Carsten „Storch“ Schmelzer: Heilung

HeilungStorch

Foto: Carsten „Storch“ Schmelzer

Das Thema dieses Buches, war mir zumindest für die Gegenwart etwas fremd. Klar weiß ich, dass Jesus geheilt hat, aber tut er es auch heute?

„Storch“, der Autor mit dem sonderbaren Spitznamen erzählt in seinem Buch wie er zum Thema Heilung heute kam. Vieles von dem was er schreibt, klingt für mich fremd und ich erahne, dass er aus einer anderen religiösen Ecke stammt als ich. Auf alle Fälle traut „Storch“ Jesus heute Heilung zu, ich hatte mich diesem Thema so nie gestellt.

Wohltuend empfinde ich bei diesem Buch, dass sein Autor selbst von den verschiedenen religiösen Gruppen hier in Deutschland spricht, die Wert darauf legen, sich sehr klar und deutlich voneinander abzugrenzen. „Storch“ ist gegen Abgrenzung. Er will, dass wir voneinander lernen und diese Einstellung finde ich sehr gut.

Was er über Heilung schreibt und über die Dinge die Heute praktisch geschehen, ist für mich äußerst spannend. Er bringt die Heilung durch das Gebet, durch Hände auflegen oder auch Heilungsgottesdienste in Zusammenhang mit der Schulmedizin. Berührungsängste scheint er nicht zu kennen.

Falsche Hoffnungen weckt „Storch“ nicht, aber er zeigt mögliche Wege zur Heilung. Eine Garantie, dass sie wirkliche Heilung bringen, kann auch der Autor nicht geben, aber Ärzte können allgemein nie etwas garantieren. Für mich ist dieses Buch sehr horizonterweiternd. Ein Christ, der theologisch gesehen, an einer völlig anderen Ecke steht als ich, hat mich neugierig auf ein aktuelles Thema gemacht!

SCM R.Brockhaus, ISBN 978-3-417-26552-1, Preis 15,95 Euro

Hallo „Storch“, ich habe bereits viel von Dir gehört und auch schon gelesen. Neugierig bin ich natürlich wie Du zu Deinem Spitznamen kommst. Auch wenn Du schon an mancher Stelle gesagt hast, Du kannst Dich an nichts mehr erinnern – hast Du echt keine Ahnung mehr wo „Storch“ herkommt?

Hallo Christian, leider bist Du richtig informiert. Es gibt keine große, tolle Geschichte zu dem Namen. Sicher ist aber, dass ich ihn erst trage seit ich Christ bin.

Kommen wir zu Deinem interessanten Buch. Jesus als Heiler körperlicher Gebrechen in der Gegenwart ist zumindest für mich ein ziemlich neues Thema. Du schreibst in Deinem Buch: „ich glaube, dass Gott auch heute noch heilt.“ Wie kommst Du zu Deiner Überzeugung?

Erst einmal überrascht es mich, dass das Thema neu für Dich ist. Auch in Deutschland boomt das Thema Heilungsgebet beträchtlich. Es gibt immer mehr Heilungsgottesdienste oder Segnungsgottesdienste bei denen auch für Kranke gebetet wird.
Ich selbst bin zunächst völlig unbedarft und eher zufällig zu dem Thema gekommen. Nachdem ich angefangen habe an Jesus zu glauben, habe ich einfach für alles gebetet. Andere aus meinem Bekannten- und Freundeskreis haben das dann auch gemacht. Wir hatten keine Theologie an dem Punkt, sondern dachten, dass man mit jedem Anliegen zu Gott kommen kann. Natürlich war immer wieder mal jemand krank, so dass wir auch dafür gebetet haben.
Wir machten gute Erfahrungen mit diesem schlichten Glauben. Alle möglichen Schmerzen verschwanden, auch ein Überbein. Das war für uns ein klares Zeichen, dass Gott heilt.

Vor einigen Jahren saß ich mit einer fortgeschrittenen Makkuladegeneration im Kreis mit Methodisten zusammen und konnte Lieder aus dem Gesangbuch nicht mitsingen, weil ich fast blind war. Deshalb wurde der Pfarrer auf mich aufmerksam und erklärte mir: „Wäre dein Verhältnis zu Gott in Ordnung, könntest du sehr gut sehen.“ Ich war stock sauer, stand sofort auf und verlies den Bibelkreis. Was hälst Du von solchen Sätzen?

