Ursula Schröder: Vielleicht hilft auch ein Wunder

vielleicht hilft auch ein wunderursula Schröder

Foto: Ursula Schröder

Anna arbeitet im evangelischen Kindergarten, geht fleißig zum Gottesdienst, ja sogar in den Bibelkreis und ist verheiratet mit Lorenz. Seit Jahren bemühen sich beide um ein Kind, aber leider klappt es nicht. Dann geht Lorenz fremd und schon wird er Vater vom Seitensprung und verlässt Anna.

Zum Glück hat die noch Bibi. Ihre beste Freundin hat Ahnung von Zeichen Gottes. Wenn man nur genau hinsieht, schickt Gott die täglich in unseren Alltag, sagt jedenfalls Bibi. Anna sieht diese Zeichen oft nicht und wenn Bibi sie mal wieder auf so ein Zeichen hinweist, dann ist Anna sich oft nicht sicher – ist das nun ein Zeichen oder nicht?

Ursula Schröder geht ein ernstes Thema humorvoll an. Der Story tut dies gut und überlegenswert ist so manch eine Szene.

Gleich mehrere Männer tauchen nun in Annas Bekanntenkreis auf. Für welchen wird sie sich entscheiden? Mein Wunschkandidat hat das Rennen gemacht!

Eheprobleme im christlichen Milieu greift Ursula Schröder humorvoll auf, nimmt das Thema aber dennoch nicht auf die leichte Schulter!

Brunnen, ISBN 978-3-765-51581-1, Preis 14,99 Euro

Ursula Schröder hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Liebe Ursula Schröder, gibt man Ihren Namen beim Onlineriesen ein, stellt man schnell fest: „Die Frau schreibt schneller Bücher als andere lesen.“ Woher kommen die vielen Ideen?

Als ich erst einmal den Entschluss gefasst hatte herauszufinden, ob ich tatsächlich ein Buch schreiben kann, hatte ich tatsächlich so viele Ideen im Kopf, dass ich mit dem Schreiben kaum hinterher gekommen bin – meine Familie kann ein Lied davon singen. Dann habe ich einen amerikanischen Online-Schreib-Workshop mitgemacht und war ganz erschrocken, was man beim Verfassen eines Romans alles falsch machen kann. Das hat mich dazu gebracht, das Ganze ein wenig langsamer anzugehen und mir mehr Zeit zu nehmen, um eine Geschichte zu entwickeln. Aber ich mache nach wie vor (fast) nichts lieber als meine Figuren in irgendwelche unvorhergesehenen Situationen zu bringen, um sie dann irgendwie wieder da herauszuholen. Inspiration dazu gibt mir das Leben selbst – täglich.

Soeben ist im Brunnen Verlag „Vielleicht hilft auch ein Wunder“ erschienen. Anna und Lorenz sind miteinander verheiratet. Seit Jahren wollen beide ein Kind, aber es klappt nicht. Jetzt – nach einem Seitensprung – wird Lorenz mit seiner neuen Flamme Vater und zieht aus der gemeinsamen Wohnung mit Anna aus. Sie gehen das traurige Thema Scheidung mit viel Humor an, warum?

Zuerst mal: weil ich keine Lust habe, traurige Bücher zu schreiben. Ich habe mir von Anfang an die Aufgabe gestellt, auch ernsthafte Themen mit Humor anzugehen (mein großes Vorbild ist Marian Keyes, die das hervorragend kann – sogar ihre eigene Depression kommt in ihrem letzten Roman völlig „un-tragisch“ rüber). Ob es mir gelingt, etwas heiter und doch nicht hohl zu bearbeiten, müssen andere entscheiden.

Der neue Roman ist insofern eine zusätzliche Herausforderung, weil ich es schwierig fand, eine christlich geprägte Themenstellung lustig zu erzählen, ohne mich über den Glauben lustig zu machen. Aber schon seit längerem habe ich mich immer wieder mit der Frage beschäftigt, warum ich über alle möglichen Aspekte des Lebens Bücher schreibe, und der persönliche Glaube wird dabei ausgeklammert. Ich bin seit fast vierzig Jahren Mitglied einer evangelischen Freikirche, seit zwanzig Jahren auch sporadisch als Seelsorgerin tätig, und daher weiß ich, dass es nichts gibt, was nicht auch im christlichen Raum vorkommt. Das hat mich zusätzlich motiviert, diese Geschichte in einem „frommen“ Umfeld anzulegen.

Anna geht fleißig in die Kirche, besucht sogar den Bibelkreis und arbeitet im evangelischen Kindergarten, aber mit den täglichen Zeichen die Gott uns schickt, hat sie so ihre Schwierigkeiten. Ihre Freundin Bibi vermutet manchmal, Anna sieht diese Zeichen überhaupt nicht. Wissen Sie immer, welche Zeichen Gott schickt?

