Monatsarchiv: November 2013

1.Advent: Warten & uljö

uljö logo

Wer kennt ihn noch nicht den uljö Geschenkeshop?

http://www.uljoe.de/index.php

Egal ob das Gesellschaftsspiel „Abenteuer Luther“ oder die immer mal wieder auf Autos zu findenden uljö – Fische, fast immer haben Artikel aus dem Hause uljö einen christlichen Bezug.

uljö – Mitarbeiterin Kathrin Stricker schrieb uns ihre Adventsgedanken und brachte ein Überraschungspaket mit:

Worauf warten wir, wenn wir auf Weihnachten warten?

Auf schöne Geschenke?

Ein paar freie Tage, vielleicht den lang ersehnten Urlaub? Oder darauf, endlich mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, um z.B. gemeinsam ein gutes Essen zu genießen?

Hat der Begriff Advent, der aus dem lateinischen kommt, und eigentlich „Adventus Domini“, also „Ankunft des Herrn“ bedeutet, für uns heute auch noch genau diese Bedeutung? Warten wir in der Adventszeit darauf, dass sich an Weihnachten die Menschwerdung Gottes zeigt? Zwar nicht so wie vor 2000 Jahren, als ein kleines Kind in der Krippe, sondern, dass Jesus als Erretter wieder kommt?

Jeder von uns kann die Adventszeit nutzen, um sich im Stillen zu überlegen: Was bedeutet Weihnachten für mich? Worauf warte ich?

Die Wartezeit bis Weihnachten ausfüllen möchten wir von Uljö mit einem breiten Repertoire an christlichen Geschenkideen. Von kleinen Aufmerksamkeiten bis hin zu hochwertigen Geschenkideen. Die kleinen Präsente sind ideal um einmal einem lieben Menschen Danke zu sagen, oder aber zu zeigen, dass man an ihn denkt.

Wie wäre es, wenn man mit Geschenken mit christlichen Texten Menschen in der Vorweihnachtszeit auf die Frohe Botschaft aufmerksam oder neugierig macht?

Passend zum Backen im Advent gibt es verschiedene Ausstechformen in einer Schmuckbox mit Bibelversen und Backrezepten – entweder zum selbst nutzen oder zum Verschenken. Kleinartikel mit christlichen Botschaften sind ideal zum Befüllen des Adventskalenders und eine sinnvolle Alternative zu Süßigkeiten.

Mit unseren Spielen möchten wir christliche Impulse auf Weihnachten und die Botschaft der Bibel geben. Gerade an langen Winterabenden ist die Zeit, an der man die Gemeinschaft mit Familie und Freunden pflegt, um zusammen zu spielen. Von Puzzles für die Allerkleinsten, über bunte Quartetts, bis hin zu Brettspielen, wie das Gesellschaftsspiel „Abenteuer Luther“, oder aber Kreativ- und Redespiele wie „reFlekt“ von Arno Backhaus – sie alle garantieren einen unterhaltsamen Abend. Und so wird die Wartezeit bis Weihnachten sinnvoll genutzt.

Ein reFlekt-Spiel ist auch in dem 4-teiligen Weihnachtspaket enthalten, das wir von der Firma Uljö für die Verlosung auf buecheraendernleben zur Verfügung stellen. Was im Paket noch enthalten ist, wird noch nicht verraten, denn Warten bleibt die Devise.

reFlekt backhaus

Wer sich an der Verlosung des Überraschungspaketes aus dem Hause uljö beteiligen möchte, muss ganz einfach seinen Kommentar unter diesem Beitrag bis Donnerstag 20 Uhr posten und am Freitag so gegen 8 Uhr wird der glückliche Gewinner hier ermittelt. Viel Glück!

uljö logo

Vielleicht verrätst Du uns ja, wie Du Dir die Zeit des Wartens verkürzt?

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Daniel Rettig: Die guten alten Zeiten

die guten alten Zeitendaniel rettig

Foto: Daniel Rettig

Ist es nicht herrlich in Erinnerungen zu schwelgen?

Wer tut das nicht, zumindest hin und wieder? Also ich bekenne mich dazu!

Daniel Rettig hat seinen lieben Mitmenschen auf’s Maul geschaut und ihnen zugehört und hat sehr oft mitbekommen, dass sie von dem erzählen was Früher war. Dies allein macht das Buch für mich noch nicht umwerfend. Aber wie der Autor geschickt darauf aufmerksam macht, wie Nostalgie unser gesamtes Leben durchzieht, dies lässt mich schon an einigen Stellen zu einem Aha-Erlebnis kommen.

