Josef Müller: Ziemlich bester Schurke

ziemlich bester schurkejosef Müller

Foto: Josef Müller

Ein bekannter Starnberger Steuerberater und ein Schurke – das war der „alte“ Josef Müller. „Gekokst, gesoffen und gehurt“ hat er genug in seinem Leben – das schreibt der „neue“ Josef Müller. Wie es zur Wende vom alten zum neuen Josef Müller kam, erzählt er in dieser Biografie.

Viele Menschen hat er um sein Geld gebracht. Aber dann muss er doch einmal in den Knast. Er wird zu neun Jahren verurteilt, von denen er nicht alle absitzen muss. Im Knast erlebt er ein himmlisches Wunder.

Hätte dieser Josef Müller mein Geld an der Börse verzockt, hätte ich dieses Buch sicher ganz anders gelesen. Aber so bin ich überrascht, wie freimütig der Autor von all seinen kriminellen und moralischen Verfehlungen berichtet. Irgendwie kommt dieser Schurke sogar sympathisch rüber.

Eine Vielzahl von Fotos zeigt ihn mit Prominenten. Da ist Stoiber zu sehen, aber auch Christian Uhde. Außerdem sieht man des Autors Riesenschlitten. Autos waren neben Frauen viele Jahre „Lieblingsspielzeuge“ von Josef Müller.

Man mag sich fragen, warum man über so ein filmreifes Schurkenleben lesen sollte. Es lohnt sich. Für mich war Müllers Wendepunkt in seinem Leben der beeindruckendste Teil seines Buches. Hin und wieder schreibt der Autor von sich selbst in der dritten Person. Für einen Psychologen wäre dieses Buch sicher noch spannender zu lesen.

All denen, die Gott nicht allzu viel zutrauen, sei dieses Buch empfohlen!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-1595-8, Preis 17,99 Euro

Josef Müller hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Josef, Du „Ziemlich bester Schurke“, Du beschreibst in Deinem soeben erschienen Buch sehr offen wie Du Menschen reingelegt hast, wie Du „gekokst, gesoffen und gehurt“ hast. Wie hat es ganz tief in Dir ausgesehen, als Deine Finger diese Worte jetzt in den PC getippt haben? Es ist ja wohl so etwas wie eine Lebensbeichte geworden?

Ja! Das ist es wohl. Da ich mein Leben durch die höchste Kraft, nämlich unseren Schöpfer, ändern konnte, fällt es mir nicht schwer, meine krassen Fehler im Leben zu erkennen und sie auch öffentlich zu bereuen und vor allem die Geschädigten um Verzeihung zu bitten. Und das sind mehr als 400 Personen. Es ist eine große Belastung, wenn man Dinge rückwirkend nicht mehr ändern kann, die man heute bereut. Aber es geht im Leben nur vorwärts – nie zurück. Deshalb habe ich meine gesamten Autorenhonorare abgetreten um damit später mit den „Geschädigten“ einen Vergleich zu schließen. Das ist MEIN Teil der Schadenswiedergutmachung.

Ich kannte Mal einen Pfarrer der hatte ein leicht verkürztes Bein. Jede Frau die er haben konnte nahm er mit in sein Bett um sich als ganzer Mann zu beweisen. Dieser Pfarrer fiel mir wieder ein als ich von Deinem Unfall las. Du selbst sitzt seit Deinem 18. Lebensjahr im Rollstuhl, in welcher Weise hat Dein Rollstuhl Deine Karriere als Schurke beeinflusst?

Das ist schon heavy ! Ein Pfarrer ? Naja ! Zu Deiner Frage: Dies werde ich sehr oft gefragt. Ich selbst habe da bisher noch nicht intensiv darüber nachgedacht. Es mag aber sein, dass man einem Rollstuhlfahrer „Schurkereien“ nicht so zutraut. Das hat mit dem allgemeinen Image als „Behinderter“ zu tun: schwach, hilfs- und pflegebedürftig, usw., aber niemals etwas Böses. Ich selbst habe aber zu keiner Zeit damit Mandanten, Kunden bzw. Menschen allgemein, beeinflusst. Ich möchte der Feststellung „Karriere als Schurke“ entgegentreten, denn das hört sich fast wie eine Laufbahn an. Bei mir kam das „schleichend“, denn ich wollte mehr und immer mehr. Als das Geld aus meinem Job als Steuerberater nicht mehr ausreichte, spielte ich mir selbst etwas vor und lieh mir Geld aus den Töpfen von Mandanten, die ich verwaltete. Ich dachte, dass ich es kurzfristig wieder zurückzahlen könnte. Aber weit gefehlt… ich rechnete nicht mit meiner eigenen Gier nach mehr. Nach viel mehr.

