Johannes Reimer: Hereinspaziert!

Johannes Reimerhereinspaziert

Prof. Dr. Johannes Reimer fragt nach wo die Menschen bleiben die nicht zu uns in die Gemeinden kommen. Warum kommen sie nicht zu uns „Hereinspaziert!“ Was er schreibt ist eine sehr ehrliche Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes. Wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht.

Darum fordert der Autor eine neue Willkommenskultur. Und genau da wird er konkret und spricht nicht nur Gemeinden so ganz allgemein an, sondern auch jeden einzelnen Leser.

Dieses Buch ist nicht nur in Bezug auf die Außenstehenden interessant. Der Autor beschreibt so nah an der Realität Gemeinden und Menschen, dass ich beim Lesen immer mit meinen eigenen Erfahrungen vergleiche. Dies allein ist äußerst spannend und zeigt wo es bislang noch hapert und wo wir attraktiver für andere Menschen werden können und zugleich selbst dichter auf dem Weg der Nachfolge wandeln können. Beides muss sich nicht gegenseitig ausschließen.

Dieses Buch in die Realität umgesetzt, kann unsere Gesellschaft grundlegend verändern!

http://www.neufeld-verlag.de ISBN 978-3-86256-034-9, Preis 16,90 Euro

Johannes Reimer hat buecheraendernleben jetzt folgende Frangen beantwortet:

Lieber Johannes Reimer, dein Leben liest sich spannend wie ein Thriller. In einem sowjetischen Lager für deutsche Minderheiten wurdest du geboren. Als talentierter Nachwuchskader der kommunistischen Jugendorganistation hast du dann oft mit Christen diskutiert, um sie vom Glauben abzubringen. Aber das gegenteil ist geschehen. Du selbst bist Christ geworden. Wie konnte das geschehen?

Überzeugt haben mich letztendlich nicht Argumente. Ich war meinen christlichen Gesprächspartnern intellektuell überlegen. Es war vielmehr so etwas wie Liebe, die ich in diesen Menschen spürte und die mir offensichtlich fehlte. Und dann diese unvorstellbare Geborgenheit, die nicht vom Verstand her kam, sondern von irgendwo viel tiefer. Sie sprachen vom Herzen. Mir war sowohl die ihre Sprache als auch ihre Haltung fremd. Ich wurde neugierig und fand letztlich zum Glauben.

Meine Mutter musste zehn Jahre ihres Lebens in einem sowjetischen Arbeitslager in Sibirien zubringen. In den letzten Jahren hatte sie die Möglichkeit Gottesdienste der russisch-orthodoxen Kirche mitzufeiern. Noch viele Jahre später erzählte sie immer wieder: Niemals war sie Jesus so nah wie in diesen Gottesdiensten. Hier in Deutschland hat sie später immer behauptet, die Deutschen haben kein Gespür um Jesus hereinzubitten. Hast du eine Ahnung was sie gemeint haben könnte?

Ich glaube schon. In der Orthodoxie sucht man eine spirituelle Nähe zu Gott und Christus. Im Protestantismus neigt man schnell dazu alles vom Verstand her erfassen zu wollen. Da weiß man dann schnell viel mehr über Jesus und den Glauben, aber das Herz bleibt nicht selten kalt. Deine Mutter hat offensichtlich etwas von dieser spirituellen Wärme gespürt.

Du hast jetzt ein neues Buch vorgelegt mit dem Titel „Hereinspaziert!“ Warum und für wen hast du dieses Buch geschrieben?

Für alle die sich mit der Tatsache, dass die Menschen in der Gesellschaft unseren Glauben für langweilig und alltagsuntauglich halten, nicht abfinden wollen.

Haben sich die Verantwortlichen unserer Kirchen in den letzten Jahren zu oft verbogen um an die Menschen heranzukommen?

Tja, zunächst einmal haben sie sich im Namen ihrer Frömmigkeit von den Menschen abgewandt, weil sie diese als weltlich und daher potenziell verdorben ansahen. Sie haben die Tür zur Gesellschaft aus Furcht vor der Welt hinter sich verschlossen und jetzt wundern sie sich, dass die Gesellschaft hinter einer verschlossenen Tür nichts mehr von Gott wissen will.

Was muss sich ändern in unseren Gemeinden, damit Außenstehende uns wahrnehmen und unseren Einladungen folgen?

Unsere Gemeindekultur muss sich ändern. Die Gemeinden brauchen nichts so sehr wie eine Willkommenskultur, die den Fremden einlädt in den Raum der Liebe und Wertschätzung zu kommen. Jetzt zeigen wir den Menschen nur zu oft unseren langen Zeigefinger, der ihnen deutlich machen will, wie schlecht sie allesamt sind. Schwer verletzte Menschen können bekanntlich nichts mit Zeigefingern anfangen, sie brauchen eine offene Hand, die zugreift, aufhebt und trägt.

Und ich ganz allein, was kann ich tun?

Das was Du von Gott erhalten hast zum Dienst an den Bedürftigen einsetzen. Man wird immer würdevoller, wenn man es wagt für Andere zu leben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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