Nora Fisser: Mallias (k) ein Weg zurück

nora fissermallias

Die Schülerin Nora Fisser hat sich an die Arbeit gemacht ihre selbst erdachte Geschichte aufzuschreiben. Im Kopf war sie bereits fertig, nun musste sie nur noch aufs Papier. Für die Autorin war von Anfang an klar: Es wird eine Triologie!

Mit „Mallias – (k)ein Weg zurück“ und „Mallias – (k)eine zweite Chance“ liegen nun die ersten beiden Bände vor.

Die Autorin zeichnet in ihrer Story eine kalte, brutale und gefühllose Welt. Eine Teenagerin wird entführt. Sie hat zunächst keine Ahnung, warum ausgerechnet sie zur Geisel wird. Inmitten dieser Welt vön Bösewichtern trifft die Geisel Lia auf Mascur.

Wenn einiges in dieser Story vielleicht auch vorhersehbar ist und für meinen Geschmack vielleicht auch zu viele Protagonisten mitspielen, bleibe ich dennoch fasziniert von dieser Story, wie ideenreich die sehr junge Autorin ihr weit angelegtes Werk umsetzt.

Sie beschreibt ihre Figuren so lebendig, dass ich gleich mitfühlen oder sie verurteilen mag. Handlungsorte werden so farbig beschrieben, dass gelesene Zeilen sich im Kopf des Lesers verselbstständigen. Dem Schöpfer sei Dank, er hat Nora Fisser bei der Vergabe des Erzähltalents besonders bevorzugt behandelt!

Wie es mit der Liebe so ist, manchmal ist sie eben nicht planbar. Lia verliebt sich in einen ihrer Entführer. Für den Leser bleibt die Spannung präsent. Die ersten beiden Bände leben von der Beschreibung wie die Autorin an Veränderungen im Leben eines jeden Menschen glaubt. So wie Nora Fisser erzählt, glaube ich, sie hat ihre Story selbst erlebt!

Dieses Erzähltalent sollte unbedingt weiterschreiben und gefördert werden!

http://www.betanien.de/verlag/home/ , ISBN 978-3-935-55825-9, Preis 6,95 Euro

Nora Fisser hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Nora, darf ich eigentlich noch „Du“ sagen?

Natürlich ist “Du” okay. Trotz der 18 Jahre fühle ich mich noch nicht unbedingt wie eine Erwachsene.

Es ist ja nicht normal, dass eine Schülerin beginnt eine Trilogie zu schreiben. Bist Du in der Schule nicht ausgelastet? Sei ehrlich, ich hoffe für Dich Deine Lehrer lesen nicht mit!

Das hoffe ich auch!

Nein, das ist nicht der Grund. Ich bin sogar sehr ausgelastet in der Oberstufe, bin lange in der Schule und neben der Gemeinde bleibt dann wenig Zeit. Das macht es auch ziemlich schwer, das Schreiben und die Schule unter einen Hut zu bekommen. Zum Glück habe ich die Ferien, um mich voll auf die Bücher zu konzentrieren und während der restlichen Zeit muss ich mich daran erinnern, dass die Schule durch das Schreiben nicht zu kurz kommen darf.

Manchmal kann das ziemlich stressig werden, aber das Schreiben ist einfach meine Leidenschaft. Ich hatte schon immer Geschichten im Kopf und habe auch schon früh begonnen sie aufzuschreiben. Mittlerweile ist das Schreiben einfach ein Teil von mir und ich könnte mir ein Leben ohne es gar nicht mehr vorstellen. Wenn einem etwas so wichtig ist, ist man auch mal bereit, dafür Opfer zu bringen.

Ich gehe mal davon aus, dass Du in Deinem normalen Alltag nichts mit Terroristen, Entführungen . . . zu tun hast. Wie bist Du auf die Idee für Deine Geschichte gekommen?

Nein, im Alltag habe ich damit wirklich nichts zu tun.

Also, das ist eine wirklich schwere Frage. Dafür muss man wissen, dass ich die Geschichte in ihren Grundzügen schon im Kopf hatte, lange bevor ich mit fünfzehn beschloss sie aufzuschreiben. Im Grunde hat sich die Geschichte mit mir zusammen weiterentwickelt und ganz verschiedene Dinge haben darauf Einfluss genommen. Einen einzigen ausschlaggebenden Moment gab es da gar nicht.

