Monatsarchiv: September 2013

Ulrich Eggers: Ehrlich glauben

ehrlich glaubenulrich eggers

Foto: Ulrich Eggers

Wie ein Christ zu sein hat, weiß man ja. Nichtchristen und Christen wissen aber auch um die Doppelmoral im Leben überhaupt. Ein wenig naiv klingt der Autor in meinen Ohren schon, wenn er in seiner Einleitung schreibt: „Erwachsene, zumal Christen, lügen nicht. Über so was sind wir erhaben, das haben wir verlernt.“

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir Christen uns im Punkt lügen überhaupt von anderen Menschen unterscheiden. Unser Anspruch an uns selbst, allein vom Gebot her, verbietet uns das Lügen vielleicht eindringlicher als anderen, aber ob dieser Druck uns vor dem Lügen bewahrt, wage ich zu bezweifeln.

Auch Ulrich Eggers weiß, dass Christen ebenso wie alle anderen Menschen mal mehr und mal weniger lügen. Im weiteren Verlauf des Buches macht er deutlich, warum gerade wir Christen das Lügen nicht nötig haben. Welch eine Freiheit es für uns bringen würde, dass Lügen sein zu lassen klingt bei Eggers sehr gut an. Es wäre jedoch zugleich ein radikaler, lebensverändernder Einschnitt in unser Leben. Ulrich Eggers macht Mut dazu!

Wie sehr wir bei diesem Thema auf Gottes Hilfe angewiesen sind, wird bei Eggers deutlich, aber er zeigt auch Möglichkeiten, um aus dem Doppelleben mit der Doppelmoral herauszukommen. Besonders im zweiten Teil des Buches geht’s dann zur Sache.

Wie er jedoch ausgerechnet auf das Beispiel des Schriftstellerehepaares Strittmatter kommt, ist mir sehr fraglich. Natürlich hat Eva Strittmatter besonders in ihren Nachwendejahren viel von den Leiden im real existierenden Sozialismus erzählt und geschrieben, aber eine ganze Zeit lang hat sie sich als Kulturpolitikerin der DDR hervorgetan durch Linientreue zum sozialistischen Staat und hat anderen Menschen dadurch geschadet. Für ein Beispiel eines Doppellebens mit Doppelmoral sind die Strittmatters in meinen Augen völlig ungeeignet. In einem christlichen Buch halte ich dieses Beispiel für geschmacklos.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Für gelungen halte ich die 50 Impulse, die Ulrich Eggert gibt. Es wird sehr deutlich was alles möglich ist, wenn wir uns auf ein Leben ohne Lüge besinnen. Es könnte nicht nur ein Leben in der Wahrheit, sondern auch ein viel intimeres Leben mit Gott daraus werden!

Packen wir’s an, auch wenn ein Leben ohne die Lüge nicht möglich ist!

SCM R.Brockhaus, ISBN 978-3-417-26551-4, Preis 14,95 Euro

Ulrich Eggers beantwortet buecheraendernleben nun folgende Fragen:

Lieber Ulrich Eggers, soeben ist „Ehrlich glauben“ erschienen. Wie kamen Sie ausgerechnet auf dieses Thema?

Ich glaube, dass Ehrlichkeit – ein Leben in meiner Wahrheit und Wirklichkeit – eine der größten Lebenshilfen für Menschen ist. Aber wir übersehen das oft und lügen – unbewusst oder bewusst – aus irgendwelchen Gründen, weil das scheinbar bequemer oder gerade nützlich ist. Oder wir gestehen uns Wahrheit über uns selbst nicht ein oder umgehen ständig unsere Wirklichkeit: Was nicht sein darf, soll dann auch nicht so sein. Aber wer so lebt, der wird auf Dauer krank – oder aber er wird in seinem Glauben krank. Weil das Revolutionäre am Glauben ja gerade das ist, dass wir vor Gott total ehrlich sein können, dass uns komplette Annahme entgegen kommt, dass wir so sein dürfen, wie wir sind. Wir sind von Gott so sehr geliebt, dass wir eigentlich ehrlich leben könnten. Und wir hören in der Bibel auch diesen starken Satz, dass die Wahrheit uns frei macht. Aber wir trauen uns oft doch nicht oder haben uns so sehr verstrickt in einer glänzenden Fassade, dass wir unsere Wirklichkeit nicht mehr zeigen mögen. Da will das Buch Mut machen, frei zu werden – und zeigt in ganz vielen selbst erlebten Beispielen, wie das gehen kann.

