Brigitte Troeger: Florence Nightingale

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In 25 Geschichten und Episoden bringt Brigitte Troeger uns den „Engel der Verlassenen“ nahe. Das dieses Buch, jetzt im Juni 2013, neu aufgelegt wurde, zeigt etwas von der Faszination die von dem Namen Florence Nightingale noch immer ausgeht.

Pfarrfau und Lehrerin Brigitte Troeger schreibt so als wäre sie heimliche Beobachterin der Geschehnisse Anfang des 19. Jahrhunderts in der Familie der Nightingales. Sie bringt viele ansprechende Dialoge, die sicher ihrer dichterischen Freiheit entsprungen sind, bleibt aber mit den Tatsachen in ihren Geschichten bei den historischen Fakten.

Durch diese Art des Porträts holt die Autorin ihre Heldin sehr dicht an uns heran. Schnell wird Florence sympathisch und es kristallisieren sich ihre jugendlichen Eigenschaften heraus, mithilfe derer sie dann ihren Weg findet und konsequent geht.

Der Verdienst der Autorin ist es, das Schicksal der „Lady mit der Lampe“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Noch mehr zeigt sie eindrucksvoll, dass Teenager unserer Zeit wundervolle Vorbilder in der Geschichte finden können!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-4207-7, Preis 8,99 Euro

Brigitte Troeger hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Liebe Brigitte Troeger, was denkt und fühlt man als Autorin wenn der Verlag kommt und sagt, weißt du was, die erste Auflage deines Buches lief so gut, wir planen eine zweite?

Ich bin sehr erfreut, wenn eine zweite Auflage erfolgt. Das ist eine Bestätigung, dass das Buch die Herzen der Leser erreicht und berührt hat. Eine zweite Auflage gelingt dann, wenn ein Buch weiter empfohlen wurde. Es ist schön, wenn sich die Mühe lohnt.

Sie sind Lehrerin und Pfarrfrau, warum hat es Sie in die schreibende Zunft gezogen?

Ich hatte Lust, im Ruhestand etwas Neues auszuprobieren. Außerdem wollte ich meine Lebenserfahrungen anschauen und weitergeben. Die Beschäftigung mit meinen Protagonisten waren immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person, der ich beim Schreiben näher kam. Schreiben ist besonders im Alter eine segensreiche Beschäftigung – nicht unbedingt bequem – aber mit einer hilfreichen Horizonterweiterung und einem klärenden Nebeneffekt.

Was hat Sie an der Figur der Florence Nightingale so sehr gereizt, dass sie sich gesagt haben: Daraus mach ich ein Buch?

Zunächst war es der Verlag, der mich fragte, ob ich das Thema aufnehmen würde. Ich war skeptisch, weil doch schon so viel über die berühmte Engländerin geschrieben worden war. Dann entdeckte ich, dass Florence N. trotzdem nicht im Bewusstsein unserer Zeitgenossen angesiedelt ist und ich dachte: dann muss ein kurzes, knackiges und unterhaltsames Büchlein in verständlicher Sprache entstehen. Diese außergewöhnliche Frau darf nicht in Vergessenheit geraten. Sie hat uns heute viel zu sagen, macht uns Mut, unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn es durch Krisen geht.

Beim Lesen dachte ich mir, solche Eigenschaften wie sie der Florence zugeschrieben werden, wünsche ich mir auch von der heute jungen Generation. Was genau macht die junge Heldin zum Vorbild heutiger Teenager?

Florence war reich, schön, intelligent und begehrt – welcher Teenager wünscht sich das nicht? – Aber die junge Engländerin schlug all ihre Privilegien in den Wind, denn sie hatte den Ruf Gottes gehört. Geradlinig, mutig und mit praktischem Sinn verfolgte sie ihr Ziel. Sie war eine Kämpferin für eine gute Sache und hat mit ihrem Einsatz die Welt verändert. Dabei ging sie durch viele Krisen und schwere Enttäuschungen und Anfeindungen. Aber die äußeren Umstände ließen sie nicht verzagen. Kompromisslos behielt sie ihr Ziel im Auge.

Ihre Biografie über Florence Nightingale besteht aus 25 Geschichten und Episoden. Viele herrliche Dialoge gibt es zu lesen. Wie dicht sind Sie beim Erzählen am Original und wie viel ist dichterische Freiheit?

Bei der Recherche musste ich mich mehr auf Sekundärliteratur verlassen. Diese stützte sich aber auf direkte Quellen (Tagebücher, Briefe usw.).

Ich habe keine eigenen Episoden erfunden, sondern versucht, glaubwürdige Berichte zum Leben zu erwecken. Lediglich der Anfang und das Ende stammen aus meiner Phantasie, allerdings gestützt auf Überliefertes.

Arbeiten Sie gegenwärtig an einem neuen Buch?

Ich schreibe z.Zt. kleine Erzählungen. Vielleicht wird mal ein Buch daraus.

Der Brunnen Verlag stellt uns von diesem Buch ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Samstag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Brigitte Troeger: Florence Nightingale

  1. Björn

    Auf ein Neues.

  2. Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch!
    Habe ich doch schon ein anderes über Florence N. gelesen und finde die Frau mehr als faszinierend!

  3. Lea

    Von Florence Nightingale habe ich während der Ausbildung (also letztes Jahr) mal ein Referat gehört, da sie die (Kranken-)Pflege sehr geprägt hat. Sie scheint eine interessante Person und das Interview bestätigt das. Ich würde mich über das Buch sehr freuen!

  4. Adeline Warkentin

    Ich finde die Frau sehr interessant. Ich hab schon mal ein Buch über sie gelesen und bin gespannt, was dieses Buch so über sie erzählt.

  5. Maria

    Oh, das ist wieder ein Buch, das mich sehr interessiert. Über Florence Nightingale habe ich schon einiges gelesen und mich würde sehr interessieren, noch mehr über sie zu erfahren.

  6. Edelgard K.

    Hört sich interessant und spannend an.

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