Monatsarchiv: Mai 2013

K.Powell/C.Clark: Glaube ohne Verfallsdatum

glaube ohne verfallsdatum

Wenn unsere Achtklässler konfirmiert werden, höre ich oft den Satz: „Da konfirmieren wir sie aus unserer Kirche hinaus!“ Wehmütig und traurig klingt dieser Satz, aber er entspricht jedes Jahr aufs Neue den Tatsachen.

Wenn Amerikaner mir Glaubenssachen erklären wollen, bin ich oft skeptisch. Manchmal sind doch die Ausgangssituationen zu unterschiedlich. Beim vorliegenden Buch allerdings bleibt kein Platz mehr für meine Skepsis. In Amerika sind es etwa die Hälfte der Teenager die den kirchlichen Strukturen entweichen. In Deutschland sollen es laut diesem Buch noch mehr sein.

Auch wenn einige dieser Teenager später wiederkehren, muss man sich doch fragen, was haben Eltern und auch Kirchengemeinden falsch gemacht? Warum entfernen sich die gerade flügge werdenden Jugendlichen bei erst bester Gelegenheit?

Wissenschaftlich beschäftigen sich die beiden amerikanischen Autoren seit Jahren mit diesem Thema. Was sie zu sagen haben, ist weder trocken noch theoretisch. Lediglich ihr Hinweis zu einer sicher spannenden Internetseite entpuppt sich für mich zu einem Reinfall. Da ich kein englisch kann, bleiben mir diese Informationen vorenthalten. Man kann sich darüber streiten ob solch ein Hinweis in ein Buch für deutschsprachige Leser hineingehört.

Bleibe ich also beim Buch und da geht es sehr schnell und ziemlich direkt nicht mehr nur um Teenager, sondern um deren Eltern. Als hier lesender Vater bekomme ich unbequeme, aber bedenkenswerte Fragen gestellt. Welches Bild von meinem Glaubensleben habe ich meinen Kindern eigentlich vermittelt? Ist es ein Bild bei dem der liebende Gott alles trägt oder haben Kinder christlichen Lebensstil lediglich als eine Liste mit Ge- und Verboten kennengelernt?

In diesem Buch wimmelt es nur so vor guten Anregungen und Tipps. Viele davon verlangen jedoch auch von Eltern ein überdenken eigener Glaubenspraxis und wohl auch Veränderungen.

Wer sich mit diesem Buch beschäftigt, wird hinterher ein Anderer sein und sein bisheriges Glaubensleben neu zu überdenken haben!

Gerth Medien, ISBN 978-3-86591-878-9, Preis 14,99 Euro

Von diesem Titel halten wir ein Verlosungsexemplar für Euch bereit. Wer seinen Kommentar bis Mittwoch 20 Uhr unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Advertisements

5 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

Fröhling / Reuß: Schicksalsmomente

schicksalsmomente

Was die beiden schreibenden Theologen hier mit ihren Lesern machen, ist Pädagogik vom Feinsten. Sie schauen in Biografien bekannter Leute und beschreiben wichtige Ereignisse oder eben Schicksalsmomente“, die deren Leben beeinflussen oder gar völlig verändert haben.

Einiges, wie beispielsweise Luther und sein Erlebnis mit dem Blitzeinschlag, dürfte bekannt sein. Aber über Theodor Fontane, Sophie Scholl, Hanns Dieter Hüsch und Computergenie Steve Jobs schließt sich der Kreis, der bis zur Gegenwart reicht. Nahtlos schließt sich für mich die Frage nach meinen Schicksalsmomenten an.

Schicksalsmomente“ ist eines jener zeitlosen Bücher zu denen man immer wieder zurückkehren kann. Vielleicht wird es dann umso wertvoller, weil Altvertrautes durch neu selbst Erlebtes inzwischen anders gesehen wird. Schicksalsmomente im Leben anderer zu erkennen heißt auch, mit sich selbst ins Reine kommen.

Eigentlich fordern beide Autoren mich mit ihrem Buch heraus. Sie legen es von Anfang an darauf an, dass ich mich zwangsläufig meiner eigenen Schicksalsmomente“ zuwende!

