Monatsarchiv: März 2013

Fabian Vogt: Super, Mann!

super, mann!

fabian vogt

Foto: Fabian Vogt

Fabian Vogt geht in seinem neuen Buch den verschiedenen Männerbildern nach. Diese wandeln sich in unserer schnellebigen Zeit schneller als der Mann sich manchmal mit diesen verschiedenen Rollen auseinandersetzen kann.

Der Pfarrer und Schriftsteller veröffentlicht in seinem Buch 12 Briefe, unter anderem an den Träumer, den Ehemann, den Vater und den Sohn. Der Mann von heute wird heute von vielen Seiten beansprucht, hohe Erwartungen werden an ihn gerichtet und die gesellschaftlichen Veränderungen verändern das Männerbild von heute ständig weiter.

Mit Humor wagt sich Vogt an das Thema heran. Als ich die letzte Seite gelesen habe, denke ich: „Und nun?“ Da wurde das Thema Mann nun von verschiedenen Seiten her beleuchtet und auf verschiedene Themen angewendet, aber was bedeutet dies alles für mich als männlichen Leser?

Die verschiedenen Männerrollen innerhalb unserer Gesellschaft zu betrachten, gibt Gelegenheit zu sich selbst zu finden. Welche Rolle ist die, die mir liegt? Muss ich alle Rollen bedienen oder reicht es ganz einfach mich auf meine Rolle zu konzentrieren und diese dann aber auch konsequent zu leben?

Was hier, auch mithilfe des Covers, scheinbar so lustig daher kommt, ist ein Nachdenken über die Rolle des Mannes heute. Pfarrer Fabian Vogt macht sehr deutlich, dass die Vielfalt von heute nicht immer von Vorteil sein muss, er kann so manch einer alten Rolle auch etwas abgewinnen. Ich habe dieses Buch mit Gewinn gelesen!

Brendow, 978-3-86506-455-4, Preis 12, 95 Euro

Der Brendow Verlag hat uns von diesem Titel ein Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt. Wer seinen Kommentar bis Ostermontag unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

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Tobias Faix: CD – Das ist Erpressung!

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Bereits vor über einem Jahr habe ich das Buch der hier vorliegenden Vater-Tochter-Dialoge gelesen. Bei uns ist dieses Buch immer noch präsent. Zumindest im Kinderzimmer greift meine Tochter regelmäßig zu diesem Büchlein. Mein Alptraum ist immer, wenn ich in verteilten Rollen zum Lesen eingeladen werde. Aber wer mit Kindern in einer Familie zusammenlebt, der erkennt sich garantiert wieder in diesen Geschichten.

Nun liegt das Buch also in CD – Form vor und ich war gespannt. Tobias Faix und seine Töchter Aimee und Lilly lesen selber. Es handelt sich um Mitschnitte von Lesungen und mann kann sich dem Lachen des Publikums kaum entziehen. Die Stimmung ist hervorragend, manchmal ist der Vater und viel öfter die Töchter obenauf und versuchen die jeweilige Alltagssituation zu beherrschen. Natürlich einigen sie sich hin und wieder auch.

Die CD allerdings bin ich nun los. Meine Tochter hat sie eingezogen und sie läuft bereits zum gefühlten 100. Mal!

Francke Verlag, ISBN 978-3-868-27377-9, Preis 9,95 Euro

Tobias Faix stellt unserem Blog ein Verlosungsexemplar seiner CD zur Verfügung. Wer bis Ostermontag 20 Uhr seinen Kommentar mit einem schönen Erlebnis mit einem Kind postet, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

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Daniel Morawek: Sex On The Beach

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Foto: Daniel Morawek

Wenn der Wunsch nach einem Kind seit Jahren vergeblich im Raume steht, dann kann dies ein Paar zu vielerlei Verhaltensweisen treiben. Sandra und ihr Marco sind Mitte 30 und wollen ein Kind. Sie probieren Techniken, wissen natürlich: „immer schön locker bleiben“ – aber bislang hat dies alles nichts gebracht.