Wann haben Sie das letzte Mal bewusst gelogen?

Weiß ich nicht, mir fällt da nichts ein – es ist wirklich mein Ziel, nicht zu lügen und da auch bewusst, kleine Notlügen oder Unwahrheiten zu verlernen oder nicht zuzulassen. Ich merke einfach, wie wohl mir das auf Dauer tut: Es gibt keine doppelte Wirklichkeit. Ich muss nicht überlegen: „Was sag ich jetzt? Sag ich die Wahrheit?“ Sondern da gibt es einfach immer grünes Licht für „Was anderes als die Wahrheit geht gar nicht …“. Das ist nicht immer leicht. Aber ich mache super gute Erfahrungen damit. Lüge ich trotzdem irgendwo noch mal? Vermutlich ja – ich mache ja genau so Fehler wie jeder andere. Aber ich will es nicht. Und: Es ist klüger und heiler und wohltuender, darauf zu verzichten …

In Ihrem Buch geht es neben dem lügen, sehr oft auch um Doppelmoral. Sie schauen sehr genau auf die Christen. Kann man dieses Thema wirklich getrennt vom Christsein und Nichtchristsein sehen und warum?

Doppelmoral gibt es überall. Aber das Buch ist – siehe Titel – vor allem für Christen geschrieben. Sie stellen an sich selbst einen hohen Anspruch – an sie wird auch ein hoher Anspruch gestellt und viele suchen geradezu nach Heuchelei. Auch Jesus war da sehr empfindlich für frommes Heucheln. Warum? Vor allem wohl, weil wir es als Christen nicht nötig haben – wir nehmen uns damit unglaublich viel Lebensfreude und Echtheit. Es ist unglaublich befreiend, der zu sein, der man ist – und dazu zu stehen. Darum geht es mir. Aber natürlich gilt das auch für Menschen so, die sich nicht als engagierte Christen sehen – eben deswegen zeige ich ja auch auf, wie leicht in Parteien, ideologischen Systemen oder bei all denen gelogen wird, die einen hohen Anspruch verfolgen und eben selbst auch nur Mensch sind … So gesehen gilt das Buch sicher für alle.

Insgesamt gefällt mir ihr Buch sehr gut. Nur Ihr Beispiel mit dem Ehepaar Strittmatter verübel ich Ihnen sehr. Warum haben Sie gerade dieses Ehepaar als Beispiel für Doppelmoral ausgewählt? Wäre da nicht ein christliches Beispiel für den Leser eindringlicher gewesen?

Ich weiß nicht genau, was Sie mir da verübeln: Dass ich ehrlich zitiert habe, was sie selbst sehr ehrlich über sich preisgegeben haben? Oder dass ich die selbstkritische Haltung ehemals sehr überzeugter Sozialisten deutlich gemacht habe? Wie auch immer: Sie scheinen mir ein super Beispiel für die Tatsache, wie leicht man ins Lügen kommt, wenn man hohe Ziele verfolgt: Mann will so viel Gutes – aber die Menschen sind nun mal so, wie sie sind. Ich selbst auch. Und da beginnt dann oft die Spaltung: Man verteidigt das Gute – und versteckt das Abweichen vom Ziel. Nach außen bleiben steile Forderungen oder eine glänzende Fassade mit hohen Zielen – nach innen wird man dem selbst nicht gerecht. Das haben die beiden über ihr Leben gut erkannt. Und das ist eben auch oft so in Parteien oder idealistischen Vereinen – oder eben bei Christen. Und es ist gut, wenn wir uns das eingestehen – und Wege aus dieser Falle finden.

Was wünschen Sie sich von Ihrem Buch. Was soll es mit seinen Lesern anstellen?

Ich wünsche mir sehr viele, die sich befreien lassen zu einem Leben mit mehr Leichtigkeit und Freue. Wir sind bei Gott vollkommen geliebt und akzeptiert – er kennt unsere gesamte Wirklichkeit, wir brauchen nichts zu verbergen. Und deswegen lohnt es sich so sehr, das Lügen wieder zu verlernen – und gerade auch Fassade und Wirklichkeit stärker in Übereinstimmung zu bringen. Das ist ein Weg – und auf den lade ich ein mit vielen praktischen Beispielen. Ein ehrliches Leben ist eine supergute Alternative – das können wir ganz neu entdecken. Und mir geht es da nicht zuerst um Moral, sondern um Befreiung für mich selbst …

Vielen Dank für dieses Gespräch!