Zunächst bin ich etwas überrascht. In einem methodistischen Kreis würde ich das nicht erwarten, aber vermutlich kann man überall gute und schlechte Erfahrungen machen.
Natürlich ist es reichlich unsensibel, einem Kranken so etwas zu sagen. Es wäre etwas anderes, wenn er in einer privaten Runde versucht hätte, Dein Vertrauen in Gott aufzubauen. Dann hätte er Dir vielleicht einige Heilungsgeschichten aus der Bibel erzählen und für Dich beten können.
Wahrscheinlich meinte er, dass zur guten Botschaft mehr gehört als das Seelenheil, so dass Glaube durchaus auch zur Heilung führen kann. Wer Gott in sein Leben lässt, sollte eine Veränderung auch in anderen Bereichen erwarten, als nur dem „geistlichen“.
Leider zeigt die Erfahrung aber, dass es keinen Automatismus zwischen Glauben und Heilung gibt. Da scheint er einen guten Gedanken so verkürzt zu haben, dass eine sehr verletzende Botschaft rübergekommen ist.

Meine Schwierigkeit mit dem Heilswillen heute ist folgende: Ich lese in Deinem Buch wie Heilung auch Heute gelingen kann. Du stellst ja auch Heiler der Gegenwart vor, aber warum gelingt Heilung manchmal und oft eben nicht?

Die Frage ist falsch gestellt. Dahinter steht ein sehr statisches, technisches Verständnis von Heilung. Kaum etwas gelingt immer, warum sollte ausgerechnet Heilung die Ausnahme sein? Die allermeisten Christen würden sagen, dass Gott Gebete erhört, aber wer erlebt schon, dass alle seine Gebete erhört werden? Es ist kein Geheimnis, dass nicht jeder Kranke geheilt wird, dem jemand die Hände auflegt. Man kann in kaum einem Fall sagen, warum nicht – vielleicht kann man sogar nie einen Grund angeben. Irgendwo ist ja auch immer Gottes Souveränität auf der Rechnung.
Deshalb würde ich ungern über diese Frage spekulieren. Die Antwort fällt ohnehin immer in einem bestimmten System aus. Jeder, der für Heilung betet, wird die Frage, entsprechend der eigenen Theologie etwas anders beantworten.

Du selbst weißt es, sprichst es ja in Deinem Buch auch an: Dein Thema wird unter Christen oft heiß diskutiert. Du trittst dafür ein, dass wir nicht so sehr auf die strikte Abgrenzung christlicher Gruppen achten sollten. Was glaubst Du, was können wir voneinander lernen?

Das hängt davon ab, wer von wem lernt. Von den einen kann man lernen, dass das Christentum eine übernatürliche Komponente hat, die man nicht vergessen darf. Von den nächsten, dass alle Theologie nichts nutzt, wenn man nicht auf der Straße für Bedürftige beten kann. Von den nächsten in Würde zu sterben. Von wieder anderen, dass Gesundheit nicht alles ist und es ein lebenswertes Leben mit Krankheit gibt.
Vielfach sind die wertvollsten Lektionen auch nicht an eine Glaubensrichtung gebunden. Man kann also schlecht sagen: „Wenn Du Folgendes lernen möchtest, wende Dich an diese Denomination.“ Wir alle sind der Leib Christi und die Summe der Erkenntnis ist zwischen uns allen.

Was wünscht Du Dir, was soll Dein Buch mit den Lesern anstellen, was soll es bewirken?

Es soll zum be- und eventuell überdenken der eigenen Position anregen. Wenn am Ende die radikalen Heilungsbeter etwas menschlicher werden und die Leugner des Übernatürlichen etwas übernatürlicher, wäre das toll. Zu viel Radikalität schadet der Sache oft mehr, als es ihr nutzt. Wenn zudem noch einige Erlebnisse mit dem heilenden Gott dabei herauskommen, bin ich glücklich.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Carsten „Storch“ Schmelzer schenkt einem Gewinner unserer Verlosungsaktion ein signiertes Exemplar seines neuen Titels. Wer also bis Sonntag Abend 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Vielleicht hast Du eine Anmerkung oder Frage zum Thema, die auch andere interessieren könnte? Stell sie einfach hier. Vielleicht kommt „Storch“ vorbei und beantwortet die Frage.

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18 Kommentare

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18 Antworten zu “Carsten „Storch“ Schmelzer: Heilung

  1. nikthelion

    Hört sich gut an!!!

  2. Lea

    Zu dem Thema hatten wir gestern einen Gottesdienst in der Gemeinde, wo auch Leute berichtet haben, wie sie durch Gebet geheilt wurden. Das Buch klingt interessant, ich würde mich gerne näher mit dem Thema beschäftigen.

  3. Maria Lahnstein

    Wenn man krank ist oder wird, beschäftigt man sich früher oder später tatsächlich mit dieser Frage. Mich würde interessieren, ob es ähnlich wie diese Heilungsbücher ist, die es zur Zeit einige gibt oder sind da die Ansätze doch ganz anders ? Auch mit welcher Intention man an das Gebet zur Heilung geht, das ist alles nicht so einfach. Findet man Hilfestellung in diesem Buch ?