Jetzt fahren die beiden auf eine Südseeinsel um am Projekt Kind zu arbeiten und Sandra hat alles stabsmäßig durchgeplant. Zunehmend geht Marco dies auf den Senkel. Bei der netten Bardame holt er sich Trost. Sie nimmt ihn sogar mit auf ihr Zimmer.

Daniel Morawek hat es verstanden mit viel Humor ein sehr ernsthaftes Thema anzupacken. Ob es betroffenen Paaren viel bringt, kann ich nicht beurteilen, aber auf alle Fälle werden die Leser mit einem Thema konfrontiert über das im Allgemeinen nicht viel gesprochen wird. Gut, dass der Autor sich des Themas annimmt!

Was nicht befriedigen kann, ist der Schluss der Story. Da muss Daniel Morawek unbedingt noch einmal ran und einen zweiten Teil schreiben. Für den Leser ist das Ende nicht planbar, dies ist natürlich sehr gut so, aber Moraweks Ende schreit geradezu nach einem zweiten Teil der Story.

Amazon Media, eBook – Preis 2,69 Euro

Daniel Morawek hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Daniel, Dein neues Buch liegt seit wenigen Tagen als eBook vor, warum nicht in Papierform?

Es ist ja ein Kurzroman, mit 110 Normseiten ein eher untypisches Format für ein gedrucktes Buch. Bei einem eBook ist das aber kein Problem. Außerdem habe ich von Anfang an die Option im Kopf gehabt, noch eine oder mehrere Fortsetzungen zu schreiben – und dann würde sich am Ende eine Gesamtausgabe als eBook und Print-Buch anbieten.

Mit viel Humor traust Du Dich an das Thema vergeblicher Kinderwunsch, wie kommst Du auf dieses Thema?

Mir kommt es wie eine allgegenwärtige Thematik vor. Vielleicht liegt das auch nur an der Lebensphase – zwischen 30 und 40 – in der ich mich befinde. Aber ich höre ständig solche Geschichten im Freundeskreis. Und ja – auch aus eigener Erfahrung habe ich meinen Teil zu dem Thema beizutragen.

Hegt man einen unerfüllten Kinderwunsch und versucht aktiv etwas dafür zu unternehmen, erlebt man schnell viel skurrile Dinge. Da bietet sich die Verarbeitung als Komödie an. Außerdem habe ich mir immer noch den Glauben bewahren können, dass jedes Lebensdrama auch etwas Positives hat. Wenn auch vielleicht erst in der Rückschau …

Ist das Thema in unseren Breiten ein Tabuthema?

Gute Frage. Die Politik spricht ja viel vom Nachwuchs. Aber eher davon, dass die sturen Deutschen keine Kinder kriegen wollen. Diese Politiker sollte man vielleicht mal in das Wartezimmer einer Kinderwunschklinik einladen. Da geht es nämlich zu wie in der Wartehalle eines Großstadt-Bahnhofs …

Im privaten Bereich ist es ein Stück weit ein Tabuthema, da die Betroffenen natürlich wenig Lust haben, mit Nichtbetroffenen darüber zu sprechen. Sonst wird man sofort bemitleidet und mit gut gemeinten Ratschlägen überschüttet, die aber oft einfach nur obskur sind. Wenn man zum Beispiel sagt, man mache sich mittlerweile auch über die Möglichkeiten einer Adoption schlau, ist die typische Antwort: „Super Idee! Ich habe von jemand gehört, der von jemand gehört hat, der von jemand gehört hat … dass sie nach der Adoption sofort schwanger geworden sind. Du wirst sehen, so wird das bei euch auch.“

Mit viel Humor gehst Du die Sache an, aber das Ende Deiner Story gefällt mir überhaupt nicht. Da lässt Du mich als Leser einfach so stehen und erzählst nicht weiter. Ob und wann wird es einen zweiten Teil der Geschichte um Sandra und Marco geben?