Ulrich Eggers stellt unserem Blog ein von ihm signiertes Buch „Ehrlich glauben“ zur Verfügung. Wer also seinen Kommentar bis Sonntag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet und uns vielleicht sogar wissen lässt, wie er es mit dem Lügen hält, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Adrian Plass: Der fromme Chaot auf Gemeindefreizeit

der fromme chaot auf gem

Vorworte und Einleitungen sind mir ein Graus. Bei diesem langersehnten angeblich „wirklich letzten Tagebuch des frommen Chaoten“ Adrian Plass, habe ich mich auf die elf Seiten Einleitung eingelassen und habe es nicht bereut. Der Autor beschreibt noch einmal zurückblickend sein Herkommen, aber auch erlebte Hoch und Tiefs.

In bewährter Weise hat Christian Rendel wieder Adrian Plass übersetzt. Der hat sich überreden lassen, eine Gemeindefreizeit zu organisieren. Wer den Engländer kennt, weiß bereits, was ihn erwartet: Humor vom Feinsten! Aber und dass macht den eigentlichen Adrian Plass aus, es ist eine Art von Humor, die es zulässt, sich selbst und auch seinen Nächsten auf die Schippe zu nehmen, Situationskomik zuzulassen, um damit im Leben und nicht zuletzt im Glauben vorwärts zu kommen. All dies zusammen mit einer guten Handlung erwartet den Leser. Das Rezept bei Plass hat sich eigentlich über die Jahre hinweg nie geändert, mich jedoch beeindruckt es noch immer.

Als Leser erkenne ich mich oder andere in seinen farbig beschriebenen Charakteren wieder und erlebe, wie es woanders läuft und wie es anders laufen kann.

Was bei diesem Buch ein wenig anders ist, ja auffällt: Mit seinen Mitte 60 wird der Autor vielleicht nicht gerade solide-artig und weise, aber er reflektiert bestimmte Sachen tiefer und gründlicher als in früheren Büchern.

Für mich war diese Plass-Lektüre die Auffrischung einer alten Bekanntschaft und eine Beschäftigung mit wichtigen Glaubens- und Lebensthemen!

In diesem Falle hoffe ich sehr, dass der Verlag auf dem Cover die Unwahrheit ankündigt und es doch nicht das letzte Tagebuch des frommen Chaoten ist!

Brendow, ISBN 978-3-86506-523-0, Preis 14,95 Euro

Der Brendow Verlag stellt unserem Blog ein Verlosungsexemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer also seinen Kommentar bis Freitag 20 Uhr unter diesen Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Hier kann das Buch ab sofort gekauft werden:

http://www.brendow-verlag.de/index.php/der-fromme-chaot-auf-gemeindefreizeit.html/

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Josef Müller: Ziemlich bester Schurke

ziemlich bester schurkejosef Müller

Foto: Josef Müller

Ein bekannter Starnberger Steuerberater und ein Schurke – das war der „alte“ Josef Müller. „Gekokst, gesoffen und gehurt“ hat er genug in seinem Leben – das schreibt der „neue“ Josef Müller. Wie es zur Wende vom alten zum neuen Josef Müller kam, erzählt er in dieser Biografie.

Viele Menschen hat er um sein Geld gebracht. Aber dann muss er doch einmal in den Knast. Er wird zu neun Jahren verurteilt, von denen er nicht alle absitzen muss. Im Knast erlebt er ein himmlisches Wunder.

Hätte dieser Josef Müller mein Geld an der Börse verzockt, hätte ich dieses Buch sicher ganz anders gelesen. Aber so bin ich überrascht, wie freimütig der Autor von all seinen kriminellen und moralischen Verfehlungen berichtet. Irgendwie kommt dieser Schurke sogar sympathisch rüber.

Eine Vielzahl von Fotos zeigt ihn mit Prominenten. Da ist Stoiber zu sehen, aber auch Christian Uhde. Außerdem sieht man des Autors Riesenschlitten. Autos waren neben Frauen viele Jahre „Lieblingsspielzeuge“ von Josef Müller.