Brendow, ISBN 978-3-865-06460-8, Preis 14,95 Euro

Autor Andreas Reuß beantwortete buecheraendernleben folgende Fragen:

Lieber Andreas Reuß, ebenso wie Sie ist auch der zweite Autor von „Schicksalsmomente“, Stefan Fröhling, ein Theologe. Wie kommt es, dass Sie sich beide auf die Suche nach Schicksalsmomenten im Leben bekannter Persönlichkeiten begeben haben?

Wir haben uns in unseren Büchern und Artikeln immer wieder mit bedeutenden Persönlichkeiten beschäftigt und uns von ihnen anregen lassen. Es entstand die Erfahrung, dass jeder Mensch „Augenblicke der Inspiration“, ja „Erleuchtungen“ hat; man muss nur einmal in sich gehen und die Momente ernst nehmen. Oft werden daraus Schicksalsmomente, zumindest für das private Leben. Als Theologen sahen wir uns kompetent, solche Augenblicke herauszufinden und einzuordnen.

Sie erzählen Bekanntes, da ist die Geschichte von Luther und seinem erlebten Blitzeinschlag. Sie erzählen aber auch die berührenden Momente aus dem Leben von Hanns Dieter Hüsch. Warum ist es wichtig solche Geschichten zu erzählen?

Durch unsere Zusammenstellung können Leserinnen und Leser Vergleiche, auch mit der eigenen Biographie, anstellen und das Spezifische der erzählten Biographien erkennen. Das Ganze wird dann wichtig für die Selbsterkundung und die Erfahrung der eigenen „Gestalt in der Zeit“.

Schaue ich in meine eigene Biografie und die ist länger als fünf Jahrzehnte, fallen mir sofort zwei solcher „Schicksalsmomente“ ein. Ich rede nicht gern über sie. Sie haben jeweils eine neue Tür meiner Biografie geöffnet. Ein bis dahin gelebtes Kapitel wurde geschlossen. Warum ist es wichtig über eigene „Schicksalsmomente“ zu reden?

Wer sich nicht mit sich selbst auseinandersetzt – und dazu gehört auch das angemessene Reden über die eigenen Schicksalsmomente -, der verdrängt und wird damit anfällig für Süchte, Sekten oder Ideologien. Das natürliche menschliche Leben hat diese zwei untrennbaren Seiten: die Selbsterkundung oder innere Einkehr, zu der auch die Suche nach Gott gehören kann, und der (vielleicht aktiv wirkende) Austausch in einer Gemeinschaft bzw. mit der Gesellschaft, ja sogar der Öffentlichkeit. Letztlich bleibt jeder Mensch freilich ein Geheimnis, auch wenn uns nichts mehr interessiert als eben dieses Geheimnis in uns und im anderen Menschen – sei es einer Frau oder eines Mannes oder der Gesellschaft.

Nachdenklich und kritisch werden Sie an den Stellen in Ihrem Buch, an denen Sie die Geschichte verlassen. Die Gegenwart skizzieren Sie sogar als „gesichtslose Gesellschaft“. Was meinen Sie damit? Und was hat das für Jugendliche in der Gegenwart zu bedeuten?

Mit dem Wort von der „Gesichtslosen Gesellschaft“ versuchten wir, aktuelle Beobachtungen und Diagnosen in Gestalt einer These bzw. Arbeitshypothese auf einen Begriff zu bringen. In Bamberg wurden ja schon die „Risikogesellschaft“ (Ulrich Beck), die „Erlebnisgesellschaft“ (Gerhard Schulze) und die „Multioptionsgesellschaft“ (Peter Gross) entworfen. Der Begriff „Gesichtslose Gesellschaft“ setzt voraus, dass der Mensch nur dann ein einzigartiges Gesicht hat oder bekommt, wenn er sich selbst erkundet und sich mit übergeordneten Gedankengebäuden existenziell auseinandersetzt, dass er im Innersten hart um religiöse, philosophische oder auch politische Fragen ringt. Bis 1989 beschäftigte auch die damaligen Jugendlichen der Ost-West-Konflikt und seine geistigen Hintergründe. Einen solchen Konflikt im globalen Sinne gibt es heute nicht mehr. Wie können dann Jugendliche sich noch mit einem individuellen Gesicht profilieren? Dass nicht nur sie ein Problem damit haben, erkennt man schon an den immer komplizierter werdenden Bewerbungsvorgängen (Settings usw.); die Menschen, gerade die Jugendlichen und ihre „Qualifikationen“, ihre „Alleinstellungsmerkmale“,scheinen immer weniger unterscheidbar geworden zu sein, sie werden in diesem Sinne immer gesichtsloser. Das ist also mehr im übertragenen Sinne gemeint.