Na ja, es ist eine Geschichte von Sandra und Marcos Urlaub – und diese Story erzähle ich bis zum Ende. Es ist auch die Geschichte vom Versuch die Bedingungen für eine Empfängnis durch allerlei absurde Ratschläge zu verbessern. Sozusagen die erste Phase, die Paare durchmachen, wenn sie ungewollt kinderlos sind. Das klappt aber oft nicht – so wie bei Sandra und Marco am Ende wohl auch. Das heißt, die beiden haben als Paar noch mehrere Phasen auf ihrem Weg vor sich. Also ist eine Fortsetzung nicht ganz unrealistisch. Ob und wie bald es diese geben wird, hängt natürlich auch ein bisschen vom Interesse der Leser ab.

Ich fände es aber ehrlich gesagt auch ein bisschen unfair und unrealistisch, wenn die beiden so schnell zu einem positiven Ergebnis mit ihrem Kinderwunsch kommen würden.

Du bist ein erfolgreicher Vielschreiber, magst Du uns etwas über Deine weiteren Pläne verraten?

Die Option einer Fortsetzung von „Kinderwunsch und andere Katastrophen“ haben wir schon erwähnt. Ansonsten plane ich gerade einen größeren Roman über das Leben und das Befinden der Generation 35plus. Dann überlege ich auch gerade, ob ich nicht mal wieder etwas im Thrillerbereich schreiben will. Dann aber eher unter meinem Pseudonym für Spannungsliteratur „Mike Wächter“.

Das heißt wir sollten Dich im Auge behalten. Vielen Dank für das Gespräch!

Der Autor stellt uns drei eBooks zur Verlosung zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Ostersonntag unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Plass / Lucas: Jetzt mal ehrlich …

jetzt mal ehrlich

Nach den „Anekdoten frommer Chaoten“ setzen die alten frommen Haudegen Adrian Plass und Jeff Lucas jetzt noch eins drauf. In gewohnter Manier tauschen sie Briefe aus, schildern Alltagssituationen und bringen mich mit ihren Gedanken zum Schmunzeln und Nachdenken.

Die Episoden, die sie sich gegenseitig schreiben und kommentieren, hauen mich nicht vom Hocker. Die Auswertungen der Autoren regen allerdings zum Reflektieren an, bringen manchmal auch selbst Erlebtes hervor, aber oftmals denke ich auch: „O Jungs, früher ward ihr bissiger!“ Vielleicht liegt es auch daran, dass es einfach unmöglich ist, an das Vorgängerbuch heranzureichen. Bücher für die Adrian Plass allein verantwortlich ist, kommen mir wohltuend respektloser und mehr in die Tiefe gehend vor.

„Jetzt mal ehrlich“ ist aber dennoch ein Situationsbericht aus der christlichen Welt, der amüsiert und zum Nachdenken über unser tägliches Tun anregt. Das neue Draufschauen eröffnet völlig neue Aussichten. Gerade diese Momente sind die Highlights dieses Buches!

Brendow Verlag, ISBN 978-3-865-06465-3, Preis 14,95 Euro

Der Brendow Verlag hat uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt. Wer also seinen Kommentar unter diesem Beitrag bis Mittwoch 20 Uhr postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Jörg Zink: Das offene Gastmahl

jörg Zinkdas offene Gastmahl

Foto: Jörg Zink (Quelle, Factum Fotojournalismus)

Seit Jahrzehnten fasziniert und begeistert mich Jörg Zink. Sein geistlicher Blick analysiert glasklar den Ist-Zustand und wessen man sich bei dem 90jährigen Autoren sicher sein darf: Sein Blick weist immer auch in die Zukunft.

„Das offene Gastmahl“ bietet Zink die Chance, in gewohnter Deutlichkeit einer konkreten Fragestellung nachzugehen. Lese ich des Autors Interpretation, komme ich mir im Sumpf unserer Kirchen ziemlich klein und eingesperrt vor. Der Autor bemüht denn auch das Beispiel vom Gartenzaun. Anstatt alle zum Abendmahl einzuladen, errichten Kirchen Zäune und Hürden und machen sich gegenseitig das Leben schwer.

