Elizabeth Musser: Das Hugenottenkreuz

das hugenootenkreuz

Frankreich 1961-1962: Die Missionarstochter Gabriella kommt nach Frankreich zum Studium. Sie weiß, dass sie an einen Ort fährt, der für ihre Mutter einmal sehr wichtig war. Was sie dann allerdings hier erwartet, zieht sie mächtig hinein in eine Geschichte in der es gleich mehrmals um Leben und Tod geht. Zum Glück trägt sie an einer Kette um ihren Hals das Hugenottenkreuz.

„Im Hugenottenkreuz hängt die Taube mit ausgebreiteten Flügeln und dem Kopf nach unten vom unteren Teil des Kreuzes. Es ist wahrscheinlich, dass die Taube den Heiligen Geist symbolisieren sollte. Zwischen den Balken des Kreuzes waren vier Lilien angebracht. Sonnenstrahlen waren eingraviert als Zeichen dafür, dass der Heilige Geist seine Macht ausstrahlte.“ (Seite 162) Schade, dass dieses Kreuz weder vorn noch hinten auf dem Cover seinen Platz gefunden hat.

Gabriella lernt David Hoffmann kennen. Er ist nicht nur ihr Lehrer, nein sie verliebt sich auch in ihn, schreckt aber vor seiner geheimnisvollen Vergangenheit zurück. Sie er- und über-lebt mit ihm Mordanschläge und sehr langsam, Schritt für Schritt löst Elizabeth Musser die vielen Geheimnisse auf.

Frankreichs Präsident de Gaulle entlässt Algerien gerade in die Unabhängigkeit, aber was wird aus den Pied – Noir – und Harki – Kindern in Algerien? Was das für Kinder sind? Ich hatte bislang auch noch nie etwas von diesen Kindern gehört. Die Autorin führt ihre Leser tief in die Geschichte hinein und benennt Fakten die sicher für viele unbekannt sind. Lange ist für Gabriella nicht klar, wer in ihrem neuen Umkreis zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Bis zurück ins KZ Dachau führt diese vielschichtige Story und ich hoffe, dass sie viele Leser finden wird.

Anfangs irritierte mich der häufige Szenenwechsel ein wenig, aber von Seite zu Seite lernte ich die einzelnen Protagonisten besser kennen und eilte nur noch so durch das Buch. Die Autorin quält ihre Leser mit vielen Geheimnissen und löst sie nicht schnell wieder auf, sondern setzt zunächst immer noch ein weiteres drauf.

Auch wenn die Geschichte nicht in der Gegenwart spielt, fühlte ich mich beim Lesen doch immer wieder an die gegenwärtige Diskussion um Flüchtlinge und Minderheiten erinnert. Als Christ seinen Standpunkt deutlich machen und seine Meinung sagen ist nie verkehrt, auch Vergebung üben steht auf der Tagungsordnung und dies kann schwer sein. Professor David Hoffmann, der einstige kleine Junge aus dem Konzentrationslager, kann ein Lied davon singen…

Manche Sätze im Buch sind es wert länger bedacht zu werden: „Vergebung bedeutet Freiheit“ (Seite 129) oder „Solange du nicht vergibst, bleibst du immer ein Opfer, das in seinem Schmerz und in seiner Bitterkeit gefangen ist.“ (Seite 178). Um die Rettung von Waisenkindern aus Algerien geht es in diesem Buch, aber eigentlich ist es auch eine Liebesgeschichte und ein wichtiges Sachbuch für das schwierige Fach Vergebung!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27483-7, Preis 14,95 Euro

Vor einiger Zeit habe ich von Elizabeth Musser bereits „Der Garten meiner Großmutter“ gelesen und war genau so begeistert.

Der Verlag der Franckebuchhandlung hält ein Verlosungsexemplar von „Das Hugenottenkreuz“ bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 14. Februar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch,
Annette hat das Verlosungsexemplar gewonnen!

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11 Kommentare

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11 Antworten zu “Elizabeth Musser: Das Hugenottenkreuz

  1. Rahel

    Das ist mir schon aufgefallen und ich würde mich sehr darüber freuen!

  2. ….da reihe ich mich gerne in einen kommentar ein
    vg
    annette

  3. Adeline

    Bin gespannt…

  4. Margrit

    … ich habe schon Bücher von Elizabeth Musser gelesen, deswegen bin ich natürlich interessiert …

  5. Maria

    Das Buch hört sich wirklich sehr gut an, da versuche ich doch mal mein Glück!

  6. Angela

    Ich hab es vor Jahren schon gelesen und fand es auch super, könnte ich gut verschenken…

  7. Salome_a

    Immer her damit!!!

  8. Esther

    Mich fasziniert neben der Geschichte vor allem auch die Zeit, in der sie spielt – es gibt leider so wenig (christliche) Romane, die in der jüngeren Vergangenheit spielen. Würde mich also sehr freuen! 🙂

  9. theresa

    Da bin ich auch dabei!

  10. Walter Hageböck

    Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, war ich davon sehr angetan und habe mir noch die beiden thematisch folgenden Bücher der Autoring gekauft. Sehr empfehlenswert!

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