Der Gegenwart kann sich niemand entziehen. Was schlagen Sie vor, wo sind die Orte der Inspiration für und Menschen heute?

Marcel Reich-Ranicki wurde einmal gefragt, ob er glaube, dass er die Jugendlichen heutzutage noch für seine Inhalte interessieren könne. Er antwortete sinngemäß: „Ich richte mich nicht nach den Jugendlichen. Die sollen darauf schauen, was ich mache, nicht umgekehrt!“ Er hatte wohl recht. Wir sollten auf die heutigen Intellektuellen sehen, auf das, was sie tun oder schreiben bzw. geschrieben haben. Gerade auch in den Feuilletons der großen Zeitungen wird man da fast täglich fündig. – Es ist sehr interessant und anregend, dass sie von „Orten“ der Inspiration sprechen. Solche Orte gibt es noch viele, zum Beispiel hier im Münsterland, wo ich gerade Urlaub mache. Manchmal sind es ganze Städte oder Stadtteile, in die man wie in ein philosophisches System bei einem Spaziergang eindringen kann. Der Geist der Romanik, der Gotik, des Westfälischen Friedens, der Droste, des Grafen von Galen, der Botanischen Wissenschaften – all das ist hier auf engem Raum versammelt, kann erforscht und geliebt werden, also zu Herzen gehen, in nicht nur einem einzigen Augenblick der Inspiration.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der Brendow Verlag stellt unserem Blog ein Exemplar dieses Titels zur Verlosung zur Verfügung. Wer also seinen Kommentar bis Montag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

Herzliche Grüße

4 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

Jochen König: Fritzi und ich

Jochen Königfritzi und ich

Foto: Jochen König

Die Zeit da alleinerziehende Mütter mit ihren Büchern auf den Buchmarkt strömten ist glücklicherweise vorbei. Von einer völlig anderen Familienkonstellation, wenn man überhaupt von Familie sprechen kann, berichtet Jochen König in seinem Buch. Allein lebt er mit Tochter Fritzi in seiner Wohnung zusammen. Fritzis Mutter wohnt zwar in derselben Stadt, aber an ein Zusammenziehen denkt niemand.

Ich bewundere die Offenheit mit der der Autor über die Alltäglichkeiten im Zusammenleben mit einem Säugling und Kleinkind berichtet. Er beschreibt Behördengänge, Kitabesuche und Spielplatzgespräche mit Müttern. Er hat Positives und Negatives zu erzählen und er übt sich in Gesellschaftskritik. Er verheimlicht nicht seine Tränen und seine Wut auf Fritzis Mutter.

Sehr deutlich wird bei Jochen König wie gewaltig ein Kind das gesamte bisherige Leben verändert. Als Hausmann, der selbst fünf Kinder durch das Windelalter und den Sand so mancher Sandkiste geschleift habe, konnte ich mich an einigen Stellen des Buches wiederfinden. Doch wesentlich an diesem Buch ist mir die Umkehrung der Vater – Mutter – Rolle. Deutlich wird dem Autor auch, dass man noch so viel über Kinder erlesen kann, wirklich begreifbar wird es erst mit einem eigenen Kind. Sehr schön transportiert König diese Erfahrung zu seinen Lesern.

Enttäuscht bin ich vom Schluß des Buches. Ich hatte mir den für Kind und Vater anders erträumt. Aber die Realitäten sind halt anders. Ich danke dem Autor, dass er mir einen Blick in seine vier Wände gestattet hat!

Herder, ISBN 978-3-451-50679-2, Preis 14,99 Euro

Autor Jochen König hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Jochen, seit wenigen Wochen ist Dein Buch auf dem Markt. „Fritzi und ich“ ist die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Dir und Deiner Tochter. Du lebst mit ihr allein in Berlin. Fritzis Mutter lebt ein paar Straßen weiter. Warum ist Dein Buch wichtig für die Leserschaft?

