Eva-Maria & Johannes Holmer: Ich weiß, dass Gottes Plan perfekt ist

Ich weiß, dassholmer 2005

Foto: Familie Holmer 2005

Jedes Mal wenn ich mein geliebtes Serrahn, im tiefsten Mecklenburg gelegen, mal wieder besuche, gehe ich gleich zu Beginn auf den Friedhof. Dort liegen viele von denen ich behaupte: Sie sind meine Glaubenshelden!

Beim letzten Besuch fiel mir sofort ein neues Grab auf. Ich las „Lydia“ und kannte sie bislang nicht. Noch auf dem Friedhof erfuhr ich, sie war noch ein junges Mädchen und stammte aus der weit verzweigten „Holmer-Sippe“.

Dann bekam ich dieses Buch in die Hände und ich lernte Lydia kennen. Sie hatte viele Träume und Erwartungen, die Welt stand ihr sozusagen offen und plötzlich kommt der Krebs und es beginnt eine lange Leidenszeit für sie und alle die Lydia lieben. Wie immer in solchen Situationen kommen Fragen nach dem Warum? warum gerade ich? meine Tochter? sie hatte doch noch alles vor sich? Wie kann Gott nur?

Dieses Buch besticht durch seine Offenheit. Texte von Lydia selbst berühren mich und zeigen zugleich wie sehr sie Gott geliebt hat, bis zuletzt. Dieses Buch zeigt aber noch viel mehr: Im Angesicht des Todes ist Lydia nicht von ihrem Gott zu trennen, ja sie wird selbst noch mehr als bisher zu einem Glaubenshelden.

Und wenn ich als Rezensent nun nach einem überzeugenden Abschlusssatz für meine Rezension suche, so überlasse ich den gern Lydias Vater. Als Pastor begrüßte er die Trauergemeinde mit den Worten: „Wir sind hier nicht versammelt, um irgendeinen Personenkult um unsere Tochter zu betreiben, sondern, weil wir in dieser Stunde Gott loben und für Lydia danken wollen.“

Wenn ich das nächste Mal nach Serrahn komme und auf den Friedof gehe um meine Lieben zu besuchen, werde ich auch vor Lydias Grab stehen!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15434-5, Preis 16,95 Euro

Das Ehepaar Holmer hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Liebes Ehepaar Holmer, in diesen Tagen ist Ihr Buch über Ihre verstorbene Tochter Lydia erschienen. Wie kam es zu diesem Buch?

Es gab schon in der Zeit, als unsere Tochter in El Salvador in dem Kinder-Sozialprojekt »La Casa de mi Padre« arbeitete, eine Internetseite. Diese ist, als sie von dort wegen ihrer Krebserkrankung nach Deutschland zurückkommen musste, zu einem Informations-Umschlagplatz für ihre Freunde in der ganzen Welt geworden. Auf dieser Internetseite (www.puschel.holmer.info) gab es viele Informationen über sie und ihr persönliches und festes Vertrauen auf Gott. Darauf sind manche christlichen Medien, z.B. Idea Spektrum oder idealisten.net, gestoßen und haben berichtet. Nach ihrem Tod hat Idea noch einmal über sie berichtet. So wurden auch christliche Verlage darauf aufmerksam und fragten uns, ob wir über Lydias Geschichte nicht ein Buch schreiben wollten.
Ursprünglich wollten wir so etwas nicht, haben es dann dennoch getan, worüber wir nun auch sehr froh sind.

Ihr Buch zeigt eine glückliche Familie. In dieser Familie wächst Lydia auf. Sie hat viele Zukunftspläne, ist mit Gott intensiv im Gespräch und plötzlich kommt die Nachricht von ihrer schweren Krankheit. Also ich hätte sofort den lieben Gott mit Fragen bombardiert, hätte an ihm gezweifelt – wie war das bei Lydia und bei Ihnen als Eltern?

Für Fragen und »Bombardierungen« blieb uns zunächst nicht so viel Zeit. Allerdings hat Lydia uns von Anfang diesen einen Satz »vorgelegt«, der nun auch der Titel des Buches ist: »Ich weiß, dass Gottes Plan perfekt ist«. An dieser für sie feststehenden Tatsache hat sie sich dann auch festgehalten, wenn manches ihr und uns komplett unverständlich wurde. Gott hat manches zugelassen, von dem wir nicht sagen können, warum. Vieles verstehen wir bis heute nicht. Aber wir haben durch und mit Lydia Stück für Stück mehr gelernt, Gott zu vertrauen. Und Vertrauen ist ja erst dann wirklich Vertrauen, wenn man nicht mehr versteht, was da abgeht. Sonst wäre es nicht wirklich Vertrauen. Das ist bei kleinen Kindern im Blick auf ihre Eltern so. Und das gilt auch für unser Verhältnis zu Gott. Wir werden ihn naturgemäß nie völlig verstehen können. Aber ihm vertrauen, das können wir.

Wenn Eltern eins Ihrer Kinder beerdigen müssen, wie können die dann im Glauben Halt und Zuversicht finden?