Mit der katholischen Kirche und auch ökumenischen Kirchentagen geht Jörg Zink ins Gericht. Ja, er wagt sogar die Behauptung, dass die ökumenischen Kirchentage beim Thema des gemeinsamen Abendmahls keinen Millimeter Annäherung gebracht haben.

„das festliche Mahl“ (und der Autor erinnert hier an Jesu Tischgemeinschaft in Galiläa)… soll nach allen Seiten offen sein, „auch für Fremde, auch für Ungläubige, auch für Angehörige fremder Religionen, als die Feier der Zugänglichkeit für die, die uns auf jede erdenkliche Weise benachbart sind.“, sagt Jörg Zink heute. Das ist wohltuend radikal und führt uns all unseren vorgeschriebenen gesetzlichen Kleinglauben vor Augen. Mit ihm entfernen wir uns selbst immer mehr von unserem Gott.

Gemeinsam mit Jörg Zink über „Das offene Gastmahl“ nachzudenken, kann schnell zur gefährlichen Aktion werden. Er lässt sich in seinem Denken nicht in Schubladen oder Kategorien stecken, deshalb werden bei ihm Visionen klar erkennbar, die von jedem verstanden werden!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06592-2, Preis 22,99 Euro

Jörg Zink hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Jörg Zink, soeben ist Ihr „Das offene Gastmahl“ erschienen. Warum ist Ihnen gerade dieses Thema so wichtig?

Sie fragen nach dem Grund, warum mir das Thema „Das offene Gastmahl“ wichtig ist. Das heilige Abendmahl wird die Konfessionen nicht wirklich verbinden können. Es ist durch die Blockadehaltung der katholischen Kirche unmöglich gemacht. Als Alternative bieten sich die offenen Gastmähler von Galiläa an.

Sie verblüffen und faszinieren mich mit Ihrer Aussage „Warum soll es nicht eine Kirche verschiedener Gruppen und Kirchen geben…“ Vor wenigen Tagen träumte Georg Schwikart mit fast gleichlautenden Worten. Glauben Sie tatsächlich an so e i n e Kirche? Wenn ja, woher nehmen Sie Ihren Mut?

Da die Eine Kirche mit dem Einen Herrenmahl nicht erreichbar scheint, empfiehlt es sich für die nahe Zukunft, eine Kirche verschiedener Gruppen und Kirchen ins Auge zu fassen. Dabei könnte über „Offene Gastmahle“ die Eine Kirche vorweggenommen werden.

Den ökumenischen Kirchentagen bescheinigen Sie, so gut wie nichts geschafft zu haben beim Thema gemeinsamen Abendmahl. Sollten wir das Thema nicht einfach ruhen lassen und auf die Kraft der „Kirche von unten“ hoffen?

Auf den ökumenischen Kirchentagen hat sich nicht viel ereignet beim Thema „Gemeinsames Abendmahl“. Wir können aber das Thema nicht einfach ruhen lassen und auf die Kraft der „Kirche von unten“ hoffen. Die „Kirche von unten“ kommt aus der Illegalität nicht heraus.

Seit wenigen Tagen haben wir einen neuen Papst. Trauen Sie ihm zu Bewegung in das alte Thema hineinzubringen?

Wir haben einen neuen Papst. Es mag sein, dass ich ihm zutrauen könnte, Bewegung in das alte Thema hineinzubringen. Das würde das Thema aber nicht erledigen, denn es geht beim „Offenen Gastmahl“ auch um das gemeinsame Feiern mit Nichtgläubigen oder fremden Religionen. Es ist ein Thema einer künftigen Dialogfähigkeit der Kirchen.

Sie sagen: „Das offene Gastmahl ist das Fest des Segens.“ Ich habe heute oft den Eindruck, dass der erbetene Segen auf trockenes und müdes Land fällt. Täusche ich mich da?

Sie fürchten, dass der erbetene Segen auf trockenes und müdes Land fällt. Diese Skepsis kann ich so nicht teilen. Ich sehe im Aufbruch der „Kirche von unten“ ein Nachdenken auf uns zukommen, das den Kirchen ein Zugehen auf die andere Konfession sowohl als auch auf fremde Religionen ermöglicht.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Das Gütersloher Verlagshaus stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Titels zur Verfügung. Wer an dieser Verlosung teilnehmen möchte, postet einfach seinen Kommentar unter diesem Beitrag. Viel Glück!