Selbst unser Kaufverhalten wird ein Stück weit von unserer Nostalgie, unseren gemachten Erfahrungen gesteuert. Der Autor hat eine Vielzahl von Nachrichten gesammelt und Studien gelesen, so wie er alles hier zusammenstellt, ist seine Momentaufnahme zu unserer manchmal verpönten Nostalgie eine Hommage an sie geworden.

Ich ahnte es schon immer, Nostalgie tut mir gut. Daniel Rettig versorgt mich mit dem Sachverstand darüber, vielen Dank!

DTV, ISBN 978-3-423-26013-8, Preis 14,90 Euro

Daniel Rettig hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Daniel, „Die guten alten Zeiten“ hast Du Dein neues Buch genannt. Schaust Du junger Hüpfer echt so gern in die Vergangenheit zurück?

„Junger Hüpfer“ ist natürlich relativ. Aber im Ernst: Ja, tue ich! Und das ist auch kein Widerspruch. Ich bin zwar grundsätzlich ein positiver, fröhlicher Mensch. Aber manchmal neige ich auch zu einer gewissen Sentimentalität. Abschiede fallen mir sehr schwer – nicht nur von Menschen, sondern auch von Lebensabschnitten. Und wenn ein Lebensabschnitt endet – egal ob durch Schulabschluss, Volljährigkeit oder 30. Geburtstag -, dann neigt man eben stärker dazu, zurückzublicken.

Eigentlich ist ja die Nostalgie nicht so sehr positiv besetzt. Was meinst Du woher kommt das?

Was viele Menschen nicht wissen: Nostalgie galt früher als tödliche Krankheit. Mediziner im 17. und 18. Jahrhundert dachten: Wer seine Heimat verlässt, der erkrankt an Nostalgie – und stirbt. Das weiß man inzwischen zwar besser – aber ich denke, daher kommt der negative Ruf.

In Deinem Buch wird klar, wie lebensnotwendig Nostalgie ist, ich war echt ein wenig überrascht darüber. Wie bist Du selbst auf das Thema gekommen?

Ich arbeite hauptberuflich als Redakteur bei der WirtschaftsWoche. Im Februar 2012 wollte ein Kollege über neue Autos schreiben, die den Modellen der Fünfziger- und Sechzigerjahre ähneln. Ein anderer Kollege fragte daraufhin: Wieso kaufen Menschen eigentlich so gerne Sachen, die sie an früher erinnern? In dem Moment wurde ich hellhörig. Zu Hause erzählte ich meiner Freundin davon und sie sagte: “Daraus kann man vielleicht ein Buch machen.” Dann habe ich begonnen zu recherchieren und bemerkte, wie facettenreich Nostalgie ist – dass sie wahnsinnig viele Themen umfasst: Geschichte, Psychologie, Neurobiologie und Ökonomie. Und all das findet sich nun im Buch.

Deinem Buch wünsche ich ganz viele Leser. Was wünscht Du den Lesern, was Sie von Deinem Buch in den Alltag mitnehmen?

Ich will dem Leser zeigen, wie allgegenwärtig Nostalgie in unserem Leben ist – und dass wir dafür dankbar sein sollten. Jeder neue Tag, jede Begegnung, jedes Erlebnis kann Teil unserer nostalgischen Erinnerungen werden. Niemand hat das jemals so schön formuliert wie der kolumbianische Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez: „Weine nicht, weil es vorbei ist. Sondern lächle, weil du es erlebt hast.“

Herzlichen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!

Wie nostalgisch bist Du eigentlich veranlagt lieber Leser ? Lass es uns wissen !

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Eva Marie Everson: Bedingungslos

bedingungslos

Die Kinderbuchautorin Samantha Crawford steht im Mittelpunkt dieses berührenden Romans. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Billy lebt das junge weiße Ehepaar glücklich und zufrieden bis zu dem Tag an dem Billy erschossen wird. Schnell weiß die Polizei, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Mann mit roter Kapuze handelt. Dennoch konnte der Mord nicht aufgeklärt werden, wird zu den Akten gelegt und Samantha sucht allein weiter nach dem Mörder ihres Mannes.

Diese Geschichte geht auf wahre Begebenheiten zurück und kann so wohl nur in Amerika spielen. Rassismus, Schuld und Sühne und der lebensverändernde Glaube an Gott sind zentrale Themen dieser Geschichte.