Soweit ich das überblicken kann, ist es das erste Buch dieser Art. In letzter Zeit gibt es zwar einige Bücher von Vätern, jedoch berichten dieser immer nur von einer begrenzten Anzahl an „Vätermonaten“ und immer aus sicherer ironischer Distanz vom Alltag mit Kind. Trotz einiger positiver Erlebnisse besteht bei ihnen nie ein Zweifel, dass sie nur einen vorrübergehenden „Tausch“ eingegangen sind. Ich dagegen habe mich ganz bewusst von Anfang an dazu entschieden mehr Verantwortung für Fritzi zu übernehmen und lebe deshalb seit ihrer Geburt mit ihr alleine. In meinem Buch habe ich versucht so ehrlich wie möglich zu beschreiben wie es mir damit geht.

Als der Test Euch Eltern sagte, jawohl da kommt ein Kind, ward Ihr Euch schnell einig, abgetrieben wird nicht! War da schon klar, dass Du mit Fritzi allein zusammenleben wirst?

Nachdem die zwei Streifen auf dem Schwangerschaftstest auftauchten, haben wir uns bewusst Zeit gelassen darüber zu entscheiden, ob wir das Kind bekommen möchten oder nicht. Wir haben viel darüber diskutiert, ob und wie wir uns jeweils ein Leben mit Kind vorstellen könnten. Eine Abtreibung wäre für uns durchaus in Frage gekommen. Letztendlich haben wir uns unter ganz bestimmten Voraussetzungen für das Kind entschieden. Dazu gehörte, dass wir weiterhin nicht zusammen wohnen wollten, Fritzi zu mir zieht und ich für zwölf Monate in Elternzeit gehe. Ich bin sehr froh, dass wir uns ganz bewusst unter diesen Bedingungen für Fritzi entscheiden konnten und nicht aufgrund eines staatlichen Verbots oder bestimmter moralischer Vorstellungen dazu verpflichtet wurden oder verpflichtet fühlten, das Kind zu bekommen.

Aus eigener Erfahrung konnte ich gut nachvollziehen wie das ist, mit dem eigenen Kind im Arm zu begreifen, jetzt ist nichts mehr wie vorher. Mann hat keine andere Wahl mehr. Manchmal übermannt einen auch die Verantwortung für das kleine Geschöpf. Du bist Dir nicht zu Schade dafür von Deinen eigenen Tränen zu erzählen. Wie gehst Du heute in stillen Stunden mit Deiner Verantwortung um?

Auch wenn ich nach mittlerweile vier Jahren insgesamt etwas gelassener mit der Verantwortung umgehen kann als kurz nach der Geburt, gibt es doch immer noch einfachere und schwierigere Momente. Manchmal bin ich ganz euphorisch mit diesem tollen Kind zusammenleben zu dürfen und kann mein Glück kaum fassen. Es gibt aber auch noch immer manchmal Situationen, in denen es sich ganz schön schwer auf meinen Schultern anfühlt und ich mich der Verantwortung nicht gewachsen fühle. Tränen können mir in beiden Momenten kommen.

Du lebst mit Deiner Dreijährigen Tochter zusammen. Lebst Du immer mit dem Gefühl, hier fehlt noch jemand oder seit Ihr beide ein unschlagbares Team und zufrieden mit der Situation?

In den meisten Momenten bin ich zufrieden so wie es ist. Wir sind aber auch nicht zu zweit alleine, sondern haben viele tolle Menschen um uns herum, die auf die ein oder andere Weise mit zum „Team“ gehören. Manchmal denke ich darüber nach, dass ich gerne mit Fritzi wieder in eine WG ziehen wollen würde – beispielsweise zusammen mit anderen Eltern und Kindern.

Sag bitte unseren Lesern warum sie Dein Buch unbedingt lesen sollten!

Ich hoffe ich habe mit den Antworten hier etwas Neugier auf mein Buch geweckt. Darüber hinaus sollen andere entscheiden, ob es unbedingt gelesen werden sollte.

Irgendwo im Internet habe ich der Gerüchteküche entnommen, Du planst einen zweiten Teil. Stimmt das und was wird der Schwerpunkt des Buches werden?

Fritzi und ich erleben weiterhin spannende Geschichten. Außerdem schreibe ich sehr gerne und viel. Was am Ende dabei herauskommt, weiß ich selbst noch nicht.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Jochen König schenkt einem glücklichen Gewinner von buecheraendernleben ein signiertes Exemplar seines Buches. Wer seinen Kommentar bis Sonntag 20 Uhr unter diesen Beitrag postet nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

4 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

Arndt E. Schnepper: Überzeugend moderieren

überzeugend moderieren

Der Autor ist nicht nur Theologe, sondern auch Journalist. Vielleicht kann er ja gerade deshalb so direkt und praxisnah auf die Erwartungen eingehen, die wir wohl alle an einen Gottesdienstmoderator haben.

