Ari Shavit: Mein gelobtes Land

mein gelobtes land

Den oftmals beängstigend blauäugig, beinah blind-fanatisch auftretenden Israelfreunden hier im Land möchte ich dieses Buch in erster Linie empfehlen.

Der Autor darf wohl als einer der bekanntesten Journalisten in Israel bezeichnet werden. Wenn ich noch hinzufüge, dass er ein Linker ist, soll dies keineswegs abwertend gemeint sein, sondern lediglich der politischen Einordnung dienen.

Meilenweit entfernt von etwaigen Parolenschreiern lässt Ari Shavit mich an seiner Entwicklung teilhaben. Er beschreibt Entstehung und Entwicklung seines Heimatlandes Israel.

„Die Tatsache, dass mein Volk zu einem Volk geworden ist, das ein anderes besetzt hält, kann ich weder negieren, noch kann ich ihr entgehen.“ (Seite 13). Shavit beeindruckt mich mit solchen wohldurchdachten Sätzen und voran gehen denen seine Beobachtungen und Erlebnisse. Beim Lesen habe ich den Eindruck, dem Autor fallen all diese Sätze nicht leicht, aber nach reiflicher Überlegung bleibt ihm doch keine andere Wahl als gerade diese seine Einschätzung.

Das Kunststück der Darstellung von Einzelschicksalen mit Blick auf eine politische Entwicklung von mehr als acht Jahrzehnten gelingt Shavit. Es hat schon etwas ungeheuer Tragisches an sich, wenn er die Anfänge Israels beschreibt und dabei an die grausame Vernichtungsmaschinerie der braunen Machthaber in Deutschland denkt. Seitenlang fühle ich eine Umkehrung der Situation heute in Israel. Araber werden getötet, ihr Land müssen sie verlassen, Wasserrationen werden immer geringer, oftmals gelten keinerlei Reisefreiheiten …

Den anklagenden Ton suche ich bei Ari Shavit vergeblich. Diese primitive Stufe von Auseinandersetzung braucht er nicht. Ihm kommt es auf Verstehen an. Deutlich wird das Lebensgefühl in der Gegenwart und dies wird von Angst, Besetzung und Bedrohung bestimmt.

Vielen wird diese sehr persönliche Bestandsaufnahme, die sich streckenweise wie der spannende Entwicklungsbericht des Ari Shavit liest, nicht gefallen – mich hat der Journalist damit zutiefst beeindruckt!

C.Bertelsmann, ISBN 978-3-5701-0226-8, Preis 24,99 Euro

Der Verlag hält ein Verlosungsexemplar bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 25. Mai 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Björn hat das Verlosungsexemplar gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Ari Shavit: Mein gelobtes Land

  1. scheint eine interessante Lektüre zu versprechen

  2. Angela Brüchner

    Klingt als ob mich das aufregen würde aber ich bin bereit mich dem zu stellen…

  3. Esther

    Israel ist wirklich ein christliches Dauerbrenner-Thema und es gibt so viele Meinungen … Da freue ich mich über diese Buch-Empfehlung und springe gern in den Lostopf!

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