schon als ich mit zwölf begonnen habe, von einem eigenen Roman zu träumen, habe ich mir fest vorgenommen, eines Tages ein besonderes Werk zu erschaffen. Ich wollte etwas schreiben, das unter die Haut geht, fesselt und bewegt. Viel Gefühl sollte in der Geschichte stecken und sie sollte einen Hang zum Übernatürlichen haben.

Die Idee zu „Gänseblümchen“ kam mir ganz spontan an einem Sonntagmorgen. Sie hat keinen persönlichen Hintergrund, jedenfalls nicht, was die Handlung anbetrifft. Es sollte eine Liebesgeschichte der besonderen Art werden – und welches Gefühl ist stärker als die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind?

Dein Buch hat 39 Kapitel. Über jedem steht ein Spruch aus der Bibel, warum?

Ich wollte mit meinem Buch, Christen und Nichtgläubige gleichermaßen erreichen. Es sollte eine moderne Geschichte sein, einfach geschrieben, wie aus dem wahren Leben gegriffen. Sie spielt in einem Land, in dem Religion intensiver ausgelebt wird, als in vielen westeuropäischen Ländern (Die Geschichte spielt in Portugal. – Chr. D). Hier geht man offener mit diesem Thema um, Gott ist den meisten Menschen allgegenwärtig. Die Bibelsprüche sollen zum Nachdenken anregen und gleichzeitig die Neugier der Leser erwecken. Sie sind inhaltlich jeweils auf das kommende Kapitel abgestimmt. Das Feedback zu dieser Idee war bisher sehr positiv, verschiedene Leser, darunter auch einige, die mit Religion nicht viel anfangen können, waren von den Bibelversen sehr angetan.

Alina Stoica

Du glaubst an Gott, obwohl er soviel Leid zulässt?

Dies ist vermutlich die Frage, die sich jeder Christ schon mindestens einmal selbst gestellt und noch öfter gestellt bekommen hat. Wieso lässt ein gütiger, liebender Gott zu, dass so viel Leid auf der Welt geschieht? Näher darauf einzugehen, würde vermutlich den Rahmen dieses Interviews sprengen. Ich habe für mich selbst folgende Antwort in der Bibel gefunden: Gott hat uns nie versprochen, dass das Leben als Christ einfach ist und dass uns allein durch Glaube alle Schicksalsschläge erspart bleiben. Ihm zu vertrauen schützt uns nicht vor leidvollen Erfahrungen, aber es lindert unseren Schmerz, zu wissen, dass er uns niemals mehr Last aufbürden wird, als wir ertragen können. Und dass er uns auch in den dunkelsten Zeiten stets zur Seite steht. „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir.”

Dein Debütroman hat mich total fasziniert. Warum ist er nicht in einem unserer christlichen Verlage erschienen? Wollte ihn niemand haben oder hast Du nicht gefragt?

Zuerst einmal vielen Dank, für dieses positive Feedback, freut mich sehr, dass dir mein Roman so gut gefallen hat!

Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, „Gänseblümchen aus dem Jenseits“ einem christlichen Verlag anzubieten, weil ich schon von meiner Verlegerin, Frau Mendig vom CODI Verlag, bereits die Zusage für eine Veröffentlichung bekam, bevor ich mit dem Schreiben überhaupt angefangen hatte. Sie war allein von der Idee so beeindruckt, dass sie sofort Interesse verkündet hat. Es war eine risikoreiche Entscheidung ihrerseits, immerhin war es mein Erstlingswerk und sie hatte, bis auf einige Kurzgeschichten, keine Nachweise für mein schriftstellerisches Können. Umso mehr freue ich mich jetzt über die positiven Kritiken der Leser. Sie zeigen mir, dass ich die Chance, die Frau Mendig mir gegeben hat, ergriffen und ich sie nicht enttäuscht habe.

Wirst Du weiterschreiben oder liegt sogar schon etwas Neues in der Schublade?

Ich bin mir sicher, dass ich zeit meines Lebens nie mehr mit dem Schreiben aufhören werde. Während der Sommermonate habe ich aus beruflichen Gründen eine kreative Pause einlegen müssen. Es war wie ein Entzug für mich, ich konnte es kaum abwarten, wieder in die Tasten zu hauen.

Nach „Gänseblümchen aus dem Jenseits“ habe ich bereits einen weiteren Kurzroman fertiggestellt, der Anfang 2013 in der Mystery-Reihe des CORA Verlags erscheinen wird. Momentan arbeite ich an einem weiteren Projekt, ebenfalls in dem Genre Mystery.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Deinem ersten Roman!

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