Während Samantha Ausschau hält nach dem Mann mit der roten Kapuze und sich das Leben nehmen will, trifft sie auf zwei Kinder. Ausgerechnet diese beiden aus dem Armenghetto ebnen Samantha den Weg in eine völlig neue Welt. Sie weiß nichts von materieller Not und sieht nun unter welchen Umständen andere in ihrer Umgebung leben. Dabei trifft Samantha auf einen alten Bekannten und nimmt gleichzeitig eine neue heiße Spur auf. Sie trifft den Mann mit der roten Kapuze, überrascht ihn, in ihrer Hand hält sie den Revolver und zielt auf ihn …

Eine sehr berührende Geschichte aus einem amerikanischen Armenviertel, die zeigt, dass mit Gottes Liebe nichts unmöglich ist!

LUQS Verlag, ISBN 978-3-940-15846-8, Preis 12,99 Euro

Der LUQS Verlag stellt uns von diesem Buch drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Dienstag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil!

Übrigens ein Blick auf http://www.LUQS.de lohnt sich. Dort werdet ihr dieses Buch auch als DVD finden.

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Freddy Derwahl: Gottsucher

Gottsucher

Ich liebe keine Vorworte und doch ist in diesem Fall das Vorwort von Gottsucher Freddy Derwahl für mich zum Höhepunkt seines neuen Buches geworden. In sehr intimen Sätzen erzählt der Autor warum ihm die Reise zu französischen Klöstern so wichtig war. Da ist der seit Jugend an verspürte Wunsch Mönch zu werden und das für den Teenager erdrückende Verbot seiner Eltern.

Was dann folgt ist die Reise zu Menschen in 12 französische Klöster. Egal ob Zisterzienser, Trappisten, Karmeliten, Benediktiner oder Dominikaner, dies scheint dem Autor egal zu sein, er schaut sich die Menschen in den Klöstern sehr genau an.

Der Autor berichtet von alten Klostermauern, historischen Personen, vor allem aber von den Menschen die ihn aufgenommen haben. Zum Beispiel Gastschwester Eve Marie, sie erklärt Freddy Derwahl, dass man hier die Liturgie lebt. Was das heißt erfährt der Autor in den nächsten Tagen. Spannend auch die Beschreibung des Autors von den beiden gelebten Freiheiten auf engem Raum. Dicht an dicht das gestrenge Klosterleben und gleich nebenan Glimmer und Urlaubshauch von St. Tropez. Sehr passend Derwahls Vergleich: „Der brennende Dornbusch und das goldene Kalb.“

Reiseführer Freddy Derwahl ist Menschen begegnet die Gott suchen. Irgendwie schwingt für mich beim Lesen die Frage nach der eigenen Gottessuche mit. Wo begegne ich Gott? Wo bin ich ihm nah und wie lebe ich ein gottgefälliges Leben?

Eine kleine Fotosammlung mit zum Teil ganzseitigen Fotos lässt den Leser direkt hinter Klostermauern schauen. Im Anhang ist dann auch noch einmal jedes besuchte Kloster mit Telefonnummer, Mailkontakt und Homepage genannt. Kurz wird dort auch etwas über Öffnungszeiten der jeweiligen Kirche oder über ein vorhandenes Gästehaus mitgeteilt.

Der Autor will niemanden ins Kloster schicken, sagt auch keinem Leser wie Gott zu finden ist, aber er setzt Gott und die Suche nach ihm auf die aktuelle Tagesordnung. Mit Freddy Derwahl auf Reisen gehen, heißt, der schnelllebigen Zeit für Tage zu entfliehen und über sich und Gott neu nachzudenken!

Adeo, ISBN 978-3-942-20803-1, Preis 19,99 Euro

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Tilman Spengler: Haben Sie das wirklich alles im Kopf?

haben sie das wirklich

Tilman Spengler lasse ich sehr gern den Finger erheben. So wie er es tut, im Angesicht von Aischylos, Balzac und Lagerlöf, kann ich mir sehr gut auch ein weiteres Buch gleicher Aufmachung des Wissenschaftlers vorstellen.

Wie Spengler sich Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf annähert, finde ich sehr schön. Er erzählt mir im herrlichen Plauderton wie es zu Nils Holgersson kam und geht auch auf die Grenzen der Pädagogik ein.