Der Typ, der durch den Gottesdienst begleitet sollte nicht übertrieben freundlich sein, sich nicht da vorn selbst zum Hampelmann machen, anständig reden können und … Diese Aufzählung könnte ich noch lange so weiterschreiben. Arndt E. Schnepper greift all diese Punkte in seinem Büchlein auf, bringt Beispiele aus der Praxis und beschreibt sehr genau was beim Gottesdienstbesucher ankommt, wenn der Moderator sich mit „Ähs“ und „Öhs“ durch seine kurzen Texte laviert. Sicher, es ist nicht jedermanns Sache vor vielen Leuten zu stehen, aber der Autor meint: „Moderieren lässt sich lernen. Schritt für Schritt.“

Arndt E. Schnepper spricht nicht als Oberlehrer. Seinem Handbuch für Gottesdienstmoderatoren vertraue ich mich gern an!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-417-26438-8, Preis 10,95

Arndt E. Schnepper hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Arndt Schnepper, ich kenne Sie bereits von Ihrem Buch „Frei predigen“. Es hat mir damals sehr gut gefallen, weil es so dicht an der Praxis liegt, wie kaum ein anderes Buch zum Thema. Mit Ihrem neuen Buch „Überzeugend moderieren“ ist es ebenso. Wie kommt ein Pastor dazu so gut verständliche Sachbücher zu schreiben, die wirklich jeder Laie verstehen kann?

Die Frage freut mich – und sie verwirrt mich etwas. Denn ich hoffe, es ist nichts Außergewöhnliches, dass ein Pastor verständlich reden und schreiben kann. Schließlich ist der Umgang mit der Sprache ein wesentlicher Teil seiner beruflichen Tätigkeit. Zum Buch: Ich verstehe den Moderator als eine Art Lotsen des Gottesdienstes. In der antiken Schifffahrt gab es das „Moderamen“, ein Hilfsruder, mit dem sich das Schiff lenken ließ. Eine ähnliche Funktion kommt dem Moderator zu. Wer moderiert, unterstützt die anderen Gottesdienstgestalter, das gemeinsame Ziel zu erreichen.

In Ihrem Buch schreiben Sie, Moderieren sei ein Handwerk. Kann es wirklich jeder erlernen?

Fast jeder. Natürlich gibt es ein paar Voraussetzungen: Man sollte der Landessprache mächtig sein, sollte möglichst teamfähig sein und den Wunsch haben, Gott und seiner Gemeinde zu dienen. Mein Eindruck ist allerdings, dass wir oft die Messlatte so hoch legen, dass sich nur noch wenige Christen trauen, einen Gottesdienst zu moderieren. Natürlich hat nicht jeder das Zeug, einen Open-Air-Gottesdienst mit tausend Besuchern zu leiten, aber für den normalen Gottesdienst zuhause reicht doch meist aus. Moderation ist keine Zauberei, sondern eine Fertigkeit. Wer bisschen Neigung und die Bereitschaft zum Lernen mitbringt, sollte es in jedem Fall einmal versuchen.

Warum sollte eigentlich ein Moderator durch den Gottesdienst führen, kann der Pastor das nicht allein?

Natürlich kann ein Pastor auch alles alleine managen. Doch erstens wirkt das schnell langweilig und zweitens entspricht es auch nicht dem Ideal des Neuen Testaments. Ein Gottesdienst im biblischen Verständnis ist keine Solo-Show, sondern geschieht unter Beteiligung möglichst vieler Christen. Moderierte Gottesdienste spiegeln somit die Fülle und Facetten einer Gemeinde wider.

In Ihrem Buch gehen Sie so ziemlich auf alles ein was den Moderator betrifft, Mimik, Kleidung, „Ähs“ und „Öhs“. Ist nicht der Inhalt des Gesagten viel wichtiger?

Inhalte sind immer wichtig, doch was nützen sie, wenn ihnen die nötige Form fehlt? Im Bild gesprochen: Ein Essen mag lecker und gesund sein, wenn es aber unappetitlich serviert wird, hilft das wenig. Und der Moderator erfüllt diese Aufgabe des Servierens und Anbietens. Er selber spielt eigentlich keine besondere Rolle, er soll vielmehr eine Brücke zwischen den Gästen und der Predigt bauen. Er ist so eine Art Gastgeber, der die Menschen emotional abholt und sie zu den Inhalten des Gottesdienstes führt.

