Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns

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Foto: Heidrun Hurst

In den Winter 1606 entführt uns die Autorin Heidrun Hurst. Johann Selzer hat mit seiner Ehefrau Anna das heimatliche Rheintal verlassen. Der kleine väterliche Hof hätte nie und nimmer ihm und seinem Bruder ein Auskommen sichern können.

So blieb Johann nichts anderes übrig als in der Fremde sein Glück zu versuchen. Der Bergbau verspricht Arbeit und Geld und so gehen die Selzers nach Freiburg. Johann arbeitet schwer, aber für seine schwangere Anna tut er alles. Doch noch vor der Geburt stirbt die Mutter. Aus ihrem toten Leib wird Jakob geholt. Johann Selzer heiratet noch einmal und Bärbel wird geboren.

Während des Lesens wird schnell klar, hier beginnt eine groß angelegte Geschwistergeschichte. Die Autorin erzählt viel vom Leben der Bergleute im frühen 17. Jahrhundert. Sie muss gut recherchiert haben, denn sie kann den Lebens – und Berufsalltag sehr glaubhaft beschreiben. Glaube und Aberglaube spielen eine Rolle, aber sehr konsequent verfolgt Heidrun Hurst die Lebenswege der Bergmannskinder Jakob und Bärbel Selzer. Immer mehr richtet sie ihren Fokus auf die im Wechsel erzählten Lebenswege der beiden Kinder und baut damit sehr gut ihren Spannungsbogen auf.

Nachdem beide Eltern tot sind und die Geschwister den Katen im Bergmannsdorf verlassen müssen, beschließt Jakob mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester in das ihm unbekannte Dorf im Rheintal zu wandern. Er hofft dort Verwandte zu finden die sie beide aufnehmen.

Als ich die Geschichte zu Ende gelesen hatte, war ich ein wenig säuerlich, weil mir Jakob und Bärbel zu vertrauten Personen geworden waren und die Autorin gerade in sehr spannenden Momenten der beiden Lebensläufe ihren ersten Band beendet. Aber sie verspricht im Buch einen zweiten Band und auf den bin ich sehr neugierig!

mediaKern, ISBN 978-3-8429-2305-8, Preis 14,95 Euro

Die Autorin Heidrun Hurst hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Heidrun, Deine „Kinder des Bergmanns“ sind soeben erschienen. Wie lange hast Du an diesem Buch gearbeitet? Du hast sicher sehr viel an Recherchearbeit leisten müssen?

Für das Buch habe ich von der Idee bis zur Fertigstellung etwa zwei Jahre gebraucht. Die Recherche ist zwar aufwändig aber sehr wichtig, da meine historischen Romane in den zeitlichen Rahmen passen sollten, in dem sie spielen. Die Arbeit, aber auch Lebensweise, Weltanschauung und Bräuche haben sich seither grundlegend geändert. Deshalb ist es nötig, sich mit den damaligen Gegebenheiten vertraut zu machen. Wenn es geht, schaue ich mir die örtlichen Begebenheiten erst mal an, bevor ich beginne. Und dies kann durchaus auch Spaß machen. Für die Recherche über das Leben der Bergarbeiter waren mein Mann und ich mehrere Male auf dem Schauinsland bei Freiburg. Im dortigen Museumsbergwerk haben wir eine 2,5 stündige Führung mitgemacht, bei der man sich sehr lebhaft vorstellen konnte, was es hieß, für mehrere Stunden ohne ausreichende Beleuchtung unter Tage zu sein. An diesem Tag ist auch die Idee für das Kapitel „Der Erzkasten“ entstanden. Die Mitarbeiter des Museumsbergwerks wiederum haben mir weiterführende Fachliteratur über diese Zeit empfohlen, sodass ich mir alles andere anlesen konnte.

Wie bist Du eigentlich auf das Thema gekommen?

Nachdem ich zwei Romane über die Wikinger in Norwegen geschrieben hatte, wollte ich einmal etwas über meine Heimat schreiben. Ich selbst stamme aus dem kleinen Dörfchen, das im Laufe des Romans eine große Rolle spielen wird. Straßburg liegt quasi vor unserer Haustür. Und da es so nah ist, konnte ich viele Stunden in der schönen Altstadt verbringen, Straßen abgehen, mit Karten vergleichen und unsere örtliche Historiker löchern. Der Schauinsland kam dann als etwas entferntere Variante noch hinzu.

Du verwendest Fachbegriffe aus der Bergmannswelt die Du auch erklärst, bist Du etwa selbst eine Bergmannstochter oder hast Du Dir Dein Wissen extra für Dein Buch angelesen?

Nein, das habe ich mir angelesen. Ich kenne mich mehr mit der bäuerlichen Arbeit im Rheintal aus, obwohl sich diese in der Zwischenzeit ja auch grundlegend geändert hat. Aber auch hier gibt es zahlreiche Museen und Bücher die dieses alte Wissen für nachfolgende Generationen bewahren.

Die Bergmannskinder Jakob und Bärbel erhoffen sich in der Heimat des toten Vaters Aufnahme und Sicherheit für den Lebensalltag. So glatt geht das alles nicht. Du beschreibst beide Lebensläufe und im spannendsten Moment hört das Buch einfach auf. Wann kommt der zweite Teil und auf wie viele Teile ist Deine Geschwistersaga angelegt?

Die Saga ist auf zwei Teile angelegt. Wann dieser zweite Teil herauskommt, kann ich nicht sagen. Ich hoffe so schnell wie möglich – obwohl ich noch ein bisschen Zeit brauche, um ihn fertigzustellen. Doch im Großen und Ganzen ist dies die Sache des Verlages.

Vielen Dank für das Gespräch!

Heidrun Hurst schenkt einem Gewinner ein von ihr signiertes Exemplar ihres Romans. Wer also bis kommenden Montag seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Weitere Infos zu Heidrun Hurst gibt es auf Ihrer Homepage. Dort werden in den nächsten Tagen bereits einige Originalschauplätze per Foto zu sehen sein:

http://www.heidrun-hurst.de/company.html

Übrigens, wer noch eine Frage hat, kann die hier gern posten. Die Autorin liest mit . . .

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns

  1. Theresa

    Das hört sich interessant an 🙂

  2. Maria

    Ein schönes Interview. Das Buch muß auf meine Wunschliste.

  3. Ilona

    Eine sehr berührende und spannende Geschichte.
    Absolut empfehlenswert!

  4. Esther M.

    Ich bin auch gern bei der Verlosung dabei – Frau Hurst schreibt echt schön. 🙂

  5. Ab sofort kann man sich die Schauplätze meines Romans „Die Kinder des Bergmanns“ auf meiner Homepage ansehen. Hier noch einmal die Adresse:http://www.heidrun-hurst.de/company.html

  6. Sigrid Wink

    Gute Recherchen sind das A und O für ein Buch, gerade mit historischem Hintergrund. Dies scheint bei dieser Geschwistersaga zu zutreffen und macht mich neugierig auf das Buch.

  7. Petra Schulze

    Hallo Heidrun
    Ein super tolles Buch freue mich schon wenn du den 2.Teil fertig hast
    Gruss Petra ( wandres)

  8. Hallo Petra,
    freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. 🙂
    LG
    Heidrun

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