Man mag sich fragen, warum man über so ein filmreifes Schurkenleben lesen sollte. Es lohnt sich. Für mich war Müllers Wendepunkt in seinem Leben der beeindruckendste Teil seines Buches. Hin und wieder schreibt der Autor von sich selbst in der dritten Person. Für einen Psychologen wäre dieses Buch sicher noch spannender zu lesen.

All denen, die Gott nicht allzu viel zutrauen, sei dieses Buch empfohlen!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-1595-8, Preis 17,99 Euro

Josef Müller hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Josef, Du „Ziemlich bester Schurke“, Du beschreibst in Deinem soeben erschienen Buch sehr offen wie Du Menschen reingelegt hast, wie Du „gekokst, gesoffen und gehurt“ hast. Wie hat es ganz tief in Dir ausgesehen, als Deine Finger diese Worte jetzt in den PC getippt haben? Es ist ja wohl so etwas wie eine Lebensbeichte geworden?

Ja! Das ist es wohl. Da ich mein Leben durch die höchste Kraft, nämlich unseren Schöpfer, ändern konnte, fällt es mir nicht schwer, meine krassen Fehler im Leben zu erkennen und sie auch öffentlich zu bereuen und vor allem die Geschädigten um Verzeihung zu bitten. Und das sind mehr als 400 Personen. Es ist eine große Belastung, wenn man Dinge rückwirkend nicht mehr ändern kann, die man heute bereut. Aber es geht im Leben nur vorwärts – nie zurück. Deshalb habe ich meine gesamten Autorenhonorare abgetreten um damit später mit den „Geschädigten“ einen Vergleich zu schließen. Das ist MEIN Teil der Schadenswiedergutmachung.

Ich kannte Mal einen Pfarrer der hatte ein leicht verkürztes Bein. Jede Frau die er haben konnte nahm er mit in sein Bett um sich als ganzer Mann zu beweisen. Dieser Pfarrer fiel mir wieder ein als ich von Deinem Unfall las. Du selbst sitzt seit Deinem 18. Lebensjahr im Rollstuhl, in welcher Weise hat Dein Rollstuhl Deine Karriere als Schurke beeinflusst?

Das ist schon heavy ! Ein Pfarrer ? Naja ! Zu Deiner Frage: Dies werde ich sehr oft gefragt. Ich selbst habe da bisher noch nicht intensiv darüber nachgedacht. Es mag aber sein, dass man einem Rollstuhlfahrer „Schurkereien“ nicht so zutraut. Das hat mit dem allgemeinen Image als „Behinderter“ zu tun: schwach, hilfs- und pflegebedürftig, usw., aber niemals etwas Böses. Ich selbst habe aber zu keiner Zeit damit Mandanten, Kunden bzw. Menschen allgemein, beeinflusst. Ich möchte der Feststellung „Karriere als Schurke“ entgegentreten, denn das hört sich fast wie eine Laufbahn an. Bei mir kam das „schleichend“, denn ich wollte mehr und immer mehr. Als das Geld aus meinem Job als Steuerberater nicht mehr ausreichte, spielte ich mir selbst etwas vor und lieh mir Geld aus den Töpfen von Mandanten, die ich verwaltete. Ich dachte, dass ich es kurzfristig wieder zurückzahlen könnte. Aber weit gefehlt… ich rechnete nicht mit meiner eigenen Gier nach mehr. Nach viel mehr.

Heute ist Dein Geld alle. Deine Karriere als Schurke ist beendet: „Reich werde ich nie wieder. Glücklich bin ich.“ Plötzlich schreibst Du etwas was für Dich vorher nie zusammengepasst hat. Wo stand Gott früher für Dich als Du noch ein artiger Katholik warst und wo steht er heute für Dich?

Früher kannte ich Gott nur aus der Tradition der Kirche her. Rituale, Liturgie usw. Dass es einen lebendigen Gott gibt, mit dem man tatsächlich ein persönliches Verhältnis haben kann, wenn man es nur will, das wäre zu crazy für mich früher gewesen. No way! Heute gibt es nichts Besseres als mit unserem HERRN, Jesus Christus, ein freundschaftliches Du-zu-Du zu besitzen. Und das darf nicht einseitig sein. Nicht wieder: ich will und ich brauche! NEIN ! Ihm zu danken und Ihn zu loben im Lobpreis – auch gerne zu fetziger Musik – das ist es! Ein partnerschaftliches ausgeglichenes Verhältnis. Aber immer in dem Wissen und Respekt: Er ist nicht der „Kumpel von nebenan“ sondern Er allein ist Gott, der würdig ist angebetet zu werden. Da falle ich echt auf die Knie (wenn ich es im Rollstuhl nur könnte).

