Titus Müller: Berlin Feuerland

Berlin Feuerland von Titus Mueller

Alice, die Tochter des Kastellans des Berliner Stadtschlosses und Hannes aus dem verarmten Berliner Feuerland begegnen sich in dieser Story und was anfangs von keinem gewollt war, geschieht, sie verlieben sich ineinander. Aber kann eine Liebe zwischen zwei Menschen, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen stammen, eine Zukunft haben? Was werden Vater und Mutter dazu sagen?

Neben dieser Liebe und den politischen Unruhen des Jahres 1848 steht auch das Berliner Stadtschloss selbst im Mittelpunkt. Titus Müller macht es zum Mittelpunkt der Kämpfe gegen den König Friedrich Wilhelm IV. Er beschreibt es und verrät so manch ein Detail, vielleicht sogar Geheimnis.

Alice traut sich ins Feuerland, sieht die bittere Armut der Menschen dort und versteht, warum sie sich gegen den König auflehnen. Als es jedoch zu Schießereien kommt und eine Kugel ihren Bruder trifft, da rücken die Auseinandersetzungen noch bedrohlich näher an sie und ihre Liebe zu Hannes heran.

Titus Müller ruft die politischen Kämpfe jener Zeit in unser Gedächtnis und beschert uns so ganz nebenbei eine herrliche Liebesgeschichte mit ungewissem Ausgang!

Karl Blessing Verlag, ISBN 978-3-896-67503-3, Preis 19,99 Euro

Titus Müller hat bücherändernleben folgende Fragen beantwortet:

Hallo Titus, heute erscheint dein jüngster Roman „Berlin Feuerland“. Dein wievielter ist es inzwischen? Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?

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Foto: Titus Müller
(c: Sandra Weniger)

„Berlin Feuerland“ ist mein zwölfter Roman. Wie alles angefangen hat? Ich war immer eine Leseratte und habe Bücher geliebt. Dann kam einmal mein Bruder aus dem Internat mit einer selbstgeschriebenen Geschichte nach Hause und hat mich damit derart begeistert, dass ich selbst auch mit dem Schreiben anfing.

Die Märzunruhen 1848 in Berlin stehen im Mittelpunkt deines neuen Buches. Warum kommt dieses Buch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt?

Man könnte meinen, das sei von langer Hand geplant, weil es derzeit in etlichen Ländern Aufstände und Bürgerkriege gibt. Aber als mein Lektor und ich den Romanstoff planten, war z.B. an den Maidan in Kiew noch gar nicht zu denken. Uns ging es mehr um einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte.

Der Roman hat mehrere Ebenen. Da ist die schwierige Liebe zwischen Alice der Tochter des Kastellans des Berliner Stadtschlosses und Hannes aus dem Feuerland. Feuerland habe ich in deinem Buch zum ersten Mal gehört, woher kommt diese Bezeichnung?

Die Berliner nannten das Industriegebiet in der Oranienburger Vorstadt „Feuerland“, weil dort die Schlote der Fabriken qualmten. Rings um die Fabriken lebten Verarmte im „Feuerland“, die sich eine Wohnung in Berlin nicht leisten konnten.

Immer wieder schiebst du interessante Passagen in deinen Roman, in denen du kleine Geheimnisse über das Stadtschloss verrätst, ich denke da zum Beispiel an das fließende Wasser im Schloss. Wo hast du all deine Informationen her?

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Da gibt es zum Beispiel das hervorragende Werk „Geschichte des Schlosses zu Berlin“ von Albert Geyer, der selbst Mitglied der Schlossbaukomission und bis zu ihrer Auflösung 1921 ihr letzter Direktor war. Er kannte jeden Raum im Stadtschloss und berichtet detailliert darüber.

Grad bei den Passagen wo du von ersten Schüssen und Tod erzählst und die größer werdende Schere von arm und reich beschreibst, musste ich im Hinblick auf das heutige Europa, manchmal an unsere Gegenwart denken. Ging es dir auch so und was hälst du von dem Satz: Geschichte wiederholt sich immer wieder?

Nach 70 Jahren Frieden in Deutschland blicken wir mit Unverständnis und Grauen auf die Länder, in denen gerade Bürgerkrieg herrscht, und schütteln den Kopf über Regierungen, die auf ihre eigene Bevölkerung schießen lassen. „Berlin Feuerland“ zeigt, dass vor nur 165 Jahren bei uns ähnliches geschehen ist. In Berlin schossen Soldaten auf ihre Nachbarn und Verwandten, nicht nur mit Gewehren, sondern auch mit Kartätschen und Kanonenkugeln. Und die Stadtbevölkerung schoss zurück und warf Pflastersteine und Flaschen und sogar ganze Gehwegplatten von den Dächern. So verzweifelt war man, so zornig.

Warum muss ich mich als Leser heute überhaupt mit dem beschäftigen was 1848 war?

„Berlin Feuerland“ ist ein Roman, kein Schulbuch. Niemand muss sich damit beschäftigen. Aber ich finde, die Geschichte lohnt sich. Nicht nur, weil man etwas über den Umgang mit der Massenarmut damals erfährt und in der Liebe zwischen Alice und Hannes zwei Welten aufeinanderprallen, sondern auch, um zu sehen, wie kostbar und wie zerbrechlich der Frieden ist, den wir hier erleben.

Hier der Trailer zum Buch.

Der Blessing Verlag hält ein Verlosungsexemplar für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 16. März 2014 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Titus Müller: Berlin Feuerland

  1. Maria

    Das Buch hört sich toll an. Ich nehme gerne an der Verlosung teil.

  2. Björn

    Neues von Titus. Schön.

  3. Oh auf das Buch warte ich schon, seit ich das erste Mal was auf Titus Facebookseite gelesen habe. Da seine Büche immer wunderbar recherchiert sind, würde ich mich über das Buch sehr sehr freuen!

  4. Edelgard

    Ich warte auch schon länger auf das Buch und bin gespannt auf ein neues Leseerlebnis von Titus Müller.

  5. Susanne (Smilla507)

    Solche Romane liebe ich!

  6. Esther

    Ich bin ein großer Fan von Titus Müller und freue mich, dass er mal wieder etwas Historisches geschrieben hat – gern hüpfe ich in den Lostopf! 🙂

  7. Eins meiner Lieblingsbücher ist „Der Schneekristallforscher“ von Titus Müller ! Dieses würde ich auch sehr gerne lesen.

  8. Salome

    Ich mag historische Romane, und es ist schon eine Weile her, dass ich einen zur Zeit der 48er Revolution gelesen habe 🙂

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