Neukirchener Kalender 2013

neukirchener kalender

Bunt und hochkarätig ist die Autorenschar, die am Neukirchener Kalender 2013 beteiligt ist. Vom heute im wunderschön idyllischen Serrahn in Mecklenburg lebenden Pastor Uwe Holmer, der einst Erich Honecker Asyl gewährte, bis hin zu Pastor Hans-Wilhelm Fricke-Hein aus Neukirchen-Vluyn reicht das bunte Team. Sie schreiben für jeden Tag zum jeweiligen biblischen Spruch ihre Gedanken. Gut, dass so viele Autoren beteiligt sind. Damit ist eine vielseitige theologische Sicht möglich. Überrascht bin ich von der geistlichen Tiefe, die die Autoren auf so wenigen Zeilen mit ihren Texten erreichen.

Ein zweiter zum Tag gehörender Text beschäftigt sich mit Jubiläen oder Jahrestagen. So lese ich am 17. Juni etwas vom Volksaufstand in der DDR. Der Autor erinnert an die Gottesdienste in den Kirchen der DDR vor fast 60 Jahren. Aber auch ein Lied vom erfolgreichen Team Jörg Swoboda und Theo Lehmann wartet auf Leser und freut sich auf potentielle Sänger. Oft stehen da aber auch Texte die die Aussagen auf der jeweiligen Ersten Seite noch vertiefen um diese noch anschaulicher werden zu lassen.

Immer mehr entpuppt sich dieses Andachtsbüchlein zur Fundgrube. So halten die Macher des Büchleins für jeden Tag Lesetipps bereit.Ich bevorzuge das Andachtsbuch dem Abreißkalender, weil ich gern auch mal Tage und Wochen zurücklättere.

Dieses Andachtsbuch wird den Sprung in mein Bücherregal nicht schaffen. Es wird auf meinem Schreibtisch liegen bleiben, weil ich es täglich brauche.

Neukirchener Kalenderverlag, ISBN 978-3-920-52459-7, Preis 9,99 Euro

folgende Fragen hat uns die Kalenderredaktion beantwortet:

Das Buch verrät, es ist der 124. Jahrgang, heißt das wirklich dieser Kalender erscheint seit 124 Jahren ununterbrochen?

Ja, das heißt es – allerdings sind einige Jahrgänge während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz gedruckt worden.

Was können Sie uns zur Entstehungsgeschichte des Kalenders erzählen?

Pfarrer Jakob Haarbeck hatte in Wohnungen an der holländischen Grenze immer wieder einen christlichen Abreißkalender entdeckt, der für jeden Tag auf holländisch ein Bibelwort mit kurzer Auslegung enthielt. Zusammen mit dem Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins beschloss er, einen ähnlichen Kalender auf Deutsch herauszubringen. Der Erlös des Kalenders kam der Arbeit des Neukirchener Erziehungsvereins zugute. Das ist auch bis heute so geblieben. Im ersten Jahr (1890) verkauften sie 10.000 Exemplare – im Jahr 1921 waren es 875.000 Exemplare!

Gibt es vielleicht noch ein Foto von einer der ersten Ausgaben?

hier ist es:

birgit schubert

Sehr bunt ist die Autorenschar, die auch 2013 sich wieder ans Werk gemacht hat und wie ich finde sehr schöne und auch nachdenkliche Texte geschrieben hat. Wer bestimmt welche Autoren mitmachen?

Das entscheidet der Mitherausgeber und Redaktionsleiter Ralf Marschner. Wichtig ist ihm, dass es ein breites Spektrum an Autorinnen und Autoren aus Landes- und Freikirchen, aus christlichen Werken, aus der Evangelischen und der Katholischen Kirche gibt.

Stellen Sie in Zeiten von Internet und wachsender Kalenderkonkurrenz eine sinkende Nachfrage nach dem Neukirchener fest und was unternehmen Sie um ihn nicht alt wirken zu lassen, trotz seiner 124 Jahre?

Dass der Kalender nicht alt wirkt, liegt an der Lebendigkeit der Autoren, die ja nun keine 124 Jahre alt sind, sondern mitten im Leben stehen!

Für unterschiedliche Lesegewohnheiten gibt es verschiedene Ausgaben über die „klassische“ Abreißausgabe und Buchausgabe hinaus:

–          eine CD-Rom, um am Computer mit der Andacht „begrüßt“ zu werden oder interessante Andachten wieder zu entdecken

–          eine kleine, leichte Dünndruck-Ausgabe, um den Kalender mitnehmen zu können

–          und seit 2012 auch eine Kalender-App.

So ist der Kalender zwar der älteste Andachtskalender in deutscher Sprache, aber „up to date“.

Dann wird im kommenden Jahr sicher ein großes Jubiläum gefeiert, wird der Leser davon etwas mitbekommen?

Im nächsten Jahr wird ein Buch erscheinen. „Mein täglicher Begleiter – Der Neukirchener Kalender: Geschichte und Geschichten“. Dieses Buch erzählt die Geschichte des Neukirchener Kalenders und lässt dabei Menschen zu Wort kommen, die eng mit dem Kalender verbunden sind: Mitarbeiter, Autoren und natürlich viele LeserInnen, die ihre Geschichten und Erinnerungen mit dem Kalender erzählen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch! Sie haben uns neugierig gemacht.

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