John Williams: Stoner

stoner

Ich bin mir sicher, die Leser werden William Stoner in zwei Schubladen stecken. Die Einen werden ihn ablehnen, weil zu wenig geschieht, weil Action einfach fehl am Platze ist. Die Anderen werden ihn lieben, weil er eine grandiose Entwicklung mitmacht.

Anfangs dachte ich: „Na ja, dieser Bauernlümmel, was will der an der Uni?“, aber spätestens als er vom Agrarstudium zur Literatur umschwenkt, da beginnt Stoner noch interessanter zu werden. Der erste Weltkrieg verlangt nach amerikanischen Soldaten, aber Stoner sagt: „Nein.“ Nicht einfach so, drei Tage lang geht er mit sich allein in Klausur und kommt erst dann zu seiner Entscheidung.

John Williams übt sich beim Erzählen seiner Story in leisem vor sich Hinplätschern, aufgeregte Aktionen gibt es hier nicht, sie würden die Geschichte zerstören. Bernhard Robben hat es einmal mehr geschafft, die Handschrift des Autors unbeschädigt in die nächste Sprache zu transportieren.

Erst zum Schluss konnte ich mich endgültig entscheiden, wie ich Stoners Leben nun einschätze. Er kommt aus ärmlichsten Verhältnissen, er entdeckt die Literatur für sich, er findet seine Edith und die Ehe wird ein Fiasko, aber Stoner hat eine Tochter, an der er sich zumindest anfangs aufrichtet und er hat die Literatur und seine Studenten, die er begeistern kann.

Wenn das Romanende auch nicht nach meinem Geschmack ist und Stoner sicher ein komischer Kautz, ich habe ihn lieb gewonnen und beneide ihn!

DTV, ISBN 978-3-423-28015-0, Preis 19,90 Euro

Der Verlag DTV stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Titels zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Donnerstag unter diesem Beitrag postet nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “John Williams: Stoner

  1. Margrit

    Als ich die Rezension las, dachte ich gleich: Das wäre etwas für meinen Mann … Also, ich nehme an der Verlosung teil!

  2. Adeline

    Das hört sich ja mal nach etwas ziemlich anderem an…. Ich bin sehr gespannt!

  3. Irene

    Ich habe noch nie was von diesem Buch gehört. Aber ich würde es gerne lesen.

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