Annekatrin Warnke: 0014 Zwei Engel in geheimer Mission

Annekatrin Warnke0014

Foto: Annekatrin Warnke

„Selbstironie ist immer klug.“ schreibt Annekatrin Warnke in ihrem Buch und stürzt sich sogleich in ihren schrägen 0014 Engelroman. Zunächst hatte ich die Anspielung auf James Bond gar nicht kapiert. In dieser Story kommen nach 50 jähriger Pause zwei Engel wieder zu uns Menschen herunter. Natürlich im Auftrag des Herrn. Ernie und Bert sollen eine ganz normale Kirchengemeinde wieder auf Kurs bringen.

Und genau da beginnt der ganze Schlamassel. Die Autorin beschreibt zwar eine spezielle Gemeinde, aber schon während der ersten Szenen wird mir klar, jeder Christ hat ähnliches in seiner Gemeinde bereits kennengelernt. Zu jedem Thema gibt es immer mindestens zwei Ansichten und diese treffen oft auch nicht ganz sanft aufeinander. Besonders amüsant wird das Büchlein als klar wird, dass selbst die Engel Ernie und Bert sehr unterschiedlich sind.

Der Roman ist nicht durchgehend geschrieben es handelt sich im Wesentlichen um eine Sammlung von Mails die zwischen den Engeln und dem himmlischen Planungsstab verschickt werden. Brisant wird es besonders da, wo ein Engel den anderen beim Chef anschwärzen möchte.

Bei aller Komik die Annekatrin Warnke aufbietet und die auch bei mir als Leser ankommt, dieser Roman hat nicht wenige Stellen bei denen geistlicher Tiefgang vorhanden ist. An vielen Stellen hab ich mich beim Lesen selbst entdecken können, jetzt höre ich aus des Engels himmlischen Mund ein „aber“ zu meiner Meinung und nehme sie plötzlich anders wahr, als von irgend einem Typen in meiner irdischen Gemeinde. Vielleicht besteht gerade darin die große Chance dieses 0014 Engelromans.

Auf ungewöhnliche Weise schaut Annekatrin Warnke in eine Kirchengemeinde wie wir sie alle kennen. Durch ihren humorvollen Blick gelingt es ihr über bestimmte Sachthemen neu nachzudenken!

Brendow, ISBN 978-3-86506-463-9, Preis 11,95 Euro

buecheraendernleben hat Annekatrin Warnke nun folgende Fragen gestellt:

Hallo Annekatrin, Du kennst dich erstaunlich gut mit Engeln aus. Bist du selbst auch einer?

Für meinen Roman brauchte ich ja keine Engelkenntnis. „Ernie und Bert“ entspringen allein meiner Fantasie. Die sollen bloß helfen, den Blick auf Gemeinde (un) sitten unterhaltsamer zu machen. Ich dachte mir, wenn Jemand von aussen „motzt“ ist das netter, als wenn Menschen über ihre Mitfrommen klagen. Wer wirklich was über Engel lernen will, muss schon in die Bibel gucken. Allerdings sind die Infos dort sehr spärlich. Und „nein“ – ich bin kein Engel. Alle Menschen, die mich gut kennen, würden diesen Gedanken auch völlig abstrus finden. 🙂

Du schreibst im Buch die Engel haben „Chefs“. Wer genau sind diese Chefs und wie hoch ist das Gehalt so eines Engels?

Die „Chefs“ im Roman sind natürlich nicht erfunden – abgesehen vom „Commander Erzengel“ als unmittelbarem Vorgesetzten meiner „Agenten“. Überall, wo „Chefs“ steht oder „Herr“ ist Gott gemeint – der himmlische Vater und sein Sohn Jesus Christus. Und ich hoffe, dass die Infos, die über Gott rüber kommen, mit der Bibel zu untermauern sind.

Was das Engelgehalt anbelangt: Die arbeiten tatsächlich nur, um Gott und den Menschen zu dienen.

Wenn die Chefs jetzt mitbekommen, dass du so freimütig über den Engelsberuf oder sollte man vielleicht lieber Berufung sprechen (?), der Engel schreibst, hast du da nicht Angst Ärger zu bekommen?

Ich bin überzeugt, dass Gott Humor hat. Und dass er kein Feind von Kunst, Literatur und ähnlich Schönem ist. Deshalb vertraue ich darauf, dass er es auch in Ordnung findet, uns Frommen mit erfundenen Geschichten einen Spiegel vorzuhalten. Das hat Jesus mit seinen Gleichnissen ja auch gemacht – natürlich in einer Vollkommenheit, die menschliche Autoren nicht erreichen können. Aber wir dürfen es versuchen.