Heute ist Dein Geld alle. Deine Karriere als Schurke ist beendet: „Reich werde ich nie wieder. Glücklich bin ich.“ Plötzlich schreibst Du etwas was für Dich vorher nie zusammengepasst hat. Wo stand Gott früher für Dich als Du noch ein artiger Katholik warst und wo steht er heute für Dich?

Früher kannte ich Gott nur aus der Tradition der Kirche her. Rituale, Liturgie usw. Dass es einen lebendigen Gott gibt, mit dem man tatsächlich ein persönliches Verhältnis haben kann, wenn man es nur will, das wäre zu crazy für mich früher gewesen. No way! Heute gibt es nichts Besseres als mit unserem HERRN, Jesus Christus, ein freundschaftliches Du-zu-Du zu besitzen. Und das darf nicht einseitig sein. Nicht wieder: ich will und ich brauche! NEIN ! Ihm zu danken und Ihn zu loben im Lobpreis – auch gerne zu fetziger Musik – das ist es! Ein partnerschaftliches ausgeglichenes Verhältnis. Aber immer in dem Wissen und Respekt: Er ist nicht der „Kumpel von nebenan“ sondern Er allein ist Gott, der würdig ist angebetet zu werden. Da falle ich echt auf die Knie (wenn ich es im Rollstuhl nur könnte).

Du schreibst, Du hast Deinen „ursprünglichen Glauben wiedergefunden“. Erinnerst Du Dich noch an den Moment als Dein Glaube Dir abhanden kam?

Haha ! Da muss ich echt nachdenken. Wenn man es wörtlich nimmt, habe ich so einen Glauben, das JESUS lebt, nie gehabt. Aber ich meinte damit, dass ich als Kind an den lieben Gott geglaubt habe, dass es Ihn gibt und dass Er eingreifen kann. Später mit der Zeit der Berufsjahre fand ich keine Zeit dafür darüber noch nachzudenken.. leider ! Auch liegt das lange lange zurück. Aber ich ging fast mein ganzes Leben lang am Sonntag in die Kirche. Ich denke, dass der Hauptgrund die Stille war, die mir beschieden war in einer Stunde pro Woche. Aber irgendwie fühlte ich mich auch angezogen von der Kirche. In Fürstenfeldbruck hatten wir ein großes Kloster das mich auch, wie ein Tor zu einer anderen Welt vorkam. Und diese Welt, heute würde man das mit „Reich Gottes“ evtl. benennen können, zog mich an.

Eine ganze Reihe von Fotos sind in Deinem Buch zu sehen. Deine Riesenschlitten von einst hab ich neidisch bewundert. Was fährst Du heute außer Rollstuhl?

Ich kann mit stolz sagen: einen E-Klasse Mercedes, 17 Jahre alt aber top in Schuss. Max hat ihn mir geschenkt. Ein nach einer Woche unschuldig freigelassener Untersuchungsgefangener dem ich half diese Woche hinter Gittern zu überstehen. Das war echt cool. Der hatte mir als Danke dieses Fahrzeug einfach gekauft und für 1 Jahr Steuer und Versicherung bezahlt. Wer macht das schon? Ich kenne keinen – außer Max. Ist das nicht schon wieder ein Hinweis auf das Eingreifen Gottes? Ich sehe es so ! Dort wo Du nichts mehr tun kannst, gib es ab an Gott in dem Glauben, dass Er Dir aus der Notlage helfen wird. Wenn Du es dringend brauchst und Du es vollkommen ehrlich meinst, dann können Wunder geschehen. Du musst nur damit auch rechnen 🙂

Du hast einen kurzen Moment Deines Lebens über Selbstmord nachgedacht. Deine innere Stimme sagte: „Nein!“ War das Gottes Stimme?

Heute bin ich überzeugt davon. Früher in dem Moment des Geschehens wusste und kannte ich diese Stimme nicht. Es gibt sonst keine Erklärung dafür.

