Claire Hölig: Die weiße Wölfin und der Admiral

die weiße wölfin

Mit ihrem ersten Roman führt uns Claire Hölig zurück in eine schwere Zeit. Europa wird 1943 vom II. Weltkrieg erschüttert.

Was die Autorin in ihrem Buch beschreibt, ist allerdings nicht der normale Roman über Kriegszeiten. Da ist ein deutscher Admiral der seine Schwester in Frankreich suchen lässt. Noch weiß niemand, dass Marie Büchner in Frankreich auf Seiten des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer kämpft.

Genau darin besteht die Faszination dieses Romans. Zerstrittene Geschwister einer Familie stehen sich plötzlich in einem der schrecklichsten Kriege feindlich gegenüber. Claire Hölig beschreibt, was familiär geschehen ist und führt ihre Leser durch den Krieg.

Sehr schön finde ich die sprachlichen Bilder, die die Autorin benutzt: Eine in sich verfeindete Familie führt Krieg gegeneinander. Heute wissen wir, die Zukunft Europas ist nur solange sicher, wie die Freundschaft der europäischen Völkerfamilie Bestand hat. Im Wesentlichen geht es in diesem Roman um Ereignisse zwischen Frankreich und Deutschland. Auch wenn die Story frei erfunden ist, so sind die Protagonisten doch so tief und liebevoll beschrieben, dass man beim Lesen gern von einer wahren Geschichte ausgeht.

Bliebe da noch die Frage, was so ein Buch in einem christlichen Verlag zu suchen hat. Auf den ersten Blick steht da tatsächlich nicht viel vom lieben Gott geschrieben und den moralisch-theologischen Zeigefinger findet man glücklicherweise bei Claire Hölig nicht. Aber die großen Themen der Autorin sind Widerstand, Familie und Vergebung, also zutiefst christliche Themen.

Ein wundervoller Debütroman einer noch sehr jungen Autorin, von der wir hoffentlich noch viel erwarten dürfen!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-7751-5445-1, Preis 15,95 Euro

Claire Hölig hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Liebe Claire Hölig, Ihr erster Roman ist erschienen. Wie lange haben Sie an „Die weiße Wölfin und der Admiral“ gearbeitet und wie haben Sie und der Hänssler Verlag zueinander gefunden?

Ich habe ungefähr zweieinhalb Jahre an der Geschichte geschrieben. Es gab Phasen, da habe ich sehr viel geschrieben und dann gab es auch Zeiten, in denen ich monatelang keinen Satz zu Papier gebracht habe, weil ich aus schulischen Gründen keine Zeit dazu fand.
Den Hänssler-Verlag kannte ich von einer Freundin. Ich habe das Manuskript eingereicht und auf Antwort gewartet. Aus technischen Gründen hat es dann zwar zwei Jahre gedauert, ehe die positive Antwort schließlich den Weg in meinen Briefkasten fand, aber die Geschichte hat davon profitiert, weil ich durch mein studentisches Wissen Ungenauigkeiten bei historischen Begebenheiten verbessern konnte.

Die Story im Buch spielt mitten im II. Weltkrieg. Warum ist gerade dies für Sie als 24-jährige Autorin das Thema geworden?

Meine Generation ist die letzte, die noch unmittelbaren Kontakt zu Augenzeugen aus dieser Zeit hat. Wenn man als Kind Geschichten über den Krieg hört, ist das etwas völlig anderes, als es in einem Buch nachzulesen. Als Enkelkinder haben wir aber einen größeren Abstand zum Geschehen als unsere Eltern und können mit dem Thema vielleicht eine Spur leichter umgehen. Unsere Erziehung wurde von der Schuld- und Verantwortungszuweisung nicht so stark belastet.

Trotzdem tragen wir Verantwortung dafür, dass diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät, vielleicht auch gerade deshalb, weil wir die letzte Generation sind, deren Großeltern den Krieg noch miterleben mussten.

Ein deutscher Admiral ist 1943 auf der Suche nach seiner Schwester. Die ist im französischen Widerstand. Gibt es dafür eine historische Vorlage oder ist das literarische Freiheit?

Die Geschichte ist völlig frei erfunden.

Vorrangig beschreiben Sie in Ihrem Roman den Krieg zwischen Deutschland und Frankreich. Zerstrittene Familienmitglieder finden sich plötzlich als aktive Gegner in einem grausamen Krieg wieder. Sehr beeindruckt war ich von Ihrem Wortspiel von der Familie, bis hin zum Frieden in der großen Völkerfamilie. Habe ich das nur so empfunden oder war mein Empfinden von Ihnen so geplant?

Ich denke, das Wichtigste bei einer Geschichte ist, dass der Leser anschließend etwas mitnehmen kann von dem, was er gerade gelesen hat. Je nach Lebenskontext und aktueller Stimmungslage sieht jeder ein Buch mit anderen Augen und erkennt eine andere Botschaft darin. Und genau so soll es sein!
Familie spielt eine wichtige Rolle in meiner Geschichte, aber ich möchte den Lesern nicht den Spaß verderben, indem ich sage, was meine Intention beim Schreiben war. Schließlich sollte jeder auf die Frage: „Was wollte uns der Autor damit sagen?“ seine eigene Antwort finden.

Wie und wo haben Sie gelernt so lebendig zu schreiben?

Nirgends. Mir hat schreiben schon immer Spaß gemacht. Und da ich auch leidenschaftlich gerne lese, hat es nie an Inspiration gefehlt.

Wird es ein nächstes Buch geben?

Das hoffe ich. Aber es wird bestimmt in einer anderen Zeit spielen. Die Geschichte bietet schließlich ein breites Spektrum an Ereignissen, in denen sich Konflikte einbetten lassen …

Der Verlag SCM Hänssler hat für diesen Beitrag ein Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt. Wer seinen Kommentar bis Sonnatg 20 Uhr hier postet nimmt an der Verlosung teil. Viel Glück!

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Claire Hölig: Die weiße Wölfin und der Admiral

  1. Dieses Buch ist hervorragend geschrieben!
    Ideal auch für Männer, die an dem damaligen Geschehen interessiert sind.

  2. Maria Lahnstein

    Bei Büchern, die im Krieg spielen mache ich meist einen großen Bogen. Vielleicht, weil man in der Schule immer und immer wieder alles durchgesprochen hat. Mein Vater im Krieg geboren, hat z.B. noch Erinnerungen an die Zeit. Danke für die Vorstellung des Buches !

  3. Sigrid Wink

    Ich gehöre noch zur Generation deren Eltern den 2.Weltkrieg miterlebt haben. Mein Vater (geb.1923) war in russischer Gefangenschaft dann ausgetauscht gegen französischen „freiwilligen“ Arbeitseinsatz. Er ist nicht gerne in den Krieg gegangen – er war Jungbauer auf dem Hof seiner Eltern in Ostpreußen – und dieser Krieg hat ihn, wie viele andere auch, geprägt. Er wird in diesem Jahr 90 Jahre alt und wir freuen uns, dass er auch mit seinen Enkelkindern über die damalige Zeit reden kann, eine Zeit, die er gerne nicht erlebt hätte.

  4. Esther M.

    Ich finde besonders spannend, dass die Autorin noch relativ jung ist … würde das Buch wirklich gern lesen! 🙂

  5. Adeline Warkentin

    Hört sich wirklich sehr interessant an! Würde das Buch sehr gerne lesen.

  6. Irene Warkentin

    Diese Geschichte weckt mein großes Interesse und würde es wirklich gerne lesen.

  7. Jennie Esau

    Die Geschichte hört sich richtig spannend an,würde es sehr gerne lesen.

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