Egal ob der Autor über Lagerlöf, Schiller oder Updike schreibt, zugleich macht er neugierig auf die Autoren und ihr Werk. Wobei ich schon ein wenig sauer darüber bin, dass er Christa Wolf nicht in sein Buch mit aufgenommen hat.

„Die kleinen Botschaften in diesem Band sollen hier Fingerzeige geben.“ sagt Tilman Spengler und ich habe beim Lesen seines Buches erfahren, dass es Spaß macht seine Fingerzeige zu entdecken und auch deren Aktualität bestätigt zu sehen, durch den Autor und auch durch mich den Leser.

In dem ich dieses Buch jetzt nach dem eigentlichen Lesen noch einmal durchblättere und immer wieder bei Personen hängenbleibe, begegne ich oft Texten noch einmal in denen der Autor aktuelle Bezüge herstellt wie bei Bert Brecht. Es geht immer um’s Geld stellen Brecht, Hanns Eisler und Stefan Zweig fest, aber der Autor deckt auch zugleich Brechts absichtlich proletarisch zurecht gemachte Biografie auf, die in der DDR so sehr hoffiert und gepflegt wurde.

Mit seiner Reise zu längst nicht vergessenen Autoren und deren Werke, hat Tilman Spengler eine sehr gehaltvolle Vorspeise auf den Tisch gestellt. Der Leser sollte sich nun einzelnen Werken zuwenden und der Autor seinem Buch einen zweiten Band folgen lassen!

DTV, ISBN 978-3-423-28026-6, Preis 19,90 Euro

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Totensonntag: „Ich spreche von einem revolutionären Kulturwandel …“

christian schüle

Foto: Christian Schüle

Der Hamburger Publizist Christian Schüle hat uns folgendes zum Thema Tod und Sterben geschrieben:

Lange hat der Geist der Zeit uns gelehrt, Tragik, Drama und Verhängnis des eigenen Menschseins zu ignorieren; Sterben und Tod waren der Tyrannei ihrer Verleugnung ausgeliefert: Wir verleugnen und verdrängen den Tod, um uns nicht eingestehen zu müssen, dass das Ende des Lebens immer schon gegenwärtig ist.

Trügen aber die Zeichen nicht, hat seit kurzem ein Wandel die Republik erfasst – nicht flächendeckend, aber zunehmend breiter, nicht stürmisch, aber fließend, nicht radikal, aber anschwellend. Im Fahrwasser des ökonomischen Sogs durch Funktionstüchtigkeit, Fitness und Flexibilität haben seit einigen Jahren denkwürdigerweise die letzten Dinge an Bedeutung gewonnen: Funktionsuntüchtigkeit, Verfall, Vergänglichkeit.

Ein neuer Geist bildet neue Vorstellungen, Bilder und Begriffe von Leben und Sterben aus. Er formatiert die Matrix eines zeitgemäßen Todesbegriffs und formuliert bisher ungewohnte Aussagen über Leid, Schmerz und Trauer und Erinnerung.

Das paternalistische Denken im Umgang mit Tod und Trauer schwindet, weltanschauliche Ideologien verebben, religiöse Dogmen erodieren. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich in Deutschland ein Kulturwandel ereignet: Der Mensch von heute lässt sich seinen Tod nicht mehr aus der Hand nehmen. Man hat Sterben, Tod und Trauer ab jetzt neu zu denken – und das hat Konsequenzen für Medizin, Rechtsphilosophie, Ethik und Politik.

Weltanschauliche Fragen spielen dabei eine immer kleinere Rolle, und allgemeinverbindliche Regeln im Umgang mit Tod und Trauer gibt es nicht mehr.

Am gewandelten Umgang mit dem Skandal der Sterblichkeit lässt sich ein verändertes Selbstverständnis ablesen. Das Bild des Menschen ist im Begriff, sich zu verändern. Ich spreche von einem revolutionären Kulturwandel im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer, weil wir als Gesellschaft, so meine ich, immer stärker darin übereinkommen, dass ein gelingendes Leben einen gelingenden Tod voraussetzt.

Wann aber gelingt der Tod?

Er gelingt dann, wenn wir die Gewissheit haben, selbstbestimmend mit ihm umzugehen und das Sterben zum Tod möglichst eigenverantwortlich zu gestalten.

Er gelingt, wenn wir Menschenwürde als Sterbenswürde begreifen, wenn wir den Schmerz lindern, wo es geht, wenn wir dem Sterbenden die Angst zu sterben nehmen, die oft eine Angst vor dem Schmerz ist.

