Beeke / Kleyn: Auf Fels gebaut

wie gott durch ein Gewitter wirkteHans-Werner Deppe

Foto: Hans – Werner Deppe

Betanien Verlag, ISBN 978-3-935558-31-0, Preis 9,90 Euro

Dieser erste Band Andachtsgeschichten trägt den Titel „Wie Gott durch ein Gewitter wirkte“. Leider findet sich im Buch keinerlei Hinweis für eine Altersempfehlung für diese Buchreihe. Dies finde ich problematisch, denn so breiter die Altersspanne, je größer ist die Gefahr, dass kleine Leser überfordert und große Leser unterfordert werden. Auch mit der Einteilung der jungen Leser in Christen und „Ungläubige“ bereitet mir sehr große Bauchschmerzen.

In den einzelnen Geschichten, die zum Teil bis zu acht Seiten lang sind und somit Erstklässler wohl vom eigenen Lesen ausschließt, begegne ich Begriffen wie „Atheist, Sünde, sanftmütiger Geist, Teufel, Allheilmittel, Versuchung …“. Für mich sind die Benutzung dieser Begriffe eine totale Überforderung eines Erst – oder auch Zweitklässlers. Was haben Geschichten für Kinder noch für einen Sinn wenn Eltern oder Großeltern die Texte erst erklären müssen. Sollte es nicht Ziel sein, gerade in Büchern für Kinder, dass die Geschichten so formuliert sind, dass die Geschichten für sich stehen und der junge Leser sie ohne Erklärungen aufnehmen kann?

Das in Polen gedruckte Buch ist wie gesagt der Auftakt einer auf fünf Bände angelegten Reihe. Auch der zweite Band ist bereits erschienen. Die weiteren folgen noch in diesem Jahr. Ich finde es eine clevere Idee wahre Geschichten als Grundlage für Andachten zu verarbeiten, bei diesem Band ist die Umsetzung für den Leser m.E. nicht besonders gut gelungen.

Obwohl ich einige kritische Fragen hatte, hat sich Verlagsleiter Hans – Werner Deppe doch meinen Fragen gestellt. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.

Lieber Hans – Werner Deppe, sie sind der Verlagsleiter des Betanienverlages. Soeben sind die ersten beiden Bände einer mehrbändigen Buchreihe mit Andachtsgeschichten für Kinder erschienen. Was ich nirgends gefunden habe war eine Empfehlung für welche Kinder diese ausgelegt ist. Wie alt sollte ein Kind sein um mit diesen Geschichten konfrontiert zu werden?

Zunächst vielen Dank für Ihre Fragen, auch oder gerade wenn diese kritisch sind. Dies hilft uns, bei Neuauflage ggf. Verbesserungen vorzunehmen. Die Altersangabe habe ich nun in unserem Onlineshop ergänzt: “Altersgruppe: Zum Selberlesen ab ca. 9 Jahre, zum Vorlesen auch früher.” Auf dem Buch selber steht nur “für kleine und große Kinder”, da die Altersgruppe eigentlich nicht so eingeschränkt ist und die Bücher sich für jüngere Kinder, die noch nicht selber lesen, wie gesagt auch zum Vorlesen eignen, auch wenn beim Vorlesen sicher hier und da noch etwas erklärt werden sollte. Darauf kommen wir unten ja noch zu sprechen.

Irritiert bin ich, dass Sie die Leserschaft in „Christen“ und „Ungläubige“ einteilen. Zumindest im Hinblick auf die Gebetsvorschläge finde ich diese Bezeichnungen in ihrem Buch. Für mich haben solche Bezeichnungen wenig mit Einladung, mehr mit Aus – oder zumindest Abgrenzung zu tun. Können sie dies nachvollziehen?

Naturgemäß gibt es unter Kindern – auch in christlichen Elternhäusern – solche, die bereits gläubig sind, und andere, von denen man dies nicht sagen kann. Diese letztere Gruppe, die wir hier vielleicht tatsächlich etwas unglücklich mit “Ungläubige” tituliert haben, sind jene, die noch nicht bekehrt sind und deshalb eine andere Ausrichtung in den Gebetsvorschlägen brauchen. Ich halte es für sehr wichtig, dass man hier differenziert und nicht alle, ob gläubig oder noch nicht, über einen Kamm schert nach dem Motto “wir kommen sowieso alle in den Himmel.” Ich werde aber die Ausdrucksweise für die nächsten Ausgaben und Auflagen nochmal überdenken und danke für diesen Hinweis – wobei: Gebraucht nicht auch die Bibel den Ausdruck “Ungläubige”?

In den einzelnen Geschichten finde ich viele Begriffe von denen ich annehme, dass Kinder es schwer haben sie zu verstehen. Beispielsweise: „Atheist, Sünde, sanftmütiger Geist, Teufel, Allheilmittel, Versuchung …“ Glauben Sie, dass dies eine kindgerechte Sprache ist?

