Timo Roller: Das Rätsel der Arche Noah

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Foto: Timo Roller

„Das Rätsel der Arche Noah“ hat Timo Roller zwar n o c h nicht gelöst, aber er hat mit seinem Buch bereits so manch anderes geschafft und favorisiert einen ganz anderen Berg.

So schreibt er in aller Ausführlichkeit über bisherige Expeditionen. Er erzählt mir von Wissenschaftlern, die ihr ganzes Leben lang von dem Traum, die Arche zu finden, getrieben wurden. Der Autor verheimlicht nicht, dass es selbst unter Wissenschaftlern schwarze Schafe gibt. Diese haben mithilfe krimineller Energie, Funde vorgetäuscht, die sich später als alles mögliche, jedoch nie als Teile der Arche herausstellten.

Als ich mich in’s Buch hineinziehen ließ, von Expeditionen las und die Bilder auf mich wirken ließ, da machte sich schon so etwas wie Entdeckerfieber in mir breit. Roller erzählt von einer wissenschaftlichen Konferenz am Fuße des „Arche-Bergs“ Cudi. Er hat dort im Herbst 2013 vor den Wissenschaftlern der Welt seine Forschungsergebnisse präsentiert. Als Leser erfahre ich sofort etwas von den Schwierigkeiten wissenschaftlichen Arbeitens vor Ort.

Ist es eigentlich so wichtig, die Arche überhaupt noch zu finden? Timo Roller schreibt: »Es gibt viele Puzzlestücke, die für die Glaubwürdigkeit der Bibel sprechen. Den meisten Menschen gelingt es problemlos, diese Puzzlestücke gegen die Bibel zu interpretieren oder sie zu ignorieren. Bei einem wahrhaftigen Schiffsrumpf im Gletschereis dürften die Trümpfe aber eindeutig bei den Anhängern der Bibel liegen.«(S.23) Dennoch glaubt er nicht daran, »dass man eine intakte Arche finden wird, wie man sich dies am Berg Ararat erhofft.« (S. 198) Man könne vielleicht durch archäologische Ausgrabungen auf dem Berg Cudi noch sehr wenige Überreste finden. Diese wären weitere wichtige Puzzlestücke, um die Glaubwürdigkeit der Bibel zu untermauern.

Dem Autor ist es mit seinem Buch gelungen, biblische Geschichte in die Gegenwart zu holen. Sein Buch zeigt den derzeitigen Stand der Wissenschaft und lässt deutlich werden: Noch ist nicht aller Tage Abend!

SCM R.Brockhaus, ISBN 978-3-417-26588-0, Preis 17,95 Euro

Timo Roller hat bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Timo, in diesen Tagen kommt dein Buch „Das Rätsel der Arche Noah“ auf den Büchermarkt. Wie und wann bist du selbst für dich auf dieses spannende Thema gestoßen?

Das Thema ist eher auf mich gestoßen. Nachdem mein erstes Buch »Bible Earth« erschienen war, bin ich zufällig mal wieder per Google Earth an dem alternativen Arche-Berg »Cudi« vorbeigesurft und habe hochauflösende Bilder vorgefunden. Tja, dann hat es mich gepackt und nicht mehr losgelassen.

Warum bist gerade du prädestiniert dazu die Arche auf dem Berg Cudi zu finden? Was machst du beruflich?

Ich bin Medieningenieur und Produzent von Filmdokumentationen. Ich bin überhaupt nicht besonders abenteuerlustig, aber nun bin ich eben da reingeraten, war bereits 17 Kilometer vom Gipfel entfernt und kenne mich – zumindest virtuell – auf dem Berg Cudi aus wie in meiner Westentasche – naja, fast.

In deinem Buch hast du viele Forscher erwähnt die bereits auf den Bergen von Ararat ihr Glück versucht haben. Einige haben Märchen erfunden, einfach gesagt gelogen, nur um als Entdecker der Arche in die Geschichte einzugehen. Warum übt die Arche bis auf den heutigen Tag so eine Faszination auf uns aus?

Es ist schlimm, dass es Menschen gab, die die Wahrheit der Bibel beweisen wollten, aber dabei offensichtlich betrogen haben. Anderen fehlt es vielleicht an Kritikfähigkeit und wissenschaftlicher Gründlichkeit. Die Arche ist eben DER wichtigste archäologische Fund, den man sich vorstellen kann.

Beim Lesen deines Buches habe ich mich ab und zu mal gefragt: Warum ist alle Welt so scharf auf die Arche? Warum sucht niemand den eingestürzten Turm zu Babel?

Die Fundamente des babylonischen Turms sind in Google Earth gut zu erkennen (32.5362N, 44.4207E). Wobei es auch da unterschiedliche Meinungen gibt. Eine Arche – perfekt konserviert im Gletschereis: Das ist einfach der Traum. Und Indiana Jones hat zwar die Bundeslade gefunden, aber die Arche hat er übrig gelassen.

Wie ein roter Faden wandert immer wieder die Frage durch dein Buch: Ist die Arche nur ein Mythos oder ein historischer Fakt. Nehmen wir mal an im Herbst 2016 findet eine Expedition unter der Leitung von Timo Roller auf dem Berg Cudi die Reste der Arche Noah. Zweifelsfrei wird anschließend von allen Seiten anerkannt, dass es sich tatsächlich um die biblische Arche handelt. Wie würde dies, über Kirchengrenzen hinweg, den Blick auf die Bibel verändern?

