Reinhard Ellsel: August Hermann Francke

francke

In diesem kleinen Büchlein beschäftigt sich Reinhard Ellsel mit August Hermann Francke. Auf weit weniger als 100 Seiten gelingt es dem Pstor doch sehr gut von Francke zu erzählen und vor allem neugierig auf diesen Mann zu machen.

Ellsel erzählt eindrucksvoll wie für Francke Gott zum Vater wurde und auch wie das Schimpfwort „Pietist“ zum Markenzeichen wurde. Als Autor sehr gut gemacht, so finde ich, Reinhard Ellsel lässt Francke selbst sehr viel erzählen. In vielen gut geordneten Zitaten erzählt August Hermann Francke selbst.

Dieses Büchlein ist sozusagen der Einstieg in das Thema Francke. Für den der mehr erfahren möchte, hält das Buch Literaturhinweise bereit.

Ein gelungener Einstieg um August Hermann Francke kennenzulernen.

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-386827-373-1, Preis 6,95 Euro

Reinhard Ellsel hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Reinhard Ellsel, Sie haben ein kleines Büchlein über August Hermann Francke geschrieben. Was macht diesen Mann für Sie heute so faszinierend?

Am Beginn seiner großen Wirksamkeit stand ein Bekehrungserlebnis: Gott gibt es tatsächlich und er möchte mit ihm das Leben gestalten. Diese Erfahrung der Wirklichkeit Gottes hat Francke zu mutigen sozialen Taten angestiftet. Neben einem Waisenhaus hat er eine ganze Schulstadt bei Halle an der Saale gegründet. Wenn es nach Francke gegangen wäre, hätte er die Erfahrung der lebendigen Gegenwart Gottes in die ganze Welt hinaus getragen. Und tatsächlich haben seine Impulse weit über Preußen hinaus gewirkt – bis heute.

Der gute Mann lebte vor rund 300 Jahren. Hat er uns heute noch etwas zu sagen?

Durch die Beschäftigung mit Francke ist mir deutlich geworden, welche Stärken ein entschiedenes Leben für Jesus Christus hat. Gleichzeitig öffnet sein Lebenswerk aber auch die Augen für die Grenzen solchen Handelns und Denkens. Ohne Toleranz gegenüber Andersgläubigen und anders Empfindenden kann die an sich gute persönliche Entschiedenheit im Glauben zu unnötigen Abgrenzungen führen, die das Glaubensgespräch unmöglich machen.

Francke und seine Freunde wurden als „Pietisten“ beschimpft. Was bedeutet dieses Wort eigentlich?

„Pietist“ heißt so viel wie „Frommer“ oder negativ „Frömmler“. Philipp Jakob Spener, der geistlicher Ziehvater von Francke, hatte 1675 mit Bezugnahme auf Martin Luther die Reformschrift „Pia desideria“ verfasst, was so viel heißt wie „Fromme Wünsche“. Spener, Francke und viele andere beklagten ein unlebendiges Christentum, bei dem es mehr um die Frage ging, ob ich sozusagen „das richtige Gesangbuch“ habe, also der richtigen Konfession angehöre. Aber die Frage, ob und wie Gott in meinen Alltag hineinwirkt, also meine „Praxis pietatis“ (Glaubenspraxis) bestimmt, war in den Hintergrund getreten. Durch die Katastrophe des 30jährigen Krieges und dessen Folgen war die Frage nach dem tatsächlich ausgelebten Glauben absolut drängend geworden.

Pietisten ecken auch heute oft an. Sie haben sehr feste Glaubensvorstellungen, die manchmal sehr weit in unseren Lebensalltag hineinreichen. Warum sind sie aber doch wichtig im Chor der theologischen Fraktionen?

Ich selbst würde mich auch als „Pietisten“ bezeichnen, also als einen frommen Menschen. Ich glaube gerne an Gott und Jesus und möchte als Pastor anderen sozusagen die „Kunst“ beibringen, „sich in Gott zu verlieben“.
Andererseits habe ich aber meine Schwierigkeiten mit manchen Pietisten oder Evangelikalen oder Charismatikern, die anderen ganz genau vorschreiben wollen, was sie zu denken und zu fühlen haben – besonders im Bereich der persönlichen Lebensführung und Sexualität. Da radikale Vertreter dieser Gruppierungen oft mit Angst arbeiten, sehe ich nicht, was dieses mit dem Evangelium von Jesus Christus zu tun haben, welches ja eine frohe Botschaft ist, die mir Mut zum Glauben und zum Leben macht.
Andererseits finde ich es schade, wenn in der etablierten Kirche zu schnell auf Abstand zu den berechtigten Anliegen, Fragen und Stärken der Pietisten gegangen wird. Denn keine christliche Gruppierung kann doch von sich behaupten, dass sie „allein die Wahrheit“ hat.

Dieses Buch ist nicht Ihr erstes. Ist bereits etwas Neues in Vorbereitung?

Von mir gibt es Lyrikbände beim Kawohl-Verlag. Illustriert mit wunderbaren Bildern, wollen Sie die Schönheit und Größe unseres christlichen Glaubens aufschließen. Außerdem habe ich beim unter anderem beim Luther- Verlag zwei Predigtbände zu den Liedern von Paul Gerhardt und Jochen Klepper geschrieben. In diesen Tagen kommt nun beim Luther-Verlag auch mein neuestes Predigtbuch heraus: „Lieder der Reformation – ausgelegt für heute“. Konkret in Vorbereitung ist wieder bei Verlag der Francke-Buchhandlung ein Büchlein über Matthias Claudius, der 2015 seinen 200. Todestag hat.

Reinhard Ellsel stellt uns ein signiertes Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer unter diesem Beitrag seinen Kommentar bis Sonntag 20 Uhrpostet nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

Wer mehr von Reinhard Ellsel über Francke hören möchte, dem empfehlen wir gern diesen Beitrag:

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Reinhard Ellsel: August Hermann Francke

  1. Björn

    hätte ich gerne

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