Es gibt zentrale Begriffe des christlichen Glaubens, die Kinder schon früh lernen sollten: Was ist Gnade, was ist Sünde, was ist Buße, was ist heilig? usw. Solche Begriffe sollte man nicht durch Simplifizierungen ersetzen. Auch Ihre Beispiele Atheist, Sanftmut, Teufel (wobei … hallo? Ist “Gott” vielleicht auch ein schwerverständliches Wort?) und Versuchung würde ich dazu zählen. Beim Vorlesen kann man hier kurz pausieren und nachfragen, ob die Kinder das Wort verstehen und ggf. erklären. Andere schwierige Wörter wie z.B. Allheilmittel hätten wohl tatsächlich im Lektorat ausgebügelt werden können; darauf werde ich für die nächsten Ausgaben vermehrt achten. Aber legen wir die Latte ruhig nicht zu tief – wir müssen nicht wie bei den Juden schon mit 3 Jahren Hebräisch schreiben lernen, aber ein wenig Anspruch tut uns Christen ganz gut.

Am Ende jeder Andachtsgeschichte wird eine Frage gestellt. Ich finde es problematisch wenn ich am Buchende in den fertigen Antworten Zusagen formuliert finde. Was macht ein Kind wenn eine Zusage nicht eintrifft? Was wenn Gott einmal nicht rettet, obwohl sich jemand um Gottes Hilfe bemüht hat? Ich spiele hier auf Kapitel 3 an.

Ich finde es sehr wichtig, vorsichtig und zurückhaltend mit frommen Zusagen im Namen Gottes zu sein. Zusagen, die nicht in der Bibel stehen, dürfen auf keinen Fall gemacht werden. Auch bei biblischen Verheißungen müssen wir immer durch sorgfältige Auslegung prüfen, ob diese Verheißung nur eingeschränkt galt (einer bestimmten Person, zu bestimmten Zeiten, unter bestimmten Voraussetzungen usw.) oder auch uns gilt. Bei der erwähnten Verheißung (dass Gott uns aus Versuchungen rettet, wenn wir uns mit Gottes Hilfe dagegen wappnen) handelt es sich meinem Verständnis nach um eine allgemeine biblische Verheißung (1Kor 10,13; 2Petr 2,9). Wenn wir allgemeine biblische Verheißungen nicht anderen zusichern dürften, dann dürften wir auch nicht sagen: “Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden.” Die Reihe heißt ja “auf Fels gebaut”, weil sie die Kinder auf dem festen Felsen des Wortes Gottes und seiner Verheißungen gründen soll.

Herzlichen Dank dem Verlagsleiter des Betanienverlages für seine Antworten.

Hans – Werner Deppe stellt uns von jedem der ersten beiden Bücher je drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wenn du bis Freitag 20 Uhr deinen Kommentar unter diesem Beitrag postest nimmst du automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Beeke / Kleyn: Auf Fels gebaut

  1. Richto

    Interessante Ansichten…
    Und auch eine interessante Buchreihe….

  2. Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bände. Band eins und zwei klingen biblisch orientiert und viel versprechend. Endlich Bücher, die Kindern mehr zumuten als die Vermittlung des Werts der Selbstannahme.

  3. Joy

    Es scheint sich in der Tat um eine interessante Buchreihe zu handeln.
    Wenn vielleicht etwas exotischere Begriffe ein wenig erläutert werden oder durch allgemein bekanntere Synonyme ersetzt werden, kann sich dies in vielen Fällen als vorteilhaft erweisen. Das gilt zumindest dann, wenn Kinder dieses Buch alleine lesen. „Teufel“ würde ich aber z.B. nicht zu den exotischeren Begriffen zählen.
    Eine Altersangabe ist naturgemäß schwierig und kann allenfalls als grobe Einschätzung dienen.
    Insgesamt hat der Rezensent – soweit ersichtlich – konstruktive, überlegenswerte Kritik angeboten.

  4. Andreas Schnebel

    Bin bereits vorher- durch eine Leseprobe- auf diese Buchreihe aufmerksam geworden. Da ich meinen drei Kindern regelmäßig- vom Kleinkind bis ins Teenager- vorlese, kann ich aus meiner Erfahrung nur feststellen, dass Nachfrage/Erklärung zu unserer Lesepraxis dazugehört und dies sowohl von meinen Kindern, wie auch mir, positiv und anregend empfunden wird. Insofern freue ich mich auf diese Buchreihe umso mehr.

    Danke für diese konstruktiv-kritische Rezension.

  5. Adeline Warkentin

    Ich finde es hört sich irgendwie interessant an…
    Würde mich aufjedenfall freun, wenn ich das Buch lesen könnte.

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