Christoph Zehendner (Hrsg.): Als Malchus sein Ohr verlor

als malchus sein ohr verlorzehendner

Foto: Christoph Zehendner

Ich kannte Malchus bislang nicht. Der Untertitel des Buches „und andere Geschichten, die (so) nicht in der Bibel stehen“ machte mich dann aber doch neugierig.

Was mich dann erwartete war eine sehr positive Überraschung. Zehn Autoren haben biblische Randfiguren zu Helden ihrer Geschichten gemacht. Einer dieser Helden ist eben jener Malchus. Jesus persönlich heilt Malchus, indem er das soeben abgeschlagene Ohr wieder an dessen Kopf befestigt. Das faszinierende an diesen Geschichten ist, dass biblische Geschichten hier neu und aus bisher nicht dagewesenem Blickwinkel erzählt werden.

Oft ist unsere Herangehensweise an biblische Texte ja etwas förmlich oder gar verkrampft, hier ist sie witzig – locker und vor allem trifft sie den Leser direkt und unvorbereitet. Die Helden der Geschichten sind so klein und unbedeutend wie Du und ich, aber in der Begegnung mit Gott oder Jesus beginnt etwas Neues.

Gelesen habe ich dieses Büchlein für mich ganz allein. Gut vorstellen kann ich mir aber auch, dass einzelne Geschichten Ausgangspunkt einer Andacht oder Bibelarbeit sein können.

Clever und gewinnbringend ist die Idee, in unserer schnelllebigen Zeit auf Randfiguren zu schauen. Manchmal stehen uns diese unbekannten Typen näher als wir denken – ich habe es beim Lesen erfahren!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-4198-8, Preis 7,99 Euro

Christoph Zehendner hat buecheraendernleben folgende Fragen beantwortet:

Lieber Herr Zehendner, soeben ist „Als Malchus sein Ohr verlor“ erschienen. Sie sind der Herausgeber dieses Buches. Wie wird man Herausgeber?

In diesem Fall war es ganz einfach: Ich habe den Kontakt zwischen den Autoren (alle Mitglieder in der Vereinigung christlicher Künstler, das RAD) und dem Brunnen-Verlag hergestellt. Der Verlag sah sich die Manuskripte erst einmal grob durch, fing dann immer mehr Feuer und teilte mir mit: „Wir machen das Buch. Und Du gibst es heraus!“ Tja, da blieb mir dann nicht viel anderes übrig, als zuzusagen.
Ich habe es gerne getan und dann erst mitbekommen, was genau die Aufgaben des Herausgebers sind.

Gerade gestern meldete sich die Lektorin aus dem Verlag und gratulierte mir sehr herzlich zu dem Buch – das hat mich dann doch sehr gefreut und ich werde das gleich auch noch an die anderen weiterleiten.

Zehn Autoren schreiben in diesem Buch über biblische Randfiguren. Alle Autoren gehören zur christlichen Künstlervereinigung http://www.dasrad.org ,was ist das für ein Verein?

Im RAD treffen sich Künstler aus ganz unterschiedlichen Sparten – Schauspiel, bildende Kunst, Architektur, Musik, Tanz usw. Wir haben viel Zeit zum Austausch, für Impulse von oft herausfordernden Referenten, für geistliche Zurüstung und gegenseitige Begleitung. Für mich ist das RAD eins der wichtigsten Kraftzentren meines Lebens als Christ und Künstler. Ganz nebenbei habe ich hier durch den Kontakt mit Autoren wie Albrecht Gralle, Manfred Siebald, Fabian Vogt und anderen Mut gefasst, auch Kurzgeschichten zu schreiben und Bücher zu veröffentlichen. Und ich freue mich darüber, das ich so zusätzlich zum Texten meiner Lieder (weiterhin mein Schwerpunkt) auch diese kreative Ausdrucksmöglichkeit entdeckt habe.

In den Geschichten des Buches werden biblische Randfiguren zu Hauptpersonen. Ich als Leser sehe die Welt plötzlich aus ihrer Perspektive. Wer kam auf die Idee so ein Buch zu schreiben und warum ist es wichtig in unserer schnelllebigen Zeit auf solche scheinbar unbedeutenden Typen zu schauen?

Die Grundidee ist vor einigen Jahren aus einer „Schreibübung“ in der Autorengruppe des RADs entstanden. Dann gab’s ein paar gute Geschichten, aber das Projekt döste etwas vor sich hin. Im zweiten Anlauf dann entwickelten erst wir Autorinnen und Autoren eine steigende Begeisterung – und steckten dann auch den Verlag an. Und jetzt hoffentlich auch viele Leserinnen und Leser.

Ich gebe es gerne zu, zu Anfang konnte ich mit dem Namen Malchus nichts mehr anfangen. Nach Ihrer Geschichte wurde mir auf neue Art bewusst, wie Jesus gerade an uns Unscheinbaren wirkt. Kann es sein, dass Sie zusammen mit Ihren Autorenkollegen uns Lesern, über den Umweg biblische Randfiguren, die Liebe Jesus aufs Neue zeigen?

Treffer! Im Buch geht es allerdings nicht nur in Jesus, in den Geschichten sind ja auch Randfiguren aus dem Alten Testament vertreten. Aber wenn ein Leser über unsere Geschichten einen neuen Zugang zu bestimmten Abschnitten der Bibel bekommt, wenn er sich hineinversetzen und eine biblische Szene fast miterleben kann – dann kann und soll das auch seine Sicht auf Gott vertiefen und erweitern. Schön, dass Sie das so erlebt haben.

Was wünschen Sie sich für dieses Buch?

Zum Literaturnobelpreis wird es vermutlich nicht reichen (lacht), aber eine weite Verbreitung wünsche ich ihm schon. Ich wünsche mir, dass die Leserinnen und Leser unser Buch ernst nehmen, es gerne lesen und dann von dort aus direkt in der Bibel weiterlesen und Entdeckungen machen! Am schönsten wäre es mitzubekommen: Diese Geschichte wurde in einem Hauskreis gelesen und besprochen, jene in einem Gottesdienst, und bei einer dritten haben Menschen empfunden: Jetzt verstehe ich viel besser, wie diese oder jene Bibelstelle gemeint ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Drei signierte Verlosungsexemplare hält Christoph Zehendner für uns bereit. Wer bis Dienstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Viel Glück!

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Christoph Zehendner (Hrsg.): Als Malchus sein Ohr verlor

  1. Margrit

    Bin gespannt, welche „Randfiguren“ vorkommen …. ich finde das interessant.

  2. Edelgard K.

    Hört sich spannend an. Würde das Büchlein gerne lesen und kann mir gut vorstellen, dass man es auch in der Schule oder Gemeinde verwenden könnte.

  3. Esther M.

    Das klingt total toll und ich fand auch das Interview sehr spannend. Danke, lieber Christian! Ich hüpfe auch diesmal in den Lostopf!

  4. Susanne

    Finde ich auch sehr interessant! Wahrscheinlich würde nicht nur ich das Buch lesen, sondern auch mein Mann (Prediger).

  5. Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Buch !

  6. Joachim

    Ich schreibe gerade an einer Andacht über „kleine Helden“ in der Bibel. Da werde ich dieses Buch auch lesen. Da bekomme ich bestimmt noch den einen oder anderen guten Gedanken …

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