Ihr Buch ist nun schon einige Wochen auf dem Büchermarkt, wie sehen die ersten Reaktionen aus?

Aus den bisherigen Rückmeldungen gewinne ich den Eindruck, dass für viele Moderatoren, das Buch eine praktische Hilfe und Inspiration ist. Darüber freue ich mich. Denn was will man als Autor mehr?

SCM R. Brockhaus hat unserem Blog ein Verlosungsexemplar dieses Titels zur Verfügung gestellt. Wer also bis Dienstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Matthias Hipler: Für immer? Ja!

für immer

Paar – und Familientherapeut Matthias Hipler hat mit seinem Buch sowohl Paaren auch als Singles ein Angebot für einen wirklich kreativen Workshop gemacht.
Bei Hipler wird klar; wenn Schwierigkeiten in der Paarbeziehung auftreten, hilft miteinander Reden. Nicht die Schwierigkeiten sind entscheidend, sondern der Wille für ein gemeinsames Miteinander auch in Zukunft etwas zu tun.
Voller Praxisübungen steckt dieses Büchlein. Es ist ein Vergnügen sich durch die einzelnen Kapitel zu lesen, weil Matthias Hipler nicht als Allwissender auftritt und er abwechselnd auch von Fallbeispielen erzählt.
Wer Hiplers Workshop inhaltlich umsetzt, braucht keinen Scheidungsrichter!

Brendow, ISBN 978-3-86506-457-8, Preis 12,95 Euro

Autor Matthias Hipler hat buecheraendernleben jetzt folgende Fragen beantwortet.

Lieber Matthias Hipler, Sie sind Paar – und Familientherapeut und haben soeben Ihr Buch „Für immer? Ja!“ veröffentlicht. Bevor wir zu Ihrem Buch kommen, wissen Sie vielleicht eine Antwort auf die Frage: Warum Ehepaare vor hundert Jahren keine Bücher und auch keine Therapeuten brauchten und ihre Ehe dennoch ein Leben lang hielt?

Die Lebenswirklichkeit vor hundert Jahren sah völlig anders aus als heute: geringere Lebenserwartung, starre Rollenverteilung in der Ehe, festgefügte gesellschaftliche Konventionen, um nur einige Unterschiede zu nennen. Die Kirchen übten damals Seelsorge an Ehepaaren und Angehörige der Großfamilie mit gesundem Menschenverstand ersetzten den Therapeuten. Ehen stehen heute vor teils größeren und komplexeren Herausforderungen als vor hundert Jahren.

Ihr Buch trägt den Untertitel „Der kreative Workshop für Ihre Partnerschaft“. Heißt das, Paare sollten Ihr Buch gemeinsam lesen?

Idealerweise lesen und arbeiten beide Partner mit meinem Buch. Sie erleben Spaß bei gemeinsamen Übungen, kommen ins Gespräch und können wertvolle Impulse gemeinsam umsetzen. Der Workshop eignet sich aber auch sehr gut für die Einzellektüre. Die meisten Aufgaben kann man auch für sich alleine erarbeiten. Selbst Singles werden ihre Beziehungskompetenz deutlich verbessern können.

Was glauben Sie, heiraten Paare heute zu schnell oder sind Menschen heute egoistischer – warum landen so viele Ehen vor dem Scheidungsrichter?

Nach meiner festen Überzeugung könnten mehr als die Hälfte der Scheidungen verhindert werden, wenn die Partner Durststrecken gemeinsam durchstehen und nicht vorschnell aufgeben. Die Bereitschaft an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln, die eigene Geschichte aufzuarbeiten, um beziehungsfähiger zu werden, würde viele Paare vor dem Aus retten. Kommunikation und eine gute Streitkultur kann man beispielsweise hervorragend einüben.

Muss ein Paartherapeut auch ständig etwas für seine Ehe tun oder macht der ohnehin alles richtig?

Wie der Arzt auf die eigene Gesundheit muss auch der Paartherapeut auf seine Partnerschaft achten. Ich mache längst nicht alles richtig, bin aber für bestimmte Knackpunkte in der Liebesbeziehung sensibilisiert.