Dann wäre ich wohl ein Prophet. Ich versuche schon, wichtige Fragen immer wieder mit ins Gebet zu nehmen, und hoffe dann auf entsprechende Fingerzeige. Im Nachhinein sieht man ja auch manchmal, wie Gott Dinge geführt hat. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass es nicht für jeden Fall nur eine richtige Lösung gibt (z.B. dass es nicht nur einen Partner auf der Welt gibt, mit dem man glücklich werden kann), sondern dass es immer wieder darauf ankommt, das Beste aus der Lage zu machen. Deshalb interpretiert vielleicht ein Mensch einen persönlichen Tiefschlag als Zeichen dafür, dass hier eine Tür verschlossen wird. Für den anderen ist es eher eine Herausforderung, die es zu überwinden gilt. Wer von beiden hat recht? Ich mag das nicht beurteilen.

Mir gefällt diese Anna, weil sie sich zwar mit der Möglichkeit göttlicher Zeichen beschäftigt, aber ihr Hirn dennoch immer in Betrieb lässt. Auf die gesunde Kombination scheint es anzukommen, ist das richtig?

Vermutlich käme bei mir immer eine Heldin heraus, bei der das so ist. Ich glaube, wenn man von Gott erwartet, dass er einen detaillierten Fahrplan für alle Momente des Lebens hat, dann ist man von vornherein zum Scheitern verurteilt. Worauf es ankommt ist, im Gebet, mit Bibellesen und im Gespräch mit anderen Christen die eigene Haltung zu überprüfen und, wenn es sein muss, zu korrigieren. Ich wollte in meiner Geschichte erzählen, wie das zum Beispiel vor sich gehen kann – und deshalb sind auch Irrwege oder Fehlentscheidungen nicht ausgeschlossen. Wir Menschen sind ja nicht perfekt, und Gott weiß das.

Anna hat mehrere Möglichkeiten, am Ende der Story nicht ohne Mann dazustehen. Den Weg dorthin mitzuverfolgen ist ein vergnügliches Leseabenteuer, erklären Sie bitte unseren Lesern, warum sie sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen sollten.

Ich schreibe Bücher, so wie ich sie selber gern lesen möchte: unterhaltsam und mit Happy-End, aber auch mit etwas mehr Tiefgang als die „hättest-du-das-gleich-gesagt-dann-wäre-das-alles-nicht-passiert“-Schmonzetten, wie man sie manchmal im Fernsehen geboten bekommt. Mein Buch ist weder ein theologischer Leitfaden noch nobelpreisverdächtige Problemliteratur. Wer aber gern mit einem Schmunzeln verfolgt, wie sich jemand durch eine unerwünschte Lebenssituation zu kämpfen versucht, der ist hoffentlich mit diesem Roman gut bedient. Über entsprechende Rückmeldungen freue ich mich übrigens immer – auch, wenn Kritik mit drinsteckt.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Ursula Schröder hält ein signiertes Verlosungsexemplar bereit. Wer also bis Sonntag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Ursula Schröder: Vielleicht hilft auch ein Wunder

  1. Birgit

    Das möchte ich gerne lesen!

  2. Sigrid Wink

    Ein ernstes Thema, mit Humor geschrieben, Irrwege und Fehlentscheidungen nicht ausgenommen – es scheint mir ein unterhaltsames Buch zu sein.

  3. Theresa

    Ich möchte es auch gerne lesen 🙂

  4. Edelgard K.

    Ich habe von der Autorin bisher noch nichts gelesen. Stehe dem Thema des Buches mit etwas Skepsis gegenüber. Aber wahrscheinlich genau deshalb würde ich es gerne mal lesen. 🙂

  5. Maria Lahnstein

    Ich werde zu dem Buch eine Leserunde starten bei Lovelybooks zum Ende des Monats. Es wäre toll, wenn die Autorin mitlesen würde.
    (Kommentar nicht berücksichtigen, ich habe das Buch schon da)

    PS: Das Interview und die Vorstellung des Buches machen eindeutig Lust auf mehr !

  6. Anne

    Macht Lust, zu lesen.. vor allem, wenn man die Gedanken der Autorin zum Thema „Glauben“ durch das Interview noch etwas näher kennenlernt. Ich fand die bisher geschriebenen Bücher sehr gut. Bin schon gespannt auf den christlichen Kontext des neuen Buches. Vielleicht gewinne ich es ja – und wenn nicht, dann kauf ich es mir..

  7. Maria

    Das wäre mal wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Die Autorin kenne ich noch gar nicht. Habe aber gleich mal geschaut und es gibt einige Bücher, die sich toll anhören. Würde gerne das Buch lesen.

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