Dass die Themenwahl (Terroristen, Entführung) ungewöhnlich und irgendwie “realitätsfern” ist, hat damit zu tun, dass der Reiz am Schreiben für mich ist, mich mit Schicksalen, Personen und Situationen auseinanderzusetzen, die ich in meinem “normalen” Leben selber nie kennenlernen werde. Auch wenn es in den Büchern viel um eine Liebesgeschichte geht, liebe ich Spannung, ausweglose Situationen und alles, was nicht 08/15 ist. In meinen Geschichten sind meiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das möchte ich nutzen, anstatt über Dinge zu schreiben, die ich sowieso jeden Tag erlebe. Und auch wenn die Thematik auf den ersten Blick realitätsfern erscheint, so konnte ich beim Schreiben, als ich mich in die Situation hineinversetzt habe, doch einiges über mich selbst lernen.

Gibt es eine Botschaft, die Du Deinen Lesern mit Deiner Story mitteilen willst?

Darauf könnte ich vieles antworten …

Am wichtigsten ist mir zu vermitteln, dass man Menschen nicht einfach so vorschnell verurteilen und in Schubladen stecken darf. Der erste Eindruck kann oft täuschen und bevor man sich anmaßen darf, ein Urteil zu fällen, muss man zuerst einmal versuchen hinter die Fassaden zu schauen und den anderen wirklich kennenzulernen. Die Personen in Mallias sind sehr vielseitig und komplex. Sie sind für mich mit Abstand das Wichtigste in der Geschichte.

Auch was eine wahre Freundschaft ausmacht, möchte ich vermitteln, und dass der Mensch, egal wie sehr er es versucht, manche Dinge einfach nicht allein schaffen kann. Wahre Stärke zeigt nur der, der seine Schwäche einsieht und bereit ist sich helfen zu lassen, sei es von anderen Menschen, wie in meinen Büchern, oder von Gott.

Wann wird der dritte Band veröffentlicht und wie wird es danach weitergehen? Beginnt dann der Weg einer erfolgreichen Autorin?

Ich bin gerade dabei, den dritten Band zu schreiben, aber da ich nächstes Jahr Abitur mache, könnte es dadurch zu Verzögerungen kommen. Wann genau das Buch fertig sein wird, lässt sich also schwer sagen. Auf jeden Fall gebe ich mir die größte Mühe, schnell voranzukommen.

Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht. Einige Ideen für Bücher nach der Mallias-Trilogie habe ich schon, jedoch ist das alles noch etwas vage. Sicher ist, dass ich weiterschreiben werde, aber was konkret, das wird sich noch zeigen.

Den Traum, mein Hobby zum Beruf zu machen und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, habe ich natürlich, aber ich bin da realistisch und werde zuerst einen anderen Beruf erlernen, nebenbei weiterschreiben und sehen, wie es sich entwickelt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Der Bethanien Verlag stellt buecheraendenleben je ein Exemplar der ersten beiden Bände als Verlosungsexemplare zur Verfügung. Diese werden wir an zwei Gewinner verlosen. Wer sich an der Verlosung beteiligen möchte ist eingeladen unter diesem Beitrag bis Dienstag 20 Uhr seinen Kommentar zu posten. Viel Glück!

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Nora Fisser: Mallias (k) ein Weg zurück

  1. Maria Lahnstein

    Die Bücher sind mir schon ins Auge gefallen. Überlege schon, ob das was für eine Leserunde bei LB wäre. Ich habe gerade mit Helfern drei christliche Leserunden gestartet. Zuerst werde ich die Bücher noch selbst lesen, aber das Thema hört sich schon sehr interessant an, besonders auch für Jugendliche.

  2. Theresa

    Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch von einer so jungen Autorin gelesen. Würde ich gerne mal tun, denn ich bewundere es, wenn Menschen schreiben können, besonders wenn sie sehr jung sind.

  3. Sigrid Wink

    Hut ab! In so jungen Jahren, neben Schulbesuch und Gemeindearbeit, bereits eine Trilogie zu schreiben ist für mich bewundernswert und ich hoffe, ihr Talent wird – nach einer Berufsausbildung – auch weiter gefördert werden. Ich habe mir die Bücher jetzt auf meine Liste gesetzt.

  4. Lea

    Der inhalt klingt schon mal ungewöhnlich: Ein Mädchen, dass sich in ihren Entführer verliebt. Ich glaube, dass das Buch ziemlich tiefgründig ist. Mich überzeugt auch die Botschaft, die die Autorin vermitteln möchte. Da ich selber nur ein paar Jahre älter bin, kann ich mich noch gut in die Zeit während des Abis hineinversetzen. Das war durchaus ziemlich stressig, also auch von mir großen Respekt!

  5. Adeline Warkentin

    Das hört sich sehr interessant an. Ich finds richtig gut, dass die Autorin den Schritt gemacht hat und die Geschichten aufgeschrieben hat. Ich bin sehr gespannt, wie sie die Geschichte umgesetzt hat.

  6. Fred

    Die ersten Bücher einer jungen, deutschsprachigen Autorin … die muss ich lesen. 🙂

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