Nicht das Problem lässt eine Ehe zerbrechen, sondern die fehlende Bereitschaft sich selbst zu ändern, lerne ich bei Ihnen. Heißt Ehe Weiterentwicklung oder Selbstaufgabe?

Nicht das Maß der Probleme entscheidet über die Chance, eine Krise zu meistern, sondern die Bereitschaft, etwas in die Beziehung zu investieren, Konflikte offen anzusprechen und das, was nicht gut läuft, zu verändern. Ehe und Partnerschaft leben immer von einem gesunden Gleichgewicht zwischen Fürsorge für mich selbst und der Fürsorge für den Partner. Wenn beide wissen, was sie wollen und was nicht, wissen sie, wo sie miteinander dran sind. Und manchmal ist Nachgeben auch eine liebevolle Möglichkeit.

Ihr Buch besteht aus sehr vielen Praxisübungen zu verschiedenen Themen. Was glauben oder wünschen Sie sich, kann Ihr Buch leisten?

Alle Praxisübungen haben sich in der Paarberatung bewährt. Sie helfen, einander besser kennen – und verstehen zu lernen und vermitteln teilweise völlig neue Sichtweisen auf typische Beziehungsprobleme. Alle Paare, die sich ein Zusammenbleiben erhoffen, aber von kleinen und großen Krisen geschüttelt werden, können ihre Paarbeziehung nachhaltig stärken. Wer mit dem Buch wirklich arbeitet wird eine positive Veränderung erleben.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der Brendow Verlag stellt buecheraendernleben ein Verlosungsexemplar von diesem Titel zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Dienstag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

4 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

R.B. Mitchell: Alleine weinst du wütender

alleine weinst du

„Alleine weinst du wütender“ hebt sich bereits vom äußeren Erscheinungsbild her sehr positiv von anderen Titeln dieses Verlages ab. Ansprechendes Cover und solide Umschlaggestaltung lassen mich fragen, warum dies nicht öfter möglich ist.

Der bekannte amerikanische Finanzberater R. Mitchell beschreibt seine traumatische Kindheit bis zu dem Punkt, als er selbst eine Familie gründet und zum ersten Mal in seinem Leben ein eigenes zu Hause hat.

Bislang war er viele Jahre lang in einem Waisenhaus untergebracht. Sein Vater geriet ins direkte Visier von Mutter und Ehefrau, konnte dem seelischen Stress nicht standhalten und nach gescheitertem Selbstmordversuch, saß er den Rest seines Lebens in einer psychatrischen Einrichtung. Des Autors Mutter gab sich immer mehr dem Alkohol hin und wurde schnell von ihm abhängig. So wurde der kleine Robby ein Fall für das Waisenhaus.

Obwohl er immer mehr Fragen nachging wie „Was habe ich nur falsch gemacht?“ oder „Warum mag mich niemand?“ hatte er immer Menschen um sich die ihm von Jesus und Gottes Liebe erzählten. Seine langjährige Erzieherin Nola ist so ein Beispiel. Auch seine Großmutter Gigi, die er besuchen durfte, erzählte ihm von Gottes Liebe. Zu Anfang setzte Mitchell all diesen Erzählungen und Gebeten Fragen entgegen „Warum reden die alle von Gottes Liebe? Warum gehe ich dabei immer leer aus?“

Dieses Buch ist inhaltlich ein Meisterwerk. Es zeigt sehr gut Gottes wirken an uns Menschen. Jahrelang hat der Autor von Jesus und Gottes Liebe gehört, aber alles prasselte von ihm wieder ab. Doch plötzlich, als er zu Gott bewusst ja sagt, da erlebt R.B. Mitchell eine Wendung in seinem Leben…

Soweit meine Rezension zum Buch. Fragen habe ich allerdings zur Präsentation dieses Titels seitens des Verlages. Auf der Verlagsseite wird dem Leser der Eindruck vermittelt, dass es sich um eine Neuerscheinung handelt. Eine Aufzählung von Gründen für dieses Buch beginnt jeweils mit den Worten: „Endlich ein Buch …“. Nicht erwähnt wird, dass dieser Titel bereits im Oktober 2008 ein erstes Mal als „Kind der Hoffnung“ veröffentlicht wurde. Fairer Umgang mit dem Leser sieht für mich anders aus. Lediglich im Kleingedruckten findet sich der Hinweis „Überarbeitete und gekürzte Ausgabe“.