Du schreibst, Du hast Deinen „ursprünglichen Glauben wiedergefunden“. Erinnerst Du Dich noch an den Moment als Dein Glaube Dir abhanden kam?

Haha ! Da muss ich echt nachdenken. Wenn man es wörtlich nimmt, habe ich so einen Glauben, das JESUS lebt, nie gehabt. Aber ich meinte damit, dass ich als Kind an den lieben Gott geglaubt habe, dass es Ihn gibt und dass Er eingreifen kann. Später mit der Zeit der Berufsjahre fand ich keine Zeit dafür darüber noch nachzudenken.. leider ! Auch liegt das lange lange zurück. Aber ich ging fast mein ganzes Leben lang am Sonntag in die Kirche. Ich denke, dass der Hauptgrund die Stille war, die mir beschieden war in einer Stunde pro Woche. Aber irgendwie fühlte ich mich auch angezogen von der Kirche. In Fürstenfeldbruck hatten wir ein großes Kloster das mich auch, wie ein Tor zu einer anderen Welt vorkam. Und diese Welt, heute würde man das mit „Reich Gottes“ evtl. benennen können, zog mich an.

Eine ganze Reihe von Fotos sind in Deinem Buch zu sehen. Deine Riesenschlitten von einst hab ich neidisch bewundert. Was fährst Du heute außer Rollstuhl?

Ich kann mit stolz sagen: einen E-Klasse Mercedes, 17 Jahre alt aber top in Schuss. Max hat ihn mir geschenkt. Ein nach einer Woche unschuldig freigelassener Untersuchungsgefangener dem ich half diese Woche hinter Gittern zu überstehen. Das war echt cool. Der hatte mir als Danke dieses Fahrzeug einfach gekauft und für 1 Jahr Steuer und Versicherung bezahlt. Wer macht das schon? Ich kenne keinen – außer Max. Ist das nicht schon wieder ein Hinweis auf das Eingreifen Gottes? Ich sehe es so ! Dort wo Du nichts mehr tun kannst, gib es ab an Gott in dem Glauben, dass Er Dir aus der Notlage helfen wird. Wenn Du es dringend brauchst und Du es vollkommen ehrlich meinst, dann können Wunder geschehen. Du musst nur damit auch rechnen 🙂

Du hast einen kurzen Moment Deines Lebens über Selbstmord nachgedacht. Deine innere Stimme sagte: „Nein!“ War das Gottes Stimme?

Heute bin ich überzeugt davon. Früher in dem Moment des Geschehens wusste und kannte ich diese Stimme nicht. Es gibt sonst keine Erklärung dafür.

Heute spricht Gott in so vielen Situationen zu mir tgl., z.B. durch sein Wort, die Bibel, durch Menschen, Gläubige und Nichtgläubige, durch Radio und TV, selbst durch Bücher, einfach durch das alles, was Du bewusst wahrnimmst. Ich habe mittlerweile eine Antenne für die „Sprache“ Gottes. Man muss nur bereit sein dafür, mit ein wenig Übung macht das sogar richtig Spaß. Und…. das bilde ich mir nicht ein. Da kann ich genug Beispiele nennen. Die krassesten schreibe ich mir in ein Buch auf und das ist übervoll….

Wie geht es jetzt weiter für Dich? Wie sehen Deine Pläne aus?

Ganz simpel. Ich bin kein Pastor, Pfarrer oder Evangelist. Ich lebe in dieser Welt habe aber eine Aufgabe vom HERRN: Mein wildes Leben – und da können sich so manche hineindenken – zu schildern und von meiner Begegnung mit Ihm und der damit verbundenen Lebensänderung der Welt zu erzählen. Wenn Du Gott begegnest, so wie ich es bin, dann ist ALLES anders. Alles! Und die Ruhe und der innerliche Frieden und eine Freude nehmen in einem Raum ein, das ist unbeschreiblich. Ich könnte noch soviel Dinge in meinem Leben erzählen, da würden noch drei Bücher voll werden. Besonders jetzt nach meiner Entlassung, ist das Leben ein irres Abenteuer geblieben. Nur ohne finanziellen Stress, denn ich lebe bescheiden. Das erste Mal in meinem Leben. Ich glaube es kaum. Ich sehe im Garten die Rosen und die Eichhörnchen… Evtl. fehlt noch die Frau dazu, dies zu teilen, aber hatte nicht Adam den selben Wunsch ? Eva wird kommen ! Finanziell lebe ich von Vorträgen und Lesungen und erhalte seit dem Tode meines Vaters eine bescheidene Rente.

Christian, ein letzter Satz: Wahres Glück und Freiheit kann man nur durch unseren Gott finden. Er war so gnädig zu mir und hat mir dies unverdient einfach geschenkt ! Und dies kann jeder haben, der Ihm sein Herz gibt.

Lieber Josef, herzlichen Dank für das Gespräch!

Josef Müller hält für drei Gewinner von buecheraendernleben drei signierte Exemplare seines Buches bereit. Wer also bis Donnerstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Wer mehr über Josef Müller erfahren möchte:

http://www.ziemlich-bester-schurke.de

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Reinhold Ruthe: Ehrgeiz – Erfolgsgarant oder Burn-out-Falle?

ehrgeiz

Der Autor beschäftigt sich in seinem neuen Buch sehr mit der Frage von Erfolg und Ehrgeiz. Wir leben in einer Zeit in der schon Kinder darauf getrimmt werden ehrgeizig zu sein. Natürlich kommt man dann später im Beruf auch nur weiter wenn man ehrgeizig ist. Was aber wenn dieser Ehrgeiz in der Burn-out-Falle landet?

Was ich an Reinhold Ruthe schon seit Jahren so liebe, er bringt Themen und Problematiken der Gegenwart immer mit dem Christsein in einen Zusammenhang. So auch diesmal. Er ruft dazu auf „über Ich-Sucht, über Selbstherrlichkeit, Geltungs- und Anerkennungssucht neu nachzudenken“. Er reflektiert und will das wir ihm dabei folgen. Frei von all diesen Themen ist wohl niemand, also sollten wir gemeinsam mit dem Autor nachdenken über uns, unser Christsein und den täglichen Gefahren.

In acht Kapiteln geht Ruthe dem Ehrgeiz nach, fragt woher er kommt, sieht ihn als Antriebsmotor und warnt auch vor falschem Ehrgeiz, der zerstörerisch sein kann. Der Psychotherapeut verhilft zu einer neuen Sichtweise in Bezug auf den täglichen Ehrgeiz. Sollten wir bereits in einem Laufrad gefangen sein, zeigt der Autor Möglichkeiten des Ausstiegs.

Vorsicht! Wer sich Reinhold Ruthe anvertraut, muss darauf gefasst sein Lebensweichen neu zu justieren!

Brendow, ISBN 978-3-865-06531-5, Preis 9,95 Euro

Der Brendow Verlag stellt uns von diesem Buch ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Montag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Morawek/Döring: Echt? In der DDR gab’s mehrere Parteien?

ost west dialog

Da man anständigerweise für sein eigenes Buch keine Rezension schreibt, will ich an dieser Stelle ein wenig vom Entstehen dieses Buches erzählen.

Mich ärgert es wenn Jugendliche heute nur noch sehr wenig vom Zustand unseres Landes vor dem 9. November 1989 wissen. Genau aus diesem Grunde habe ich dieses Buch gewollt. Dann sorgte der Zufall dafür, dass ich den jungen Mannheimer Autoren Daniel Morawek kennenlernte und für mein Projekt begeistern konnte. Jeder Ossi und jeder Wessi bringt seine Erfahrungen mit in unser vereintes Land mit ein. Wenn wir unsere Geschichte kennen, können wir uns besser verstehen, vielleicht kann dieses Buch ein wenig Lust machen auch auf Euern ganz privaten Ost-West-Dialog?

Was nun draus geworden ist könnt ihr hier sehen:

http://www.amazon.de/Echt-DDR-gabs-mehrere-Parteien/dp/1492752444/ref=tmm_pap_title_0?ie=UTF8&qid=1379749555&sr=8-1

Viel Spaß beim Lesen!

