Christoph Schrodt: Nur wer kniet kann aufrecht stehen

nur wer kniet

Wie hälst Du es mit dem Gebet?

Oft wird es nach so einer Frage ziemlich still im Raum. Man könnte vielleicht antworten: „Na ja, wenn da nicht immer die Zeit so knapp wär!“

Als ich dieses Buch in die Hände bekam war ich erst einmal bedient. Ich stöhnte beim Anblick dieses Covers. „Soll ich mich jetzt etwa beim beten auf die Knie runter lassen?“

Aber dann wagte ich mich doch an den Inhalt des Buches. Der Autor geht in seinen Beschreibungen von seinem Alltag aus. Er ist Pastor einer Freien evangelischen Gemeinde und vermittelt mir den Eindruck, selbst auch nicht die Weisheit mit Löffeln geschaufelt zu haben. Es tut gut zu lesen, dass selbst er, nicht immer der perfekte Beter ist und Fragen hat. Alles andere wäre auch nicht glaubhaft.

So lasse ich mich auf die Themen ein die Christoph Schrodt aufgreift und merke, es sind Themen die es nötig haben bedacht zu werden. Oder ist es für Sie so sonnenklar zu wem Sie beten? Ist es vielleicht sogar egal? Ich bete mal zu Jesus, mal zu Gott. Schrodt beschäftigt sich mit Gottes Vaterrolle und entdeckt dabei verschiedene Aspekte. Während des Lesens bemerke ich, dass der Autor und ich ganz sicher unterschiedlichen theologischen Fraktionen angehören, dies hindert mich aber nicht daran interessiert weiterzulesen. Ich erfahre dabei etwas von der Sichtweise des Autors, werde mir aufs neue meiner Einstellung bewusst und kann nachjustieren.

Am Ende eines jeden Kapitels stellt der Autor Fragen, macht Vorschläge und regt zum Nachdenken an. Interessant sein Vorschlag „Auch Schreiben an Gott ist Gebet.“ Für mich zwar keine Option, für andere vielleicht ein neuer Weg des Zugangs zu Gott.

Nachdem der Autor seine Einlassungen zur Person Jesu beendet hat, kommt das spannende Kapitel in dem es um den Heiligen Geist geht. Ja, es stimmt, oft verkommt der Heilige Geist zur Randfigur. Der Pastor macht aufmerksam darauf um wie vieles wir uns reicher machen können, wenn wir den Heiligen Geist zulassen. Interessant, aber nicht einfach.

Um so mehr ich mich in dieses Buch vertiefe, treffe ich auch Textstellen die bei mir auf Widerstand stoßen. Aber die aufgeworfenen Themen sind interessant, ich folge Schrodt bis zur letzten Seite. Seine theoretischen und auch sehr praktischen Anregungen waren für mich Bereicherung. Ich werde auch in Zukunft nicht auf die Knie gehen, dafür aber dafür neu über mein Verhältnis zu Gott nachdenken!

SCM R.Brockhaus, ISBN 978-3-417-26555-2, Preis 14,95 Euro

Sehr gern hatte ich Christoph Schrodt zu einem Autorengespräch eingeladen und mich auf ein Frage – Antwort – Spiel gefreut, aber leider passt dieses Interview nicht mehr in den Terminkalender des Pastors.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Christoph Schrodt: Nur wer kniet kann aufrecht stehen

  1. Rahel

    Schade, dass aus dem Spiel nichts geworden ist, das hätte ich gern gelesen! Bin schon ein paar Mal am Kauf dieses Buch knapp „vorbeigeschrammt“.

  2. Maria Lahnstein

    Hört sich sehr interessant an und steht schon auf meiner Wunschliste

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