Bei mir als Leser wäre es viel besser angekommen, wenn der Verlag auf seiner Internetseite geschrieben hätte, aus Anlass des Besuches von R.B. Mitchell Ende Mai beim Willow Jugendplus-Kongress in Wetzlar haben wir uns zu einer zweiten Auflage seines erfolgreichen Buches entschlossen. Leider habe ich diesen Hinweis nicht gefunden.

Am Samstag, 1. Juni 2013 hat R.B. Mitchell seinen großen Auftritt in Wetzlar. Sicher wird dies ein sehr emotionaler Einstieg in den Kongress sein. In Zusammenarbeit mit dem Jugendplus-Kongress und dem Verlag SCM Hänssler hat der amerikanische Finanzberater den Förder-Wettbewerb „OPEN active“ initiiert, für den er 10.000 Euro Fördergeld zur Verfügung stellt. Mit dem Projekt möchte er Jugendliche in Deutschland in ihrem Engagement für Andere bestärken und christlich-soziale Projekte fördern. Daneben wird er aus seinem eigenen Leben berichten, das ein ermutigendes Beispiel für die Veränderung in einer fast ausweglosen Situation darstellt.

Unabhängig davon wie der Verlag seinen Titel präsentiert, ist er doch ein glaubwürdiges Zeugnis dafür, wie Gott auch heute Wunder tut!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-7751-5489-5, Preis 9,95 Euro

Der Verlag hat für diesen Titel sogar eine eigene Website eingerichtet: http://www.scmedien.de/Mitchell

Übrigens: „Kind der Hoffnung“ ist inzwischen von der Produktseite des Verlages verschwunden. Bei Onlinehändlern ist das Buch aber natürlich noch zu kaufen, wesentlich günstiger als „Alleine weinst du wütender“.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Gedanken zu Pfingsten von Verlagsleiter Andreas Claus

mein geliebtes kind

Valerie Lill: Mein geliebtes Kind – 365 Himmelsbriefe

Cap-books Chef Andreas Claus erzählt exklusiv für buecheraendernleben von der ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte eines Buches und nähert sich damit ganz dicht dem Pfingstgedanken.

Andreas Claus: Dieses Buch ist mir aus verschiedenen Gründen wichtig: Es ist uns als Verlag kurzfristig sozusagen in die Arme geflogen – so ist das eben mit 365 Himmelsbriefen.
Wir haben einen Tag überlegt und dann kraftvoll entschieden: Wir spucken in die Hände und machen es – auch wenn die Neuheiten schon alle ausgeplant sind und „man“ ein Andachtsbuch nicht erst im Januar bringen kann.
Es gibt einfach Bücher, die will man machen! Wenn man dann das Privileg hat, so zu entscheiden, ist das etwas Besonderes.

Und es ist ein Buch, dessen Texte nicht geschrieben wurden, weil ein neues Buch erscheinen soll. Nein, die Texte sind entstanden in einer intensiven Lebensengstelle der Autorin, aus dem intensiven Umgang mit Gott und dem krisenhaften Alltagserleben heraus.
Und das spiegeln sie auch wider: göttlichen Trost, ewige Hoffnung und himmlische Wertschätzung.
Dann kommt der Impuls: Das sollten auch andere Menschen lesen können. Wenn ein solcher Impuls Wirklichkeit wird, dann hat so ein Buch einen großen und zeitlosen Wert.
Es trägt eine persönliche Note und ist doch ganz für den Leser da. Es ist zeitnah und doch zeitlos. Es ist ist fiktiv und doch real.

Hier ist es zu finden http://www.cap-music.de/link.php?s=5250437

Andreas Claus
Verleger, Produzent
cap-music/cap-books

Auch buecheraendernleben wünscht allen seinen Lesern ein schönes und fröhliches Pfingstfest, denn wir Christen haben Grund uns zu freuen, auch wenn man es uns oft nicht ansieht 🙂

Der Verlag stellt unserem Blog ein Verlosungsexemplar dieses Buchtitels zur Verfügung. Wer also bis Mittwoch nach Pfingsten 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

Übrigens:
Im letzten Jahr haben wir Euch diesen Verlag bereits vorgestellt:
https://buecheraendernleben.wordpress.com/2012/10/17/verlagsportrat-cap-books/

4 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized