H. Stoorvogel / T. Heuvel: Der vierte Musketier

der vierte musketiermarc stosberg

Foto: Marc Stosberg

Wer von uns kennt nicht von Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“? Ich war sehr gespannt auf den 4ten, zumal mir diesmal nicht Amerikaner etwas aus ihrer doch manchmal ganz anderen Sichtweise etwas vom Glaubensleben erzählen, sondern zwei junge niederländische Pfarrer.

Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen beschreiben sie, dass sich Männer im Gottesdienst oftmals nicht wirklich wohl fühlen. Mehrfach ist ja auch von anderer Seite bereits beklagt worden: Männer fehlen im Gottesdienst! Und genau an dieser Stelle setzen Henk Stoorvogel und Theo van den Heuvel an.

In Dumas Musketieren wird für den König gekämpft. Es gilt Abenteuer zu bestehen. Es riecht nach Freiheit, gemeinsamen Unternehmungen und einem großen Ziel dem alles untergeordnet wird. Vielleicht sind Männer auf diese Weise leichter für ein intensives Glaubensleben zu gewinnen?

Beide Autoren beschreiben in ihrem Buch wie aus „Der 4te Musketier“, von den Niederlanden ausgehend, inzwischen eine sehr aktive christliche Männerbewegung geworden ist. Sie erzählen von ihren Treffen in kleinen Teams. Sie kraxeln in den Bergen herum, stellen sich psychologischen Herausforderungen und erfahren während ihrer „Charakterwochenenden“ geistliche Inhalte, sei es im Gespräch miteinander oder im Gebet mit ihrem König. Mich haben die beiden Autoren sehr neugierig gemacht!

Marc Stosberg von „Der 4te Musketier“ – Deutschland erzählt in seinem Vorwort eine seht typische Geschichte. Vor einem Gottesdienst bringt er seinen Sohn in den Kindergottesdienst. Als er ihn abholt konfrontiert ihn dieser mit der Frage: „Papa, ist Gott langweilig?“

Dieses spannende Buch zeigt völlig neue Wege auf wie Männerarbeit aussehen kann. Die wenigen Männer in unseren Gottesdiensten sind der Beweis dafür, dass es dringend neuer Wege bedarf!

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-91911-3, Preis 16,99 Euro

Mit Marc Stosberg konnten wir nun folgendes Interview führen:

Hallo Marc, es ist nichts neues, Männer finden Gottesdienste oft langweilig und sie lesen auch nicht so gern und schon gar nicht so viel wie Leserinnen. Was glaubst du, warum sollten Männer unbedingt „Der vierte Musketier“ lesen?

Weil dieses Buch genau dies Thematisiert. Männer suchen Abenteuer und finden diese genau nicht in Gottesdiensten oder Büchern. Abenteuer werden heutzutage subtil im Beruf und im Alltag ausgelebt. Im christlichen Kontext gibt es diese kaum. Dieses Buch nimmt die Männer auf eine innere Reise und deckt Dinge auf, die in normalen Leben nie angesprochen werden. Das Buch ist direkt, offen, provokant und auf den Punkt gebracht. So wie wir Männer es halt lieben.

Du selbst hast in diesem Buch Deiner beiden holländischen Kollegen das Vorwort geschrieben. Darin schreibst Du selbst von Langerweile im Gottesdienst. Dein kleiner Sohn bestätigt dich sogar noch. Bring es bitte mal auf den Punkt. Was fehlt in einem normalen Gottesdienst, was würde den Mann von heute direkt ansprechen?

Es ist schon seit längerem offensichtlich, dass man in Kirchen und Gemeinden in eine gewisse Schieflage geraten ist. In Lehre, in Liedern und Abkündigungen geht es hauptsächlich um die Beziehungsebene. „Liebe Jesus…, Renn in seine Arme… …klettere auf seinen Schoß…!“ Ich glaube ein Mann hat einfach Schwierigkeiten einem anderen Mann zu sagen: „Ich liebe dich!“ Sogar wenn dieser andere Mann Jesus heißt.

Christsein geht aber nicht nur um eine Beziehungsebene sondern um Nachfolge. Jesus verlangt von seinen Jüngern: „Folge mir nach!“ Nachfolge ist das wovon ich überzeugt bin spricht Männer eher an als Beziehung. Ohne das eine mit dem andere ausspielen zu wollen. Nachfolge resultiert natürlich aus der Beziehungsebene. Nachfolge hat aber etwas von Herausforderung, Radikalität, Abenteuer. Männer wollen dies. In den meisten Gemeinden wird vieles aber verweichlicht, nett und schön geredet. Mann selber ist nett, adrett und abgeleckt. Ich glaube die Beziehungsebene spricht in erster Linie Frauen an und Nachfolge die Männer. Beides gehört zusammen.

„Der vierte Musketier“ ist ja nicht nur ein Buch, auch ein Verein. Männer treffen sich und kraxeln in den Bergen rum und dort finden sie Jesus oder wie ist das gedacht?

Der 4te Musketier ist eine Bewegung und will Männer helfen in ihre göttliche Berufung zu kommen und ihnen helfen zu entdecken, dass das Leben mit Gott ein wirkliches Abenteuer ist. Die Berge und die Natur sind nur Mittel zum Zweck. Sie begeben sich während eines sogenannten Charakterwochenendes, eines geistlich wie physisch herausfordernden Wochenendes, auf eine Reise hin zu sich selbst und zu Gott. In 72 Stunden machen sie inmitten unnachahmlicher Natur Erlebnisse, die für viele Männer bereits lebensverändernd waren. Im normalen Alltag hätten sie diese Momente wohl nie erreicht.

Selbst in Deutschland gibt es bereits den vierten Musketier. Was macht ihr da? Baut ihr eine neue Kirche oder eine neue Gemeinde?

Der 4te Musketier ist eine Bewegung die Männerherzen inspirieren soll, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung im Einsatz für Gott, also der persönlichen Nachfolge, für seine Familie, für seine Gemeinde und für Gerechtigkeit in der Welt zu übernehmen. Insofern ist die Bewegung als ein überregionaler Wegbereiter und Dienstleister für Gemeinden zu verstehen. Wir wollen das Männer inspiriert werden und dann in ihrem Leben, in ihrer Familie, in der Gemeinde sowie auf der Welt einen Unterschied zu leben – und zwar prioritätenmäßig genau in dieser Reihenfolge.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Wer mehr Infos wünscht, hier geht es weiter:

https://www.de4emusketier.nl/de/home/46-deutsch/over-4e-musketier/30-der-4te-musketier-dein-leben-fur-den-koenig

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