  4. Ausgesprochen interessant. Allerdings machen mir Bücher wie dieses immer ein bisschen „Angst“, weshalb sie selten den Weg zu mir nach Hause finden. Was, wenn ich mit dem Inhalt so gar nicht konform gehe, bzw. ich nicht wirklich etwas dabei „gewinne“. (Klar: Wer es nicht liest, erfährt es nie!) :O)

  5. Hallo allerseits, ich bin der Autor des vorgestellten Buches. Christian hat mich gebeten, die nächsten Tage hin und wieder vorbeizuschauen um Fragen zu beantworten. Das will ich gerne tun.
    @ Maria: Es ist ein ganz anderes Buch als die sonst auf dem Markt sind. Ich würde meinen, dass ich eine gute Übersicht darüber habe, was in den letzten gut hundert Jahren seit der faith-cure-Bewegung geschrieben wurde. Vorher gab es keine Bücher, die sich nur diesem Thema gewidmet haben.
    Die meisten Bücher haben einige Zeugnisse und eine biblische Lehre. Ich habe mich eher auf die anderen Aspekte konzentriert: Das Verhältnis zur Medizin, Wege zu einer ganzheitlichen Gesundheit usw. Außerdem ist das Buch überkonfessionell. Also geht es nicht darum, wie Katholiken oder Pfingstler den Dienst ausüben.
    Vielleicht hilft die Einleitung weiter, da habe ich den Ansatz noch etwas besser beschrieben: http://www.scm-brockhaus.de/newsarchiv/detailansicht/article/1887/4625.html

    @Elisabeth: Angst ist ein schlechter Ratgeber! Wenn Du mit dem Inhalt nicht konform gehst, ist das doch egal. Dann schmeiß es halt weg. Es ist ja nur Menschenwort, eine Meinung, eine Auslegung, aber nichts verbindliches. Etwas dabei gewinnen wirst Du auf jeden Fall. Entweder wird es Deinen Horizont weiten oder Deine Meinung festigen (sei es durch Zustimmung oder Widerspruch).

    Euch allen einen guten Tag,

    Storch

  6. Margrit

    … mit dem letzten Satz von „Storch“ lasse ich mich mal in den Verlosungstopf werfen …

  7. Esther

    Will so gern mal was von Storch lesen und das Thema ist in der Tat echt spannend – ich bin dabei! 🙂

  8. Pingback: Heilungsbuch ist erschienen – die Schönheit des Simplexen

  9. Samuel

    … klingt nach einem guten Ausgleich zum Buch „Hölle“ von Storch. Das werde ich mir auf jeden Fall zu Gemüte führen.

  10. Anke

    Ich bin sehr gespannt auf Dein Buch, Storch, und freue mich, dass Du versucht hast, es von vielen Seiten zu beleuchten. Schon jetzt: DANKE dafür 🙂

  11. Habe heute das Buch gekauft. Bin sehr gespannt darauf. Würde dich gerne einladen einmal in unserer Gemeinde zu diesem Thema Heilung zu predigen! In Bergisch Gladbach. Ginge vielleicht der 12.7.2015? Würde mich sehr darüber freuen! Karsten Gebauer, Pastor

  12. Theda Pastunink

    Hallo Carsten,
    dein Heilungsbuch habe ich gelesen. Es ist sehr gut geeignet,um Kritiker wieder an das Thema Heilung heranzuführen.Jetzt habe ich aber eine Frage in anderer Hinsicht. Da mich seit einigen Jahren das Thema Heilungsgebet sehr beschäftigt,werde ich mir das „Höllebuch“ sicher im Moment nicht zulegen.Allerdings habe ich eine Frage, die mir doch sehr unter den Nägeln brennt. Vielleicht hast Du ja irgendwann Zeit, sie mir kurz zu beantworten.Würd mich sehr freuen!!Und zwar wird ja in den Medien (u.a. gestern auf Bibel TV)viel über Nahtoderfahrungen berichtet. Offensichtlich erleben viele Menschen den kurzen Einblick in die Zeit nach dem Tod als etwas sehr Positives,Friedliches ,Himmliches und möchten am liebsten gar nicht mehr zurück auf die Erde.Wie passt dieser Eindruck, der der Öffentlichkeit scheinbar als allgemein gültig vermittelt wird, mit dem zusammen. was die Bibel über das „Leben „in der Hölle berichtet für die,die nicht mit Jesus gelebt haben??Viele Grüße von Theda Pastunink

    • Hallo Theda,
      ich bin sicher kein Experte in solchen Dingen. Aber generell würde ich nicht allzu viel Realität in Nahtodeserfahrungen suchen. In dem Moment spielt das Gehirn verrückt und es werden viele Hormone ausgeschüttet. Entsprechend habe ich schon so einiges gelesen. Manches passte zur christlichen Offenbarung, anderes nicht. Man kann wohl kaum ein Bild entwickeln, dass auch nur kohärent ist.
      Gottes Segen,
      Storch

  13. Pingback: Carsten “Storch” Schmelzer: Homosexualität | buecheraendernleben

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