Jan Hanser: Die Jagd nach der silbernen Feder

feder

Wenn Brendow ein Buch in solch einer tollen Aufmachung noch dazu mit farblich passendem roten Lesebändchen auf den Markt bringt, dann muss es ja wohl ein besonderer Inhalt sein.

Und es war dann auch ein ganz besonderes faszinierendes Leseerlebnis und dabei bin ich längst kein kleiner Junge mehr. Aber wie der Debütant Jan Hanser hier den Helden Jisah in Szene setzt und immer wieder in neue Abenteuer schickt, das hat schon etwas von großer Erzählkunst.

Der Titel verrät es, es geht um die silberne Feder. Sie ist ein Symbol für Glück und Frieden, aber leider ist sie in den falschen Händen. So ist der Kampf des Jungen vorgezeichnet und die Ausschmückung des Autors ein herrliches Leseerlebnis und wunderbares Fantasiegebilde.

Es mag der alte Kampf um Gut und Böse sein, aber wie er hier erzählt wird, wie er gelegentlich die Gegenwart berührt, wenn man dies sehen möchte, dass hat mich fasziniert und beeindruckt.

Jan Hanser wird weiter schreiben, ich hoffe sein zweiter Band lässt nicht all zu lange auf sich warten!

Brendow, ISBN 978-3-86506-735-7, Preis 14,95 Euro

Jan Hanser hat bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Jan Hanser, soeben ist dein erstes Buch erschienen. „Die Jagd nach der silbernen Feder“ ist ein spannendes Kinderbuch für Kinder ab 10 Jahren. Du verrätst deinen Lesern, dass du abends mit deinen Söhnen im Bett liegst und ihnen Geschichten erzählst. Warum ist gerade erzählen so wichtig?

Das Erzählen von Gute Nacht Geschichten hat in meiner Familie Tradition. Schon mein Vater hat uns allabendlich beim zu Bett gehen Geschichten erzählt. Als mein ältester Sohn geboren wurde, habe ich diese Tradition fortgeführt. Es schafft einfach eine wunderbare Zweisamkeit, wenn man unter der Decke liegt und Geschichten erzählt. Niemand sonst kennt unsere Geschichtenwelten (Und auch die Leser der Bücher bekommen nicht alles erzählt, was unter der Decke geflüstert wurde). Das Erzählen von Geschichten hat einfach eine wunderbare Bindung zwischen mir und meinen Söhnen geschaffen. Es ist ein bleibender Wert.

Dein Buch ist voller Symbolik, voller sprachlich schöner Bilder, hast du deine Geschichten einfach so aus dem Ärmel geschüttelt oder wie lange hat es gedauert bis sie dann druckreif waren?

Als ich begann Geschichten zu erzählen hatte ich nie vor sie in einem Buch zu veröffentlichen. Vielmehr begann ich irgendwann damit zu kämpfen, das mir keine neuen Geschichten mehr einfielen. Dann habe ich entschieden: „Ich muss eine große Welt schaffen in der es einen weiten Spannungsbogen gibt.“ So musste ich mir nicht jeden Abend etwas Neues aus dem Ärmel schütteln und die weite Welt der Welfenreiter entstand. Als in mir der Gedanke reifte, diese Welt in einem Buch aufleben zu lassen legte ich oft mein IPhone nebens Bett, nahm die Geschichte auf und schrieb sie danach ab. Darin ist auch die Spannung des Buches begründet. Jeden Abend muss eine spannende Geschichte her, sonst sind meine Söhne gelangweilt. Darum hat jedes Kapitel im Buch seinen eigenen Spannungsbogen. Großartige Symbolik war nie intendiert. Als Erzähler knüpft man unbewusst immer an große Symbole und Geschichten der Menschheit an. So entstehen aus Geschichten, die oft auch den Alltag verarbeiten wollen, wunderschöne Bilder. Von der Entstehung der silbernen Feder auf der Bettkante bis zum fertigen Buch sind sechs Jahre ins Land gegangen.

Es geht in deinem Buch um eine silberne Feder. Für was steht dieses Symbol?

Die silberne Feder steht für den Frieden im Reich des großen Königs Lian. Die Feder hat, in der richtigen Hand, die Macht alle Fürstentümer des Brachtlandes zu vereinen. Leider gerät sie in der Geschichte in die falschen Hände und Hundrrit, der schreckliche König der Hyänen, missbraucht ihre Macht um Lians Reich zu schwächen und seine Truppen zusammen zu halten.

Warum tritt gerade ein Junge als der große Retter auf? Was wir Großen verbockt haben, müssen unsere Kinder wieder in Ordnung bringen?

Jisah, einer der Protagonisten, stiehlt Hundrrit die Feder mehr zufällig. Das es ausgerechnet er ist, passt allerdings sehr gut zu ihm. Er ist ein Draufgänger. Immer mit dem Kopf durch die Wand. Er sucht jedes Abenteuer. Die Erwachsenen, vielleicht am ehesten durch die Wolfrudel dargestellt trauen keinem und erst recht keinem Kind. Sie halten es für Blödsinn, das Lian es einem Jungen zutraut die Feder sicher ans Ziel zu bringen. Die Eselreiter hingegen unterstützen Jisah und vertrauen in seine Fähigkeiten. Es geht also weniger darum, das Jisah etwas in Ordnung bringen müsste, sondern vielmehr darum, das er das Vertrauen des Großen Königs genießt, obwohl er nur ein kleiner Junge ist.

jan hanser

Foto: Jan Hanser

Für Gott steht in deinem Fantasy-Buch König Lian. Er ist ein großer und liebender König, aber er braucht uns Menschen. Ist das der Weckruf deines Buches?

Ich hatte nie die Intension ein religiöses Buch zu schreiben. Darum ist auch Vorsicht bei theologischen Deutungen geboten. Es ging mir in erster Linie darum ein spannendes Buch zu schreiben. Und in zweiter Linie ging es auch darum. Doch ich komme als Autor natürlich nicht aus meiner Haut. Ich persönlich vertraue auf Gott als liebenden Vater. Das hat den Charakter Lians, des Königs, geprägt. Erst in den letzten Kapiteln fiel mir auf das es eine Analogie zu einer Geschichte gibt, die Jesus einmal erzählt hat. Es geht im Roman nicht darum das Gott uns braucht. Es geht darum das wir Gott vertrauen können und das Gott uns bedingungslos annimmt, auch wenn wir’s einmal dick vermasselt haben.

Am Ende deines Buches steht. „Ende des ersten Abenteuers“. Können wir uns auf ein weiteres Buch freuen?

Die Geschichte der Welfenreiter ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Eigentlich geht sie jetzt erst richtig los! Also, ja! Wer vom ersten Buch gepackt wurde, der darf sich auf weitere freuen!

Vielen Dank für das Gespräch!

Der Brendow Verlag hält ein Verlosungsexemplar für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 2. April 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Margit hat das Verlosungsexemplar gewonnen-
herzlichen Glückwunsch!

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4 Kommentare

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4 Antworten zu “Jan Hanser: Die Jagd nach der silbernen Feder

  1. Gesa

    Ich freue mich darauf bald auch mit auf die Jagd nach der silbernen Feder zu gehen 🙂

  2. Unam

    Da bin ich aber sehr gespannt….

  3. Margrit

    … das wäre mal eine andere Geschichte …

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