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Hoffnung für alle: Die Gerechtigkeitsbibel

tobias Faixgerechtigkeitsbibel

Foto: Tobias Faix

Soeben erschienen ist die Gerechtigkeitsbibel. Es handelt sich dabei zwar um eine ganz normale „Hoffnung für alle“ Bibel, aber bei dieser, sind alle Textstellen zu den Themen Armut und Gerechtigkeit farblich unterlegt. Dies soll den Blick auf besonders wichtige Themen der Gegenwart schärfen.

Liest man ein paar Seiten wird man sehr schnell feststellen wieviele Stellen zu den genannten Themen passen und wie man selbst beginnt die Bibel anders zu lesen. Dies war für mich ein besonderer AHA – Effekt. Ich nehme diese Bibel sehr schnell als Manifest gegen Armut und für Gerechtigkeit wahr. Zu bedenken wäre dann, welche Auswirkungen mein Lesen mit neuer Brille auf meinen Alltag hat. Auch daran haben die Herausgeber gedacht. Es kommen Menschen im Mittelteil dieser Gerechtigkeitsbibel zu Wort, die hautnah erfahren was Armut ist und es werden Organisationen vorgestellt die etwas tun gegen Armut und für Gerechtigkeit.

Die Gerechtigkeitsbibel konfrontiert mich schonungslos mit den Themen die unsere wichtigsten als Christen sein sollten. Dieses Buch strebt mit Macht in unseren Alltag und will umgesetzt werden!

Brunnen Verlag, ISBN 978-3-765-56185-6, Preis 19,99 Euro

Der Marburger Theologe Tobias Faix ist einer der Herausgeber dieser Gerechtigkeitsbibel. buecheraendernleben hat Tobias Faix nun diese Fragen beantwortet:

Hallo Tobias, zusammen mit anderen hast Du soeben „Die Gerechtigkeitsbibel“ herausgegeben. Alle Textabschnitte zu den Themen Armut und Gerechtigkeit sind farblich unterlegt. Warum brauchen wir so eine Bibel?

Armut und Gerechtigkeit sind zentrale Motive, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel ziehen, ja Gott sagt sogar mal über sich, dass er selbst Gerechtigkeit ist. Die farblichen Markierungen sollen einen daran erinnern, wie vielfältig und oft dieses Thema in der Bibel vorkommt. Die über 3000 hervorgehobenen Bibelstellen zeigen auch noch mal deutlich die Liebe Gottes für die Armen und seine Leidenschaft für Gerechtigkeit.

Aber weiß nicht ohnehin jeder, dass Gott für die Armen und für Gerechtigkeit ist?

Ich fürchte leider nicht. Es gab vor gut zwei Jahren eine empirische Erhebung unter leitenden Mitarbeitenden in Kirchen und Gemeinden in ganz Deutschland zu dem Thema „Armut und Gerechtigkeit“ in der 82,1% der Befragten sagen, dass das Thema Armut in ihrer Gemeinde nicht thematisiert wird („Was Christen über Armut denken….“, Neufeld Verlag 2010). Ich glaube, dass dies auch daran liegt, dass wir die Bibel oftmals mit einer „biographisch geprägten Brille“ lesen und uns viele Verse gar nicht mehr auffallen oder wir sie einfach überlesen. Mir selbst ging es so und als ich angefangen habe für mich persönlich die Verse rauszuschrieben war ich doch sehr erstaunt darüber wie zentral das Thema in der Bibel ist und wie viele Verheißungen Gott den Armen und Unterdrückten zusagt, ja wie hoch seine Identifikation mit den Menschen ist.

In dieser Gerechtigkeitsbibel kommen auch Menschen zu Wort die heute in Armut leben, was nützt es denen, wenn wir nun eine Gerechtigkeitsbibel haben?