Es hängt wohl alles daran, ob Gott wirklich unser Leben führen darf. Wir können nicht auf der einen Seite sagen: »Gott, führe mich« und dann, wenn es für uns brenzlig wird, sagen: »Aber so nicht«. Auch das hat Lydia uns sehr konsequent vorgelebt. Sie sagte: Ich habe einmal mein Leben in Gottes Hände gelegt und gesagt: »Es soll dir gehören«. Irgendwann schrieb sie auf ihrer Internetseite: »Bei wem sollte ich denn Halt finden, wem sollte ich denn vertrauen, wenn alles in unserem Leben auf die Probe gestellt wird, wenn nicht Gott?«
Für sie war Gott immer die wichtigste und letzte Adresse. Und sie hat manches Mal gesagt: „Er ist mein Herr, und ich habe kein Recht, von ihm irgendetwas zu fordern.“ Wir als Eltern waren oft herausgefordert, sind aber in diesen Jahren auch gewachsen.

Haben Sie Fragen die von Gott unbeantwortet bleiben?

Na klar! Und wir wissen, dass, solange wir auf dieser Erde leben, immer Fragen offenbleiben werden. Zuerst steht wohl immer die Frage nach dem „Warum“ vor uns. Warum jetzt, warum gerade ich oder wir? Die letzte Frage aber ist wohl die, warum Gott das alles überhaupt so gemacht hat. Warum er die Welt und uns geschaffen hat. Zu wissen, dass ER uns hier haben will, bedeutet ja noch nicht, zu wissen, warum das so ist. Es gibt viele Fragen, die sich daran anschließen. Wie gut, dass wir diese Fragen ganz sicher in der Ewigkeit beantwortet bekommen.

Was wünschen Sie sich, was soll Ihr Buch mit seinen Lesern anstellen?

Wir wünschen uns und bitten Gott darum, dass vor allem junge Menschen, aber natürlich nicht nur die, ein annehmbares Beispiel dafür bekommen, dass es auch heute (noch) möglich ist, Gott vorbehaltlos und ziemlich konsequent zu vertrauen. Sie ist für uns selbst zu einem großen Vorbild und Beispiel geworden. Und an ihren Freundinnen und Freunden können wir sehen, dass eine solches Beispiel immer besser ist, als mit Worten zu predigen.
Lydia war kein Moralist oder jemand, der anderen sagen wollte: »so müsst ihr auch leben«. Aber sie hat sich stets gefreut, wenn junge Leute sie erlebten und dann selbst begannen, Gott zu vertrauen.
Ihr Leitspruch war der aus Hebräer 12,2: »Lasst uns aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens«. Sie liebte es, dies in Englisch zu sagen und zu schreiben: »Let us fix our eyes on Jesus the author and perfekter of our souls«

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der Verlag SCM Hänssler stellt unserem Blog ein Exemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Sonntag 20 Uhr unter diesen Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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12 Kommentare

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12 Antworten zu “Eva-Maria & Johannes Holmer: Ich weiß, dass Gottes Plan perfekt ist

  1. Theresa

    Das würde ich gerne lesen!

  2. Ich habe das Ehepaar vorletzte life erleben dürfen, wie sie über dieses Buch sprachen. Es war sehr bewegend. Genauso wie das Buch selbst.
    (P:S.: an der Verlosung möchte ich nicht teilnehmen)

  3. Tobias

    Es ist sehr bewegend, diese Geschichte zu hören…

  4. Margrit

    Wieder eine bewegende Geschichte – die würde mich auch interessieren!

  5. Mike Marten

    Ich bin mir auch sehr sicher,dass Gottes Plan perfekt ist.Er ist souverän und nichts passiert ohne seinen übergeordneten Willen.Auch wenn mir nicht alles gefällt,was mir im Leben zustößt so weiß ich,dass ich bei ihm Halt und Zuflucht finde.Ich habe schon viel Leid erleben dürfen und es gibt keine andere Hoffnung als Christus allein.Der Tod wird irgendwann besiegt sein und wir leben dann in seiner Herrlichkeit.Nicht mehr im Glauben sondern wieder im Schauen.Ihm sei Lob,Preis und Ehre.Das Lamm welches unsere Sünden trug.Das Buch klingt spannend und ist sicher eine Ermutigung für Viele.

  6. Maria

    Sehr traurig, wenn man sein Kind verliert, das Buch würde ich gerne lesen. Gerade habe ich mir die Homepage angeschaut, sehr bewegend. Ich werde da mal in Ruhe genauer nachlesen.

  7. Esther

    Ich bin auch dabei!

  8. Susanne Stojke

    Ich würde dieses Buch gern lesen. Bitte sagen Sie mir wo ich es bekommen kann. Ich kenne die Familie Holmer aus meiner eigenen Schulzeit. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Ich danke ihnen und verbleibe,
    Mit freundlichen Grüssen

  9. Liebe Susanne, schreib doch einfach mal deine Adresse oder komm vorbei. Du kannst das Buch gern bei uns bekommen: johannes@holmer.de. Liebe Grüße, deine Holmers aus Bülow

  10. Ewelina

    Hallo,
    ich habe das Buch gelesen. Es ist wirklich sehr (!) ansprechend. Das Vertrauen in Gott, das Lydia gehabt hat, würde ich auch gerne bekommen… Das Buch ist für mich ein Ansporn, mehr Gemeinschaft mit Gott zu haben und die Gelassenheit in Ihm durch das Vertrauen zu lernen.
    Gottes Segen euch als Familie!

  11. Martina

    Ich durfte einige Zeit meines Lebens mit Lydia verbringen und würde gern in dem Buch mehr von ihren Erfahrungen mit Gott lesen. Gepriesen sei der Herr, der uns immer wieder stärken kann- gerade durch solche Glaubensberichte.

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