Es gibt viele Christen, die glauben nicht daran, dass dieser eindeutige Beweis gefunden wird. Es wurde gesagt, das Heil geht von Golgatha aus, nicht von einem Berg namens Ararat. Aber klar, wenn man einen sicheren Beweis für die Wahrheit der Noah-Geschichte finden würde, hätten die meisten Gläubigen wohl doch nichts dagegen. Auf dem Berg Cudi sind Überreste, die restlos jeden überzeugen, nicht zu erwarten. Die Arche wurde durch den Zahn der Zeit, ein verheerendes Feuer im 8. Jahrhundert und zahllose Pilger, die wohl immer wieder kleine Überreste mitgenommen haben, soweit zerstört, dass zu erwartende Funde wohl archäologisch interessant wären, aber nicht jeden Skeptiker von der Wahrheit der biblischen Geschichte überzeugen würden. Es würde andere Erklärungen geben.

Was ist deine Motivation dich so sehr in dieses Thema hineinzuknien?

Es lässt mich einfach nicht los. Und ist spannend wie ein Krimi: Immer wieder taucht ein neues Puzzlestück auf. Einige haben’s nicht mal ins Buch geschafft …

Nach deinem Wunsch für die Zukunft frage ich lieber nicht, den glaube ich zu kennen. Aber verrate unseren Lesern doch warum sie ausgerechnet dein Buch kaufen sollten?

Wer wissen will, was der Stand der Dinge ist in Sache Arche-Forschung, findet hier die aktuellste Zusammenfassung. Es ist witzig, dass es sonst über die Arche Noah eigentlich nur Literatur für Kinder gibt. Zumindest in deutscher Sprache.

Wie sich die Suche nach der Arche entwickeln wird, ist völlig offen. Die Lage vor Ort ist schwer abzuschätzen. Dann ist die Türkei beim Thema Archäologie heute sehr selbstbewusst. Die Arche Noah ist ja nicht nur aus christlicher Sicht hochinteressant, sondern auch aus muslimischer. Wenn die Leute vor Ort mich und meine Forscherkollegen aus den USA dabei haben möchten, sind wir gerne bereit. Aber das sollte kein Abenteuer werden, sondern eine wissenschaftlich fundierte Expedition. Und da ich selbst kein Wissenschaftler bin, werden wir insgesamt ein gutes – hoffentlich internationales – Team brauchen. Im Mai 2015 soll es erst einmal eine Gruppenreise geben. Mehr zur den aktuellen Entwicklungen: http://www.noah2014.com

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Timo Roller hält ein signiertes Verlosungsexemplar seines Buches bereit, außerdem schaut er täglich hier vorbei um eventuelle Leserfragen zu beantworten. Wer seinen Kommentar bis zum 17.März unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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9 Kommentare

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9 Antworten zu “Timo Roller: Das Rätsel der Arche Noah

  1. Angi S.

    Da das Buch nicht gerade ein Mainstream-Buch werden wird, hoffe ich, dass der baldige Kinostart von „Noah“ einige Menschen neugierig macht und vielleicht zum Kauf weiterführender Literatur anregt.
    Die Thematik finde ich auf jeden Fall sehr interessant.
    Meine Frage an den Autor wäre: Kannst du dir auch evtl. negative Auswirkungen vorstellen, die ein bestätigter Fund der Arche(überreste) mit sich bringen könnte?
    LG und ein schönes Wochenende,
    Angi

  2. Auf dieses Buch bin ich echt gespannt und ich hoffe, dass ich es auch kapiere. Ist das doof, wenn ich jetzt schreibe, als Kind hat mich schon das Buch „Und die Bibel hat doch recht“ fasziniert, was bei meinen Eltern im Bücherregal stand? Und wenn schon, es ist eben so.

  3. Rahel

    Das finde ich einfach super interessant und würde es sehr gerne lesen!

  4. Irene

    Würde gerne mehr wissen wollen, über den aktuellen Stand der Dinge in der Sache Arche Noah.

  5. Freut mich, dass sich ein paar Leser für das Buch interessieren. Es ist in der Tat so, dass auch meiner Meinung nach die »Und die Bibel hat doch recht«-Fraktion der Christen in jüngerer Vergangenheit zu wenig Lesefutter angeboten bekommt. Merkte ich schon bei meinem ersten Buch »Bible Earth«. So ist mein Arche-Buch auch der »erste« Stand der Dinge aus christlicher Sicht seit mindestens 20 Jahren. Zur Frage von Angi: Ich glaube nicht an eine völlig intakte erhaltene Arche, daher wird die Überzeugungskraft eines eventuellen Fundes für die Skeptiker nicht zu groß sein. Außerdem wird »die Arche« den Muslimen gehören.

    Meiner Meinung nach gibt es in Armenien einen Überrest der Arche, der als Reliquie verehrt wird. Assyrerkönig Sanherib hat eine Arche-Planke angebetet, was ihm zum Verhängnis wurde. Aus der Bibel lernen wir, dass wir nicht heilige Gegenstände und Orte brauchen, sondern dass sie uns höchstens auf den Einen hinweisen können: Auf Gott!

  6. Dina

    Sehr interessant! Hätt ich gern 🙂

  7. Maria Lahnstein

    Ich finde das Thema auch sehr interessant .
    Was ist dem Assyrerkönig Sanherib passiert ? Ich denke, es gibt eine Menge Leute, die etwas Sichtbares für ihren Glauben brauchen. Die heutige Zeit scheint viele zu animieren, alles in Frage zu stellen.

  8. Susanne

    Wir finden Bücher, in denen die Bibel archäologisch begründet werden, auch sehr interessant. Total aufregend! 🙂

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