Jörg Zink: Das offene Gastmahl

jörg Zinkdas offene Gastmahl

Foto: Jörg Zink (Quelle, Factum Fotojournalismus)

Seit Jahrzehnten fasziniert und begeistert mich Jörg Zink. Sein geistlicher Blick analysiert glasklar den Ist-Zustand und wessen man sich bei dem 90jährigen Autoren sicher sein darf: Sein Blick weist immer auch in die Zukunft.

„Das offene Gastmahl“ bietet Zink die Chance, in gewohnter Deutlichkeit einer konkreten Fragestellung nachzugehen. Lese ich des Autors Interpretation, komme ich mir im Sumpf unserer Kirchen ziemlich klein und eingesperrt vor. Der Autor bemüht denn auch das Beispiel vom Gartenzaun. Anstatt alle zum Abendmahl einzuladen, errichten Kirchen Zäune und Hürden und machen sich gegenseitig das Leben schwer.

Mit der katholischen Kirche und auch ökumenischen Kirchentagen geht Jörg Zink ins Gericht. Ja, er wagt sogar die Behauptung, dass die ökumenischen Kirchentage beim Thema des gemeinsamen Abendmahls keinen Millimeter Annäherung gebracht haben.

„das festliche Mahl“ (und der Autor erinnert hier an Jesu Tischgemeinschaft in Galiläa)… soll nach allen Seiten offen sein, „auch für Fremde, auch für Ungläubige, auch für Angehörige fremder Religionen, als die Feier der Zugänglichkeit für die, die uns auf jede erdenkliche Weise benachbart sind.“, sagt Jörg Zink heute. Das ist wohltuend radikal und führt uns all unseren vorgeschriebenen gesetzlichen Kleinglauben vor Augen. Mit ihm entfernen wir uns selbst immer mehr von unserem Gott.

Gemeinsam mit Jörg Zink über „Das offene Gastmahl“ nachzudenken, kann schnell zur gefährlichen Aktion werden. Er lässt sich in seinem Denken nicht in Schubladen oder Kategorien stecken, deshalb werden bei ihm Visionen klar erkennbar, die von jedem verstanden werden!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06592-2, Preis 22,99 Euro

Jörg Zink hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Jörg Zink, soeben ist Ihr „Das offene Gastmahl“ erschienen. Warum ist Ihnen gerade dieses Thema so wichtig?

Sie fragen nach dem Grund, warum mir das Thema „Das offene Gastmahl“ wichtig ist. Das heilige Abendmahl wird die Konfessionen nicht wirklich verbinden können. Es ist durch die Blockadehaltung der katholischen Kirche unmöglich gemacht. Als Alternative bieten sich die offenen Gastmähler von Galiläa an.

Sie verblüffen und faszinieren mich mit Ihrer Aussage „Warum soll es nicht eine Kirche verschiedener Gruppen und Kirchen geben…“ Vor wenigen Tagen träumte Georg Schwikart mit fast gleichlautenden Worten. Glauben Sie tatsächlich an so e i n e Kirche? Wenn ja, woher nehmen Sie Ihren Mut?

Da die Eine Kirche mit dem Einen Herrenmahl nicht erreichbar scheint, empfiehlt es sich für die nahe Zukunft, eine Kirche verschiedener Gruppen und Kirchen ins Auge zu fassen. Dabei könnte über „Offene Gastmahle“ die Eine Kirche vorweggenommen werden.

Den ökumenischen Kirchentagen bescheinigen Sie, so gut wie nichts geschafft zu haben beim Thema gemeinsamen Abendmahl. Sollten wir das Thema nicht einfach ruhen lassen und auf die Kraft der „Kirche von unten“ hoffen?

Auf den ökumenischen Kirchentagen hat sich nicht viel ereignet beim Thema „Gemeinsames Abendmahl“. Wir können aber das Thema nicht einfach ruhen lassen und auf die Kraft der „Kirche von unten“ hoffen. Die „Kirche von unten“ kommt aus der Illegalität nicht heraus.

Seit wenigen Tagen haben wir einen neuen Papst. Trauen Sie ihm zu Bewegung in das alte Thema hineinzubringen?

Wir haben einen neuen Papst. Es mag sein, dass ich ihm zutrauen könnte, Bewegung in das alte Thema hineinzubringen. Das würde das Thema aber nicht erledigen, denn es geht beim „Offenen Gastmahl“ auch um das gemeinsame Feiern mit Nichtgläubigen oder fremden Religionen. Es ist ein Thema einer künftigen Dialogfähigkeit der Kirchen.

Sie sagen: „Das offene Gastmahl ist das Fest des Segens.“ Ich habe heute oft den Eindruck, dass der erbetene Segen auf trockenes und müdes Land fällt. Täusche ich mich da?

Sie fürchten, dass der erbetene Segen auf trockenes und müdes Land fällt. Diese Skepsis kann ich so nicht teilen. Ich sehe im Aufbruch der „Kirche von unten“ ein Nachdenken auf uns zukommen, das den Kirchen ein Zugehen auf die andere Konfession sowohl als auch auf fremde Religionen ermöglicht.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Das Gütersloher Verlagshaus stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Titels zur Verfügung. Wer an dieser Verlosung teilnehmen möchte, postet einfach seinen Kommentar unter diesem Beitrag. Viel Glück!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Jörg Zink: Das offene Gastmahl

  1. Maria Lahnstein

    Ein sehr komplexes Thema, zu dem ich mir schon oft Gedanken gemacht habe, bin ja selbst katholisch und selbst Katholiken können nicht immer am „Mahl“ teilnehmen, z.B. Geschiedene.

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