Heute spricht Gott in so vielen Situationen zu mir tgl., z.B. durch sein Wort, die Bibel, durch Menschen, Gläubige und Nichtgläubige, durch Radio und TV, selbst durch Bücher, einfach durch das alles, was Du bewusst wahrnimmst. Ich habe mittlerweile eine Antenne für die „Sprache“ Gottes. Man muss nur bereit sein dafür, mit ein wenig Übung macht das sogar richtig Spaß. Und…. das bilde ich mir nicht ein. Da kann ich genug Beispiele nennen. Die krassesten schreibe ich mir in ein Buch auf und das ist übervoll….

Wie geht es jetzt weiter für Dich? Wie sehen Deine Pläne aus?

Ganz simpel. Ich bin kein Pastor, Pfarrer oder Evangelist. Ich lebe in dieser Welt habe aber eine Aufgabe vom HERRN: Mein wildes Leben – und da können sich so manche hineindenken – zu schildern und von meiner Begegnung mit Ihm und der damit verbundenen Lebensänderung der Welt zu erzählen. Wenn Du Gott begegnest, so wie ich es bin, dann ist ALLES anders. Alles! Und die Ruhe und der innerliche Frieden und eine Freude nehmen in einem Raum ein, das ist unbeschreiblich. Ich könnte noch soviel Dinge in meinem Leben erzählen, da würden noch drei Bücher voll werden. Besonders jetzt nach meiner Entlassung, ist das Leben ein irres Abenteuer geblieben. Nur ohne finanziellen Stress, denn ich lebe bescheiden. Das erste Mal in meinem Leben. Ich glaube es kaum. Ich sehe im Garten die Rosen und die Eichhörnchen… Evtl. fehlt noch die Frau dazu, dies zu teilen, aber hatte nicht Adam den selben Wunsch ? Eva wird kommen ! Finanziell lebe ich von Vorträgen und Lesungen und erhalte seit dem Tode meines Vaters eine bescheidene Rente.

Christian, ein letzter Satz: Wahres Glück und Freiheit kann man nur durch unseren Gott finden. Er war so gnädig zu mir und hat mir dies unverdient einfach geschenkt ! Und dies kann jeder haben, der Ihm sein Herz gibt.

Lieber Josef, herzlichen Dank für das Gespräch!

Josef Müller hält für drei Gewinner von buecheraendernleben drei signierte Exemplare seines Buches bereit. Wer also bis Donnerstag 20 Uhr seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Wer mehr über Josef Müller erfahren möchte:

http://www.ziemlich-bester-schurke.de

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13 Kommentare

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13 Antworten zu “Josef Müller: Ziemlich bester Schurke

  1. Elisabeth Th.

    Gestern noch blätterte ich im Katalog und las mir den Text zu diesem Buch durch und dachte:
    „Das musst du mal lesen – hört sich richtig gut an!“

    Und heute kommt euer Angebot 🙂 ………………….

    • Liebe Elisabeth, danke für Deinen Kommentar. JA, in meinem Buch kommen Dinge vor, die der eine oder andere genau auch aus seinem Leben kennt. Immer wieder schreiben mir Leser das und selbst ich bin total verwundert darüber. Lies es und schreib mir hier und/oder auf meine Webseite, was DICH angesprochen hat. Es kann Dein Leben verändern.
      Grüße aus dem Süden… vom Autor Josef M.

  2. Maria Lahnstein

    Ein sehr interessantes Interview ! Das Buch würde mich sehr interessieren. Bekehrungsgeschichten sind immer etwas Besonderes.

    • Hallo Maria !
      Ohne mit Eigenlob um mich zu werfen, aber ich bin selbst immer wieder ergriffen, was ich alles im Rollstuhl erlebt habe und wie ich „nach oben“ geflogen bin. Danach konnte ich mit GOTTES Hilfe erkennen, wie oberflächlich mein Leben bisher war. Die Reue und Umkehr sind so hautnah dem Leser beschrieben, dass er sofort merkt, dass dies nur Einer möglich machen kann. Lies es – vielleicht gewinnst Du es auch – Du wirst es nicht bereuen….
      Josef

