Arndt E. Schnepper: Überzeugend moderieren

überzeugend moderieren

Der Autor ist nicht nur Theologe, sondern auch Journalist. Vielleicht kann er ja gerade deshalb so direkt und praxisnah auf die Erwartungen eingehen, die wir wohl alle an einen Gottesdienstmoderator haben.

Der Typ, der durch den Gottesdienst begleitet sollte nicht übertrieben freundlich sein, sich nicht da vorn selbst zum Hampelmann machen, anständig reden können und … Diese Aufzählung könnte ich noch lange so weiterschreiben. Arndt E. Schnepper greift all diese Punkte in seinem Büchlein auf, bringt Beispiele aus der Praxis und beschreibt sehr genau was beim Gottesdienstbesucher ankommt, wenn der Moderator sich mit „Ähs“ und „Öhs“ durch seine kurzen Texte laviert. Sicher, es ist nicht jedermanns Sache vor vielen Leuten zu stehen, aber der Autor meint: „Moderieren lässt sich lernen. Schritt für Schritt.“

Arndt E. Schnepper spricht nicht als Oberlehrer. Seinem Handbuch für Gottesdienstmoderatoren vertraue ich mich gern an!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-417-26438-8, Preis 10,95

Arndt E. Schnepper hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Arndt Schnepper, ich kenne Sie bereits von Ihrem Buch „Frei predigen“. Es hat mir damals sehr gut gefallen, weil es so dicht an der Praxis liegt, wie kaum ein anderes Buch zum Thema. Mit Ihrem neuen Buch „Überzeugend moderieren“ ist es ebenso. Wie kommt ein Pastor dazu so gut verständliche Sachbücher zu schreiben, die wirklich jeder Laie verstehen kann?

Die Frage freut mich – und sie verwirrt mich etwas. Denn ich hoffe, es ist nichts Außergewöhnliches, dass ein Pastor verständlich reden und schreiben kann. Schließlich ist der Umgang mit der Sprache ein wesentlicher Teil seiner beruflichen Tätigkeit. Zum Buch: Ich verstehe den Moderator als eine Art Lotsen des Gottesdienstes. In der antiken Schifffahrt gab es das „Moderamen“, ein Hilfsruder, mit dem sich das Schiff lenken ließ. Eine ähnliche Funktion kommt dem Moderator zu. Wer moderiert, unterstützt die anderen Gottesdienstgestalter, das gemeinsame Ziel zu erreichen.

In Ihrem Buch schreiben Sie, Moderieren sei ein Handwerk. Kann es wirklich jeder erlernen?

Fast jeder. Natürlich gibt es ein paar Voraussetzungen: Man sollte der Landessprache mächtig sein, sollte möglichst teamfähig sein und den Wunsch haben, Gott und seiner Gemeinde zu dienen. Mein Eindruck ist allerdings, dass wir oft die Messlatte so hoch legen, dass sich nur noch wenige Christen trauen, einen Gottesdienst zu moderieren. Natürlich hat nicht jeder das Zeug, einen Open-Air-Gottesdienst mit tausend Besuchern zu leiten, aber für den normalen Gottesdienst zuhause reicht doch meist aus. Moderation ist keine Zauberei, sondern eine Fertigkeit. Wer bisschen Neigung und die Bereitschaft zum Lernen mitbringt, sollte es in jedem Fall einmal versuchen.

Warum sollte eigentlich ein Moderator durch den Gottesdienst führen, kann der Pastor das nicht allein?

Natürlich kann ein Pastor auch alles alleine managen. Doch erstens wirkt das schnell langweilig und zweitens entspricht es auch nicht dem Ideal des Neuen Testaments. Ein Gottesdienst im biblischen Verständnis ist keine Solo-Show, sondern geschieht unter Beteiligung möglichst vieler Christen. Moderierte Gottesdienste spiegeln somit die Fülle und Facetten einer Gemeinde wider.

In Ihrem Buch gehen Sie so ziemlich auf alles ein was den Moderator betrifft, Mimik, Kleidung, „Ähs“ und „Öhs“. Ist nicht der Inhalt des Gesagten viel wichtiger?

Inhalte sind immer wichtig, doch was nützen sie, wenn ihnen die nötige Form fehlt? Im Bild gesprochen: Ein Essen mag lecker und gesund sein, wenn es aber unappetitlich serviert wird, hilft das wenig. Und der Moderator erfüllt diese Aufgabe des Servierens und Anbietens. Er selber spielt eigentlich keine besondere Rolle, er soll vielmehr eine Brücke zwischen den Gästen und der Predigt bauen. Er ist so eine Art Gastgeber, der die Menschen emotional abholt und sie zu den Inhalten des Gottesdienstes führt.

Ihr Buch ist nun schon einige Wochen auf dem Büchermarkt, wie sehen die ersten Reaktionen aus?

Aus den bisherigen Rückmeldungen gewinne ich den Eindruck, dass für viele Moderatoren, das Buch eine praktische Hilfe und Inspiration ist. Darüber freue ich mich. Denn was will man als Autor mehr?

SCM R. Brockhaus hat unserem Blog ein Verlosungsexemplar dieses Titels zur Verfügung gestellt. Wer also bis Dienstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Arndt E. Schnepper: Überzeugend moderieren

  1. Esther M.

    Klingt gut! Da ich öfter Gottesdienste moderiere, wäre das Buch sicher eine prima Hilfe. 🙂

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