Einzelne Szenen in deinem Buch zeigen mir deutlich, es kann ein Gewinn für unser Gemeindeleben sein, auch Mal etwas nicht alltägliches zuzulassen. Ist das nur mein Empfinden als Leser oder brauchen wir in unseren Gemeinden wirklich mehr Abwechslung?

Abwechselung ist nicht verkehrt – aber Vertrautes genauso wenig. Ob eins davon gut oder schlecht ist, muss man in jeder konkreten Situation prüfen. Was wir in unseren Gemeinden m.E. wirklich brauchen, ist die Bereitschaft, auf Gott zu hören. Manchmal verwechseln wir Gottes Stimme, seinen Willen mit unseren eigenen Vorlieben, Erkenntnissen und Gefühlen. Das kann dazu führen, dass wir uns an fromme Traditionen klammern, die Gott gar nicht will. Oder dass wir für gottgewollte Veränderung halten, was nur der Wunsch ist, gut unterhalten zu werden, spektakuläre Erfahrungen zu sammeln. In diesem Zwiespalt stecken ja auch einzelne Christen in der „Zielgemeinde“ von Ernie und Bert. Der eigentliche Auftrag der Engel ist es, Anstöße und Hilfen zu geben, dass die Gemeinde aufhört, vor allem um sich selbst zu kreisen.

Sinngemäß hast du im Buch mal gesagt: Nicht so viel Denken, sondern eher Mal von Herzen handeln. Ein sehr starker Satz! Was glaubst du, warum sind wir so verkopft?

Habe ich das so gesagt? Ich habe gar nichts gegen „denkende“ Christen. Einer meiner „frommen“ Lieblingsautoren ist C.S Lewis. Der war ein brillanter Denker – und gleichzeitig ein wunderbarer Fantasieautor. Der konnte offensichtlich Beides in seinem Leben zulassen: Kopf und Herz. Wir trennen das in unseren Gemeinden ja oft, unterteilen in „Kopfchristen“ und „Gefühlschristen“. Und damit schaufeln wir Gräben (der Graben – die Gräben? Ja, oder? Auch, wenn es sich doof anhört) zwischen uns, grenzen andere aus und uns selbst ein.

So, nun hab ich Dein Buch gelesen. Habe in vielen Szenen Bekanntes getroffen. Humorvoll war es auch. Für wen hast du dein Buch geschrieben? Was soll / kann es bewirken?

Das Buch ist natürlich vor allem für Christen geschrieben. Ich wünsche mir, dass es ein „Spiegel für uns Fromme“ ist, in dem wir uns selbst erkennen. Ich wünsche mir, dass der Leser hier und da herzlich kichert. Und dass er manchmal inne hält und denkt: Ups! Da lache ich mich selbst gerade aus. So was hilft vielleicht, sich auf den Weg zu machen, den Weg, sich von Gott verändern zu lassen.

Auf FB kursiert von dir der Satz: Einen Baum zu pflanzen ist nicht so dein Ding, aber jetzt wo deine Kinder nicht mehr in die Windeln kacken, war dieser Roman ein Traum von dir. Er ist sehr schön geworden. Wann wird es einen nächsten geben?

Vermutlich dann, wenn der Verlag den Eindruck hat, dass Romane von mir genug Leser interessieren. 🙂

Die Autorin schenkt einem Gewinner ein von ihr signiertes 0014 – Engelbuch. Wer also bis Dienstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, der ist automatisch drin in der Verlosung. Viel Glück!

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Annekatrin Warnke: 0014 Zwei Engel in geheimer Mission

  1. Adeline Warkentin

    Das hört sich ja ganz interessant an. Ich habe so eine Art von Buch bis jetzt noch nicht gelesen.

  2. Maria Lahnstein

    Das Buch hört sich lustig an. Erinnert mich ein wenig an Dienstanweisung für Unterteufel von C.S. Lewis.

  3. Susanne Kraack

    Hört sich wirklich superinteressant an! “ Sich auf den Weg machen und sich von Gott verändern zu lassen“ und “ Eine ganz normale Kirchengemeinde wieder auf Kurs zu bringen “ sind schon 2 Aussagen, die mir gut gefallen,
    Es scheint, es ist ein Buch ohne den erhobenen Zeigefinger sondern eher auf die humorvolle Art geschrieben, auch mal über seine eigenen Fehler zu lachen und sich damit auch selbst anzunehmen.

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