Er gelingt, wenn Ärzte sterbendes Leben auch sterben lassen, wenn Sterbende in den Tod begleitet werden, in vertrautem Heim, von vertrauten Menschen, in Zuwendung und Ansprache, und nicht abgeschoben, in Abstellkammern, verkabelt mit Schläuchen, als Last, als zu entsorgende Ware.

Und er gelingt, wenn wir wissen, dass unser Wunsch, verbrannt und danach in einem Ruheforst begraben zu sein, anonym oder nicht, respektiert und umgesetzt wird.

All das können wir selbstbestimmt festlegen und gestalten. Insofern ist der Umgang des Zeitgenossen mit Sterben und Tod die folgerichtige Ausweitung des radikalen Individualismus auf das Anti-Ideal: auf die letzten Dinge.

wie wir sterben lernen

Pattloch, ISBN 978-3-629-13042-6, Preis 18,00 Euro

Über das Sterben redet es sich nicht so leicht. Deshalb ist es um so mutiger, dass der Hamburger Publizist Christian Schüle sich dem Thema „Wie wir sterben lernen“ auf so revolutionäre Weise angenommen hat.

Ohne zu fragen, ganz ohne Vorwarnung überschreitet er religiöse und ethische Grenzen und erlaubt es sich einfach so über unsere Kultur des Sterbens nachzudenken und zu schreiben. Dabei geht er auf zu beobachtende Veränderungen ein und hat immer den Hinterbliebenen im Fokus.

Leicht ist sein Thema nicht, aber notwendig, weil für jeden unausweichlich!

Der Pattloch Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis Dienstag 20 Uhr unter diesem Beitrag postet, nimmt an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Daniel Morawek: Nun, die Möglichkeiten waren nie so gut wie heute.

daniel morawek

Foto: Daniel Morawek

Hallo Daniel, stell Dir vor, neulich habe ich ein Buch mit über 1000 Rechtschreibfehlern gelesen. Der Roman enthält eine gute Story, aber die wirklich extrem hohe Zahl von Fehlern erschwert sehr das Lesen. Wie kann ein Verlag so etwas auf den Markt bringen? Das beschädigt doch den Ruf oder sehe ich dies falsch?

Unsere klassische Vorstellung von einem Verlag ist, dass der Autor ein Manuskript einsendet, der Lektor dieses auswählt und innerhalb des Verlags prüft, ob neben der inhaltlichen Qualität auch die wirtschaftliche Seite für den Verlag und sein Programm gewährleistet ist. Dann bekommt der Autor einen Vorschuss und der Verlag macht ein fertiges Buch aus dem Text und kümmert sich darum, dass das Buch in die Buchläden kommt, besprochen wird … sprich: Das es verkauft wird, denn davon lebt der Verlag.

Nebenbei gab es immer schon Selbstverlage, also Autoren, die ihre Bücher auf eigene Initiative verlegt haben. Dass gibt es nicht erst, seit es eBooks gibt. Dies findet sich durch die gesamt Geschichte der Literatur. Hier ist der Autor selbst verantwortlich, sich Hilfe bei Lektorat und Buchherstellung zu suchen, damit ein professionelles Buch entsteht.

Dann gibt es Verlage, die wir in Deutschland Druckkostenzuschussverlage nennen. Mittlerweile gibt es auch den Begriff »Bezahlverlag«, der es besser trifft. Hier zahlen die Autoren für die Veröffentlichung, der Verlag ist Dienstleister. Das ist an sich noch nicht verwerflich. Allerdings muss dem Autor bewusst sein, welche Dienstleistungen der Verlag übernimmt und die Kosten müssen angemessen sind. Ein Lektorat oder ein Korrektorat sind eventuell extra hinzu zu buchen.

Wie soll ein kleiner Sonnatgsschreiber wie ich da noch durchsehen? Gerade von unseren traditionellen christlichen Verlagen höre ich es jetzt schon nicht mehr nur vor vorgehaltener Hand: „In Zukunft wird die Zahl der Titel geringer und wir müssen mehr aussuchen!“ Was bleibt einem da als Hobbyschreiber noch an Möglichkeit um sein eigenes Werk mal in gedruckter Form zu sehen?