  3. jjohannes

    Ich habe das Buch gelesen, es zieht einen wirklich in die Geschichte rein und man verschlingt es. Super spannend bis zum Ende! Was ich im Nachinein ein bisschen schade finde: Zitat aus dem Interview oben: „Ich könnte noch soviel Dinge in meinem Leben erzählen, da würden noch drei Bücher voll werden!“ – Das Leben „B“ wie Josef es ausdrückt, nach seiner Bekehrung, wird etwas kurz abgehandelt. Z.B. bei der Geschichte mit dem Gebetshaus in Ausgburg hätte es mich sehr interessiert, mehr Details zu erfahren. Es blieb der Eindruck, dass das „Leben A“ spannend bis zum Ende war, aber danach nicht mehr viel Erzählenswertes passiert ist. Da dem anscheinend nicht so ist, würde ich mich über eine Fortsetzung sehr freuen!

    • Hallo Johannes ! DU bringst es auf den Punkt. Danke dafür. NUR das Problem ist, dass das Buch einen gewissen Umfang nicht überschreiten sollte. Ich hab 400 Seiten geschrieben und habe dann gestoppt. Der Verlag musste schon sehr kürzen. Die Dinge die mir danach passiert sind, sind keinen Millimeter langweiliger. Es geht bis heute abenteuerlich zu… Danke für Deine Meinung.. ich werde sie dem Verlag weiterleiten !!
      Grüße vom Josef

  4. Margrit

    Ich sah das Buch bei den Neuerscheinungen. Ich finde Biographien lesenswert, und immer wieder zum Staunen, wie Menschen zum Glauben finden. Seit mehreren Jahren ist ein Bruder von mir im Rollstuhl, und seither sehe ich Menschen im Rollstuhl „anders an“ … das Buch würde mich interessieren!

    • Hallo Margit !
      Das ist einer der Gründe warum ich das Buch geschrieben habe. Um aufzuzeigen, dass ALLES möglich ist. Der Schwächere kann auch in das Rampenlicht gerückt werden und „aufgeben“ ist gar nicht !! Lies das Buch bitte und schenke es Deinem Bruder. Gerne auch ein handsigniertes Buch, das Du über meine Homepage:

      http://www.ziemlich-bester-schurke.de

      bestellen kannst. Gib den Namen des Bruders an, dem ich auch gerne eine Widmung reinschreibe. Liebe Grüße vom Autor, Josef

  5. Auf dem Büchertisch-Impulstag in Bad Liebenzell habe ich diese Buchvorstellung gehört (vor meiner Lesung) und war total fasziniert. Hört sich spannend an …

    • test – mein Kommi konnte hie „nicht gepostet“ werden.. Alles gelöscht jetzt Why ???

      • Versuche es noch einmal: Hallo rau Kollegin, liebe Elisabeth.
        Habe erst einmal bei Dir rumgestöbert: SUPER und großes Kompliment was Du so alles schreibst. wow !! Ja Du solltest wirklich – und das sage ich nicht, weil es mein Buch ist – den „Schurken“ lesen. Die Leser sagen es macht süchtig: wenn Du anfängst dann legst Du es nicht mehr weg-…
        Ich bin von der High Society direkt durchgefallen in das Gefängnis, weil ich zu „gierig“ im Leben wurde. Heute habe ich auch alles, aber bin FREI und GLÜCKLICH und vor allem „geheilt“ durch unseren GOTT. Es ist eine heisse Story – mit 40 Bildseiten und Dokumenten die die Wahrheit bezeugen. Wir sehen uns sicher mal… Grüße am SO vom Josef

  6. Unglaubliche Lebensgeschichte ( die noch nicht zu Ende ist 🙂 ) Von reich zu unendlich reich !

    Sehr lesenswert. Möchte das Buch mehrfach zu Weihnachten verschenken

    • Hallo Barbara, sehr gut Idee. Viele werden bei meiner Geschichte nachdenklich und den Rest muss der HERR unser Gott vollbringen.
      JA JA JA ! Richtig. Sie ist noch nicht zu Ende, jetzt geht es erst richtig los, abenteuerlich, wie vorher, NUR diesmal von GOTT geleitet und nicht mehr auf GELD etc. gebaut, sondern auf LIEBE ! Danke für die Ermutigung. Übrigens spreche ich auch vor Gemeinden und Firmen über das Thema und halte Lesungen aus meinem Buch. Bei Interesse melde Dich über meine Homepage oder über Facebook. Gottes Segen Josef

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