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Tobias Faix: Logbuch Berufung

logbuch berufung

Rund um das Thema Berufung schreibt sich der Marburger Theologe Tobias Faix. Einzelne Schritte um seine ganz spezielle Berufung zu finden, benennt er und fordert seine Leser auf, dies Buch mitzuschreiben. Er stellt Fragen, lässt genügend Platz im Buch und gibt dem Leser Zeit persönliche Antworten zu formulieren.

Einige dieser Schritte sind zunächst die Dankbarkeit Gott gegenüber neu zu entdecken, auch zu formulieren und darauf aufbauend zu fragen: was hat ein gelingendes und erfolgreiches Leben miteinander zu tun oder was eben nicht? Spannend auch die Frage: Wie bekomme ich eigentlich genau heraus was denn nun meine Berufung ist? Höre ich einfach nur auf meine innere Stimme, wie kann ich mir sicher sein, dass dies dann auch zugleich die Stimme Gottes ist? Faix lässt mit gestellten Fragen niemanden allein, aber da wo der Leser gefragt ist, setzt der Theologe keine fertigen Antworten vor, weil es die nicht gibt.

Wohltuend empfinde ich beim Lesen, dass der Schornsteinfeger Tobias Faix quasi über weite Strecken seines neuen Buches mit mir in einen Dialog tritt. Er erzählt mir seine Berufungsgeschichte, verdeutlicht damit was es heißt sich Herausforderungen zu stellen und er buchstabiert das Wort „Mut“ ganz neu. So wird an seinem Beispiel Veränderung sichtbar: Vom Schornsteinfeger zum Theologen.

Biblische Berufungsgeschichten, sowie auch die von Gofi Müller und Steve Volke runden das Buch ab und zeigen wie andere Menschen ihre Berufung entdecken und inspirieren vielleicht den Leser dazu, selbst zu reflektieren was sein Leben bislang mit seiner Berufung zu tun hatte.

Vorsicht vor diesem ansteckenden Buch, es kann lebensverändernd nachwirken!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-86827-411-0, Preis 9,95 Euro

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Tony Kriz: Die Weisheit des Barkeepers

die weisheit des barkeepers

Was wissen Sie über Albanien? Ich wusste bislang nicht viel von Tirana, seinen Menschen und dem gerade aus jahrzehntelanger, kommunistischer Herrschaft erwachenden Land. Tony Kriz war als christlicher Missionar in Albanien. Durch ihn bekommt der Leser Einblicke in dieses muslimische Land und erfährt von seinen stolzen Menschen.

Der Autor war anfangs ein Missionar, dem sein eigener Glaube abhanden gekommen war. Dann ging der Amerikaner zurück in seine Heimat und besuchte ein theologisches Seminar. Von dem, was er in seinem Buch beschreibt, behaupte ich: Erst in Albanien hat Kriz seinen christlichen Glauben erneut gefunden.

Spannend ist zu erfahren, wie er die Menschen dort nicht in Christen und Muslime einteilt. Selbst sagt er; in seiner amerikanischen Heimat werden Menschen schnell in Christen und Nichtchristen eingeteilt. Jetzt hielt sich Tony plötzlich in einem Land auf, in dem so ein Schubladendenken nicht mehr möglich war.

Wenn mir Amerikaner etwas über ihren Glauben erzählen, war ich immer etwas skeptisch. Oft sind sie sehr überschwenglich und ihre amerikanische Sicht ist nicht die meine. Bei diesem Autor ist dies völlig anders. Ohne Scheu erzählt Tony Kriz vom Auf und Ab seines Glaubensleben. Seine Erfahrungen sammelt der Amerikaner in Europa.

Nach seinen Jahren in Albanien nimmt mich Kriz auch an andere Orte mit. Es ist für mich beeindruckend, wie der Missionar nicht nur seinen Glauben in die Welt trägt, sondern auch bereit ist von Nichtchristen zu lernen, ohne dabei seine Liebe zu Jesus zu verleugnen!

Vorsicht! Wirkt horizonterweiternd und zerstörend auf Ihr Schubladendenken!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15468-0, Preis 16,95 Euro

Ein Verlosungsexemplar stellt uns der Hänssler Verlag zur Verfügung. Wer also seinen Beitrag bis Dienstag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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