Nun, die Möglichkeiten waren nie so gut wie heute. Auch wenn die Veröffentlichungen der Verlage zurückgehen, so gibt es immer noch eine Masse an Verlagen in Deutschland, die Bücher herausbringen, um sie auch zu verkaufen. Neben den großen Konzernverlagen gibt es viele kleinere mit spezifischem Programm, sei es nun christlich, regional oder sonst etwas. Die meisten unveröffentlichten Autoren schicken ihre Manuskripte als erstes an Heyne und Konsorten. Aber vielleicht gibt es auch kleinere Verlagshäuser, deren Profil am Ende sogar besser zu meinem Werk passt?

Dann ist ganz klar: Durch die Revolution im Selfpublishing hat heutzutage jeder die Möglichkeit sein Werk selbst herauszugeben. Gerade im Print-Bereich ist man hier auf seriöse Dienstleister angewiesen. CreateSpace von Amazon, epubli und ruckzuckbuch.de sind letztendlich auch Verlage – aber sie treten als Dienstleister für die Autoren auf und verlangen vertretbare Summen.

Das Aktionsbündnis »Fairlag« listet auf seiner Webpage einige Warnsignale auf, an denen man einen unseriösen Bezahlverlag erkennt: http://www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com/web/index.php?id=18

Warum hast Du Dich ausgerechnet für den Amazon Verlag entschieden? Was hat der für Vorteile die andere nicht haben?

»CreateSpace«, der Selfpublisher-Verlag von Amazon, hat zwei große Stärken. Es fallen keine Gebühren an und der Autor erhält sehr hohe Tantiemen, wenn ein Buch verkauft wird. Das sind allerdings auch gleichzeitig Schwächen. Die hohen Tantiemen werden nur dadurch erreicht, dass die Bücher nur bei Amazon verkauft werden. Keine Gebühren fallen deshalb an, weil CreateSpace wenig Service bietet und der Autor im besten Fall eine perfekte Druckdatei abgeben sollte.

Wollte ich ein Buch herausgeben, bei dem es mir um die bestmögliche Verfügbarkeit im Buchhandel ginge oder bei dem die Druckqualität herausragend sein müsste, würde ich sicherlich zu einem Anbieter wie ruckzuckbuch gehen.

Allerdings ist es als Selbstverleger, vor allem bei Belletristik, sehr schwer gedruckte Bücher über den Buchhandel zu verkaufen. Für mich, und das geht vielen erfolgreichen Selbstverlegern ähnlich, besteht das Hauptgeschäft im Verkauf von eBooks.

Heißt das, Du kannst uns kein Patentrezept geben wie ich und wo ich mein Buch so veröffentliche, dass es dann auch ein Bestseller wird? Lass uns doch mal ein wenig hinter Deine Verkaufszahlen schauen. Dein erfolgreiches Buch „Paul sucht eine Frau“, wie viele tausend Käufer hast Du da gefunden?

Patentrezepte gibt es keine. Für Bestseller sowieso nicht. Es gibt allerdings Genres, sprich Thriller und Frauenromane, in denen es deutlich leichter ist, ein großes Publikum zu erreichen. Wenn es nur um Verkaufszahlen geht, dann sollte man das beachten.

Aber natürlich kann man auch mit anderen Themen Bücher verkaufen – es macht aber noch mehr Arbeit.

Wenn ich das als Hobbyautor alles so lese, weiß ich nicht so recht, ob ich bei der Fülle aller bestehenden Möglichkeiten nicht doch lieber meinen PC wieder ausschalten sollte. Wann und warum sollte ich mein Buch veröffentlichen?

Jeder Autor muss für sich klären, wie wichtig ihm eine Veröffentlichung ist und auch welche Erwartungen man damit verbindet. Will ich vom Schreiben leben können? Oder geht es mir hauptsächlich darum, mich mit ein paar Gleichgesinnten auszutauschen? Will ich ein Sachbuch herausbringen, um mich als Fachmann für ein Thema zu positionieren? Will ich meine Geschichte für meine Nachkommen festhalten? Spüre ich den unbändigen Drang Storys zu Papier zu bringen?

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Motivationen ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Dementsprechend haben auch unterschiedliche Veröffentlichungsformen ihre Berechtigung. Natürlich ist der Aufwand groß – egal ob als Verlagsautor oder Selbstverleger.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Vielleicht hat ja ein zufällig vorbeikommender Hobbyautor noch eine Anregung oder Idee oder einen hilfreichen Vorschlag, sozusagen von Autor zu Autor – wie bringe ich mein Werk zur Veröffentlichung? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare:

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