Es ist wie immer in der Nachfolge Jesu: Als Gerechtfertigte durch Jesus, können wir durch die Kraft des Heiligen Geistes nun Gerechtigkeit leben. Dies beginnt mit kleinen konkreten Schritten: Was und wo kaufe ich ein? Wie teile ich mein Geld ein? Wen und was unterstütze ich durch meinen Wohlstand? Wann wird das Thema Armut und Gerechtigkeit bei mir und in meiner Gemeinde thematisiert? Es läuft gerade ein sehr provozierender Film: „58“, nach Jesaja 58, in dem die Behauptung aufgestellt wird, dass Gott uns Christen alles gegeben hat um extreme Armut auf dieser Welt aufzulösen. Nachdenkens wert.

(Link: http://www.58-derfilm.de/)

Was soll, was kann diese Gerechtigkeitsbibel in uns bewirken?

Für mich hinterfragt sie mein Gottesbild und mein alltägliches Handeln. Beides unbequeme Punkte, aber vielleicht gerade deshalb so wichtig!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der Brunnen Verlag hat uns ein Verlosungsexemplar der Gerechtigkeitsbibel zur Verfügung gestellt. Wer also bis Montag Abend seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

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Dada Peng: mein buch vom leben und sterben

dada pengdada peng mein buch

dada peng (Foto: Tilman Schenk)

eigentlich ist dada peng ein hans dampf in allen gassen. er war im kinderkanal, hat in der dortmunder oper getanzt und als sänger kenne ich ihn von youtube. jetzt begegne ich diesem jungen mann auf ganz neue art mit einem thema über das man gern nicht spricht.

er hat das sicher persönlichste von sich preis gegeben. ein buch vom leben und sterben. der baptist dada peng hat vater und mutter sterben sehen und er ist freiwillig in ein hospiz gegangen um dort ehrenamtlich zu arbeiten. wer ein buch in getragenem und traurigem ton erwartet, wird enttäuscht sein.

für dada peng ist der tod nicht das ende. er besitzt die freiheit in einem hospiz zu lachen. völlig ohne respekt und ohne scheu nimmt er sich dem leben und dem sterben an. ob er sich in eine der vorhandenen christlichen schubladen legen lässt bezweifle ich, aber jesus ist für ihn eine größe mit der zu rechnen ist.

sein buch kommt ohne großschreibung aus. für das bücherregal hat er es ohnehin nicht geschrieben. er will ein buch gemeinsam mit seinen lesern schreiben. er stellt ihnen fragen, konfrontiert sie mit lückentexten und fordert sie auf zum stift zu greifen und einfach gedanken und ideen mit ins buch zu schreiben. so will er alle an seinen themen mit beteiligen. spätestens beim lesen wird klar, es sind nicht nur seine themen, sie gehen uns alle an.

dada peng will mit uns über den tod reden, um ihm die macht über uns zu nehmen!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06634-9, Preis 14,99 Euro

Das Buch hat eine eigene Website:

http://www.meinbuch.tv/

dada peng hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo dada peng, Du singst, Du tanzt, Du machst Fernsehen, Du arbeitest als Drehbuchautor und nun liegt seit wenigen Tagen Dein Buch „vom leben und sterben“ in den Buchgeschäften. Warum ist Dir dieses Buch so wichtig?

dieses buch ist quasi „mein baby“. der verlag ist nicht zu mir gekommen und hat gesagt: du hast doch im hospiz gearbeitet und deine eltern während des sterbens begleitet, schreib doch mal ein buch darüber. die geschichten, gedichte und songs sind vielmehr entstanden in den zeiten als ich selbst von den situationen über die ich berichte betroffen war. vieles habe ich in mein eigenes tagebuch geschrieben, manches einfach als notiz ins handy getippt. und dann war da auf einmal eine ganze fülle an material, das wir dann zu einem kleinen buch zusammengefügt haben. es ist quasi gewachsen und es ist mein erstes buch.ich glaube, das ist immer etwas besonderes 🙂

Was glaubst Du, warum meidet man das Thema Tod und Sterben gern?

weil es generell als schwäche gilt traurig zu sein, bzw. weil viele menschen angst vor dem thema haben. das liegt meistens an einer grossen unwissenheit. man hat immer angst vor dingen die einem fremd sind. das habe ich auch während meiner hospizarbeit erfahren. ich persönlich kann nur sagen, dass es eine grosse bereicherung für das eigene leben sein kann, diese angst vor diesem unbekannten „dem tod“ zu verlieren oder sie einfach nur ein wenig abzubauen. der tod ist ein unbekanntes weites feld, das stimmt. aber es ist etwas ganz natürliches. so wie mit gewissheit ein neuer sommer kommen wird, irgendwann^^…so wird auch der tod eines tages teil des eigenen lebens werden. und ich persönlich möchte einfach nicht bis zu diesem tage in angst leben, sondern im einklang mit den dingen die da kommen mögen….oder zumindest möchte ich es versuchen.

Du warst mehrere Jahre ehrenamtlicher Mitarbeiter in einem Hospiz. Wie bist Du zu dieser Arbeit gekommen und was hat sie Dir gebracht?

über hospizarbeit habe ich durch einen fernsehbericht erfahren, da war ich vielleicht 16 oder 17. seitdem hatte ich das irgendwie auf dem schirm. nachdem mein vater gestorben war, wollte ich gerne mit menschen reden, die erfahrung mit der begleitung von sterbenden hatten, um meine eigenen erlebnisse während dieser zeit etwas besser einorden zu können. so fuhr ich eines tages ganz einfach im hospiz schwerte vorbei und blieb dann fast 3 jahre lang dort als eherenamtlicher mitarbeiter, bis zu meinem umzug nach köln. diese arbeit dort hat mein leben ungemein bereichert und mir persönlich die angst vorm sterben genommen. viele menschen fürchten sich ja viel mehr vor dem sterbeprozess als vor dem tod. man befürchtet schmerzen zu haben, alleine zu sein, an schläuchen angeschlossen zu sein….und ich weiss heute: das muss nicht sein. sterben kann sehr schön gestaltet werden, allerdings muss man dann natürlich einen weg finden seine eigenen wünsche zu kommunizieren. und man muss sich seiner eigenen endlichkeit bewusst sein.

Du schreibst in Deinem Buch, Du betrachtest den Tod nicht als Endstation. Was ist der Tod denn sonst?

für mich ist der tod ein übergang. so wie die geburt auch ein übergang ist. so wie es einen übergang vom winter zum frühling gibt, einen übergang von regen zu schnee. ich weiss nicht wohin dieser übergang führt, das finde ich auch nicht wichtig. ich habe auch auf viele fragen diesbezüglich auch keine antwort, aber durch die dinge die ich erlebt habe, habe ich ein gefühl, eine ahnung und das genügt mir zum jetzigen zeitpunkt.
5.)

Jesus ist für Dich eine Größe mit der Du rechnest. Was hat Jesus mit dem Tod zu tun?

ich habe mich mit der person jesus immer sehr viel und sehr gerne beschäftigt. die art und weise, wie er bedingungslos zu lieben verstand, finde ich ganz grossartig. und er steht natürlich als sinnbild dafür, dass man den tod überwinden kann. dass es kein wirkliches ende gibt. ob dieses überwindung dann im christlichen sinne geschehen mag oder nicht, vermag ich gar nicht zu beurteilen. aber auch das finde ich nicht wichtig. ich glaube dass man am leben und sterben jesu einfach erkennen kann: the end has no end! und jesu wegbegleiter haben versucht diese erfahrungen mit ihm in worte zu fassen. menschen in anderen kulturen und anderen zeiten haben ganz ähnliches getan und einfach nur andere worte und bilder verwendet. der tod macht keine unterschiede. und das hat jesus auch nicht getan. die beiden müssten sich also eigentlich ganz gut verstehen, denke ich 🙂

Vielen herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

dada peng schenkt einem Gewinner ein von ihm signiertes Buch. Wer also bis Montag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, der ist bei der Verlosung mit dabei. Viel Erfolg!

Wer dada peng auch als Sänger erleben möchte, bitte hier:

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