Günter Krieger: Die neunte Stunde

die neunte stunde

Das jüdische Mädchen Sara und der hübsche junge griechische Schauspieler Stephaton, lernen sich in diesem biblischen Roman kennen und lieben. Es ist eigentlich nicht normal, dass sich ein jüdisches Mädchen mit einem Griechen einlässt …

Der Autor Günter Krieger nimmt uns ohne lange Vorrede sogleich mitten hinein in die Zeit, da Jesus sich auf das Pessachfest vorbereitet. Es ist das große Fest der Juden, die ihrer Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei gedenken. Inzwischen sind es längst nicht mehr die Ägypter, sondern die Römer, die die Juden immer mehr knechten.

Schnell wird die Zeit der Treffen zwischen Sara und Stephaton unterbrochen. Der Schauspieler hat auf der Bühne den römischen Kaiser beleidigt und muss deshalb für zwei Jahre in die Verbannung.

Sara indessen läuft von zu Hause weg, um Jesus nachzufolgen. Der Autor beschreibt sehr schön, wie Sara biblische Geschichten mit Jesus erlebt. Die Geschichten kenne ich längst, hier jedoch werden sie noch einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel heraus beleuchtet und dies fasziniert.

Erst als es gen Golgata geht, treffen sich Sara und Stephaton wieder. Sara hat längst erfahren, dass Jesus Menschen verwandelt … Stephaton gehört zu der Seite derer, die Jesus kreuzigen werden. Hat diese Liebe eine Zukunft?

Geschickt verbindet Günter Krieger diese Liebesgeschichte mit der Geburtsstunde des beginnenden Zeitalters am blutgetränkten Kreuz auf Golgata!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0918-6, Preis 16,99 Euro

Günter Krieger hat bücherändernleben jetzt folgende Fragen beantwortet:

Lieber Günter Krieger, soeben erschienen ist Ihr biblischer Roman „Die neunte Stunde“. Warum sollte ich den lesen, ich hab doch die Bibel?

Ja, aber in der Bibel steht nicht, was aus Stephaton und Sara wurde.
Im Ernst, das Buch der Bücher ist natürlich völlig konkurrenzlos. Aber der Mensch im Allgemeinen und der Dichter im Besonderen neigt dazu, auch hinter die Kulissen schauen zu wollen. In den Apokryphen und in der katholischen Legendentradition kommt das sehr schön zum Ausdruck. Nicht jeder Christ braucht solche Geschichten, aber manch einem hilft es vielleicht, seinem Glauben auf die Sprünge zu helfen oder im besten Fall zu hinterfragen.

Das Konzept Ihres Buches könnte in Kurzform heißen: Ich erfinde zwei Protagonisten, schummel diese in die Jesusgeschichte ein und erzähle dann wie es bereits in der Bibel geschrieben steht. Hab ich Sie durchschaut oder ist es doch nicht so einfach?

Ja, so in etwa!
Spaß beiseite, irgendwer hat Jesus ja tatsächlich den Essigschwamm am Kreuz gereicht, auch wenn er im Neuen Testament nicht namentlich erwähnt wird. Der Name Stephaton taucht erst in der Ikonografie des 10. Jahrhunderts auf. Für einen Schriftsteller, der einen biblischen Roman schreiben möchte, ist das natürlich ein wunderbarer Ansatzpunkt. Doch wie schon erwähnt, ich akzeptiere es, wenn jemand sagt: “Das brauche ich alles nicht, ich habe doch die Bibel!” Ein jeder nach seiner Fasson. Ich persönlich habe schon als Jugendlicher biblisch inspirierte Romane wie “Ben Hur”, “Quo vadis” oder “Das Gewand” verschlungen. Meinem Glauben hat das nicht geschadet, sondern eher das Gegenteil bewirkt.

günter krieger

Foto: Günter Krieger

Warum war es für Ihre Story notwendig, das jüdische Mädchen Sara und den hübschen griechischen Schauspieler Stephaton zu erfinden?

Es war nötig, weil ich eben nur einen Roman geschrieben habe. Und gänzlich erfunden sind die Protagonisten ja wie schon gesagt nicht. Auch Sara hat ein biblisches Vorbild: Sie ist jene junge Frau, die Jesus in Bethanien mit kostbarem Nardenöl salbte. Selbst die Evangelisten sind sich nicht völlig einig über ihre Identität. Doch als Romanschriftsteller erhebe ich nicht den Anspruch, das Rätsel aufgelöst zu haben.

Was war für Sie der Beweggrund ausgerechnet vom Pessachfest und Kreuzestod Jesu zu schreiben?

Wenn man die Geschichte des Schwammträgers Stephaton schreiben möchte, kommt man um die Passion nicht herum. Und ich muss sagen, es war sehr bewegend und kräfteraubend, über die Passion zu schreiben. Ich wollte auf keinen Fall – wie etwa Dan Brown und Konsorten – auf den Zug derer springen, die heute alles besser wissen als die Evangelisten.

Sie ziehen mich beim Lesen mitten hinein in die Geschehnisse auf Golgata. Beim Lesen spürte ich sehr genau, da beginnt eine neue Zeitrechnung. Spätestens mit seinem Kreuzestod wird Jesus auch für die nichtjüdische Welt interessant. Was kann uns dieses Wissen heute mit auf unseren Weg geben?

Wow, das haben Sie gespürt? Dann habe ich mein Ziel erreicht. Die Frage nach dem Heute ist natürlich sehr komplex und bräuchte einige Seiten. Ich fang mal so an: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …

Günter Krieger hält ein signiertes Verlosungsexemplar für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 8. März 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Salome hat gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Günter Krieger: Die neunte Stunde

  1. Edelgard

    An und für sich bin ich kein Leser von biblischen Romanen, aber da ich in letzter Zeit doch einige Gute gelesen habe, würde mich dieser auch interessieren.

  2. …..biblische thematik gut in einen roman verpackt….klasse…
    vg
    annette

  3. Esther

    Erinnert mich an die Romane von Janette Oke zu der Zeit. Die Beschreibung und das Interview machen Lust auf das Buch – ich bin dabei!

  4. Andrea

    Ich freue mich auf das Buch. Es macht die Geschichte nochmal ganz anders lebendig.

  5. Salome

    Bekannte Erzählungen aus einer anderen Perspektive zu lesen ist meistens bereichernd! Klingt auf jeden Fall spannend!

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