Rostampour/Amirizadeh: Verurteilt im Iran

verurteilt im iran

Schirin ruft ihre Schwester an und erzählt ihr von ihrem schrecklichen Traum. In ihm verschwand Maryam und eine Stimme erklärte ihr, dass Maryam an einen furchtbaren Ort gebracht worden war . . .

Maryam versucht ihre Schwester sofort zu beruhigen, aber dennoch bleibt auch in ihr nicht alles sorglos. Ihrer Schwester erzählt sie nichts davon, dass sie gemeinsam mit einer anderen Christin Neue Testamente in mehreren iranischen Städten verteilen will.

Was mich anfangs beim Lesen ein wenig gestört hat, waren die vielen Träume. Da ich mich an keinen meiner Träume erinnern kann, stimmt mich dies natürlich ein wenig skeptisch . . .

Maryam und Marziyeh, die beide im Wechsel dieses Buch schreiben, verteilen selbst an „heiligsten Stätten des Islam, die Nichtmuslime gar nicht erst betreten dürfen“ Bibeln. Beim Lesen stelle ich mir den christlichen Aufschrei in unserem Land vor, wenn zwei Muslima in Deutschland vor dem Altar einer christlichen Kirche Korane verteilen würden. Streiten würde ich mich mit den beiden Autorinnen gern über die Frage, wie sinnvoll es wohl ist ausgerechnet an den heiligen Stätten des Islam Bibeln zu verteilen und ob dies nicht die geforderte Religionsfreiheit antastet.

Sehr deutlich zeigt dieses beeindruckende Buch, dass im Iran der Islam Staatsreligion ist und, dass daneben kein Millimeter Platz für religiöse Minderheiten ist. Wo diese doch entstehen, drohen Schikane, Verhaftung, ideologischer Druck im Gefängnis oder der Tod. Maryam und Marziyeh beschreiben bedrückende Einzelheiten, wie der iranische Staat und seine Handlanger mit ihnen umgegangen sind.

Selbst als die beiden Freundinnen im berüchtigten Gefängnis Evin saßen und eine Ahnung vom Tod bekamen, blieben sie Jesus treu. Inzwischen haben die beiden auf Umwegen die USA erreicht.

Mit ihren offenen Schilderungen zeigen beide Autorinnen, wie weit der Iran davon entfernt ist, ein Land der Religionsfreiheit zu sein. Andererseits werden Maryam und Marziyeh aber so manch einem in Sicherheit lebenden Christen etwas davon vermitteln, was sie bereit waren für ihre Liebe zu Jesus zu erdulden. Manch ein wohlgenährter westeuropäischer Christ traut sich ja nicht einmal mehr auf der Straße von seinem Gott zu reden.

Ich bin zutiefst beeindruckt, wie weit Menschen heute noch gehen um Jesus lieben zu dürfen!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15462-8, Preis 22,95 Euro

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Rostampour/Amirizadeh: Verurteilt im Iran

  1. Edelgard K.

    Mir ist das Buch schon aufgefallen, habe es aber noch nicht gelesen!

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